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  • #46
    Zitat von passepartout Beitrag anzeigen
    Preisverdächtig! ... als nichtssagendster Food-Artikel 2011. :heulen: Das Dollase-Bashing scheint damit an seinem gaga-Punkt angekommen zu sein.

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    • #47
      Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
      Preisverdächtig! ... als nichtssagendster Food-Artikel 2011. :heulen: Das Dollase-Bashing scheint damit an seinem gaga-Punkt angekommen zu sein.
      Liegt vielleicht daran, dass Herr D. tatsächlich einiges pseudo-intellektuelles gaga von sich gibt....

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      • #48
        Nun, "Die Wahrheit" ist eine Glosse, keine ausführliche Analyse und eine Textart, der die Unfairness sozusagen in die Wiege gelegt wurde. Eigentlich finde ich den Artikel ähnlich, wie Frau Morchel den Matthies einschätzte: "angenehm geerdet". Nur halt in eher aphoristisch-polemischem Angang.

        Grüße
        Q.

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        • #49
          Zitat von quartalsesser Beitrag anzeigen
          Eigentlich finde ich den Artikel ähnlich, wie Frau Morchel den Matthies einschätzte: "angenehm geerdet".
          Ist das nun versteckte Ironie, werter Q.?

          Im Artikel heißt es z.B. - und ich greife mal willkürlich einen Satz heraus: "Ohne System geht im Strukturalismus nichts, denn das System garantiert klare Verhältnisse, weil "das System immer tut, was das System tut", wie "Frau immer tut, was Frau tut" (Niklas Luhmann). Nur Romantiker halten derlei theoretisch für tautologisch, auf Deutsch: doppelt gemoppelt, und praktisch für frauenfeindlich." - "Angenehm geerdet"? (Und man möge mich bitte korrigieren, aber soweit ich sehe, gibt es zudem bei Dollase zudem gar keine systemtheoretischen Anleihen.)

          Grüße, M.

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          • #50
            Auf mich wirkt die hinter der Glosse stehende Haltung geerdet. Die Formulierungen begreife ich als Versuch, die verunklarende und und prätentiöse Sprache von Dollase zu parodieren und die darin zum Ausdruck kommende Herangehensweise auf die Schippe zu nehmen.

            Beste Grüße
            Q

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            • #51
              Wolfram Siebeck

              Jetzt möchte ich Ihnen, lieber Tofu, doch noch auf Ihre Bemerkungen (#27) antworten; und da ich immer noch erfüllt bin von einem meiner Lieblingstexte, den ich vor kurzem singen durfte: "Herrscher des Himmels, erhöre mein Lallen" ist auch die Gefahr, daß ich mal wieder in der Wortwahl zu grob agiere und mir dadurch, vollkommen zu Recht , einen Rüffel von der guten Morchel, die übrigens mit der Anzahl ihrer Zuschriften den alten Kimbel überholt hat, dadurch also zu unserer Superia geworden , was mit Lob und Anerkennung erwähnt sein will, einhandele, nicht ganz so groß.

              Da ich, werter Tofu, Ihr Interesse an den kulinarischen Dingen mit Freude beobachte, erlauben Sie mir bitte, Ihnen neben der Beachtung der Geschichte der Kochkunst auch die der Gastrokritik (Curnonsky et al.) ans Herz zu legen.
              Es war etwa Anfang der 70ger Jahre des letzten Jahrhunderts, als in Frankreich eine Art kulinarische Revolution stattfand. Unter der Ägide von M.Guérard, aber auch Senderens und Chapel - obendrein hatte man mit P.Bocuse einen medienwirksamen haut-parleur in den Reihen - wurden Thesen für eine neue, moderne Küche sozusagen an die Restauranttüren genagelt, die da hießen: jahreszeitliche, frische Produkte, exaktes Einhalten der Garzeiten, kurze Karte, kurze Saucen etc. Daß sich diese nouvelle cuisine wie ein Flächenbrand ausbreiten konnte, dazu bedurfte es Brandbeschleunigern wie H.Gault und Chr.Millau, die, was Experimentierfreudigkeit betraf, dem GuideMich weit voraus waren.
              In Deutschland hatte diese Katalysator-Rolle W.Siebeck übernommen. (von Paczensky will ich damit nicht abwerten; und über Klaus Besser weiß ich zuwenig, da der damals überwiegend in der Pressesparte veröffentlichte, deren Druckerzeugnisse ich allenfalls mit einer Schutzkleidung, wie sie bei der nuklearen Dekontamination verwendet wird, erworben hätte. Immerhin besitze ich von Besser einen Band: Die 100 besten Rezepte der großen Köche Europas aus dem Jahre 1977, in dem ich auch heute noch gerne blättere) Und es waren sicher keine Höflichkeitsfloskeln, als E.Witzigmann, der sich ja über Jahrzehnte als Siebecks Erzfeind betrachtete, äußerte, daß die kulinarische Entwicklung in Deutschland ohne jenen so nicht möglich gewesen sei.
              Was mir bei S. immer besonders gefallen hat, war seine Liebe zum Essen, seine Sehnsucht, kulinarische Glücksgefühle zu entwickeln; und das gelang ihm eben nicht nur in ***-Restaus (auf Gänselebersafari), sondern auch in durchaus bescheidenen und manchmal auch etwas abgewetzten Kneipen, zum Beispiel am Stadtrand von Paris.
              Meistens hat mich dabei auch die Geschmackssicherheit, mit der er seine Bewertungen traf, überzeugt. Ich erinnere mich hier an einen schwäbischen Oberstudienrat, der in größerer Runde in der vollen Überzeugung, einen nahezu philosophischen Satz zu formulieren, deklamierte: Ha, i ess blos des, was mir schmeckt. Nein, die Siebeck'schen Aussagen waren eher auf dem Niveau des Reich-Ranicki, wenn er, ebenfalls auf Grund nahezu unendlicher Erfahrung, die entscheidende Frage stellt: taugt das was, oder nicht!
              Daß sich S. hie wie da nicht nur Freunde gemacht hat, ist klar; auch seine Kritikerkollegen bekommen was ab mit Sätzen wie: " ich war kürzlich beim Zahnarzt wegen der Geschmacksexplosionen, die im Mund meiner Kollegen ständig stattfinden. Der Doktor hat nichts gefunden".

              Nein, diesem Mann muß man bzgl "tragisches Ende" nichts nachrufen, das ist überflüssig und - damit ich mich auch mal in der Sprache der Jugend beweisen kann - voll(st?) peinlich. Nicht nur, weil "tragisch" die Antibeschreibung dieses fröhlich-gargantuesken Gour/met/mands ist, sondern weil wir von einem "Ende" doch hoffentlich - jaja, ich weiß, so hatte es der MV nicht gemeint - noch weit entfernt sind. Das Leben als Menü betrachtet mag bei ihm zwar das Hauptgericht gerade abgetragen worden sein, aber da ist ja noch das plateau mit dem wundervoll gereiften Käse und dann wartet die Alles übertreffende Nachspeise, wobei ich mir sicher bin, daß der Meister nichts dagegenhätte, wenn ausnahmsweise noch einige Pré-Desserts, Petits fours, Schokolädchen etc gereicht würden.
              Und sollte dann eines Tages das Unvermeidliche doch eintreffen, dann wird es wohl unter großen Bravos und Hallos in der himmlischen Vorküche, deren Vorhandensein vom Vatikan ja noch nicht dementiert wurde, ein Rendez-vous geben; von allen Seiten wird man ihm zuwinken, es gilt, ein Stück Boulette zu probieren, die, sagt Sigi, ha'ick noch nie so jut hinjekriegt, Doris Katharina richtet gerade einen Sprossensalat aus den Samen der betörendsten Orchideenarten mit Sauce Nectare; Butter, Butter schreit es im Hintergrund und der Bauch Fernands hat inzwischen die Dimension einer Montgolfière angenommen, links wird ein warzenähnliches Tier tranchiert, es ist Bernard mit einer Poularde en demi-joie, unter der knusprigen Haut sind tatsächlich ganze Trüffel versteckt; aber er entscheidet sich dann doch für den Kaiserstühler Tisch, an den er am fröhlichsten herangewunken wird. Da sitzen die drei Großen aus Ihringen und Vogtsburg bei einer Horizontalverkostung Latour, 18.Jhdt ...

              PS: aber lesen Sie einfach -quasi als Bestätigung -
              www.wo-isst-siebeck.de/?p=259
              Zuletzt geändert von QWERTZ; 21.12.2011, 23:41.

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              • #52
                Und das mit dem "Wolram" war wirklich ein Verschreiber, der sich leider nicht korrigieren läßt.
                Oder, werter Herr Buchner, können Sie das?
                s.

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                • #53
                  Respekt Herr Schlaraffenland - auch ein Versuch der Jugendsprache...

                  Ich habe bei Herrn S. sehr viel Liebe zum Kochen gelernt!

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                  • #54
                    Auch mir war es möglich, das fehlende f einzufügen. Und bei Ihrem schwungvollen Text war es mir eine besondere Freude.

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                    • #55
                      In der heutigen FAZ schreibt JD u.a. über Restaurantkritiken im Netz. Ich stelle einen Auszug einfach mal kommentarlos hier ein:

                      "(...) Aus gutem Grund, vor allem von den Köchen, verschwiegen wird auch gern, wie die Kenntnisse der Gäste (also der Internetjuroren) einzuschätzen sind. Die Feldforschung lässt grundsätzlich daran zweifeln, ob die meisten Gäste in den populären Restaurants überhaupt mitbekommen, mit welcher Qualität sie es dort zu tun haben. Für die Rückmeldungen, die bei einschlägigen Medien eintreffen, gilt dies zu einem beträchtlichen Teil ebenfalls. Dazu kommt aber noch ein weiteres Problem. Selbstverständlich gibt es Hinweise auf gute Leistungen in vielleicht bislang wenig beachteten Restaurants, die nützlich sein können. Aber viele Gästereaktionen stehen unter starkem Manipulationsverdacht - besonders, wenn sie anonym oder unter Decknamen auftauchen. In solchen Fällen ist Volkes Stimme nur eine Variante manipulierter Hitparaden.

                      Informationen dieser Art zur Qualitätsbestimmung zu nutzen zeugt von enormer Naivität. Der Anteil des im Internet verbreiteten, nie relativierten Unsinns ist einfach zu hoch. Positive wie negative Bewertungen durch Gäste irrlichtern allzu oft durch die Welt - bestenfalls vergleichen sie, aber nur selten demonstrieren sie Kenntnisse und Aufnahme- oder Lernfähigkeit. (...)

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                      • #56
                        Das Dumme an der viel zu lesenden Kritik an Internetkritiken ist für mich, dass immer von "dem Internet" die Rede ist. Dass es Unterschiede gibt, zwischen den Bewertungsportalen, Foren oder Blogs in ihrer Qualität ist doch so offenkundig, wie die Qualitätsunterschiede zwischen den Kritikern in der Print-Welt. Als ob das Trägermedium der Information (Papier vs. digitaler Daten) einen ansich ein Unterschied wäre.

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                        • #57
                          Wie auch QWERTZ sehe ich das Hauptproblem dieser Äußerungen in ihrer Undifferenziertheit. Man darf zudem daran erinnern, dass sie sich, teils wörtlich, mit seinen früheren Auskünften im Sternefresser-Interview decken (siehe insbesondere dort seine Antwort auf die Frage, was vom Food-Blogging über Spitzenrestaurants zu halten sei). Diese Antwort beginnt übrigens mit dem Eingeständnis: "Das ist ein Gebiet, mit dem ich mich bisher nur wenig befasst habe." Nun darf man also, spöttisch gesagt, vermuten, dass Herrn Dollase bei einer flüchtigen Sichtung der Blogger-und-Kritik-Szene einfach leider kein zweiter Herr Dollase aufgefallen ist. Und so gibt es wohl nur einen Ausweg: Herr Dollase muss sich selbst im Internet engagieren!

                          mk

                          P.S. Das meine ich teilweise ganz ernst. Denn natürlich wird in den einschlägigen Blogs etc. eher selten das Reflexionsniveau der JD-Kolumnen erreicht.

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                          • #58
                            Das abstoßende an solchen Auslassungen von Herrn D. ist für mich vor allem die tiefe Verachtung, die er offenbar für die allermeisten Besucher von Spitzenrestaurants empfindet, da sie dem Gebotenen in seinen Augen überhaupt nicht würdig sind.

                            Aber so wie ihm scheinbar fast alle anderen zu "verbaucht" an die Sache rangehen, ist er einigen sicherlich zu "verkopft". Beide sollten begreifen und es schätzen, dass sie letztlich Teil des selben Körpers sind. Dieser Pluralismus wäre bereichernd für alle. Dollases Elitismus aber bringt niemanden weiter, er ist einfach nur ekelhaft.

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                            • #59
                              Zitat von brigante Beitrag anzeigen
                              Das abstoßende an solchen Auslassungen von Herrn D. ist für mich vor allem die tiefe Verachtung, die er offenbar für die allermeisten Besucher von Spitzenrestaurants empfindet, da sie dem Gebotenen in seinen Augen überhaupt nicht würdig sind.
                              Wenn dem so ist, wer ist denn dann eigentlich die Zielgruppe der Dollase-Kolumnen? Der Durchschnittsleser ist verstört, der selbsternannte Gourmet überfordert und der besprochene Koch erstaunt, was JD so alles in seine Gerichte hineininterpretiert.

                              Wahrscheinlich schreibt Dollase eigentlich nur für sich selbst, das heißt für sein wöchentliches Salär bei der FAZ. Die packt ihn seit Jahren ins Feuilleton in dem Glauben, dass er mit der Gilde der Theater- und Musikkritiker auf Augenhöhe steht. In seiner Sprache hat JD sich den dortigen Rezensenten so angepasst, dass seine Beiträge dem Duktus der einschlägigen Kollegen entsprechen und die Chefredaktion sie Woche für Woche guten Glaubens abnicken kann, aber selbstverständlich von der Sache selbst nichts versteht (siehe oben: Kategorie "verstört" oder "überfordert"!).

                              Ganz schön raffiniert der JD!

                              Beste Grüße, Merlan

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                              • #60
                                werter merlan,
                                chapeau ,für diesen beitrag,dem ist nichts hinzuzfügen.
                                kg knurrhahn

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