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Über Geld spricht man nicht

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  • rocco
    antwortet
    Die Apéritif- bzw. Digestif-Karte ist m.E. für alle Seiten nur positiv, da sie unangenehme Situationen vermeidet. Der Service will nicht sagen: "Achtung, der 2002er Salon Champagner kostet 100 Euro das Glas", da dies manchen Gästen völlig egal ist und sie sich beleidigt fühlen, dass man ihre Finanzkraft in Zweifel zieht. Gäste trauen sich nicht, zu fragen, da sie als knauserig durchgehen könnten. Dabei ist doch das allerwichtigste beim Besuch eines gehobenen Restaurants, dass man sich wohl fühlt und unangenehmene Situationen nach Möglichkeit vermeidet. Für mich persönlich ist die Sache aber ganz einfach: bei der Frage nach einem Apéritif frage ich immer, was es gibt. Das ist in ca. 95% der Fälle (Sternerestaurants, andere nicht) irgendeine Grande Marque (Veuve, Moet, Laurent Perrier, usw.), die mich eh nicht interessiert. Und Digestifs interessieren mich erst recht nicht.

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  • Jürgen3D
    antwortet
    Das ist auch der Grund warum ich in Restaurants eigentlich grundsätzlich auf einen Aperitif verzichte. Manchmal ist es schade, im Aqua hatten sie mal am Nebentisch einen Blanc de Noir Champagner aus Petit Meunier angeboten der mich auch interessiert hätte. Nach dem Preis zu fragen habe ich mich nicht getraut und ihn blind zu bestellen kam für mich auch nicht in Frage.
    Gibt es eine Aperitifkarte weiche ich von meinen Grundsätzen auch ab. Wenn mich das Produkt interessiert und das Preis Leistungsverhältnis stimmt dann bestelle ich auch mal einen Dom Perignon.

    Gruß
    Jürgen

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  • Muck
    antwortet
    Genau, lieber Küchenreise, und wenn dann der Service merkt, dass man da nicht mit macht, wird man vom Sommelier den ganzen Abend ignoriert und darf nicht mit diesen oft sehr bodenständigen, bescheidenen Personen fachsimpeln. Dann muss man sich mit seiner Begleitung unterhalten. Schrecklich! :-)

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  • kuechenreise
    antwortet
    Oft ist das Menü halt auch der mit geringer/keiner Marge kalkulierte "Köder", gut verdient wird dann an Wein, Getränken und Extras. Dennoch - Transparenz wäre angebracht, und sie lohnt sich auch (wer kommt schon wieder, wenn er grummelnd deutlich mehr als erwartet zahlt.. wer wird ein solches Restaurant noch empfehlen...)

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  • Muck
    antwortet
    Ich kann Sie durchaus verstehen, lieber Schlaraffe. Eine ähnliche und recht amüsante Diskussion führten ja Trois Etoiles und Johannes King über Facebook.

    Ich habe, wie Sie, auch besonders in Paris immer gute Erfahrungen gemacht. Ich frage auch sonst einfach nach bzw. wenn ich den Preis des Getränks nicht abschätzen kann, wähle ich einfach eine Alternative. Wo haben Sie denn diese ungute Erfahrungen gemacht, lieber Schlaraffe?

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  • Schlaraffenland
    antwortet
    Neu, lieber besseresser, ist das überhaupt nicht; und dennoch passiert es ständig, daß einem etwas angeboten wird, man jedoch erst im nachhinein mit mehr oder weniger großer Verblüffung die Zeche bekommt.
    Und woher das plötzlich, fragen Sie; darf ich mich zitieren:

    "Als ich vor kurzem in Paris einen Tisch reserviert habe, nannte die Dame am Telefon nochmals alle Daten einschließlich des vereinbarten Menüpreises.
    Das war sehr angenehm."

    Ich beschreibe für Sie diese Situation gerne noch etwas ausführlicher:
    Ich hatte in einem sündteuren Lokal versucht, via internet zu buchen. Täglich, so heißt es dort, gibt es für noch Zögernde einen Tisch, zum Mittagessen, der jedoch nur online gebucht werden könne. Es gab reichlich auszufüllen, allein, irgendetwas hatte nicht geklappt. Also rief ich nach einigen Tagen an, schilderte mit meinem Schulfranzösisch die Situation, doch, so die freundliche Dame, ich könne auch telefonisch buchen, ich hatte, vorsichtshalber, drei Termine zur Auswahl, egal, so Madame, wann immer ich kommen wolle. Und plötzlich war ich mir unsicher geworden, hatte sie verstanden, daß ich auf dieses Schnäpchenmenü aus war. Und obwohl ich, selbst auf französisch, nicht aufs Maul gefallen bin, kam ich nun doch - was, wenn wir dann Platz genommen haben und uns die Karte gereicht wird, Monsieur, wir aben ein Menü für 360, eines für 420 und eines, allerdings mit achzehn Gängen (charmantes Lächeln) für 480 Öro - ein wenig ins Stottern. Aber die Erlösung kam rasch; ich rekapituliere, so Madame, ein Tisch, Mittagessen, am ..., drei Personen, das Menü für 110 €,

    Antwortende Grüße aus dem Schlaraffenland

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  • besseresser
    antwortet
    Woher kommt jetzt das so plötzlich?
    Neu ist das alles ja nun nicht!

    Fragende Grüße
    Besseresser

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  • Schlaraffenland
    hat ein Thema erstellt Über Geld spricht man nicht.

    Über Geld spricht man nicht

    Kurz nach der Währung II, es gibt keine Lire mehr. Hafenkneipe in Savona, alles aus dem Meer. Der Wirt, ein grobschlächtiger Patron mit Haaren wie Einstein und Augenbrauen wie Weigl, empfielt uns ein Menü mit Fritto Misto als Hauptgericht, einen trockenen Weißen, Dessert, etwas Schnaps, kein Wort über die Preise. Das Essen ist gut. Il conto p.f. und ohne irgendwie irgendetwas zu addieren brüllt er mit einer Stimme - vergleichsweise hätte man Herrn Stentor einen verminderten Stimmdruck attestieren müssen - nur: 75, also Euro, für uns beide.
    Südlich von Bari, wieder eine Slow-Food-Empfehlung, diesmal sind wir zu dritt und es wird noch weniger gesprochen. Weißwein, wir nicken, auch roher Fisch, wir nicken wieder, vorher Sekt, si, zum Dessert Moscato, si, Limoncello, si. Dann eine nicht enden wollende Speisefolge, roh sind Garnelen und Seeigel, der Wein überaus bescheiden, sowohl Süßwein als auch Limoncello bleiben zur freien Verfügung auf dem Tisch, zahlen, 100.

    Das sind die Geschichten, an die man sich ewig erinnert und die man zu gerne erzählt. Weniger gerne erzählt man, wie man mal für irgendeine Geringfügigkeit, einen Änderungswunsch, ein zusätzliches Glas etc. eine Heidensumme zu bezahlen hatte. Das beginnt beim Vortrunk, wir haben da einen Champagner mit einem Schuß Schnickschnack Sirup, was soll, fragt man sich beim Bezahlen, daran 26 Stutz wert gewesen sein. Womöglich war dies ja auch mit ein Grund, weshalb Herr Merlan weiland eine Aperokarte gefordert hatte. Oder, sie erinnern sich, da hatte man jemandem noch einen Schnaps empfohlen, irgendeine eher seltene Beere, aber bei den dann geforderten 80 € fürs Gläschen setzte beim Gast eine kaum zu verbergende Schnappatmung ein.

    Um wieder meine südostasiatischen Schoten hervorzukramen, in Japan wäre das undenkbar. Bei jeder Tischreservierung wird der Menüpreis schriftlich bestätigt, wählt man im Restaurant aus, wiederholt der Kellner nochmals die Bestellung und den entsprechenden Preis. Aperokarte gibt es keine, aber der Ober zählt die drei oder vier Getränke auf, natürlich mit Nennung des Preises.
    Als ich vor kurzem in Paris einen Tisch reserviert habe, nannte die Dame am Telefon nochmals alle Daten einschließlich des vereinbarten Menüpreises.
    Das war sehr angenehm.

    Mir wäre es lieber, wenn in den Lokalen hierzulande die auf einen zukommenden Kosten ebenfalls und immer klar vermittelt würden. Fällt dem Ober ein Zacken aus dem Gesicht, wenn er sagen muß: und der Maury zur Schokolade liegt bei 8 fünfzig
    Wirte, auf so eine pseudomediterrane Nonchalance verzicht ich gerne; vielmehr drückt ein unvermutetes und gefühltes Zuviel meine Stimmung erheblich, so daß der womöglich bis dahin sehr gute Gesamteindruck empfindlich Schaden leidet.
    Gruß
    s.
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