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Gusto 2012 Deutschland

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  • #16
    Mein Eindruck ist, dass man sich mit dem deutschlandweiten Konzept schlichtweg übernommen hat. Und das hat nichts mit den Fähigkeiten der jeweiligen Tester zu tun, sondern mit einem tragfähigen betriebswirtschaftlichen Konzept. So oft, wie das Konzept inzwischen in kurzer Zeit geändert worden ist, macht es irgendwie den Eindruck von Schnellschüssen.

    So lange nach dem Guide und dem Gault zu erscheinen, hat bei mir persönlich eine Art Gähnen hervor gerufen. A la: ach ja, jetzt kommt der Gusto auch noch hinterher. Die jährliche Ralley wurde irgendwie verpasst. Die Diskussion hier dreht sich ja auch sehr wenig um einzelne Bewertungen. Scheint so, wie wenn auch hier das Thema als "durch" empfunden wird.

    Irgendwie schade. Und es macht das Konzept der zahlenden Restaurants auch nicht einfacher. Wenn ich als Restaurant schon zahle, will ich doch wenigstens Publicity.

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    • #17
      Sehr geehrte Damen und Herren,

      ich kann die Verärgerung über den verzögerten Erscheinungstermin schon verstehen und möchte mich persönlich dafür entschuldigen: das ist sicher noch ein Schwachpunkt.

      Es stimmt schon, dass dieser nicht zuletzt daraus resultiert, dass der Gusto nach wie vor im Eigenverlag herausgegeben wird, und wir, neben der redaktionellen Erarbeitung der Inhalte, der layouttechnischen Umsetzung und der digitalen Druckvorstufe, auch noch der Vertrieb organisieren müssen. Hier besteht noch viel Optimierungsbedarf, aber ich bin guter Dinge, dass Gusto im kommenden Jahr endlich bei einem adäquaten Verlag unterkommen wird, der über ein gut organisiertes Vertriebssystem verfügt.

      Allerdings möchte ich auch zu bedenken geben, dass kein Verlag Einfluss darauf hat, ob eine Buchhandlung einen Titel zum Erscheinungstermin auch tatsächlich verfügbar hat. Wenn der Buchhändler zum Beispiel einen Titel nur auf Kundennachfrage bestellt, kann es um den Erscheinungstermin herum durchaus zu solchen Verzögerungen kommen, weil die Buchhandlung vielleicht nicht direkt beim Verlag ordert, sondern über einen Zwischenhändler/Barsortimenter bezieht, der die Ware eventuell auch gerade erst bekommen hat und ggf. nicht sofort weiterversendet. Darauf hat ein Verlag keinen Einfluss. Auch auf die anderen Werke wartet man, je nach Buchändler, selbst in größeren Städten mitunter etwas länger.

      Wir haben publiziert, dass die Ausgabe ab 23. Dezember lieferbar ist. Die bis dato eingegangenen Vorbestellungen sind sogar schon einen Tag früher, am 22. Dezember, bei uns rausgegangen. Dass die Post im Vorweihnachtstrubel für normale Sendungen auch mal etwas länger braucht, kommt natürlich noch hinzu.

      Der (bewusst) gewählte Erscheinungstermin, eine ganze Weile nach den anderen beiden Guides, mag Einzelnen nicht gefallen, dem Gusto bringt das - ganz im Gegenteil - wesentlich mehr Publicity, als wenn er zeitgleich erscheinen würde. Ferner glaube ich generell nicht daran, dass das Interesse an einem jährlichen Restaurantführer dramatisch damit steht und fällt, ob dieser Zeitgleich mit der Konkurrenz (oder taggenau zum angegebenen VÖ-Datum) erscheint. Schauen Sie mal ins benachbarte Ausland. Aber wie gesagt: wir wollen im kommenden Jahr auch das Verlagsseitige noch optimieren.

      Um noch kurz auf die ebenfalls angesprochenen Einkaufsadressen einzugehen: diese werden von uns recherchiert, aber da sie ja nicht bewertet werden, auch nicht so regelmäßig vor Ort überprüft, wie die Restaurants. Nach meinem Kenntnisstand haben die genannten Berliner Wein- und Spezialitätengeschäfte im Laufe dieses Jahres dicht gemacht. Da kann es dann schon mal passieren, dass Geschäfte in der Folgeausgabe noch aufgeführt sind (auch wenn das natürlich nicht passieren sollte).

      Nun wünsche ich Ihnen allen ein schönes Rest-Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue, hoffentlich vielfach sehr köstliche Jahr.

      In kulinarischer Verbundenheit,
      M. Oberhäußer, Herausgeber Gusto

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      • #18
        JD bringt´s auf den Punkt: http://www.faz.net/lw3dgfhizcywwraov...-11573095.html

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        • #19
          wenn wir uns nicht verzählt haben, sind es nun 11 10er und 3 Anwärter auf 10er ohne jegliche weitere Differenzierung in den 10er. Also muss man sich in 2013 auf ca. 14 10er einstellen, wir glauben, dass sich der Verlag da keinen Gefallen tut, einfach immer mehr 10er zu produzieren. Wohingegen der Guide Michelin und der Gault Millau bei den *** und 19.5 wohltuend umsichtiger agieren.
          KG
          Chess

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          • #20
            Warum täte sich der Verlag einen Gefallen, wenn er weniger Höchstnoten zu vergäbe?

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            • #21
              Es ist betriebswirtschaftlich kurzfristig nachvollziehbar, dass der Verlag offensichtlich als USP die groesste Dichte an Toprestaurants von allen Führern aufweisen will. Unseres Erachtens bleibt dabei die Diffenrenzierung, die es in diesem Topsegment gibt, auf der Strecke. Und: wieviele 10er soll es denn in 5 Jahren geben? Natürlich freut es alle, wenn sie Topnoten bekommen. Nur, was sind diese wert, wenn sie inflationär vergeben werden. Sie wissen doch bestimmt, wie die Entwicklung der 10er in den letzten Jahren war? Wieviele 10er gab es früher und jetzt?

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              • #22
                Dieser Argumentation kann ich nur zustimmen, wenn ich manche der Höchstbewertungen für nicht nachvollziehbar halte. Wie Sie ja schon anfangs im Thread dargelegt haben, zweifeln sie etwa an den Höchstnoten fürs Falco und für Dirk Luther. Wenn man aber zu der Einschätzung kommt, das dort gegenwärtig etwa gleichwertige Menüs zu den unangefochtenen Spitzenköchen angeboten werden, dann verfängt dieses Argument weniger. Ich sehe das zumindest in einem Fall so, in dem anderen fehlt mir der aktuelle Eindruck, halte dies aber auch nicht vollkommen abwegig.

                Ich will gar nicht widersprechen, dass es eine gewisse Differenzierung geben muss, auch ich frage mich bei den vielen Aufwertungen und wenigen Abwertungen der vergangenen Jahre wo das enden soll. Man kann ja sehen, dass bei uns in den Ranglisten selbst Restaurants Plätze verloren haben, obwohl sie gegenüber dem Vorjahr an Punkten hinzu gewonnen haben. Aber die Lösung kann ja nicht sein, dass man einem Restaurant, von dem man der Meinung ist, dass es zu einem mit Höchtnote gleichwertiges anbietet, die Höchstnote verwehrt.

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                • #23
                  Zitat von chess Beitrag anzeigen
                  11 10er und 3 Anwärter auf 10er ohne jegliche weitere Differenzierung in den 10er. Also muss man sich in 2013 auf ca. 14 10er einstellen
                  Man mag ja im Einzelfall über die Bewertung streiten (so ist z.B. beim Falco die Gleichstellung mit Bau oder Aqua vielleicht nicht unbedingt zwingend, aber m.E. doch halbwegs nachvollziehbar.) Aber ich finde die reinen Zahlen nicht dramatisch. Elf (!) Restaurants mit Höchstnote (im Vergleich zu neun ***) - das scheint mir weder auf eine "Inflation" der Pfannen hinauszulaufen, noch zwangsläufig auf undifferenzierte Bewertungen.

                  Grüße, mk

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                  • #24
                    Ich habe als völlig unbepfannter Außenstehender den Eindruck, dass einige den Gusto gern scheitern sehen würden.

                    Die letzten drei vorgetragenen Argumente

                    Schlechte Logistik bzw mangelde Verfügbarkeit, könnten den Rückschluss auf inkompetente Tester zulassen? Die Beste Logistik hat die Bild, ein Rückschluss auf die inhaltliche Kompetenz?

                    Immer wieder die 159€ Startgeld. Diese sind für die erbrachte Leistung wirklich Peanuts. Eine viertel Seite in einem mittelmäßigen, monatlich erscheinende Stadtmagazin, kostet 600-850€ netto pro Ausgabe.

                    11 Spitzenbewertungen sind zuviel? Ich persöhnlich empfinde es als glaubwürdig, wenn die Höchstnote für höchste Leistungen in dem Moment verliehen wird, in dem diese erbracht werden.

                    Vielleicht sind 10 Pfannen mit etwas weniger Glück als *** und mit etwas weniger Politik als 19,5 Punkte zu erobern, sicherlich nicht mit weniger Können und Disziplin. Der Fähigkeit perfektes zu schaffen und die Disziplin es kontinuierlich zu tun.

                    Allen Lesenden, Schreiben und vor allem Kochenden einen guten Rutsch in ein großartiges Jahr 2012

                    Passepartout

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                    • #25
                      Zitat von passepartout Beitrag anzeigen
                      Ich habe als völlig unbepfannter Außenstehender den Eindruck, dass einige den Gusto gern scheitern sehen würden.
                      Diesen Einruck habe ich auch. Gerade hier in Berlin versuchen einige Journalisten, die teils auch für andere Guides schreiben, den Gusto schlecht zu machen. In meinen Augen ein Zeichen, wie weit es dieser Führer bereits gebracht hat. Und wenn ich mir dann die neue Ausgabe ansehe, haben Konkurrenten und Neider auch allen Grund, argwöhnisch zu sein. Vor allem die von J.D. in der FAZ angesprochene Glaubwürdigkeit ist in meinen Augen nicht beeinträchtigt. So kann ich zum Beispiel nicht erkennen, dass zwischen Zahlern und Nichtzahlern mit zweierlei Maß bewertet wird. Auf beiden Seiten gibt es auf- und abwertungen, Lob und Kritik. Das Argument mit den Inflationären Höchstbewertungen kann ich auch nicht nachvollziehen. Wenn schon immer mehr Köche in D auf Top-Niveau kochen, kann es doch auch langsam immer mehr Köche mit höchster Bewertung geben. Da finde ich es viel fragwürdiger, die Anzahl der Spitzenköche bewusst klein zu halten, nach dem Motto, es darf nur maximal soundsoviele Höchstbewertungen geben. Das ist doch Quatsch. Das Top-Niveau wächst, und es gibt mit der Zeit mehr Top-Köche. Auch in Deutschland. Das finde ich glaubwürdiger, als den erlauchten Kreis künstlich klein zu halten.

                      Rouget

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                      • #26
                        Zitat von Rouget Beitrag anzeigen
                        Diesen Einruck habe ich auch. Gerade hier in Berlin versuchen einige Journalisten, die teils auch für andere Guides schreiben, den Gusto schlecht zu machen. In meinen Augen ein Zeichen, wie weit es dieser Führer bereits gebracht hat. Und wenn ich mir dann die neue Ausgabe ansehe, haben Konkurrenten und Neider auch allen Grund, argwöhnisch zu sein.
                        Rouget
                        WEnn man Halbgöttern auf die Füsse tritt, reagieren Sie nun mal so. Und da der Kuchen verteilt ist, haben die Etablierten ein dickes Problem. Also versucht man mit seinen Verbündeten die Konkurrenz schlecht zu reden.

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                        • #27
                          Gerade halte ich zum ersten Mal in meinem Leben den Gusto in meinen Händen, und ich muss sagen, ich bin eigentlich wohltuend überrascht. Wodurch unterscheidet er sich von den Konkurrenten? Der Michelin hat minimalistisch kurze Kommentare, der Gault Millau neigt manchmal zu bewusst "reisserischer" Schreibweise. Der Gusto schreibt ausführlich (bei jenen, welche auch ihren finanziellen Beitrag leisten, bei den anderen nur in sehr gekürzter Version), er scheint mir damit eine sehr interessante Alternative und Ergänzung zu den "Platzhirschen".

                          Konkurrenz belebt das Geschäft und ist auch für die etablierten Führer ein Anreiz, immer besser zu werden... Daher viel Erfolg dem Gusto und natürlich auch seinen Konkurrenten!

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                          • #28
                            Ich wollte mir den Gusto eigentlich auch kaufen, aber gerade aus den von Ihnen genannten Gründen, liebe küchenreise, habe ich es nicht getan. Die Diskrepanz der Textlängen ist mir einfach zu absurd. Da werden manche Restaurants, wohl jene, die gezahlt haben, ellenlang beschrieben, während andere mit vergleichbarem Küchenniveau eine Mini-Kritik erhalten. Ich sehe den Hintergrund, aber für mich als Nutzer ist das einfach schlecht.
                            Ein Beispiel: Das Weinsinn in Frankfurt bekommt mit Bildern 2-3 volle Seiten, das Schaumahl in Offenbach hingegen gerade mal 1/2 Spalte. Natürlich ist das Weinsinn große klasse! Aber der schiere Umfang (gepaart mit der doch arg lobhudelnden Kritik, da musste wohl einer Zeilen schinden...) kommt automatisch einer Wertung nach oben gleich, die es von anderen Restaurants klar abhebt, die ebenso viele Pfannen haben. Man meint, hier ein 3*-Lokal besprochen zu sehen.

                            Dieses Prinzip zieht sich durch das ganze Buch und ich fühle mich da manipuliert, zu Gunsten der zahlenden Restaurants. Das kann nicht Sinn der Sache sein. Insgesamt sind mir die Wertungen auch zu hoch und die Texte tendenziell zu unkritisch.

                            Positiv anzumerken sind die insgesamt sehr fundiert und sachlich wirkenden, angenehm zu lesenden Texte.

                            Grundsätzlich ist das Potential zu einem wirklich guten Guide gegeben, und vielleicht sollte man das Projekt durch einen Kauf in jedem Fall fördern. Aber die Umsetzung gefällt mir aktuell eigentlich noch nicht.

                            Grüße
                            b.
                            Zuletzt geändert von brigante; 14.02.2012, 22:51.

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                            • #29
                              Zitat von brigante Beitrag anzeigen
                              Dieses Prinzip zieht sich durch das ganze Buch und ich fühle mich da manipuliert, zu Gunsten der zahlenden Restaurants. Das kann nicht Sinn der Sache sein.
                              Guten Morgen!
                              Eine Frage dazu: Wird im Gusto selbst an prominenter Stelle erklärt, warum die Texte diese unterschiedliche Länge haben? Wenn man als Leser nicht weiß, warum das so ist, kann es wirklich stark manipulativ wirken.

                              M.

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                              • #30
                                Mein erster Eindruck über die unterschiedllichen Textlängen war genau wie brigantes. Ich muss aber sagen, daß sich das hat sich während eines eingehenderen Studiums des neuen Gusto geändert hat. Klar wärs besser wenn alle Texte ganz lang wären, aber unter den gegebenen Umständen find ich das ok so. Ich finde es auch ganz im Gegenteil zu brigante überhaupt nicht manipulierend, weil ich als Leser genau weiß, daß es eben zwei unterschiedliche Textarten gibt, und warum das so ist. Das wird ja im Vorwort, in dem es genau um diese Redaktionsgebühr geht, und auch in der Legende, genauestens beschrieben. Deshalb weiß ich doch gerade als Leser ganz genau, warum es zwei unterschiedliche Varianten gibt und fühle mich nicht manipuliert. Schauen sie sich doch als Vergleich mal den Gault Miault an, da gibt es auch aber sowas von unterschiedlich lange Texte bei gleichen Bewertungen, aber da weiß ich als Leser nicht, warum das so ist. Und beim Gusto haben ja selbst die meisten (nicht alle) kurzen Texte noch mehr Informationsgehalt als bei gewissen anderen Führern, speziell denen, die Texte abliefern wie "sehr gut geschmeckt hat uns auch das Rinderfilet", "lecker war der Steinbutt". Unter dem Aspekt der Gebühr gefällt mir die Umsetzung eigentlich gut, weil ich auch beim Vergleichen der langen und kurzen Texte nicht das Gefühl habe, daß bei den Bewertungen mit zweierlei Maß gemessen wird. Außer mit zweierlei Längen-Maß

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