Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Caminada/Schauenstein

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • #31
    Auch die Kollegen von QLI sind vom Besuch in der Schweiz begeistert. Der Bericht ist sehr lesenswert: http://www.qliweb.com/food/Schloss_S...dreas_Caminada

    Kommentar


    • #32
      Da es ja kaum Berichte zu Schloss Schauenstein gibt, Andreas Caminada aber gleichzeitig ein absoluter Star unter den Köchen ist, haben wir das zum Anlaß genommen, einmal selbst nach Fürstenau zu fahren, um uns von seiner Kochkunst überzeugen zu lassen. Den ausführlichen Bericht inkl. Interview gibt es hier:

      Wer ist hier der Star ?

      Fazit:
      Stars brauchen oft eine große Bühne mit Showeffekten, um zu beeindrucken. Obwohl Andreas Caminada dies zweifellos könnte, verzichtet er darauf und zeigt durch seinen klaren Küchenstil, daß er so etwas nicht nötig hat. Es braucht keiner spektakulären Präsentation oder komplexer Technik, wenn man regionale Produkte in Weltklassequalität auf dem Teller hat. Diese Produkte perfekt herausgearbeitet und kombiniert mit klarer Aromatik lassen den Besuch auf Schloß Schauenstein unvergeßlich werden. Es gibt keinen Zweifel, daß man dieses Restaurant zu den 50 besten dieser Welt zählen muß.
      Zuletzt geändert von Max.Vanderveer; 31.10.2012, 01:22.

      Kommentar


      • #33
        Vielen Dank für den Bericht aus der schönen Schweiz, der einen dazu verleitet einen Kurzurlaub nach Schauenstein zu machen.

        Kommentar


        • #34
          Treffen des Gourmet-Clubs am 06. Juni 2013

          Andreas Caminada versteht sein Schloss Schauenstein ganz bewusst als Gesamterlebnis, so dass ich versuchen werde, in diesem Bericht über unseren Clubabend auch die über den Teller- bzw. Glasrand hinausreichenden Aspekte zu beleuchten.

          Vorweg gesagt möchte ich einmal die hervorragende Verkehrsanbindung des Schlosses für Nicht-Autoreisende erwähnen, was man vielleicht bei der Nennung der Ortslage Fürstenau in Graubünden nicht erwarten würde. Ich bin von Hamburg nach Zürich geflogen und dann in gut zweieinhalb Stunden mit der Bahn zunächst nach Thusis gereist. Mit der gesamten Gruppe haben wir im Hotel Weißes Kreuz übernachtet, ein im schlichten Design modernisiertes Hotel. Zum Schloss Schauenstein ging es für mich und einen Teil der Gruppe mit dem Postbus, acht Minuten Fahrt von Thusis, Haltestelle direkt vor der Tür - Optimal. Aber das Schloss Schauenstein chauffiert auch selbst zu benachbarten Hotels.

          Der Auftakt fand bei sommerlichem und sonnigen Wetter auf der Veranda des Schlosses statt, die verschiedene Spezial-Plätze bietet, wie auf einem kleinen Türmchen, oder hinter einer Remise versteckt, in dieser Remise platzierten wir uns. Als ersten Schluck gab es einen 2011er Crement Blanc de Blancs brut vom Weingut „Zum Ochsen“ aus Donatsch in Malans, mit einem sehr feinen Geschmack.

          Die Apero-Häppchen sahen folgendermaßen aus:
          Kopfsalatgazpacho – in der grünen Kugel – die nach Salat schmeckte, aber eine etwas wachsige Konsistenz hatte, war ein Ölivenöl – das hat mir besonders gut geschmeckt.
          Das Thunfisch-Rote Bete Cornet war eher von der roten Bete geprägt.
          Der Hummerchip war würzig, erst recht mit der Sauce, ein Knabberspaß
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01815.jpg
Ansichten: 1
Größe: 93,6 KB
ID: 48379
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01818.jpg
Ansichten: 1
Größe: 92,5 KB
ID: 48380
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01819.jpg
Ansichten: 1
Größe: 85,4 KB
ID: 48381


          Die zweite Runde bestand aus der Kombination Gänseleber – Yoghurt Apfel in zwei Formen. Hier deutete sich bereits an in welche Richtung es dann später in den Gängen gehen sollte: in die Deklination eines Geschmacksbildes – und in einer hochfeinen, teilweise subtilen Form, deren Genusswert sich enorm steigert, wenn man sich den Gerichten mit hoher Konzentration widmet.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01822.jpg
Ansichten: 1
Größe: 97,7 KB
ID: 48382


          Als Weinbegleitung erhielten wir – auch um preislich im Rahmen eines Clubmenüs zu bleiben – vier Weine, allesamt aus der Bündner Herrschaft. Ich verzichte diesmal darauf, diese zu den Gängen zu beschreiben, da diese Weine eigentlich fast ausschließlich zwischen den Gängen getrunken habe. Das hat damit zu tun, dass die Größe der Portionen - auch die der „richtigen“ Gänge - recht überschaubar war und mich daher auf die Aromenkombinationen auf dem Teller konzentriert habe.
          Wir bekamen nun einen 2011er Sauvignon blanc von Andrea Davaz aus Fläsch. Ich habe – wie wohl viele – vor dem Caminada-Besuch noch nie Weine aus der Bündner Herrschaft getrunken. So habe ich versucht, etwas „besonderes“ in den Weinen zu finden. In diesem gab es einen für mich zum Sauvignon blanc ungewöhnlichen Gesteins-Ton, aber er war auch sehr viel stärker geprägt von den typischen Sauvignon blanc-Aromen.

          Das Menü begann ein bisschen verhalten mit dem „Saibling; leicht gegart, Tatart – Gurke; Röllchen, Relish, Luft – Radieschen; mariniert“, der alles in allem die bekannten Aromen dieser Kombination aufzeigte, ohne jetzt bei mir ein Aha-Erlebnis auszulösen, obwohl der Gang - wie alles anderen auch - bemerkenswert detailgenau gearbeitet war.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01824.jpg
Ansichten: 2
Größe: 104,0 KB
ID: 48385
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01825.jpg
Ansichten: 1
Größe: 97,0 KB
ID: 48384

          Schon mehr Richtung Aha-Erlebnis ging dann der „Bretonische Hummer – Schinken; Gelee, Crème, Schaum - Pfirsich; gegrillt, mariniert“. Die Kombination aus den unterschiedlichen Intensitäten der verschiedenen Schinken-Konsistenzen mit den ebenso verschiedenen Formen des Pfirsichs zeigte viele Schattierungen, die ganz wunderbar zum Hummer passten. Ich bin weiß Gott kein großer Hummer-Fan, aber das war sicher mein Lieblingshummergang seit langer, langer Zeit.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01828.jpg
Ansichten: 1
Größe: 101,2 KB
ID: 48386

          Der „Churer Spargel; roh, gekocht – Kopfsalat; mariniert, Granitée – Zirone, Kalamansi“ wurde mir etwas durch das Granitée im Genuss eingetrübt, das durch die Kälte kurzfristig meine Aromenempfindung stoppte. Mag dies bei einer größer portionierten Teller nicht stören, war es hier etwas schade, weil man doch jeden Moment ein an sich wunderbaren Gangs genießen möchte: die Hollandaise war einfach himmlich in ihrem Cremigen, von der Säure getragenen Geschmack. Dazu der tolle Spargel, der in beiden Zubereitungen immenses Aroma aufwies. Ein Top-Spargel-Gang mit Gaumenüberraschungen und das bei einer Kombination eher typischen zum Spargel gewählter Aromenbilder. Sehr schön; das war die Wirkung, die ich beim Saibling im Nachhinein zunächst vermisst habe. Bei noch längerem Nachdenken glaube ich aber, dass der erste Gang eine wichtige Funktion hat: die Welt dieser fein ziselierten Aromenkombinationen zu öffnen und dafür die Empfindungen zu schärfen.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01829.jpg
Ansichten: 1
Größe: 107,2 KB
ID: 48387

          Als nächster Gang bekamen wir „Forelle; leicht gegart – Karotte; Röllchen, eingelegt – Rauchfische; Mousse“. Ein sehr, sehr guter Gang, wie ich mich erinnere, aber leider habe ich kein allzu konkretes Geschmacksbild mehr im Kopf – ich hoffe einer der weiteren Teilnhmer kann aushelfen…

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01831.jpg
Ansichten: 1
Größe: 119,2 KB
ID: 48388


          Nun folgte der 2009er Chardonnay von Peter Wegelin aus Malans. Ein feiner, sehr schöner Chardonny.

          Die „Langsutine; gebraten, knusprig; Tatar – Tomate; mariniert, Praline, getrocknet, Eis“ war für mich ein echtes Highlight vor allem durch die Geschmacksintensität der verschiedenen Darreichungsformen der Tomate. Bei dem Gang habe ich besonders bedauert, dass die Portionen hier nur wenige Happen groß sind…

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01833.jpg
Ansichten: 1
Größe: 104,6 KB
ID: 48389
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01835.jpg
Ansichten: 1
Größe: 114,0 KB
ID: 48390


          Das als „Überraschungsgang“ gereichte „Kalb; Tortellini, Milke – Eierschwämmli; Schaum, gedünstet“ fiel optisch deutlich aus dem Rahmen, wirkten doch die anderen Gänge wie aus einem Guß. Auch war hier der Geschmack weniger detailverliebt. Es war einfach ein rundes, harmonisches, Geschmacksbild, nah an den natürlichen Aromen von Kalb und Pilzen.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01837.jpg
Ansichten: 1
Größe: 117,9 KB
ID: 48391

          Zum Hauptgang gab es dann einen 2009er Pinot Noir Selection von Manfred Meier aus Zizers in Graubünden. Ein duftiger Vertreter der Pinot Noirs, der mich eher an einen deutschen Spätburgunder, als einen französischen Pinot Noir erinnerte, was hier jetzt beileibe nicht als Nachteil zu verstehen ist.

          Der Hauptgang war „Bündner Lamm; gebraten – Sellerie; Crème, geschmorrt, Ravioli – Zitrone; konfit“ – und einfach sensationell. Wie hier die Säurearomen vom Konfit, die eher etwas bitter- als spitz-säuerlich wirkten, mit den breiten Aromen der Sellerie ein Spiel eingingen, das das Lamm immer wunderbar umgarnte, fand ich schlicht großartig. Da muss man nicht nach mehr Worten suchen!

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01840.jpg
Ansichten: 1
Größe: 115,8 KB
ID: 48392


          Zum Dessert gab es dann eine 2011er S88 Scheurebe von Markus Stäger aus Maienfeld (Bündner Herrschaft), ein schöner Vertreter der Scheurebe, die ich besonders gern mag, wenn sie – wie in diesem Fall – auch etwas Mineralität zeigt.

          Das Dessert, das wir am Tisch bekamen, war das „Quarksoufflé mit Verveinesud – Rhabarber; Sorbet, einglegt, gegart – Sauerampfer; Schaum, Pulver, Praline – Sauerrahm“. Wie dieses Dessert die Säure des Rhababers einband und verarbeite – ich muss es nach dem Sylt-Rhababer-Contest sagen: da hat jeder Sylter Spitzenkoch seinen Meister gefunden. Die Säure war präsent, aber nicht spitz. Für die Frische sorgte hier eher der Ampfer. Toll!

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01842.jpg
Ansichten: 1
Größe: 117,7 KB
ID: 48393


          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01843.jpg
Ansichten: 1
Größe: 107,4 KB
ID: 48394
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01844.jpg
Ansichten: 1
Größe: 116,3 KB
ID: 48395

          Zum Schluss begeisterte mich die Menge und die Qualität der gereichten süßen Happen, die ich im Einzelnen nicht vorstellen werde. Alles toll gearbeitet. Diese bekamen wir in einem weiteren Zimmer des im Obergeschoss Schlosses, in dem auch die Auswahl an Digestifs bereit gehalten wird. Außer der beleuchteten Bar und der Sitzmöbel war hier alles historisch gestaltet, wie im ganzen Schloss eine Mischung aus alt und neu.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01847.jpg
Ansichten: 1
Größe: 101,8 KB
ID: 48396

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01849.jpg
Ansichten: 1
Größe: 105,4 KB
ID: 48398


          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01850.jpg
Ansichten: 1
Größe: 106,0 KB
ID: 48399

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01853.jpg
Ansichten: 1
Größe: 99,1 KB
ID: 48400
          Wie auf den Bildern zu erkennen, sind die Portionen im Schauenstein tatsächlich arg überschaubar. Empfehlenswert ist es also vor dem Mahl dort das Mittagessen nicht unbedingt komplett ausfallen zu lassen. Aber es ist jetzt auch nicht so, dass man noch mit Appetit das Restaurant verlassen würde. Das Menü ist meines Erachtens so ausgelegt, das man bis zur letzten Praline wirklich Lust auf das Essen empfindet. Es stellt sich ein angenehmer Sättigungsgrad ein.

          Gegessen hatten wir übrigens in einem komplett mit Holz ausgekleideten Zimmer, der zweite Speiseraum ist eher modern gehalten. Das ganze Schloss ist was die Raumgestaltung betrifft detailverliebt schön gestaltet. Es ist ganz offensichtlich schön – was einen Kontrast zur Küche darstellt. Ihr muss man mit einer guten Portion Achtsamkeit begegnen, um die feinen Aromenstrukturen voll wahrzunehmen. Es haben sich aus dem Club ja noch einige Mitglieder im Schloss Schauenstein für die nächsten Tage und Wochen angemeldet. Ihnen möchte ich empfehlen, keine offensichtlichen Power-Gänge zu erwarten, sondern aufs feinste gearbeitete und durchdachte Miniaturen, die ihre volle Aufmerksamkeit erfordern.

          Beim Schloss Schauenstein handelt es sich um eine alte bischöfliche Residenz. Wie bekannt ist, bekommt man im Schloss Schauenstein die Menüfolge in kleinen Kärchten, die dann in ein Erinnerungsbüchlein eingesteckt werden. Jeder Tielnehmer hat ein für das Schloss typisches Symbol: als „Chef“ des Clubs saß Hannes Buchner zufällig auf dem Platz, an dem das Bischofssymbol lag, ein regelmäßiger Clubabendteilnehmer, der im Forum alles liest, aber noch nicht ein Zeile geschrieben hat, war das Schlossgespenst und ich der Hofnarr. Wer glaubt jetzt noch an Zufälle? Ich glaube ans Gesamterlebnis!
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: DSC01857.jpg
Ansichten: 1
Größe: 104,6 KB
ID: 48401
          Angehängte Dateien
          Zuletzt geändert von QWERTZ; 07.01.2014, 19:39.

          Kommentar


          • #35
            Werter Qwertz,

            vielen Dank für den sehr treffenden Bericht.

            Ein paar ergänzende Eindrücke unsererseits.

            Das Gesamterlebnis ist einmalig und etwas ganz besonderes. Andreas Caminada gelingt es - wie wir es noch NIE bei einem *** erlebt haben, den Gast in den Vordergrund zu rücken und sich und sein Hotel als DIENSTleistung zu verstehen > Chapeau. Für uns – neben ganz vielen anderen sehr positiven Eindrücken – zeigen das die kleinen Dinge, die das Gesamterlebnis Schauenstein aber auf die Spitze heben! Wo bekommt man vom *** höchstpersönlich am späten Abend auf der wunderschönen Terrasse Decken und Auflagen für die Sitze gereicht und dies bei einem immer sympathischen Small Talk. Das Ambiente vom Hotel, dem Restaurant, den Loungen, der Auffahrt, dem Garten etc. bildet eine unglaublich harmonische Einheit. Man merkt an allen Ecken, dass hier der Chef mit Liebe seinen Traum verwirklicht hat und diesen lebt, aber nicht selbstverliebt, sondern hier geht es noch tatsächlich um das Wohl des Gastes!

            Das kulinarische Erlebnis war unseres Erachtens auf ***+ Niveau. Sicher eines unser besten *** Erlebnisse. Den herausragenden Beschreibungen von Qwertz schließen wir uns gerne an.

            Die unausweichliche Kritik bezieht sich – wie Qwertz treffend schilderte – auf die Portionsgröße. In der Tat würde das ein oder andere größere Stück Fleisch/Fisch noch mehr und aus unserer Sicht vielleicht auch besser das ja im Vordergrund stehende Hauptgericht betonen. Die Gänseleber war sehr gut, aus diesem Edelprodukt lässt sich aber deutlich mehr zaubern. Das Brot war gut, aber nur eine Brotsorte wurde gereicht. Insbesondere vor dem Hintergrund der sonst nicht so sättigenden Gerichte, wäre eine größere Brotauswahl wünschenswert. Nichtsdestotrotz stellen die einzelnen Gänge eine nahezu perfekte Gesamtkomposition dar.

            Das absolute Highlight stellt auch für uns die Langustine; gebraten, knusprig; Tatar – Tomate; mariniert, Praline, getrocknet, Eis dar. Der Einsatz der Tomate war grandios und bot Schattierungen, die wir noch nie so genossen haben. Nahezu ****. Da wir sehr pastalastig sind und überdies die italienische Küche sehr schätzen konnten wir uns auch an „Kalb; Tortellini, Milke – Eierschwämmli; Schaum, gedünstet“ ergötzen. Perfekte Konsistenz und Intensität der harmonisch zusammengefügten Komposition war für uns einmalig. Die Forelle war für uns etwas langweilig und ohne die Intensität, die sonst jeder Gang hervorzauberte. Wie selten wurden wir von einem Höhenflug zum nächsten gejagt.

            KG
            Chess

            Kommentar


            • #36
              Werter Qwertz, werter Chess,

              besten Dank für Ihre interessanten Eindrücke! Bemerkenswert finde ich, dass Sie ein achtgängiges(!) Menü am Ende hungrig oder zumindest ungesättigt zurückließ. Ein uraltes Sterne-Cliché, das sich heute ja sonst nur noch selten erfüllt. Eine größere Brotauswahl oder auch ein Käsegang wären da vielleicht hilfreich. @Chess: Bischof, Narr, Gespenst... was hatten Sie denn für eine Tischkarte?

              Grüße, mk

              P.S. Bei *** sehe ich das so: Kein Käsewagen = ein Stern Abzug in der Gesamtleistung.

              Kommentar


              • #37
                Feuerdrache die Dame, schlafende Katze der Herr :-) KG chess

                Kommentar


                • #38
                  Vielen Dank, werter Qwertz, werter Chess, für die Arbeit der Berichte.
                  Auch mein Highlight war die Languste, ich empfand diese als superzart, die Tomaten lieferten eine leichte Süsse hinzu, einfach herrlich.
                  Das Brot wurde noch leicht warm an den Tisch gebracht, so dass die Butter leicht schmolz, sehr schön. Geschmacklich eher "neutral", so dass es die Leichtigkeit der Gerichte nicht beeinflusste. Ich liebe zwar auch eine grosse Auswahl an Broten, jedoch hätte meines Erachtes ein "schweres" Vollkornbrot nicht zum Menü gepasst.

                  Kommentar


                  • #39
                    Und Ihre Tischkarte?

                    Kommentar


                    • #40
                      Liebes Mohnkalb, ich war durchaus gesättigt und hatte nach all den Kleinigkeiten zum Schluss keinerlei weitere Esslust verspürt (zumindest bis zum nächsten Morgen). Aber die Esslusthielt eben bis zum Schluss an. Eine Punktlandung, nur weniger dürfte es nicht sein.

                      Kommentar


                      • #41
                        Caminadas Koch-Philosophie

                        Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                        Gegessen hatten wir übrigens in einem komplett mit Holz ausgekleideten Zimmer, der zweite Speiseraum ist eher modern gehalten. Das ganze Schloss ist was die Raumgestaltung betrifft detailverliebt schön gestaltet. Es ist ganz offensichtlich schön – was einen Kontrast zur Küche darstellt. Ihr muss man mit einer guten Portion Achtsamkeit begegnen, um die feinen Aromenstrukturen voll wahrzunehmen. Es haben sich aus dem Club ja noch einige Mitglieder im Schloss Schauenstein für die nächsten Tage und Wochen angemeldet. Ihnen möchte ich empfehlen, keine offensichtlichen Power-Gänge zu erwarten, sondern aufs feinste gearbeitete und durchdachte Miniaturen, die ihre volle Aufmerksamkeit erfordern.
                        [ATTACH=CONFIG]1057[/ATTACH]
                        Gut, dass Sie darauf hinweisen, werter Qwertz, dass Caminadas Koch-Philosophie nicht unbedingt darauf hinausläuft, WOW-Effekte zu erzeugen.
                        Ich bin nämlich bei meinem Besuch vor knapp 2 Jahren dieser Erwartungshaltung aufgesessen. Meine Frau und ich waren eigentlich schon arg enttäuscht und konnten es erst gar nicht verarbeiten. Sicher hatte Vieles sehr gut geschmeckt, aber etwas mehr Kreativität hätten wir uns schon gewünscht.

                        Die Erklärung seiner Arbeitsweise und Koch-Philosophie kann vielleicht dieses ausgezeichnete Interview mit H. Caminada liefern, in dem er u.a. sagt
                        (<http://bar-storys.ch/erster-drink-an-der-bar-mit-andreas-caminada/>):

                        "Ich war vor wenigen Jahren an so einem Punkt. Ich fragte mich, was ich denn überhaupt noch machen könnte, damit das Angebot noch einmal anders ist. Ich kam für mich zum Schluss, dass ich nichts tuen möchte, das zwar toll und wow ist, aber nicht so schmeckt, wie es sollte. Für mich wurde da klar, dass ich nie so kochen möchte. Lieber koche ich einfach Dinge, die fein sind und die den Gästen richtig gut schmecken. Das ist mein Ansatz: Was auf den Teller kommt, muss harmonisch und super gut sein! Ich muss keine Ameisen über den Teller krabbeln lassen, nur damit man davon spricht. Bei mir gibts kein Hokuspokus, wenn es den Geschmack nicht verbessert."

                        MkG
                        lagomaggiore

                        Kommentar


                        • #42
                          Werter QWERTZ,

                          vielen Dank für den schönen Bericht und die tollen Bilder.

                          Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
                          Ich verzichte diesmal darauf, diese zu den Gängen zu beschreiben, da diese Weine eigentlich fast ausschließlich zwischen den Gängen getrunken habe. Das hat damit zu tun, dass die Größe der Portionen - auch die der „richtigen“ Gänge - recht überschaubar war und mich daher auf die Aromenkombinationen auf dem Teller konzentriert habe.
                          Das Problem kenne ich, ich konzentriere mich so auf das Essen das ich vergesse dazu einen Schluck Wein zu trinken. Dann ist der Teller leer und der Wein noch da oder er war so lecker das ich ihn schon fast ausgetrunken habe bevor der Gang serviert wird. So verzichte ich in der Regel auf eine Weinbegleitung und wähle gelegentlich einen offenen Wein der mich interessiert um ihn das zwischen den Gängen zu trinken.

                          Viele Grüße
                          Jürgen

                          Kommentar


                          • #43
                            Besten Dank für die Berichte - wir werden demnächst auch noch das Gourmetclub-Menü geniessen dürfen, und die Vorfreude ist beim Lesen dieser Zeilen nochmals gestiegen!

                            Kommentar


                            • #44
                              Nun sind wir aus der Schweiz zurück, und können den positiven Eindruck nur bestätigen.

                              Vielen Dank an Gesamtteam von Schauenstein, wir haben uns selten so willkommen gefüllt. Von dem Zeitpunkt der Abholung in Thusis und bis zum Moment als Herr Friedrich uns wieder an unserer Hoteltür abgesetzt hat, hatten wir das Gefühl dass alle Mitarbeiter ohne Ausnahme sich ehrlich und ungekünstelt gefreut haben uns als Gäste zu haben.

                              Unsere Lieblingsgänge bei dem Menü waren Spargel und Langustine. Diese beiden Gänge hatten ein schönes Zusammenspiel von knackiger Frische, Säure und Intensität geboten. Bemerkenswert fanden wir Architektur der Speisen.
                              Ich fand die Portionsgröße durchaus in Ordnung, eigentlich hatte ich zum Fleischgang bereits genug. Die Süßigkeiten zum Schluss musste ich sogar stehen lassen, was mir am nächsten Tag bereits leid getan hat.

                              Ein besonderen Dank an Herrn Friedrich, der uns viel interessantes über Schweizer Weine erzählt , und ein wertvoller Tipp für eine Grappa- und Schnapsbrennerei gegeben hat, welche wir prompt am nächsten Tag besucht , eine nette Familie kennengelernt und schöne Sachen probiert haben.

                              Da ich ein gewisses Faible für „lokal und saisonal“ habe, war für mich die Menüzusammenstellung wie ein Balsam für die Seele. Uns wurde erklärt woher sämtliche Zutaten kommen, die Produzenten teilweise namentlich erwähnt, sogar die Entfernung zwischen Schloss und einer oder anderer Betrieb wurde uns mitgeteilt. Schöne Weine aus der Region passten hervorragend zum Menu. Obwohl ich beim Sauvignon Blanc und Pinot Noir solo probiert skeptisch war, waren die Weine doch als Ergänzung zu den entsprechenden Gängen eine sehr gute Wahl.

                              Ein rundum gelungener Abend und eines der besten Restaurant Erlebnisse, welche wir machen dürften.

                              Kommentar


                              • #45
                                Danke für die vielfältigen Impressionen zu Schauenstein!

                                Eine Frage am Rande - bietet das Restaurant bei Bedarf einen Abholservice von Thusis? Danke!

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X