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Bier für Gourmets

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  • Bier für Gourmets

    Zitat von glauer Beitrag anzeigen
    Die Suche geht also weiter... fast glaube ich, dass wir beim nächsten Mal einen Versuch mit handwerklich hergestellten amerikanischen Bieren angehen sollten, davon gibt es ja inzwischen tausende.
    Eine interessante Idee, schön dass Sie sich außer für Wein auch für gute Biere interessieren. Ich trinke beides gerne aber die meisten Weintrinker mögen kein Bier.
    Aber warum in die Ferne schweifen, die Craftbier Bewegung hat ja längst Europa erreicht und in Deutschlang gibt es einige Brauer die excellente Biere herstellen. Z.B. Braufactum, Braukunstkeller, Kreativbrauerei Kehrwieder, Hopfenstopfer, fritzale, um nur einige zu nennen.

    Ich persönlich bevorzuge Schokolade zum Bier aber z.B. Braufactum empfiehlt ein Imperial Stout (Parabola von Firestone Walker) zum Ziegenkäse.
    Zum Munster wird sich auch etwas finden lassen, entweder auf der malzig schokoladigen Seite (Porter, Stout, Doppelbock) oder fruchtig bitter (India Pale Ale). Sollte sich gegen den Munster nichts behaupten können würde ich das Hardcore IPA von Brewdog versuchen.

    Demnächst besuche ich ein Restaurant das ein Biermenü mit korrespondierenden Bieren anbietet, darauf bin ich schon sehr gespannt.

    Gruß
    Jürgen

  • #2
    Den Beitrag habe ich aus dem Wein&Käse Thread geholt, mir wurde zugetragen, dass es über Besondere Biere Diskussionsbedarf besteht...

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    • #3
      In Belgien hat meine bessere Hälfte schon mehrfach stimmige Bierbegleitungen bekommen, probieren Sie es dort mal, Jürgen. Am besten wars im 't Zilte (das Essen übrigens auch).

      Allerdings sind da oft auch ein paar fiese Sachen dabei (überbitter, übersüß etc). Ich persönlich bin da zugegeben konservativ und kann speziell dem amerikanischen Micro-Brewery-gepansche, wo Bier plötzlich nach Himbeere oder Zimt schmeckt rein gar nichts abgewinnen. Braufactum kann ich nur in homöopathischen Mengen zu mir nehmen.

      Aber ein schönes Pils zum Menü - gerne mal.

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      • #4
        Bier zum Käse ist in Benelux sehr häufig, aber auch in D, F und CH/AT haben wir es schon bekommen. Insoweit schon seit langem ein Trend.

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        • #5
          Zitat von brigante Beitrag anzeigen
          In Belgien hat meine bessere Hälfte schon mehrfach stimmige Bierbegleitungen bekommen, probieren Sie es dort mal, Jürgen. Am besten wars im 't Zilte (das Essen übrigens auch).
          Danke für den Tip, in Belgien war ich bisher nicht.

          Zitat von brigante Beitrag anzeigen
          Ich persönlich bin da zugegeben konservativ und kann speziell dem amerikanischen Micro-Brewery-gepansche, wo Bier plötzlich nach Himbeere oder Zimt schmeckt rein gar nichts abgewinnen.
          Gepansche ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck obwohl die Amerikaner auch gerne Weihnachtsbiere mit Gewürzen machen. Bier mit Fruchtaromen, wir reden ja hier nicht über Biermixgetränke, haben besonders auch in Belgien Tradition. Dort werden die Früchte im Brauprozeß vor der Gärung zugesetzt.

          Aber das nur am Rande, was mich an den neuen Bieren der Craft Bier Bewegung fasziniert sind die vielfältigen Aromen die Bier haben kann. Wenn ein Bier auch nach Grapefruit, Orange, Mango, Holunderblüten oder Pinie riecht hat das nichts mit künstlichen Aromen zu tun. Alle diese Aromen stammen aus dem Hopfen und diese Biere sind im Prinzip nach dem Reinheitsgebot gebraut.

          Warum tauchen diese Aromen nicht in den „normalen“ Bieren auf? Weil es industriell hergestellte Massenbiere sind deren Geschmack sich reinen Marketingzwängen unterwirft. Bloß nicht zu bitter oder zu aromatisch denn dann ist es nicht massenkompatibel. Der Hopfen dient hier eigentlich nur dazu die Bitterkeit im Bier zu erzeugen, um das zu erklären möchte ich etwas näher auf den Brauprozeß eingehen.
          Hopfen enthält neben Bitterstoffen (den Alphasäuren) auch ätherische Öle, dabei unterscheidet man zwischen Bitterhopfen (viel Alphasäuren) und Aromahopfen (wenig Alphasäuren und viel ätherische Öle). Die Alphasäuren sind wasserunlöslich und müssen durch langes Kochen der Würze in eine wasserlösliche Form überführt werden (Isomerisierung). Dabei möchten Großbrauereien eine möglichst hohe Ausbeute erreichen um teuren Hopfen zu sparen. Durch das lange Kochen verdampfen dabei leider die meisten ätherischen Öle. Da haben die Micro-Breweries ganz andere Möglichkeiten und brauchen nicht so auf die Rohstoffkosten zu sehen da sie für ihre Biere deutlich höhere Preise erzielen können. Dort wird dann neben dem Bitterhopfen auch reichlich Aromahopfen verwendet der beim Würzekochen erst zum Ende der Kochzeit zugesetzt wird damit die ätherischen Öle nicht verdampfen.
          Das kann man dann noch auf die Spitze treiben indem man Hopfen dem fertigen Bier zusetzt. Der Hopfen kommt dann in den Lagertank und der Alkohol des Bieres extrahiert die ätherischen Öle, Bitterstoffe werden dabei nicht gelöst und das Bier wird aromatischer aber nicht bitterer.

          Wie bei allen Dingen besteht die Kunst darin ein harmonisches Bier zu erzeugen. Die meisten Craft Biere enthalten mehr Alkohol und Extrakt als normale Biere um diese Aromafülle zu tragen. Das in der Craft Bier Szene beliebte India Pale Ale (IPA) hat sogar eine lange Tradition. Es wurde in der Kolonialzeit entwickelt um englisches Ale für den Seeweg nach Indien haltbarer zu machen indem es mit mehr Hopfen und höherem Alkoholgehalt gebraut wurde.

          Natürlich gibt es auch Auswüchse, niemand braucht das stärkste Bier der Welt, ich glaube der Rekord liegt bei 65 % Alkohol oder das bitterste Bier der Welt.

          Zitat von brigante Beitrag anzeigen
          Braufactum kann ich nur in homöopathischen Mengen zu mir nehmen.
          Homöopathisch ist relativ. 0,75 l finden ich meistens auch zu viel. Aber gerade Palor und Progusta sind ein guter Einstieg in die Craft Biere.

          Gruß
          Jürgen

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          • #6
            Ich finde einige der neuen Craft Biere, also handwerkliche Biere sehr interessant insbesondere wenn Sie aus Gegenden stammen die mit dem traditionellen Bierbrauen wenig zu tun hatten, so habe ich eine tolle Schottische Biobrauerei und auch in Italien interessante neue Ansätze gefunden. In Norddeutschland trinke ich schon seit Jahren "handarbeit" und es gibt ja inzwischen auch genügend Anbieter.

            Zwei Zitate von einem Biobrauer aus Bayern:
            " welche fünf Zutaten gehören in ein Bier? Hopfen, Malz, Wasser, Hefe (war bei der Erstellung des Reinheitsgebotes unbekannt) und sonst nix (als fünftes)"

            " Wie muss ein Industriebier sein ? goldgelb, nass und kalt."

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            • #7
              Wie es aussieht bin ich bei Bier voll und ganz der Industrietyp. Aber vielleicht habe ich das für mich richtige Craft-Bier einfach noch nicht gefunden. Seltsamerweise mag ich profanes Radler manchmal gerne, finde aber belgische oder amerikanische Gewürz- oder Fruchtbiere einfach nur zum speien. Immerhin: Das Ferran-Adria-Bier für Estrella fand ich ganz gut.

              Jedenfalls: Sie scheinen vom Fach zu sein, lieber Jürgen3D – sehr spannend!

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              • #8
                Zitat von brigante Beitrag anzeigen
                Wie es aussieht bin ich bei Bier voll und ganz der Industrietyp. Aber vielleicht habe ich das für mich richtige Craft-Bier einfach noch nicht gefunden. Seltsamerweise mag ich profanes Radler manchmal gerne, finde aber belgische oder amerikanische Gewürz- oder Fruchtbiere einfach nur zum speien.
                Also in den Staaten gibt es ca 2500 Craft Breweries im Jahr 2013. Die Idee dass die nichts anderes machen als Gewürz- oder Fruchtbiere (die ich auch nicht besonders mag) ist
                doch etwas unbedarft. Es gibt da ganz wunderbare Sachen in praktisch allen Stilrichtungen. Was allerdings stimmt ist, bei aller Vielfalt, ein Mangel an frischen, sueffigen Bieren, so a la bayerisches Helles. Aber auch der Trend ist schon im Anmarsch.

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                • #9
                  Zitat von glauer Beitrag anzeigen
                  Also in den Staaten gibt es ca 2500 Craft Breweries im Jahr 2013. Die Idee dass die nichts anderes machen als Gewürz- oder Fruchtbiere (die ich auch nicht besonders mag) ist doch etwas unbedarft.
                  Habe ich nirgends behauptet bzw. habe ich genau deshalb konkret jene Richungen in Belgien und den USA (sprich: Gewürze und Früchte) benannt, die mir nicht munden.

                  Das mit dem bayerische Hellen ist aber schön gesagt!

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                  • #10
                    Zitat von brigante Beitrag anzeigen
                    Habe ich nirgends behauptet bzw. habe ich genau deshalb konkret jene Richungen in Belgien und den USA (sprich: Gewürze und Früchte) benannt, die mir nicht munden.

                    Das mit dem bayerische Hellen ist aber schön gesagt!
                    Dann ist ja alles gut. Wie gesagt, Fruchtbiere sind meistens auch nicht mein Ding. Gewürzbiere schon eher mal, zumindest in der Essensbegleitung, aber eine ganze Flasche möchte man da in der Regel auch nicht alleine vernichten. Es gibt aber sehr viele wirklich erfreuliche Weissbiere, Ales, Pale Ales, Lagers etc und die sind den deutschen Industriebieren mehrere Klassen voraus. Das ist wie Grosses Gewächs gegen Liebfrauenmilch.

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                    • #11
                      Wertes Forum,

                      ich möchte diesen Thread mal mit einem Veranstaltungstip wiederbeleben.

                      Jörg Sackmann bietet am 12.03.2017 ein kleines Menü mit Bierbegleitung an.

                      „Vergessene Schätze der Welt“ mit Craftbieren von BraufactuM

                      Gruß
                      Jürgen

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