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Essener Kreis kritisiert Gäste-Portale

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  • Essener Kreis kritisiert Gäste-Portale

    In der aktuellen Sternklasse gibt es einen Artikel des Essener Kreises, der sich vehement gegen anonyme Restaurantkritik im Internet ausspricht. Unter dem Titel "Anonyme Kritik" fordert der Kreis zu persönlichem Feedback im Restaurant auf und beklagt sich anhand von (abschreckenden) Beispielen über Gäste-Portale im Internet, die anonyme Kritik ermöglichen. Die Argumentation ist dabei sehr emotional und zum Teil auch recht konfus:

    "Ein Geburtsfehler des Internets war gewiss, den Internetbenutzern die Möglichkeit zu geben, hinter Pseudonyme zu kriechen, um sich zu verstecken. So lassen sich Dinge aussprechen, die man Betroffenen nie offen ins Gesicht sagen würde. Und es ist kein Geheimnis, dass Menschen die Tendenz haben, sich anders zu verhalten, wenn sie nicht für ihre Aussagen verantwortlich gemacht werden. Ein Blick in die Vergangenheit und in Stasi-Akten beweist das. Anonyme Kritik und Denunziation liegen nahe beieinander. Sehr nahe."
    Über den allgemeinen Wert von Pseudonymen im Internet kann man sicherlich auch anderer Meinung sein. Und das (populäre) Argument, man dürfe in einer Kritik nur schreiben, was man dem Service auch im Gespräch mitteilen würde, greift ebenfalls zu kurz. Denn für solche Gespräche gelten schlicht andere Konventionen.

    Was bleibt? Aus meiner Sicht bloß: ein konstruktiver Umgang mit der Gästekritik. Bloßes Jammern über das böse anonyme Internet-Zeitalter hilft dagegen eher nicht. Statt sich pauschal zu beklagen, sollten die Gastronomen realistisch sein und ihre Außendarstellung gezielt auf die Gäste-Portale ausweiten. Wie das funktionieren kann, haben einige Restaurants in diesem Forum bereits vorgemacht!

  • #2
    Dieses Forum ist aber sicherlich hinblicklich des Miteinanders alles andere als normal sondern eher die Ausnahme. Auf Tripadvisor wird ein von mir sehr geschätztes Restaurant am Ort immer wieder mit beissender Kritik überzogen, nur weil die Inhaber sich nicht von Hinz und Kunz in ihre Philosophie reinreden lassen. Wenn ich , wie dort üblich, erst um 12 Uhr öffne, dann öffne ich erst um 12 und nicht 5 Minuten vorher. Wer nicht lesen kann oder in diesem Fall nicht wollte, äusserte dann eine vernichtenden Kritik. Die hatte mit den Speisen gar nichts zu tun, fällt aber dann so dramatisch schlecht aus, dass dies den Gesamteindruck drastisch nach unten zieht. Und das Essen verkommt zur Nebensache.

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    • #3
      Wird in dem Artikel denn auch über ungerechtfertigtes Lob (= selbstgeschrieben, bestellt, wie auch immer) geschrieben? Denn das gehört ja auch dazu.

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      • #4
        Zitat von Mohnkalb Beitrag anzeigen
        ...
        Statt sich pauschal zu beklagen, sollten die Gastronomen realistisch sein und ihre Außendarstellung gezielt auf die Gäste-Portale ausweiten. ...
        Ich sehe diese Portale grundsätzlich als Chance, mich b.z.W. das Restaurant "neuen" Gästen zu Präsentieren.

        Leider gibt es von diesen Protalen verdammt viele und will man alle Listungen aufgeräumt halten, ist das ein gutes Stück Arbeit.

        Und wenn dann mal ein Gast nach zwei Flaschen Wein feststellt, dass ihm noch im Taxi übel wurde und er sich durch diese schreckliche Erfahrung genötigt sieht, dies öffentlich und ohne Verfallsdatum kund zu tun, fängt man wieder von vorn an mit der Aufräumerei.

        Möchte man wirklich gut sortiert und optisch ansprechend gelistet sein, hilft allerdings oft nur ein kostenpflichtiger Premiumeintrag. Zudem gibt es auf nahezu jedem Portal Fakes, Nassauer sowie Agenturen, bei denen man sich für schmales Geld individuelle Topkritiken in beliebiger Anzahl und Sprache kaufen kann.

        Was ich langfristig als Schwierigkeit empfinde, ist die Trägheit dieser Portale. Ist eine gewisse Basis an Bewertungen vorhanden, wird es für neue Restos äußerst schwierig, auf eine angemessene Position zu klettern. Sie schmoren im eigenen Saft, da die engagierten Nutzer häufig nur ihre selbst gewählten Spitzenlokale frequentieren und durch Folgekritiken deren Position zementieren.


        Passepartout
        Zuletzt geändert von passepartout; 06.05.2013, 16:37.

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        • #5
          Da sind wir einer Meinung werter Passepartout. Allerdings muss man sich als Gastronom auch das dicke Fell zulegen, das eine oder andere Portal zu ignorieren. Auch vor den Internetzeiten gab es Leute, die schlecht über Restaurants gerdet haben. Zufriedene Gäste kommen wieder, Portal hin oder her.

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          • #6
            Wer ist der "Essener Kreis"?

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            • #7
              Haben Sie, werten rocco, im Religionsunterricht nicht aufgepasst?
              Gruß
              s.
              PS: übrigens backt Arnd Erbel immer noch ein Ur-Essener Brot aus gekeimten Einkorn-Körnern; so ähnlich muß das vor etwa zweitausend Jahren auch geschmeckt haben.

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              • #8
                Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                Wird in dem Artikel denn auch über ungerechtfertigtes Lob (= selbstgeschrieben, bestellt, wie auch immer) geschrieben?
                Nein, soweit ich sehe, ist das hier kein Thema. Aber natürlich ist auch das ein problematischer Zug der Portale.

                Zitat von passepartout Beitrag anzeigen
                Ich sehe diese Portale grundsätzlich als Chance, mich b.z.W. das Restaurant "neuen" Gästen zu Präsentieren.
                :hungry:

                Zitat von rocco Beitrag anzeigen
                Wer ist der "Essener Kreis"?
                ein Zusammenschluss von Servicekräften der Spitzengastronomie, den Uta Bühler (Residence, Essen) vor einigen Jahren gegründet hat. Die Sternklasse ist das mehr oder weniger zugehörige Magazin.

                Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                Arnd Erbel
                Nerd Rabel

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                • #9
                  Aber die Bäckerei, wertes Klonkalb, kennen Sie schon, oder?

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                  • #10
                    Werter Schlaraffe, da machen Sie sich mal keine Sorgen.

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                    • #11
                      In dünnen Scheiben...

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                      • #12
                        Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                        Haben Sie, werter rocco, im Religionsunterricht nicht aufgepasst?
                        Ich hatte Ethik

                        Zitat von Mohnkalb
                        ein Zusammenschluss von Servicekräften der Spitzengastronomie, den Uta Bühler (Residence, Essen) vor einigen Jahren gegründet hat. Die Sternklasse ist das mehr oder weniger zugehörige Magazin.
                        Vielen Dank.

                        Zum Thema: Was mich an den Gästeportalen stört, ist zum einen, dass man tatsächlich fast nie sagen kann, wer bezahlte Jubelarien oder wer aus geschäftlichen oder sonstigen Motiven harsche Kritiken schreibt. Fast noch "schlimmer" sind die enttäuschten Gäste, die sich nicht standesgemäß behandelt fühlen und deswegen gleich jeden Pups aufbauschen, so dass am Ende alles schlecht ist (beliebtes Zitat: "in einem Sternelokal darf man ja wohl erwarten, dass...").

                        Vor ein paar Monaten hatte ich auf der anderen Seite ein Erlebnis, das mich wieder an die Gästeportale glauben ließ. Auf der Suche nach einem lauschigen Ski-Hotel im Haut-Jura fand ich ein auf der Hotel-Website wirklich toll aussehendes Hotel im Chalet-Stil, das ich natürlich gleich gebucht habe. Frau rocco regte dann aber an, doch trotzdem mal bei "Tripadvisor" nach Gästekritiken zu schauen. Und siehe da: ca. 50% waren begeistert, ca. die anderen 50% hatten etwas auszusetzen (unherzliches Personal, zu kleine Zimmer, altmodische Einrichtung, Probleme mit der Sauberkeit). Kritiken in der Mitte ("eigentlich gut, aber...") gab es so gut wie gar keine. Wir haben trotzdem nicht storniert, weil wir dachten, dass die 50% positiven Kritiken schon recht haben werden und die negativen vielleicht interessengesteuert geschrieben wurden.

                        Tja, als wir dann ankamen war tatsächlich das Personal zwar nicht unfreundlich, aber auch nicht freundlich und vor allem nicht sonderlich entgegenkommend, das Zimmer sah völlig anders aus als auf der Website (gut, wir hatten die billigste Kategorie gebucht), war dunkel und eher im Altersheim-Warteraum- als im Chalet-Stil eingerichtet und im Bad blätterte überall die Farbe ab und die Ecken waren voller Schimmel. Ich bin wirklich tolerant, aber das Hotel war so schlimm, dass wir darüber nachdachten, nochmal umzuziehen. Ein Zimmerwechsel im Hotel war leider trotz Nachfrage nicht möglich. Während des Zimmerservices konnte man in die anderen Zimmer reinschauen: hell, Chalet-Stil, modern, wie auf der Website dargestellt. Das Hotel hat also offenbar zwei völlig unterschiedliche Seiten, was man bei genauem Lesen der Gästekritiken vielleicht auch hätte bemerken können. Ich denke, dass diese Portale schon einen Mehrwert bieten können, man muss wahrscheinlich nur wissen, wie man sie zu lesen hat (dieses Gespür fehlt mir noch).

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                        • #13
                          Zitat von rocco Beitrag anzeigen
                          ...dunkel und eher im Altersheim-Warteraum- als im Chalet-Stil eingerichtet und im Bad blätterte überall die Farbe ab und die Ecken waren voller Schimmel.
                          Na, werter rocco, schon mal Probewohnen ? Dann ist der Schock nicht so groß, wenn Sie im Senium heimatnah einchecken...

                          MkG, S.

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                          • #14
                            Zitat von Sphérico Beitrag anzeigen
                            Na, werter rocco, schon mal Probewohnen ? Dann ist der Schock nicht so groß, wenn Sie im Senium heimatnah einchecken...

                            MkG, S.

                            Also ich habe jetzt nicht gelacht !

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