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Mangold in Lochau

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  • Mangold in Lochau

    Fährt man beim Bodensee über die Grenze zu Österreich, ist man fast sofort in Lochau, dort kann man in Restaurant Mangold einen Stopp machen, um zu Mittag zu essen. Die Küche von Michael Schwarzenbacher ist dem GM 16 Punkte wert. Uns hat es auf jeden Fall gefallen.

    Man sitzt schön in einem Garten, Carpaccio von Felsenoktopus mit geschmorten Tomaten und Kalbskopf, sowie Fritto Misto schmecken ausgezeichnet, dazu ein schöner Weisswein aus Lugano Gegend.

    Dann kommen Risotto Primavera mit Zucchiniblüte und Bodenseefisch sizilianische Art (heute ist es ein Hecht), und man ist fast glücklich. Was fehlt noch zum kompletten Glück? Vielleicht ein Rhabarber Sorbet mit Prosecco aufgegossen, danach ein guter Espresso. Wir sind gestärkt und endlich im Sommer angekommen.

  • #2
    Auch wir hatten das Vergnügen, kürzlich im Restaurant Mangold (GM16) einzukehren. Unsere Eindrücke des Dinners im folgenden, die Bilder dazu auf kuechenreise.com: http://kuechenreise.com/2013/08/06/r...gold-lochau-a/


    Gruss aus der Küche

    Ein kleiner Gruss aus der Küche wird uns nun zum Einstieg serviert. Ein Erbsen-Buttermlichsüppchen - erfrischend! Der frische Geschmack der Erbsen, die leichte Säuerlichkeit der Buttermilch sind genau der richtige Start angesichts der heissen Temperaturen draussen.


    Entenleberterrine mit Joghurt, Erbsen-Tapioka und Holunder

    Optisch sehr schön anzusehen ist der folgende Teller: Die Entenleberterrine hat schönen Schmelz, die Erbsen (Früchte, Schoten; dazu Tapioka-Kügelchen) ergänzen ansprechend. Das karamellisierte Popkorn und das Holundersorbet steuern eine Menge Süsse bei.

    Die Kombination Entenleber und Erbse funktioniert sehr gut, einzig hätten wir uns ein Element mit mehr Säure / Fruchtigkeit und dezentere Süsse bei Popkorn / Sorbet gewünscht.


    Wassermelonen-Kaltschale mit schottischem Hummer und Zitronenmelisse

    Weiter geht es in der Signalfarbe Rot: In einem tiefen Teller werden uns kleine Kügelchen von der Wassermelone, Stücke vom schottischen Hummer und Blättchen von der Zitronenmelisse gebracht. Am Tisch angegossen wird dann die rote die Kaltschale von der Wassermelone.

    Die Kombination ist erfrischend und fein, der Hummer zart, die Zitronenmelisse setzt kleine Kontrapunkte; einzig vielleicht die Kaltschale ist wieder sehr auf der süssen Seite. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau und reine Geschmackssache.


    Gebratenes Zanderfilet mit Auberginen und Kartoffelgnocci

    Wir kommen zum Fisch: Ein Zander ist es, auf den Punkt zubereitet und mit wunderbar krosser Haut. Dazu tolle Kartoffelgnocci mit Auberginen - das ganze geht eine wunderbare, durch letztere mediterran angehauchte Kombination ein. Bitte mehr!


    Heimischer Kalbsrücken mit Tomatenravioli und buntem Mangold

    Rosa und in durchaus grosszügiger Portion kommt nun der heimische Kalbsrücken an unseren Tisch. Wir diskutieren kurz, was heimisch hier, in Fussnähe zur Grenze und am Dreiländereck wohl bedeutet. Egal, Hauptsache gut!

    Toll sind dazu die Ravioli, innen mit frischen Tomaten. Dazu gibt es - Italiana pur - Oliven und einen Hauch Parmesanspäne sowie - dem Namen des Restaurants gerecht werden - Mangold.


    Dessert von Schokolade, Nougat und Mandeln

    Wir sind in Österreich - daher kommt das Dessert vor dem Käse. Könnte auch eine plumpe Verallgemeinerung sein, doch es war so. Und am Teller finden wir Schokolade, Nougat und Mandeln in verschiedenen Kombinationen - sehr gut!


    Gemischter Käse

    Käse schliesst ja den Magen (ernährungspsychologisch vielleicht nicht ganz korrekt…) - für uns ist er in jedem Fall ein schöner Abschluss eines gelungenen Abends.



    Unser Resümee:

    Wir genossen im Restaurant Mangold (16 Gault Millau Punkte) eine leichte, sommerliche Küche mit kreativem Touch. Klare Geschmäcker und handwerklich exakte Zubereitung gefielen uns sehr! Und auch optisch haben die Gerichte beindruckt.

    Ausgezeichnet gefallen hat uns die Atmosphäre im Restaurant Mangold. Der moderne, helle und grosszügig bestuhlte Wintergarten, die romantische Terrasse - hier passt einfach alles. Und auch der Service weiss zu überzeugen mit Freundlichkeit, Charme und Kompetenz!

    Das Mangold ist das perfekte Restaurant für ein romantisches Date, für ein Essen zur Festspielzeit, für ein Familientreffen, für einen sommerlichen Abend mit Freunden. Wir werden gerne wieder kommen!

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    • #3
      Der kruze Weg von Lindau nach Bregenz bzw. nach Lochau lohnt sich nicht nur wegen der Benzinpreise, sondern auch wegen des Restaurants Mangold. Wir saßen im schönen, lichtdurchfluteten Wintergarten und wählten einige Gänge aus dem a la Carte Angebot. Ausnahmsweise reinvestierte ich die 5€ Tankersparnis auch in ein Glas Wein. Um genauer zu sein in einen Chardonnay Sinner vom Weingut Prieler aus 2014 mit dem ich nicht ansatzweise warm wurde, was wohl weniger am Wein, als an meinen Vorlieben lag.

      Nach einem klasssichen, kleinen Vitello Tonnato als Amuse, ging es bei mir mit dem Rindertartar und Portulak los, wozu buttrig, salziger Toast serviert wurde.



      Ich hatte wahnsinnig Lust auf einen gut zubereiteten Klassiker und genau das habe ich bekomme. Das Tatar war hervorragend abgeschmeckt. Der (intensive) Rindgeschmack stand im vordergrund und wurde nur flankiert von den klassisch salzig sauren Aromen der Kapern, Sardellen und Worcestersauce. Dazu der leicht bittere Portulak und der buttrige Toast. Herrlich klassisch, herrlich reduziert!

      Meine Frau wählte den Hummer mit Mango und grünem Spargel, wozu eine Art Ceviche Fond angegossen wurde.



      Auch hier stand die sehr hohe Produktqualität im Vordergrund. Der Hummer perfekt gegart, leicht süßlich ging eine wunderbare Liason mit der sauer scharfen Sauce und dem leicht bitteren, knackigen Spargel ein. Die Mango strotzte vor Aroma, was es nicht so einfach machte die richtige Dosis zu finden, damit sie nicht den Rest erschlug. Aber insgesamt war das ein weiteres Beispiel für produktfokussierte Küche. Wir waren begeistert!

      Meine Frau wählte als Hauptgang den Bodenseehecht mit Frühlingsrisotto.



      Wenn der See schon so nah ist, mach es einfach Sinn die Karte nach dem Tagesfang der lokalen Fischer auszurichten. An diesem Tag gab es den Hecht. Der Esox kam sehr knusprig gebraten und im Geschmack nussig fleischig daher. In der Spitzengastronomie findet man den Hecht nicht allzu häufig, was sehr schade ist. Es ist ein wunderbar fester, wohlschmeckender Raubfisch, der etwas intensiver, eigener im Geschmack ist, als Wolfsbarsch, Skrei und co. Der Risotto gespickt mit Erbsen und Spargel weckte tatsächlich Frühlingsgefühle. Stimmig!

      Ich wählte das Kalbsfilet mit Spargeln und Morcheln, wozu hausgemachte Nudeln in Morchelrahm serviert wurden.



      Auch das war kein Feuerwerk an Kreativität, sondern zugängliche, klassische Küche mit herausragender Produktqualität. Das Fleisch war perfekt gebraten, die Spargel weder zu fest noch zu weich. Was aber herausragte waren die frischen Morcheln. Klein und geschmacklich konzentriert gingen sie mit den Nudeln und Spargeln eine Gemeinschaft ein, die nur mit Umami zu beschrieben ist. Großartig!

      Die Desserts French Toast und Mandelschnitte mit Rabarber kamen auch klassisch daher. Es spielten die süßen, warmen, teigigen Aromen von French Toast mit dem Karamelleis auf der einen Seite und die Mandelschnitte mit dem sauren Rabarber und dem erfrischenden Joghurteis auf der anderen Seite des Tisches. Mit diesen Kompositionen geht man als Gastgeber kein Risiko ein.





      Als Fazit kann ich mich dem Lob von Küchenreise und co. nur anschließen. Das Mangold ist ein ganz wuderbares Gasthaus. Es verbindet Tradition mit modernen Elementen. Im Vordergrund steht immer das (hervorragende) Produkt. 16 Punkte im Gault Millau kann ich vollkommen nachvollziehen. Eine Küche, die einfach zufrieden stellt, nicht herausfordert und ein Ambiente und ein herzlicher Service, die dieses Wohlgefühl unterstützen. Also, wenn man schon am östlichen Teil des Bodensees ist, ist das Mangold meiner Meinung nach einen kleinen Umweg Wert.

      M
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      Zuletzt geändert von QWERTZ; 10.04.2016, 18:20.

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      • #4
        Danke für den Bericht und die schönen Fotos.

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        • #5
          Schön, dass es geschmeckt hat, werter Matthias, und danke gleichfalls für den Bericht!

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