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Wolfram Siebeck

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  • Wolfram Siebeck

    "Und sollte dann eines Tages das Unvermeidliche doch eintreffen, dann wird es wohl unter großen Bravos und Hallos in der himmlischen Vorküche, deren Vorhandensein vom Vatikan ja noch nicht dementiert wurde, ein Rendez-vous geben; von allen Seiten wird man ihm zuwinken, es gilt, ein Stück Boulette zu probieren, die, sagt Sigi, ha'ick noch nie so jut hinjekriegt, Doris Katharina richtet gerade einen Sprossensalat aus den Samen der betörendsten Orchideenarten mit Sauce Nectare; Butter, Butter schreit es im Hintergrund und der Bauch Fernands hat inzwischen die Dimension einer Montgolfière angenommen, links wird ein warzenähnliches Tier tranchiert, es ist Bernard mit einer Poularde en demi-joie, unter der knusprigen Haut sind tatsächlich ganze Trüffel versteckt; aber er entscheidet sich dann doch für den Kaiserstühler Tisch, an den er am fröhlichsten herangewunken wird. Da sitzen die drei Großen aus Ihringen und Vogtsburg bei einer Horizontalverkostung Latour, 18.Jhdt ..."

    Der Tag ist nun gekommen. Für mich war Wolfram Siebeck der Reich-Ranicki der kulinarischen Kritik.
    Seine Leistung für die Geschmacksentwicklung in Deutschland kann nicht genug gewürdigt werden
    Eines Tages sehen wir uns, im Schlaraffenland

  • #2
    Was meinen Sie damit, werter Schlaraffe? Ist etwa etwas passiert?

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    • #3
      Wir würden wünschen, dass Manuel Neuer eine Gedenkminute einlegen würde... Das ist leider nicht passiert.

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      • #4
        Wolfram Siebecks Bücher habe ich verschlungen, seine Rezepte geliebt und auf seine Kolumne Woche für Woche sehnsüchtig gewartet.

        Er fehlt!

        Dem Wunsch von Schlaraffe ist nichts hinzuzufügen.

        Schönen Gruß, Merlan

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        • #5
          Ich hatte mir gewünscht, lieber Schlaraffe, dass Sie der Erste sein würden, der hier ein paar Zeilen zum Tode von W. Siebeck hinterlässt.
          Siebecks Bedeutung kann nicht hoch genug geschätzt werden.

          Viele Grüße
          Q.

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          • #6
            Wolfram Siebecks Kolumnen und Bücher waren auch für meine kulinarische Prägung ganz entscheidend. Nach Rezepten seines großen Kochbuchs der verfeinerten Hausmannskost (Alle meine Rezepte) koche ich noch immer regelmäßig.

            Ich denke, ein Siebeck wird uns Feinschmeckern noch lange als eine wichtige und gewitzte Stimme fehlen!

            Mohnkalb

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            • #7
              Ja, nach dem "großen Siebeck" koche ich auch immer wieder.
              Und wie ich andernorts gerade schrieb: Natürlich hat er von oben, von der Kanzel gepredigt. Aber nie so, dass klar war, „ich bleibe hier oben, ihr da unten – schämt euch“, sondern immer: „Hier oben ist es herrlich, kommt doch rauf, ich helfe euch“.

              Viele Grüße
              Q.

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              • #8
                Ich schließe mich den Kommentaren an.
                Bei uns gibt es von Wolfram Siebeck viele Bücher und ich bedauere sehr, dass wieder ein Kenner der klassischen Küche von uns gegangen ist.

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                • #9
                  Er hat mir eine Tür geöffnet. Das haben nicht so viele getan. Danke.

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                  • #10
                    Nun denn...

                    Mir geht einer der besten Souffleure flöten, eine Richtgröße, einer der wenigen "Last Man Standing" einer wunderbaren Generation.

                    Leider durfte ich nie für Ihn kochen und wäre es dazu gekommen, wäre es vermutlich vor allem lehrreich für mich und nicht sonderlich genussvoll für Ihn gewesen.

                    Ich gehe den Weg weiter, koche frei und ohne Rücksicht auf Mode aber mit einem festen Fokus auf dem, was am Ende auf dem runden, weißen Teller liegt.

                    Danke und gute Nacht...

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                    • #11
                      RIP

                      Seine Beiträge im Zeit magazin habe ich schon als Jugendlicher verschlungen.
                      Oft mit Begeisterung, oft mit blankem Erstaunen. Diese Art Küche war doch anfänglich sehr fremd. Aber er hat Neugierde geweckt.
                      Er hat auch verführt. Und manchmal konnte ich meine Mutter überzeugen, etwas davon nach zu kochen.

                      Er war mit Sicherheit nicht ganz unschuldig am teuren Hobby.
                      Er war der Öffner einer Tür.
                      Danke dafür.


                      Gruß!
                      J.F.

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                      • #12
                        Gerne schließe ich mich den Kommentaren an. Die Lücke die er hinterläßt, wird wohl schwerlich zu schließen sein.
                        Geradlinig und unbestechlich, kein Schnorrer der sich freihalten ließ. Ich denke gerne an die Wortwechsel im Colombi in Freiburg zurück.

                        Gruß Carmelo

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                        • #13
                          In der aktuellen "Zeit" stehen drei unbedingt lesenswerte Nachrufe unter der Gesamtüberschrift "Wolfram lebt"
                          Einer von Wolfgang Lechner, der Siebeck journalistisch begleitet hatte, einer von Joschka Fischer und einer von Vincent Klink. ( "Mir", so VK, "warf Siebeck mal beim Zurückweisen eines modisch aufgejazzten Küchenunfalls den Hinweis an den Kopf: "Klink, Jugend ist ein Fehler, der bessert sich von Tag zu Tag." Damals (so Klink weiter) waren wir noch beim förmlichen Sie"

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                          • #14
                            Der Nachruf von Wolfgang Lechner ist wirklich toll.
                            Und der Vincent Klink, hach ja, guter, nein, sehr guter Mann, keine Frage, aber sein als altväterliches höhöhö-Schultertätscheln verbrämter Reaktionismus geht mir schon langsam auf den Keks.

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                            • #15
                              Siebeck hat Recht

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