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    Werter chess,

    zunächst einmal meinen herzlichen Dank für Ihren schönen Bericht über das Winklersche Überraschungsmenü!
    Ihre kulinarische Einschätzung deckt sich übrigens vollständig mit derjenigen von vier Personen (einschließlich meiner selbst), die kurz vor der offiziellen Bekanntgabe der Aberkennung des dritten Sterns, aber als es schon die Spatzen von den Dächern pfiffen, bei Herrn Winkler zu Gast waren.
    Zwar hatten wir es auf Grund der Informationslage nicht gewagt, das Überraschungsmenü zu wählen, sondern bestellten das Klassik-Menü, kamen jedoch zu einem ebenso positiven Urteil wie Sie; ich würde zusammenfassend sagen: ***- .
    Wie Sie sehen, lasse ich mich selbst durch kleine Unstimmigkeiten des Service nicht in meinem kulinarischen Urteil beirren

    Nun zu Ihrer Bemerkung über die Hinweise "des Forums" (es sind natürlich immer individuelle Teilnehmer) zu Widersprüchen zwischen verbaler Beschreibung des Menü-Erlebnisses und der kumulierten Bewertung in Sternen.
    Auch hier möchte ich Ihrer Feststellung zustimmen, dass es auf den ersten Blick merkwürdig, ja widersprüchlich erscheinen mag, wie "das Forum" reagiert.

    Wenn man genügend einschlägige Threads gelesen hat, kann man jedoch zu der Einschätzung gelangen, dass die Ursache für diese scheinbaren Widersprüche darin liegt, dass "das Forum" es meines Wissens bisher nicht geleistet hat, ein System von akzeptierten Bewertungsdimensionen ausreichender Komplexität und Differenziertheit zu erarbeiten, die eine Klärung dieser Widersprüche erlauben würde.

    Es reicht eben nicht annähernd, die *, **, *** Bewertung durch ein + oder - zu ergänzen, wenn dadurch weiterhin nicht klar wird, warum 1, 2 oder 3 Sterne mit + oder - vergeben werden.
    Solange nicht klar benannt ist, welche Merkmalsausprägungen auf welchen Bewertungsdimensionen vom Gourmet-Kritiker festgestellt wurden, wird es immer wieder zu solchen frustrierenden Diskussionen kommen: verbale Darstellungen allein sind per se schlecht dazu geeignet, interindividuell zu demselben extrem verdichteten 1, 2 oder 3 Stern Urteil zu führen (das Gleiche gilt in ähnlicher Weise für Punktebewertungen).

    Meine Anregung geht zusammenfassend dahin, sich bitte der geistigen Anstrengung zu unterziehen, im Forum Bewertungsdimensionen wie z.B. Neuartigkeit der Zutaten-Kombinationen, Originalität von Gewürzverwendungen, Kreation von Geschmacksabläufen im Mund, Neuartigkeit von Geschmacksempfindungen, künstlerische Gestaltung der Speisenpräsentation, Harmonie von Speise und Wein, Neuartigkeit von Garungsmethoden, Multidimensionalität der ausgelösten sinnlichen Empfindungen, Herausarbeitung der Speisen-Typizität, Schwierigkeitsgrad der Zubereitung, Spannungsbogen des Menüaufbaus etc. etc. etc. zu benennen, die bei entsprechender Ausprägung zu Sterne-Urteilen führen. Handwerkliche Korrektheit der Ausführung setze ich auf Sterneniveau übrigens voraus.

    Eine systematische Ausführung der vorstehenden Gedanken kann und will ich hier nicht leisten. Ich würde mich jedoch freuen, wenn "das Forum" die Notwendigkeit erkennen würde, die Beschreibungen von Menü-Erlebnissen auf ein systematischeres und durch Operationalisierung der Bewertungskriterien nachvollziehbareres Niveau zu heben.

    Vielleicht eröffne ich bei Gelegenheit einen dazu geeigneten Thread. Oder jemand der erfahreneren Diskutanten möchte dieses Thema aufgreifen.


    Einen schönen Abend noch

    wünscht lagomaggiore :cheers:
    lagomaggiore

  • #2
    Werter lagomaggiore,

    ich habe mir erlaubt, Ihren Beitrag zu verschieben, da er nicht zu Heinz Winkler passt und besser in dieser Kategorie aufgehoben ist.
    mfg Hannes Buchner

    Kommentar


    • #3
      Zitat von lagomaggiore Beitrag anzeigen
      Meine Anregung geht zusammenfassend dahin, sich bitte der geistigen Anstrengung zu unterziehen ...
      Das sind Wünsche, denen ich mich nur anschließen kann. Wobei ich mir zumindest im Klaren darüber bin, dass Wünsche nicht immer in Erfüllung gehen. Schließlich ist es nicht leicht, Geschmackserlebnisse in Worte zu fassen. Ich finde aber, viele Berichte hier, kommen dem Ideal schon relativ nahe - jedenfalls näher als so manche professionelle journalistische Publikation.

      Kommentar

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