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  • #31
    Man muss natürlich auch bedenken, dass es manche Berufe ermöglichen, zeitlich flexibel zu sein, oder auch mal eine dienstliche Reise mit einem privaten Restaurantbesuch zu verbinden etc. Da ist es klar, dass neben Finanz- und familiärer Situation es unterschiedlich leicht bzw. schwer ist, dieses Hobby mit dem (Arbeits)alltag zu verbinden.

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    • #32
      Ich möchte mal eine Lanze für die Nicht-Gourmet-Restaurant-Küche brechen, die hier - überspitzt gesagt - als Zeit- und Geldverschwendung abgetan wird. Was gibt es Schöneres, als zu zweit oder in der Gruppe (oder auch allein) ein paar schöne Stunden in einem guten Bistro oder Restaurant zu verbringen, über das nicht in irgendeiner Postille berichtet wird, wenn der Küchenchef wechselt? Ich gebe zu, dass diese Art von Restaurants in Deutschland lange Zeit gar nicht so leicht zu finden war und in vielen Landstrichen immer noch nicht leicht zu finden ist.

      Neulich zum Beispiel im tiefsten Süden Bayerns, in einem denkmalgeschützten Gasthof, von dem man erwarten würde, dass hier wengistens solide bayerisch gekocht wird: auf der Tageskarte stehen frische Steinpilze in Kräuterrahm mit Knödel. Auf die Frage, wo die Steinpilze herkommen, kommt immerhin die Antwort, aus der Region. Kräuterrahm klingt verdächtig, aber man kann das Risiko ja mal eingehen. Kurze Zeit später kommt das Essen: der Knödel ist immerhin selbst gemacht, die armen Steinpilze wurden nicht nur kurz sautiert, sondern so lange gegart, dass sie ihrem bayerischen Namen "Schwammerl" gerecht werden. Die Zutaten der Sauce habe ich schnell identifiziert: eine Mehlschwitze, mit Instant-Gemüsebrühe aufgegossen und mit Sahne abgebunden. Ein paar Trockenkräuter rein und fertig ist der Kräuterrahm. Die armen Steinpilze, in dieser Pampe machte es leider keinen Unterschied, ob Steinpilze oder Zucht-Champignons darin schwimmen. Dies ist leider nur eins von vielen Beispielen, die es vermutlich vielen hier im Forum madig gemacht haben, ihr sauer verdientes Geld für Essen auszugeben, das man sich nicht mal zu Hause so zubereiten würde.

      Aber wie sieht es in Frankreich aus oder in Italien oder auch in guten französischen oder italienischen (oder auch manchmal deutschen) Restaurants in Deutschland? In denen man eine Ewigkeiten geschmorte Kalbsbacke mit einem tiefschwarzen, ebenso lange gekochten Sud isst, als Beilage Kartoffelpürree oder etwas Ähnliches? Oder ein bissfest, aber schlotzig gekochtes Risotto, das so gut schmeckt, weil der Fonds dafür selbst angesetzt wurde? Oder einen Salat aus Birnen, Zucchini, Pinienkernen und Parmesan, bei dem alle Zutaten ineinandergreifen? Oder ein Caprese mit einem Mozzarella, bei dem man sich fragt, wo man so einen wohl kaufen kann? Und dazu vielleicht eine oder zwei Flaschen Wein aus der gut sortierten und nicht zu hochpreisigen Karte? Und die Dinge besprechen, zu denen man sich zu Hause nicht die Zeit nimmt? Oder sich mit Freunden treffen, die man schon lange nicht mehr gesehen hat und sich über alles mögliche unterhalten, aber nicht darüber, ob Olivenöl nun pur oder in Kapselform besser schmeckt und ob die Gänseleber mit Rucola und Cola zuerst von Koch x oder von Koch y serviert wurde?

      Für mich ist das genauso sein Geld wert, wie das Eventessen in dem Dreisterner, über den gerade alle Blogger reden.

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      • #33
        Das ist was Wahres dran. Bei solchen Essen wird dann aber - meines Erachtens - die gute Gesellschaft, der Wein, das Ambiente etc. bedeutsamer.

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        • #34
          Ich kann rocco in dieser Angelegenheit nur beipflichten! Wenn ich nur noch in Sternetempeln speisen würde, könnte ich mit vielen Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten gar nicht mehr in größerer Runde essen gehen, da viele sich nicht für die gehobene Gastronomie erwärmen können, geschweige denn dazu bereit sind, für ein Essen die Summen auf den Tisch zu legen, welche solch ein Restaurantbesuch in dieser Kategorie nun einmal kostet. In meinem Umfeld sind eigentlich nur meine Frau und fünf, sechs weitere Freunde bereit, einige hundert Euro in einen solchen Restaurantbesuch zu investieren, sodass der Kreis doch sehr beschränkt ist, der Spaß an der Feinschmeckerei hat und mit dem man solche Lokale ansteuern kann. Da ich aber mit meinen anderen Freunden und Bekannten ebenso gerne in gemeinsamer Runde zusammen bin, gehe ich hin und wieder natürlich auch in Lokalitäten, welche ganz klar unter der Sternekategorie angesiedelt sind, in welchen man aber - wie rocco es schön geschildert hat - bei ansprechender Küche in netter Runde sowie einem gemütlichen Ambiente ebenso einen herrlichen Abend verleben kann (vorausgesetzt, man landet nicht in einem denkmalgeschützen Gasthof im tiefsten Süden Bayerns...)!

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          • #35
            Da haben Sie und der gute rocco natürlich vollkommen Recht! Klar geht man auch in andere gute Gasthäuser, vor allem mit Freunden, wenn die Kulinarik nicht ganz so im Mittelpunkt steht. Solche geselligen Abende möchte ich auf keinen Fall missen. Was wir aber nicht mehr machen, ist in irgendwelche nichtssagenden Lokale mit immer den gleichen vermeintlich schicken Gerichten ("Norwegischer Räucherlachs auf Reibekuchen") gehen, weil der Hunger irgendwie gestillt werden muss. Mir fallen solche Läden oft im Umfeld von kulturellen Veranstaltungen auf, wo viele etwa vor dem Konzert oder der Oper noch schnell ein "Häppchen" essen gehen wollen.

            Es lebe das gute unbesternte Gasthaus!

            Schönen Gruß, Merlan
            Zuletzt geändert von merlan; 22.08.2014, 18:20.

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            • #36
              Besucher des Gewandhauses und des Tiger-Palasts sind da klar im Vorteil...

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              • #37
                Klar hat Rocco Recht, dann geht es aber mehr um wie oft wollen Sie und nicht um wie oft können Sie ;-)

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