Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Kochen als Kunstgattung?

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Kochen als Kunstgattung?

    Hier ein unbedingt lesenswerter Text zum Thema "Kochen als Kunst", der endlich mal das Kind beim Namen nennt.

    http://www.dieterfroelich.de/restaur...en/artist.html

    Grüße
    b.

  • #2
    Zitat von brigante Beitrag anzeigen
    Hier ein unbedingt lesenswerter Text zum Thema "Kochen als Kunst", der endlich mal das Kind beim Namen nennt.
    Grüße
    b.
    Oh My God:
    Ich habe aufgrund dieses "Verbalisierungskünstlers" geistige Magenschmerzen bekommen.:heulen:
    Gruß
    S.

    Kommentar


    • #3
      wow, Sie sind ja ein ganz ein kreativer...

      Kommentar


      • #4
        Der Name war mir ehrlich gesagt etwas zu versponnen, aber dafür kann das Kind ja nichts... :cheers:

        Kommentar


        • #5
          irgendwie scheine ich die mitglieder hier überschätzt zu haben, naja, mal weiter abwarten

          Kommentar


          • #6
            Ich tue mich mit dem Begriff Kunst etwas schwer und auch einige Spitzenköche lehnen ja immer wieder ab, als Künstler bezeichnet zu werden. Aber den beiden letzten Absätzen wohnt aus meiner Sicht doch eine interessante Argumentation inne.
            Ich denke für alle, und ganz besonders für die Spitzenköche gilt, ohne eine innere Haltung zur Welt ist eine außergewöhnliche Leistung (neben all den anderen Komponenten, die dazu erforderlich sind) nicht möglich.
            In der Tat ist die Spitzenküche ein Gegenentwurf zur "schönen neuen Speisenwelt", wenn damit das gemeint ist, was üblicherweise im Supermarkt verkauft wird. Aber ist das wirklich schon Kunst? Ich denke, den Begriffen Kultur oder Kulturgut kann man besser in dieser Diskussion arbeiten.

            Kommentar


            • #7
              Was für ein geiler - pardon - Artikel! Natürlich ist Kochen Kunst, zumindest in der extremen Variante. Wer einmal bei (zum Beispiel) Bau gegessen hat, sollte das doch verstanden haben.

              Kunst ist doch für die Sinne. So wie ich die eine anschaue, die andere höre, so schmecke/rieche/sehe ich halt diejenige, um die es hier geht. Ehrlich gesagt, ist mir egal, ob sich Köche selbst als Künstler sehen oder nicht. Ich betrachte sie als solche, und das, seit ich in der entsprechenden Gastronomie essen gehe.

              Kommentar


              • #8
                Auch ich kann grundsätzlich dem Gedanken etwas abgewinnen, dass ein "kulinarischer Gegenentwurf" von Spitzenköchen erfreulich ist. - Viel mehr Substanz kann ich dem Text aber leider nicht entnehmen; vor allem in den Passagen, wo argumentiert wird, geht es doch ziemlich nebulös und begrifflich konfus zu. Am Ende bleibt uns immerhin noch die grandiose Einsicht:

                "Jenseits von Makrobiotik und schaumschlagendem Entertainment gibt es viel zu tun."

                Wer wollte dem widersprechen?

                Kommentar


                • #9
                  Zitat von Morchel Beitrag anzeigen
                  Kunst ist doch für die Sinne. So wie ich die eine anschaue, die andere höre, so schmecke/rieche/sehe ich halt diejenige, um die es hier geht. Ehrlich gesagt, ist mir egal, ob sich Köche selbst als Künstler sehen oder nicht. Ich betrachte sie als solche, und das, seit ich in der entsprechenden Gastronomie essen gehe.
                  D'accord - völlig - wie immer.:hungry: und :cheers:

                  Kommentar


                  • #10
                    Liebe Morchel,
                    es ist natürlich ein bisschen Begriffsklauberei. Für mich sind viele Gerichte unserer Besten auch so etwas wie Kunst, weil ich mir diese Klasse mit den Begriffen des Handwerks nicht mehr erklären kann.
                    Aber gute Künstler sind ja nicht unbedingt die besten Handwerker (z.B. jetzt mal ein Maler, ein Schauspieler muss ja nicht der handwerklich beste seiner Zunft um eine besonders künstlerisch bemerkenswertes Aussage schaffen zu können). Künstler können ohne Aussage und Haltung eben keine Kunst produzieren. Top-Handwerker brauchen nicht unbedingt eine Haltung, um ihre Klasse zu zeigen. Ob es Köchen ohne exzellente handwerkliche Fähigkeiten gelingen kann, besondere Gerichte zu erschaffen, glaube ich weniger. Das spricht für mich gegen die Bezeichnung Künstler.
                    Aber weil diese Begrifflichkeiten so schwierig sind, bin ich der Meinung, dass der Begriff Kultur besser passen würde. Aber das ist für mich nicht der entscheidende Punkt. Die Frage ist doch ob mehr Gegenentwurf sinnvoll ist und Utopie bei Tisch Wirklichkeit werden kann. Da sage ich: JA. Deswegen sind großartige Menüs große Kulturereignisse.

                    Kommentar


                    • #11
                      Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                      Ob es Köchen ohne exzellente handwerkliche Fähigkeiten gelingen kann, besondere Gerichte zu erschaffen, glaube ich weniger. Das spricht für mich gegen die Bezeichnung Künstler.
                      Warum? Für mich ist ein Spitzenkoch jemand, der auf der Basis seiner handwerklichen Fähigkeiten als Koch quasi den Olymp errreicht hat. Er nutzt sein Handwerk und schafft daraus etwas, was kein anderer nachmachen kann. Etwas Individuelles, Sensationelles. Kunst eben. Die natürlich auf Handwerk basiert.

                      Ich denke, auch ein Maler muss ein Grundhandwerk beherrschen. Ebenso wie ein Komponist. Ein Schriftsteller. Und so weiter. Perfektioniertes Handwerk, bei dem das Quentchen Emotion, Ehrgeiz, Leidenschaft, Perfektion dazu kommt, das eben nicht jeder hat, und das die Perfektion/die Kunst ausmacht.

                      Meine Wahrheit halt.

                      PS: Ich hab die Verrücktheit vergessen. Die gehört absolut dazu. Und ich glaub, das liebe ich besonders an diesen Koch-Menschen. Diese bedingungslose Hingabe an etwas, was doch eigentlich "nur Essen" ist. Künstler eben ;-)

                      Kommentar


                      • #12
                        Klar ist nicht jede gute Handwerker ein Künstler. Und nicht jeder gute Künstler versteht sein Handwerk, es gibt in der Kunst eben immer wieder geniale Stümper. Aber bei folgender Aussage gehe ich nicht unbedingt mit:

                        Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                        Ob es Köchen ohne exzellente handwerkliche Fähigkeiten gelingen kann, besondere Gerichte zu erschaffen, glaube ich weniger. Das spricht für mich gegen die Bezeichnung Künstler.
                        Warum sollte z.B. ausgeschlossen sein, dass ein Stümper zufällig ein Gericht wie Escoffiers Pfirsich Melba kreiert?

                        Doch, werter QWERTZ, ihr Fazit ist mir sympathisch:

                        Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                        Aber weil diese Begrifflichkeiten so schwierig sind, bin ich der Meinung, dass der Begriff Kultur besser passen würde. Aber das ist für mich nicht der entscheidende Punkt. Die Frage ist doch ob mehr Gegenentwurf sinnvoll ist und Utopie bei Tisch Wirklichkeit werden kann. Da sage ich: JA. Deswegen sind großartige Menüs große Kulturereignisse.
                        Mehr zum Thema Kochen und Kunst gibt's übrigens hier:

                        http://www.haraldlemke.de/texte/Lemk..._als_Kunst.pdf

                        Wobei ich für diesen etwas langatmigen Text meine Hand sicherlich auch nicht ins Feuer legen würde.

                        Künstlerische Grüße,
                        Mohnkalb

                        Kommentar


                        • #13
                          Liebe Morchel, ich verstehe, wie sie das meinen. Ich glaube, wir meinen ziemlich das Gleiche, finden da nur unterschiedliche Begriffe passender.

                          Aber was ist mit der These, des Textes, dass zu viele Köche affirmative Unterhaltungskünstler sind, als an Gegenentwürfen zur schönen neuen Speisewelt zu arbeiten, anstatt ihr hinterher zu laufen? Das ist für mich doch die eigentliche Kernaussage des Textes? Ist da was dran?

                          P.S.: Ich vermute, die Diskussion wird etwas ausufernder und der Text steht ja auch nicht in einer Zeitung, deswegen kopiere ich die bisherigen Postings dazu mal in einen neuen Thread und bitte darum, die Diskussion dort fortzusetzen.

                          Kommentar


                          • #14
                            Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                            Aber was ist mit der These, des Textes, dass zu viele Köche affirmative Unterhaltungskünstler sind, als an Gegenentwürfen zur schönen neuen Speisewelt zu arbeiten, anstatt ihr hinterher zu laufen? Das ist für mich doch die eigentliche Kernaussage des Textes? Ist da was dran?
                            Natürlich. Was glauben Sie denn, warum ich den Text so genial fand. Das ist doch genau das Ding, warum man gut essen geht, und sich denkt, der kann jetzt einen Stern haben oder auch nicht. Beides regt einen - respektive mich - nicht auf, ist halt so ein Mittelgefühl. Aber das sind nicht die Künstler, von denen ich vorhin gesprochen habe.

                            Kommentar


                            • #15
                              Was Sie da beschreiben, liebe Morchel, ist weniger Kunst im Sinne der bildenden Kunst, sondern eher im Sinne von Kunstgewerbe oder Kunsthandwerk – und so gesehen haben Sie völlig recht.
                              Ich selbst sehe das Kochen ohnehin näher am Bereich Mode/Haute Couture, als an bildender Kunst – um die es in dem Text ja ganz dezidiert geht!

                              Denn: Das Problem ist, dass mancher Kritiker versucht, auf Teufel komm raus die Analogie zur bildenden Kunst herzustellen. Und da wirds eng, sehr eng.

                              Denn, und das ist für mich die entscheidende und absolut zutreffende Passage der verlinkten Polemik:

                              "(...) Die Annahme, »etwas von Kunst zu verstehen«, bringe Kunst hervor, ist ein fundamentaler Irrtum. Kunst ist eben keine Zutat, von der man als Koch seinem Tun eine Prise hinzufügen könnte. Das erinnert doch zu sehr an »Klein Fritzchen« mit seiner Frage: »Was daran ist nun Kunst?«

                              Kunst ist Weltentwurf und Haltung. (...) Solange die Köche jedem Trend hinterherlaufen und sich dem Novitätenterror des Systems ergeben, sind sie nichts weiter als affirmative Unterhaltungskünstler.

                              Kunst ist immer auch Gegenentwurf zur alltäglichen Welt, ein utopisches Moment, das für kurze Zeit über sich selbst hinausweist (...).

                              Bei Tisch kann diese Utopie für kurze Zeit reale Gegenwart werden. In diesem Sinne sollten Kochkünstler verstärkt an Gegenentwürfen zur schönen neuen Speisenwelt arbeiten, anstatt ihr hinterherzulaufen."

                              Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.

                              Grüße
                              b.

                              PS: Kunst hat absolut nicht immer etwas mit handwerklichem Können zu tun, in der bildenden Kunst schon gleich gar nicht.

                              PPS @Mohnkalb: der von Ihnen verlinkte Text wurde anlässlich einer Ausstellung jenes Mannes verfasst, der die von mir verlinkte Polemik verfasst hat – so schließt sich der Kreis.
                              Zuletzt geändert von brigante; 19.05.2011, 22:39.

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X