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  • #61
    Die Kritik an Franz Keller in diesem Zusammenhang verstehe ich nicht mal im Ansatz. Ich habe vor der (bisherigen) Lebensleistung dieses Mannes hohen Respekt, um so mehr berühren mich Konfabulationen wie " ... eines ehemaligen ökonomischen Prekariats" auf eine merkwürdige Weise.
    Es ist doch eigentlich ganz einfach: wenn jemand keine Lust hat, sich auf das Adlermenü einzulassen, geht er halt woanders hin. Unter Zwang verstehe ich was anderes.

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    • #62
      Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
      Die Kritik an Franz Keller in diesem Zusammenhang verstehe ich nicht mal im Ansatz. Ich habe vor der (bisherigen) Lebensleistung dieses Mannes hohen Respekt, um so mehr berühren mich Konfabulationen wie " ... eines ehemaligen ökonomischen Prekariats" auf eine merkwürdige Weise.
      Es ist doch eigentlich ganz einfach: wenn jemand keine Lust hat, sich auf das Adlermenü einzulassen, geht er halt woanders hin. Unter Zwang verstehe ich was anderes.
      Ditto.

      Solch schlimmen Zwang gibt es uebrigens auch bei den meisten ***.

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      • #63
        Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
        Die Kritik an Franz Keller in diesem Zusammenhang verstehe ich nicht mal im Ansatz.
        Eine Kritik hatte ich auch nicht im Sinn - sondern eine Unterstützung von sorisos These bzgl. der ökonomischen Gründe von Wodarz. Klar ist nämlich: dass Franz Keller den "Zirkus um die Sterne" nicht mehr mitmachen wollte, begründete er selber (wie es Soriso für Wodarz ja nur vermutet) ausdrücklich ökonomisch: "Um nochmal die Fakten aufzuzählen: wir brauchen [in der Sterneküche] zuviel Personal, um gut zu kochen, wir brauchen zu teure Produkte und wir müssen den Platz, wo dieselben genossen werden, finanzieren können." (Keller, Kein Kochbuch für Anfänger, S. 60).

        PS Ich bitte doch höflichst darum, mir nicht ungnädig den "Respekt" vor Franz Keller absprechen zu wollen.

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        • #64
          Ach so, dann hatt' ich wahrscheinlich nur das mit dem ökumenischen Proletariat falsch verstandem.
          gruß
          s.

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          • #65
            Hier ein unbedingt lesenswerter Text zum Thema "Kochen als Kunst", der endlich mal das Kind beim Namen nennt.

            http://www.dieterfroelich.de/restaur...en/artist.html

            Grüße
            b.

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            • #66
              Zitat von brigante Beitrag anzeigen
              Hier ein unbedingt lesenswerter Text zum Thema "Kochen als Kunst", der endlich mal das Kind beim Namen nennt.
              Grüße
              b.
              Oh My God:
              Ich habe aufgrund dieses "Verbalisierungskünstlers" geistige Magenschmerzen bekommen.:heulen:
              Gruß
              S.

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              • #67
                wow, Sie sind ja ein ganz ein kreativer...

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                • #68
                  Der Name war mir ehrlich gesagt etwas zu versponnen, aber dafür kann das Kind ja nichts... :cheers:

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                  • #69
                    irgendwie scheine ich die mitglieder hier überschätzt zu haben, naja, mal weiter abwarten

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                    • #70
                      Ich tue mich mit dem Begriff Kunst etwas schwer und auch einige Spitzenköche lehnen ja immer wieder ab, als Künstler bezeichnet zu werden. Aber den beiden letzten Absätzen wohnt aus meiner Sicht doch eine interessante Argumentation inne.
                      Ich denke für alle, und ganz besonders für die Spitzenköche gilt, ohne eine innere Haltung zur Welt ist eine außergewöhnliche Leistung (neben all den anderen Komponenten, die dazu erforderlich sind) nicht möglich.
                      In der Tat ist die Spitzenküche ein Gegenentwurf zur "schönen neuen Speisenwelt", wenn damit das gemeint ist, was üblicherweise im Supermarkt verkauft wird. Aber ist das wirklich schon Kunst? Ich denke, den Begriffen Kultur oder Kulturgut kann man besser in dieser Diskussion arbeiten.

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                      • #71
                        Was für ein geiler - pardon - Artikel! Natürlich ist Kochen Kunst, zumindest in der extremen Variante. Wer einmal bei (zum Beispiel) Bau gegessen hat, sollte das doch verstanden haben.

                        Kunst ist doch für die Sinne. So wie ich die eine anschaue, die andere höre, so schmecke/rieche/sehe ich halt diejenige, um die es hier geht. Ehrlich gesagt, ist mir egal, ob sich Köche selbst als Künstler sehen oder nicht. Ich betrachte sie als solche, und das, seit ich in der entsprechenden Gastronomie essen gehe.

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                        • #72
                          Auch ich kann grundsätzlich dem Gedanken etwas abgewinnen, dass ein "kulinarischer Gegenentwurf" von Spitzenköchen erfreulich ist. - Viel mehr Substanz kann ich dem Text aber leider nicht entnehmen; vor allem in den Passagen, wo argumentiert wird, geht es doch ziemlich nebulös und begrifflich konfus zu. Am Ende bleibt uns immerhin noch die grandiose Einsicht:

                          "Jenseits von Makrobiotik und schaumschlagendem Entertainment gibt es viel zu tun."

                          Wer wollte dem widersprechen?

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                          • #73
                            Zitat von Morchel Beitrag anzeigen
                            Kunst ist doch für die Sinne. So wie ich die eine anschaue, die andere höre, so schmecke/rieche/sehe ich halt diejenige, um die es hier geht. Ehrlich gesagt, ist mir egal, ob sich Köche selbst als Künstler sehen oder nicht. Ich betrachte sie als solche, und das, seit ich in der entsprechenden Gastronomie essen gehe.
                            D'accord - völlig - wie immer.:hungry: und :cheers:

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                            • #74
                              Liebe Morchel,
                              es ist natürlich ein bisschen Begriffsklauberei. Für mich sind viele Gerichte unserer Besten auch so etwas wie Kunst, weil ich mir diese Klasse mit den Begriffen des Handwerks nicht mehr erklären kann.
                              Aber gute Künstler sind ja nicht unbedingt die besten Handwerker (z.B. jetzt mal ein Maler, ein Schauspieler muss ja nicht der handwerklich beste seiner Zunft um eine besonders künstlerisch bemerkenswertes Aussage schaffen zu können). Künstler können ohne Aussage und Haltung eben keine Kunst produzieren. Top-Handwerker brauchen nicht unbedingt eine Haltung, um ihre Klasse zu zeigen. Ob es Köchen ohne exzellente handwerkliche Fähigkeiten gelingen kann, besondere Gerichte zu erschaffen, glaube ich weniger. Das spricht für mich gegen die Bezeichnung Künstler.
                              Aber weil diese Begrifflichkeiten so schwierig sind, bin ich der Meinung, dass der Begriff Kultur besser passen würde. Aber das ist für mich nicht der entscheidende Punkt. Die Frage ist doch ob mehr Gegenentwurf sinnvoll ist und Utopie bei Tisch Wirklichkeit werden kann. Da sage ich: JA. Deswegen sind großartige Menüs große Kulturereignisse.

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                              • #75
                                Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                                Ob es Köchen ohne exzellente handwerkliche Fähigkeiten gelingen kann, besondere Gerichte zu erschaffen, glaube ich weniger. Das spricht für mich gegen die Bezeichnung Künstler.
                                Warum? Für mich ist ein Spitzenkoch jemand, der auf der Basis seiner handwerklichen Fähigkeiten als Koch quasi den Olymp errreicht hat. Er nutzt sein Handwerk und schafft daraus etwas, was kein anderer nachmachen kann. Etwas Individuelles, Sensationelles. Kunst eben. Die natürlich auf Handwerk basiert.

                                Ich denke, auch ein Maler muss ein Grundhandwerk beherrschen. Ebenso wie ein Komponist. Ein Schriftsteller. Und so weiter. Perfektioniertes Handwerk, bei dem das Quentchen Emotion, Ehrgeiz, Leidenschaft, Perfektion dazu kommt, das eben nicht jeder hat, und das die Perfektion/die Kunst ausmacht.

                                Meine Wahrheit halt.

                                PS: Ich hab die Verrücktheit vergessen. Die gehört absolut dazu. Und ich glaub, das liebe ich besonders an diesen Koch-Menschen. Diese bedingungslose Hingabe an etwas, was doch eigentlich "nur Essen" ist. Künstler eben ;-)
                                Zuletzt geändert von Morchel; 19.05.2011, 21:51.

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