Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Klassik vs. Moderne - Ambiente in der deutschen Spitzengastronomie

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Klassik vs. Moderne - Ambiente in der deutschen Spitzengastronomie

    Zitat von Daurade Beitrag anzeigen
    Hallo, verehrte Morchel,

    ich werde es wagen, in Tonbach über die Schwelle zu schreiten und mich klaglos dem innenarchitektonischen GAU zu überlassen. Daurade
    Schutzbrille? :hungry:

  • #2
    Die Schutzbrille wird wohl nicht vonnöten sein. Ich sehe mehr das Gesamtkonzept. Hier heißt es, die Traube sei häßlich, dort aber sei das Tantris "retro-chic". Beide sind stehengeblieben im Design, beide Designs haben ihre Berechtigung (warum nicht?). Ich finde beide furchtbar scheußlich. Aber das Essen wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Anders wäre es allenfalls, wenn das soufflierte Rebhuhn in Styroporschachteln am Tresen neben der Kassen ausgegeben würde. Aber das bißchen Schwarzwaldkitsch gehört halt zum Tonbach-Erlebnis.
    :cheers:

    Kommentar


    • #3
      Das Verhältnis von deutscher Spitzengastronomie zu ebensolchen Design scheint leider nicht vorhanden. Hier (und nicht beim Essen selbst) scheinen unsere europäischen Nachbarn doch um einiges weiter. Was einem in der Sternegastronomie teilweise an Gelsenkirchener Barock und verstaubten Relikten der 70er und 80er zugemutet wird, grenzt schon hart an optische Körperverletzung. Jeder normaler Einzelhändler wäre ein schlechter Betriebswirt, wenn er sein Geschäft seit 20 oder 30 Jahren unverändert liesse.

      Aber vermutlich geht das einher mit der Vergreisung des Publikums und die Gastronomen haben einfach eine zielgruppengerechte Einrichtung.

      Zumindest beim Essen kann man wenig an der Entwicklung der deutschen Köche aussetzen, so dass man das oft "spezielle" Interieur wohl einfach erdulden muss.

      Kommentar


      • #4
        Zitat von Kimble Beitrag anzeigen
        Jeder normaler Einzelhändler wäre ein schlechter Betriebswirt, wenn er sein Geschäft seit 20 oder 30 Jahren unverändert liesse.
        Aber vermutlich geht das einher mit der Vergreisung des Publikums und die Gastronomen haben einfach eine zielgruppengerechte Einrichtung.
        Werter Kimble, grundsätzlich gebe ich Ihnen recht - Interior Design ist nicht die Kernkompetenz der deutschen Spitzengastronomie. Das teilen wir im übrigen mit unseren französischen Kollegen, es sei denn Sie beweisen mir Marc Veyrats Genialität bei der Auswahl der Ferme-Stühle oder Bocuses feines Gespür hinter dem Jahrmarkt-Barock seines Stammhauses. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Andererseits: Würden Sie auch nie bei Gustav Brock kaufen... Oder in der Dresdner Molkerei Pfund? Im Gegensatz zu Ihnen lasse ich dem Tantris seinen Retro-Schick (der für mich übrigens der vorrangige Grund ist, dort als Gast einzukehren...) oder Herrn Finkbeiner seinen barocken Schwulst. Denn eines haben diese Restaurants abgesehen von Ihrer Küche für mich, dass auch unter massivstem Hering-, R&B- oder Flos-Einsatz nicht schaffen kann - eine gewisse Unverwechselbarkeit, die ich bei allem Respekt z. B. bei der Einrichtung eines Erfort, Müller/Henkel oder Bühner nicht sehe. Und das erwarte ich dann doch als Referenz an eine ebenso solitäre Küche. (Wo wir uns gedanklich wahrscheinlich wieder treffen.)

        Nebenbei bemerkt: Wir sprechen hier des öfteren über Nachhaltigkeit. Nichts ist toter als der Stil des Vorjahres, sowohl in der Mode als auch auf dem Teller oder in der Einrichtung. Das Jahr davor kann schon wieder einen gewissen Schick haben.:cheers:

        Kommentar


        • #5
          Zitat von Daurade Beitrag anzeigen
          Hallo, verehrte Morchel,

          schön, dass Sie den Betrieb hier wieder ankurbeln. Kurz etwas zu Zweiflingen: die Bezeichnung "Lifestyle-Menu" muss ein Restaurant erst einmal bringen. Aus mir macht das eher einen Zweifling. Obwohl nicht so weit entfernt, warte ich lieber auf Ihren Rat hin noch viele Monate ab. Mein größtes Experiment habe ich im Dezember vor mir: ich werde es wagen, in Tonbach über die Schwelle zu schreiten und mich klaglos dem innenarchitektonischen GAU zu überlassen. Dass dort fantastisch gekocht und serviert wird steht sowieso außer Frage.

          beste Grüße
          Daurade
          Lieber Daurade,
          ich versichere Ihnen, dass sie ein großartiges Erlebnis erwartet, und zwar so großartig, dass die Innenarchitektur eine vollkommen untergeordnete Rolle spielen wird.
          Kulinarische Grüße
          Taillevent

          Kommentar


          • #6
            lieber daurade,
            kann mich den worten von taillevent nur anschließen,auf das essen konzentrieren und das ambiente außer acht lassen,dann wird das essen in der traube zum erlebnis,auch wegen dem tollen service um hr.gass und hr.fischer.
            viel spaß und wir warten auf einen bericht.
            kg knurrhahn

            Kommentar


            • #7
              Verehrte Vorredner,

              nichts anderes hatte ich gesagt. Vom Hineinschauen kenne ich das Ambiente. Es ist gruselig. Warum wohl überwinde ich mich? Weil ich genau das erwarte, was Sie sagen. Trotzdem eines: wie schön könnte es sein, wenn es anders wäre? Berichten muss man über die Traube aber nicht, das ist doch schon tausendfach gesagt.

              Beste Grüße

              Daurade

              Kommentar


              • #8
                Werter Daurade,
                meine kleine Bemerkung war keinesfalls als Widerspruch gedacht. Vielmehr wollte ich Sie auf ihrem Weg in den Super-GAU unterstützen. Ich schlage Augenklappen und Blindenhund vor.
                Hoffentlich haben Sie mit Herrn Finkbeiner abgeklärt, dass bei Ihrem Besuch keine Fettleibigen Ihre Augen beleidigen.
                In kulinarischer Verbundenheit
                Taillevent
                Zuletzt geändert von Taillevent; 29.11.2009, 08:15.

                Kommentar


                • #9
                  Taillevent, mein Gutester,

                  mit Augenklappe und Blindenhund können mir die Fettleibigen natürlich nichts anhaben. Dazu noch die gelbe Binde mit den drei schwarzen Punkten und Herr Finkenausbeiner ist im Bilde. Hinterher bin ich ein Fall für die Wohlfahrtsverbände. Altersmäßig falle ich ja höchstwahrscheinlich nicht auf. Der vergreiste GM-Hauptkommisar konnte sicher auch sein Inkognito wahren. Jetzt blicke ich - gestärkt durch Ihre Teilnahme - der Konfrontation mit der geschmackvollen Geschmacklosigkeit voller Zuversicht entgegen. Probleme könnte es mit den Ohren geben, wenn als background die zum Mobiliar passenden Klänge gegeben würden. Sicherheitshalber nehme ich noch das bewährte Ohrenschutzmaterial mit. Die Nasenklammer gegen schlechtes oder aufdringliches Parfüm nutzt wenig, weil man dann auch nicht mehr am Wein riechen kann. Merke: Perfektion kann es nicht geben, deshalb im GM auch nur 19,5.

                  Beste Grüße
                  Daurade

                  Kommentar


                  • #10
                    Lieber Daurade,

                    ich sehe, Sie hätten meinen Zuspruch keinesfalls nötig gehabt, Sie sind für alle Fälle gewappnet. Die Ansprüche mancher Gourmets sind einfach so hoch, dass Sie auf dieser Welt nicht befriedigt werden können.
                    Manchmal denke ich, der schwierigste Teil an Herrn Wohlfahrts Beruf ist das abschließende Gespräch mit seinen Gästen.
                    In kulinarischer Verbundenheit
                    Taillevent

                    Kommentar


                    • #11
                      Hier ein paar aktuelle Impressionen aus der in 2018 frisch renovierten Schwarzwaldstube



                      Zuletzt geändert von Kimble; 30.11.2009, 22:41.

                      Kommentar


                      • #12
                        Zitat von Taillevent Beitrag anzeigen
                        Manchmal denke ich, der schwierigste Teil an Herrn Wohlfahrts Beruf ist das abschließende Gespräch mit seinen Gästen.
                        Dann fehlt nur noch, dass er sich wg. des Ambientes rechtfertigen muss... Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob diese Diskussion hier hier ernst gemeint ist. Ich fürchte: ja! Und bin dabei irritiert. Für mich hat diese Nostalgie - wie übrigens auch im Tantris - durchaus etwas. Zwei Häuser der allerersten Stunde lassen ihr Interieur unverändert... Warum nicht!? Es ist sicherlich keine Frage des Geldes.

                        Gruß, Garnelchen

                        Kommentar


                        • #13
                          Klassik vs. Moderne - Ambiente in der deutschen Spitzengastronomie

                          Da wir schon an anderer Stelle ausführlich diskutiert haben, hier die Möglichkeit zur Fortsetzung:

                          Ist ein Interieur aus den 70ern authentisch oder eher verstaubt ?

                          Sollte der Focus bei der Renovierung auf der "Generation Rollator" liegen oder eher bei moderner Innenarchitektur ?

                          Interessiert den Gast überhaupt das Ambiente oder ist man so auf das Essen fokussiert, dass der Rest egal ist ?

                          Fragen über Fragen ...

                          Kommentar


                          • #14
                            Die Beiträge #1 - 12 in diesem Thread sind aus dem "Friedrichsruhe"-Thread hierher verschoben worden, #13 bezieht sich auf diese ursprüngliche Diskussion, die hier gern fortgeführt werden kann.

                            Kommentar


                            • #15
                              Zitat von Garnelchen Beitrag anzeigen
                              Dann fehlt nur noch, dass er sich wg. des Ambientes rechtfertigen muss... Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob diese Diskussion hier hier ernst gemeint ist. Ich fürchte: ja! Und bin dabei irritiert. Für mich hat diese Nostalgie - wie übrigens auch im Tantris - durchaus etwas. Zwei Häuser der allerersten Stunde lassen ihr Interieur unverändert... Warum nicht!? Es ist sicherlich keine Frage des Geldes.

                              Gruß, Garnelchen
                              Fuer mich hat das nichts mit Nostalgie zu tun. Das Interieur in der Traube war schon bei der Eroeffnung gruselig. Ich bin sehr fuer alte Gasthaeuser und gediegene Restaurants, ob von 1800 oder 1970, aber das ist einfach nur bombastischer Kitsch. Kommt allerdings nicht von ungefaehr. Erstaunlich viele der "Besserverdienenden" wohnen ja auch in solch gruseligem Ambiente.

                              In die Kategorie gehoerte das Tantris nie, es war und ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber es hat eine gewisse Klasse. Das gehoert sofort unter Denkmalschutz.

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X