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  • #16
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    Ach, wäre ich ein Hummer klein
    möcht ich durch dich gebrochen sein
    http://www.youtube.com/watch?v=f9EvHs3kLKA
    Nur noch ein paar Wochen kann man sich dort die ehmm Scheren brechen lassen ….die Schönheit verlässt das Haus in Bälde.

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    • #17
      Sorry - selten abartig. Wenn Gourmets durch so etwas in schlechten Ruf geraten - ich kann es verstehen.

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      • #18
        Die abartigste Art, einen Hummer zu töten, ist, ihn in kochendes Wasser zu werfen, wo er erstaunlich lange noch mit heftigen Bewegungen rudert, bis das Eiweiß schließlich auch in tieferen Schichten denaturiert, und er, der Hummer, dann endlich sterben kann. Wie Sie wissen, ist dieser barbarische Akt die einzige Hummertötungsart, die in Deutschland zugelassen ist.
        In Frankreich geht man eher mit gezielten Messerschnitten zu Werke. In China habe ich gesehen, wie Hummer innerhalb von wenigen Sekunden in fünf Teile zerlegt wurden.

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        • #19
          Die Story die mich erreichte, in Tokio zerlegte der Koch nach ausgiebigem Schleifen des Messers den Hummer quer, legte eine auf einen Teller überzog das ganze mit einer komischen grünen Soße und servierte, Preis für 2 vierstellig.

          Ach so die Schweden erzählten, wenn man den Krebs mit Wodka bepinselt, wird der genauso rot wie seine gekochten Ex-Freunde, krabbelt aber zur Freude aller weiblichen Gäste einfach über den tisch.

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          • #20
            "Die Story die mich erreichte, in Tokio zerlegte der Koch nach ausgiebigem Schleifen des Messers den Hummer quer, legte eine auf einen Teller überzog das ganze mit einer komischen grünen Soße und servierte, Preis für 2 vierstellig."

            Nicht alle Nachrichten, die einen erreichen, werte schnecke, müssen auch wahr sein. Ich denke, jeder ordentliche Koch in Tokyo hat seine Messer in einem Zustand, der es ihm erlaubt, einen Hummer ohne Probleme längs - quer schaff' ich selbst mit meinem Taschenmesser - zu zerteilen. Und vierstellig - 9999 Yen entsprechen etwa (Leute, wenn Japan, dann jetzt, so günstig war der Wechselkurs seit fünf Jahren nicht mehr) etwa 70 Euro - für zwei ist das doch vollkommen in Ordnung; oder sollte man Ihnen etwa erzählt haben, das Hummergericht habe über 1000 Euro, um im vierstelligen Bereich zu bleiben, gekostet , na dann hat man Ihnen aber einen vierstelligen Bären aufgebunden.

            Mit grotesken Fallbeispielen werden wir uns im übrigen den Trüffelschweinschen Abartigkeitserkenntnissen nicht entgegenstellen können. Für ihn - und natürlich auch noch mal für mich - will ich zusammenfassen:
            ein Tier zu töten, weil man es essen will, ist immer beeindruckend. Je nach Tierart unterscheiden sich meine Empfindungen. So bin ich z.B. recht emotionslos, wenn ich lebende Muscheln in einen kochenden Sud gebe, da gilt meine Hauptsorge nur, deren Verenden nicht zu lange zu übersehen, weil das Muschelfleisch sonst an Zartheit verliert. Auch bei Austern mache ich mir, überraschenderweise, kaum Gedanken, daß sie ja eigentlich noch leben, während ich sie mit schlürfendem Unterdruck einschlunde.
            Eine Idee schwieriger wird es bei Wirbeltieren. Einem Huhn die Rübe abzuhacken, da bin ich dabei, erstens ist es so blöd, zweitens teilweise so bösartig zu seinen Artgenossen. Beim Kaninchenschlachten war ich nur dabei, kaum Emotion, selbst wollt ichs nur ungern machen, wegen des Felles. Schwein - war ich oft dabei, tut mir immer etwas weh, weil es ja ahnt, was passiert, und oft so schrecklich quiekt, daß einem der Appetit vergeht; dennoch, ein Schwein könnt' ich schlachten. Mit dem Gewehr auf ein Reh bzw ein anderes Wild zu schießen, nein, das ist nichts für mich, ausnehmen und zerlegen, geht gut. Fische zu töten fällt mir auch schwer, ich wickel sie in ein Tuch und hau ihnen mit einem Kantholz eins auf die Mütze, das geht schon, aber ungern, vor allem Karpfen, weil die einen so vorwurfsvoll anglotzen. Bei uns gibt es einen Supermarkt, der von Russlanddeutschen geführt wird; die haben dort so einen Drahtkessel, da kommt der Karpfen hinein, und dann läßt man Strom durch den Draht, bis der Karpfen nicht mehr zuckt, da sieht man nicht gerne zu. Am schlimmsten war es, als ich am heiligen Abend mit so einem Dreipfünder, wir hatten Besuch aus Schlesien, nach Hause kam und dieses Biest wieder anfing, klare Lebenszeichen zu entwickeln und dann das Kantholz mit erheblichem Widerwillen meinerseits nochmals zum Einsatz kam.
            Ob ich ein Lamm schlachten könnte, das weiß ich nicht; ich hielt erst vor wenigen Tagen, Louis ist mein Zeuge, ein Frischgeborenes in den Armen: Emotion ambivalent. Frösche, die halten nicht still, aber geht irgendwie; mit der Schere ins Maul, dann oberhalb der Augen abschneiden und mit einer Knopfsonde ins nun freiliegende Rückenmark fahren.
            Hummer müssen in meine Küche auch gelegentlich ihr Leben lassen. Da ich kein Barbar bin, schmeiße ich sie in keinem Falle ins kochende Wasser; dazu jedoch kein Wort mehr, da illegal.

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            • #21
              Im Tagebuch von Vinzent Klink gibt es einen lesenswerten Artikel über unsere kränkelnde Gesellschaft; auch die Nahrungsmittelintoleranzen werden sehr gut mitbeschrieben.
              Gruß
              s.
              PS: hier noch eine kurzer Auszug aus dem Tagebuch, einen FAS-Artikel betreffend:
              " Irgend ein Berufsesser hatte auf seiner Speisekarte ein hervorragendes Gericht annonciert. Mit Freuden, ja geradezu hüpfender Euphorie zitiert ein Kritiker. Jedenfalls ließ er sich folgendes Gericht auf der Zunge zergehen: "Secretum vom Bigorreschwein bla, blah u.s.w..
              Aus war es mit der Sonntagsruhe, der Computer wurde angeworfen und das Wörtchen Secretum eingegeben. Irgendwie vermutete ich den Sinn des Wortes in der Nähe des Arsches, beziehungsweise diesem gegenüberliegend.
              Dies weil mir das Wort Scrotum geläufig ist und ich irgendwelche verwandtschaftlichen Verbindungen in dieses Körperzone vermutete."

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              • #22
                Gestern war der Ex Wallenstein Musiker und heutige "gefürchtete" Kritiker J.D. bei Zapp auf dem roten Sofa. ich fand es sehr unterhaltsam, vorallem die uralt Aufnahmen am Keyboard

                http://www.ndr.de/fernsehen/sendunge...ung276790.html

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                • #23
                  Daran schließt sich mein Hinweis auf ein kleines J.D.-Portrait als privater Koch an. Interessante Statements vor allem zur Frage "Muss ein Gourmetkritiker auch kochen können?":

                  http://www.faz.net/aktuell/stil/esse...-13126559.html

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                  • #24
                    Joachim Wissler betreibt neuerdings auf seiner Homepage auch einen kleinen Blog: http://www.joachimwissler.com/blog/. Scheint auch ein (m.E. lobenswerter) Ansatz zu einem internationalen Marketing zu sein, da viele Beiträge auch auf Englisch verfügbar sind.

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                    • #25
                      Spiegel-online berichtet über die Verkostung eines,eindeutig kaputten, 150-jährigen Weines. Allerlei Experten melden sich dann zu Wort. Mein Favorit ist "Capote":

                      "Es kann auch umgekehrt gehen. Ich habe auch mal Flaschenlosen Weisswein gekauft im Supermarkt im Karton. Der gedachte Verwendungszweck war daraus einen Muschelsud zu kochen, mit viel Knoblauch und Charlotten, da kommt es dann nicht sooo drauf an, nur süss sein darf der nicht. Vorsichtshalber mal ein Glas beim Kochen so nebenbei probiert... Alle Achtung! Ich habe Nachschub geholt, aber zum Trinken! Mir ist auch mal passiert, dass ich im Appennino Toscano-Emiliano einen mir vollkommen unbekannten Rotwein von einem mir vollkommen unbekannten Hersteller aus irgend einem Kuhdorf in der Nähe getrunken habe. Ich habe die Augenbrauen hochgezogen. Wieder Zuhause mal im Veronelli nachgesehen: 3 Astericos, mehr gibt es nicht."

                      Wenn das Truman wüßte!

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                      • #26
                        Das Gastronomische ist ja bekanntlich die Kernkompetenz am der Brandstwiete. Wenn ich mich recht erinnere, aß Augstein am liebsten mit seiner Haushälterin in der Küche Eintopf (nichts dagegen einzuwenden). Nötigte es ihn nach draußen, ging es meist zu „Cuneo“.

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                        • #27
                          Da muss ich Ihnen Recht geben, werter malbouffe, in Bezug auf gastronomische Themen, derer sich der "Spiegel" ja durchaus des Öfteren einmal annimmt, bespielen einige Printmedien (und damit meine ich jetzt nicht nur die einschlägige Gastropresse) das Feld deutlich souveräner und kompetenter!

                          Wo wir schon beim Thema Kernkompetenzen sind: Als alter Hamburger und Geograph in Personalunion muss ich kurz anmerken, dass das Blatt nicht mehr an der Brandstwiete residiert, sondern schon vor einigen Jahren in einen repräsentativen Neubau an die Ericusspitze nahe dem Hamburger Hauptbahnhof umgesiedelt ist. Ja, ja, wir neunmalklugen Lehrer können halt nicht anders...
                          Zuletzt geändert von El Grande Gourmet; 08.03.2015, 15:05.

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                          • #28
                            Da Sie recht, klar. Aber „Brandstwiete“ klingt so schön, da mag ich nicht Abschied nehmen.

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                            • #29
                              Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                              mit viel Knoblauch und Charlotten
                              Das wird bestimmt lecker...

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                              • #30
                                Ich finde es nett, dass viele Wein-Portale auch mit korrespondierenden Speise-Vorschlägen ausgestattet sind.

                                Das muss nicht immer super-.hochwertig sein und ist sicher auch immer subjektiv, aber manchmal auch amüsant:

                                https://www.navinum.de/beste/wein-zu...fruechten.html

                                Nur ein Beispiel von vielen, das machen aber auch viele andere große Weinhändler... es muss nicht immer "Der Feinschmecker" sein...

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