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Restaurant Adler / Hurden (1*-, 17GM)

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  • Restaurant Adler / Hurden (1*-, 17GM)

    Der Bericht mit allen Bildern wie üblich auf kuechenreise.com:
    http://kuechenreise.com/2013/02/26/r...ler-hurden-ch/

    Stromlinienförmig Französisch

    Hurden liegt am Zürisee. Beim Seedamm, welcher das malerische Rapperswil mit dem industrielleren Pfäffikon verbindet, um genauer zu sein.

    Knapp 30 Minuten sind es mit dem Auto von Zürich in den steuergünstigen Ort. Wir haben dort das eines dunklen Winterabends Restaurant Adler besucht. 1 Michelin Stern und 17 Gault Millau-Punkte, also eines der besten um den Zürisee.

    Bei einem Glas Champagner haben wir uns für das grosse Menü "Handschrift" entschieden. Und fühlen uns gut beraten und betreut; ja meinen auch eine gute Arbeitsatmosphäre zu erkennen. Wenn die Service Mitarbeiterin den Chef lobt (ohne Nachfrage und ohne dessen strengen Blick im Rücken), dann spricht das für sich!

    Weinmässig wählen wir einen Schwarz Platin LImited Blend 2007 aus dem Burgenland gewählt - eine von 300 produzierten Flaschen. Gemäss dem Sommelier ein 100%-iger Zweigelt, ein 'Schwarz Rot' mit den allerbesten Trauben.

    Wir sind uns da bezüglich der Sorte nicht ganz so sicher, doch das Internet hält sich sehr bedeckt; fachdienliche Hinweise zur Rebsorte sind willkommen!

    Der Aperitif

    Zum Start genossen wir 3 Kleinigkeiten:

    - Eine tolle Entenleber-Praline umgeben von einem Portweinjus-Gelee
    - Eine Bündner Roosevelt Bergkartoffel mit Creme Fraiche und Kaviar - gleichfalls toll! Die Roosevelt-Kartoffel ist eine ursprünglich aus Frankreich stammende Sorte mit rötliche Schale. Intensiver Geschmack - ach wäre doch jede Kartoffel so!
    - Pastinakeneis auf Orangen und Vanille - ok


    Das Amouse Bouche

    Als zweiter Gruss aus der Küche dann eine Scheibe von ganz leicht angebratenem Thunfischmit Avocadomousse und Chilli-Öl. Gut, doch für unseren Geschmack leider klar zu wenig Salz und daher wenig präsente Aromatik.

    Das Emmentaler Charolais Kalbsfilet Tatar an Haselnussöl mit Zwyer Ossietra Kaviar

    Das Tatar ist angemacht mit Haselnussöl, dazu gibt es eine karamelisierte Haselnuss. Kalb und Haselnuss, das - so stellen wir fest - sind eine ausgezeichente Kombination!

    Auch der Ossierta Kaviar von Zwyer - einem Schweizer Kleinunternehmen, welches die Störe in Uruquay züchtet - ist vorzüglich und setzt einen guten Kontrapunkt.

    Der Maine Hummer an Château Chalon Sauce und Topinambur

    Drei grössere Stücke von Maine Hummer stehen im Zentrum unseres nächsten Ganges. Dazu Topinambour in Form von Chips und als Creme unter dem Hummer, das ganze angegossen mit einer Château Calon (sherryähnlicher Weisswein) Sauce. Ansprechend, doch für unseren Geschmack zu sehr ins süssliche gehend.

    Der Atlantik Steinbutt auf italienischem Wurzelspinat mit gesalzenen Kapern und Safranjus

    Klassisch auch der nächste Gang - ein guter Steinbutt auf Spinat, einer Safransauce und salzigen Kapern, welche einen interessanten Kontrast ergeben.

    Der Kapaun von Miéral mit Périgod Trüffel auf Rahmwirsing und Sellerie Mousseline, Entenlebersauce

    Wer bereitet heute schon noch selbst Kapaun zu. Gut, dass es Restaurants gibt, welche sich auf die Zubereitung des kastrierten und gemästeten Hahnes verstehen!

    Der Kapaun ist von ausgezeichneter Qualität, die Kombination mit Rahmwirsing und Trüffel gefällt uns sehr! Die Entenlebersauce dazu ist geschmacksintensiv. In separatem Gefäss wird eine ausgezeichnete Mousseline von der Sellerie gereicht.

    Die Tonkabohne - klassisch karameliserte Creme

    Als erster süsser Abschluss wurde uns eine karamelisierte Creme gebracht; mit der im Moment modisch beliebten Tonkabohne. Wohlschmeckend und - wie auch im Titel des Gerischtes genannt - sehr klassisch.

    Die Viktoria Ananas im eigenen Saft geschmort mit salzigem Karamell und Kokos Eis

    Die Idee ist ansprechend. Ananas, geschmort im eigenen Saft. Mit Karamell - Süsse und idealerweise Salzigkeit. Dazu ein kühlendes Eis. Wir haben diese Kombination etwa im Sommer 2011 im Restaurant Fischers Fritz in Berlin genossen (Lesen Sie auch: Kulinarische Klassik). Schon im Fischers Fritz war da viel Süsse. Die Variante im Adler gefiel uns im Vergleich noch etwas weniger. Eher eindimensional, sehr süss und fast schon ein wenig klebrig.

    Petit Fours

    Zum Abschluss gab es dann noch ein paar kleine Petit Fours.


    Unser Resümee:

    Wir haben im Restaurant Adler klassisch-französisch orientierte Küche auf hohem Niveau und in schöner Atmosphäre erlebt.

    Und haben doch das Gefühl, dass hier hinsichtlich Leidenschaft, hinsichtlich Verwegenheit etwas mit angezogener Handbremse gefahren wird. Dies ist vielleicht dem eher konservativen Publikum geschuldet.

    Manchmal gibt es sie, die kleinen 'wow' Erlebnisse. Oft schmeckt es so, wie es auch an anderem Orte - in hoher Qualität - schmecken könnte. Wir fordern mehr Mut, die eine oder andere Kante anstatt zu viel Stromlinienform in der Küche!

    Dem freundlichen Service möchten wir ein Kompliment aussprechen!
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