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Caminada/Schauenstein

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  • #46
    Theoretisch ja, man muss es aber vorher explizit mitteilen. Das Thusis hat aber wie gesagt eher Jugendherbergs-Charme, was man angesichts des Preises und der Empfehlung nicht unbedingt erwarten würde.

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    • #47
      Zitat von wi090365 Beitrag anzeigen
      Vielen Dank an Gesamtteam von Schauenstein, wir haben uns selten so willkommen gefüllt. Von dem Zeitpunkt der Abholung in Thusis und bis zum Moment als Herr Friedrich uns wieder an unserer Hoteltür abgesetzt hat, hatten wir das Gefühl dass alle Mitarbeiter ohne Ausnahme sich ehrlich und ungekünstelt gefreut haben uns als Gäste zu haben.

      Unsere Lieblingsgänge bei dem Menü waren Spargel und Langustine. Diese beiden Gänge hatten ein schönes Zusammenspiel von knackiger Frische, Säure und Intensität geboten. Bemerkenswert fanden wir Architektur der Speisen.
      Ich fand die Portionsgröße durchaus in Ordnung, eigentlich hatte ich zum Fleischgang bereits genug. Die Süßigkeiten zum Schluss musste ich sogar stehen lassen, was mir am nächsten Tag bereits leid getan hat.
      Ich freue mich immer mehr auf unseren Besuch im September. Danke an alle für die Berichte die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

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      • #48
        Übrigens kann man von Thusis auch hervorragend mit dem Bus zum Schauenstein fahren (Fahrzeit 6 Minuten). Aber für den Rückweg würde ich mir in jedem Fall den shuttle sichern. Ich finde das Weiße Kreuz -wie ich schrieb - nicht so trostlos, wie ich es mit Jugendherbergen verbinde. Es ist schlicht und klar im Design. Kein Luxus zwar, aber mit hübscher Sauna und vernünftigem Frühstück,da hab ich zum gleichen Preis schon vieles ärgerlicheres erlebt, wiewohl es schon preislich schweizerisch kalkuliert ist, das stimmt.

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        • #49
          Ich weiß nicht, wann Sie das letzte mal in einer Jugendherberge waren, aber die sind heute oftmals nicht mehr trostlos. Bei 150 € für ÜN/F darf man m. E. aber mehr erwarten als festgeschraubte Bretter als Lattenrost mit Billigmatratze, eine Dusche mit klebenden Vorhängen und einen überforderten Service. Und das kann man nicht dem Preisniveau der Schweiz anlasten, denn für wenige € mehr habe ich letztlich noch ein 5*-Hotel am Genfer See mit Top-Service und ebensolchen Zimmern buchen können.
          Zuletzt geändert von Max.Vanderveer; 23.06.2013, 10:40.

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          • #50
            Ich habe keine 150 EUR bezahlt, sondern 135 EUR, der Duschvorhang war bei mir eine Kabine und die Mitarbeiter waren freundlich und haben auch eine kleine gruppentechnische Organisationssache für uns gut hinbekommen. Ich will ja nicht sagen, dass das eine Top-Unterkunft ist, mit unschlagbarem Preis-Leistubgsverhältnis wäre, aber zu meckern gab es für mich nix.

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            • #51
              Wir hatten kürzlich auch das Vergnügen, das Gourmet Club Menü auf Schloss Schauenstein zu einem späteren Zeitpunkt geniessen zu dürfen (wenn wir es schon nicht direkt zum Event geschafft haben). An Hannes Buchner danke für die Organisation!

              Ich möchte vermeiden, hier einfach das meiste zu Wiederholen, was an anderer Stelle bereits sehr treffend beschrieben wurde. Und unsere Eindrücke sind sehr deckungsgleich mit den anderen Kommentaren hier. Ganz kurz zusammengefasst:

              - Tolle Küche auf sehr hohem Niveau
              - Camidana liebt es, ein Produkt in verschiedenen Variationen / Zubereitungsarten zu präsentieren und zeigt quasi das volle Spektrum dessen auf, was man daraus machen kann
              - Keine plakativen, vordergründigen Aromen am Teller, sondern fein ausgewogene Kompositionen
              - Der Gang mit Langoustine / Tomate war ein Highlight, insbes. auch durch die Tomate
              - Die Atmosphäre und der Service auf Schloss Schauenstein ist toll
              - Die Portionen sind arg überschaubar und machen wirklich hungrige Esser vermutlich nicht übermässig satt

              Das ganze ausführlicher auf http://kuechenreise.com/2013/07/14/r...-furstenau-ch/ (mit der Warnung, die Bilder und manchmal auch Kommentare ähneln ein wenig schon hier geschriebenem)

              Gruss,
              Küchenreise

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              • #52
                Andreas Caminada schliesst sein Restaurant Anfang 2018 für 5 Monate und begibt sich mit seiner Familie auf eine Weltreise.

                https://www.hotellerie-gastronomie.c...etriebsferien/

                Wer Schloss Schauenstein vorher noch besuchen möchte findet hier Termine:

                http://www.andreascaminada.com/sites...s_details&id=6

                Eine nachahmenswerte Idee für andere oft ausgebuchte Restaurants.

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                • #53
                  Schloss Schauenstein im Dezember 2017

                  Wer hat´s erfunden? Also den reibungslosen Zugverkehr eher die Schweizer. War die Abreise in Deutschland doch von ausgefallenen Zügen und Ausweichverbindungen geprägt wurden wir in der Schweiz schon von bereitstehenden Zügen erwartet welche dann auch pünktlich losfuhren und auch pünktlich das Ziel in Thusis erreichten.

                  Am Abend wurden wir mit einer feinen Limousine von Hotel „Weißes Kreuz“ abgeholt und konnten diesen Service auch für Heimweg kostenlos nutzen. Das Schloss ist ein Ort zum wohlfühlen. Die Räume sich sehr geschmackvoll eingerichtet Es brannten Kamine, die Damen im Service waren sehr herzlich, kurzum, man fühlte sich willkommen.

                  Das Essen bestach optisch und geschmacklich durch große Präzision, was aber für den interessierten Gourmet nichts Neues ist. Auch die Portionsgrößen sind hinlänglich besprochen worden. Wir entschieden und für das große Menü zzgl. der beiden Überraschungsgänge. Die Weinbegleitung wurde freundlicherweise durch kleine Portionen halbiert. Um es kurz zu machen: mit Ausnahme des Rote-Bete-Eis´, welches mir zu salzig war, gab es Nichts, was nicht auf 3-Sterne-Niveau war.

                  Apérohäppchen

                  Rote-Bete Sorbet im Hörnchen
                  Rosenkohl - Senf
                  Lebermandeln
                  Schwein – Macaron
                  Scharlotten – Quiche
                  Trüffel – Topinambur – Trüffeltoast


                  Zur Einstimmung

                  Felchen
                  Kohlrabi
                  Rote Zwiebel

                  Der Zwiebelsud war von einem ausgezeichneten Geschmack. Das Zwiebelaroma wurde sehr harmonisch von einer ganz feinen Süße und Säure umspielt.

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                  Rotkohl – Eis
                  Schinken, Schaum – Pulver
                  Schnittlauch - Öl

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                  frisches Brot
                  Butter, gesalzen - aufgeschlagen

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                  Amuse Geule

                  Rind –Tatar
                  Dill, geräuchert – Meerrettich
                  Rote Bete

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                  Kürbis, Ravioli – Püree – Bouillon
                  Dörrbirne – Crème
                  Cicorino Rosso

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                  Klassiker 2011

                  Makrele, roh – gebeizt – gebraten,
                  Rettich – Radieschen
                  Advocado – Limette

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                  Menü-Gänge

                  Forelle, leicht gegart
                  Karotte, Püree – eingelegt
                  Rauchfisch – Mousse
                  Blüten

                  Bei diesem Gang hatte ich zu ersten Mal überhaupt den Eindruck, dass das Gemüse der Hauptdarsteller war und der Fisch nur die Beilage. Die kleinen Scheibchen schmeckten „robust & pur“ die violette Möhre war hauchzart und etwas säuerlich, das Püree weich, butterig und süß.

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                  Kalbsmilke (Bries), gebraten
                  Zwetschge – sauer eingelegt
                  Dörrbohne – Crème

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                  Zander – leicht gegart
                  Zwiebel – Lardo – Kapern
                  Rotweinreduktion
                  Beurre Blanc

                  Den Lardo habe ich nicht sonderlich wahrgenommen aber die feinen Kapern gaben dem Fisch anders als Zitronen etc. eine sehr aromatische Säure. Diese Kombination war mir neu und wird ins Repertoire aufgenommen.

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                  Reh – Speck
                  Sellerie – gegrillt – Crème
                  Haselnuss – Crumble
                  Quitte – Crème

                  Das Püree von geräucherten Sellerie war ebenfalls eine kleine Offenbarung. Es waren gar nicht mal Röstaromen, die das Püree so besonders machten. Es lässt sich vielleicht am besten damit beschreiben, dass der Selleriegeschmack sehr vollmundig war ohne dabei unangenehm zu werden.

                  Zu dem Reh wurde ein Chateauneuf du Pape aus dem Jahre 2007 serviert. Flüssiger Samt…

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                  Schweizer Käse
                  Kartoffeln aus dem Albulatal
                  Trockenfleisch von versch. Bauern

                  Zu der Käseauswahl und den Beilagen wurde eine Auswahl von graubündner Bieren angeboten was eine willkommen Abwechselung zu der ansonsten sehr stimmigen Weinbegleitung war.

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                  Schokolade
                  Bündner Trüffel – Eis – eingelegt
                  karamelisierte Schweinebauch

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                  Klassiker 2012

                  Zitrone – Joghurt
                  Amalfi – Zitrone geeist – confiert – eingelegt
                  Joghurt – Eis – Crème
                  Quarksoufflée

                  Wenn ich mich recht erinnere – der Abend war lang und viele Gläser leer – wurde zu dem Dessert-Klassiker als Begleitung Whisky gereicht. Meinem Kumpan hat es geschmeckt, ich habe ein Glas Champagner vorgezogen….

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                  Petit Four
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                  Alles in allem hat es uns so gut gefallen dass die Fortsetzung dieses Abends nach ein wenig Tam-Tam auf der Werbetrommel in etwas größerer Runde im Januar 2019 stattfinden wird.

                  Viele Grüße,

                  TaxAs
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                  • #54
                    Das Imerpim von Andreas Caminada vergrößert sich weiter. Nun kommt in Fürstenaus selbst eine Gaststätte dazu:

                    Kommentar


                    • #55
                      Unser Podcast besteht jetzt seit einem Jahr. Zum Jubiläum haben wir einen ganz besonderen Gast: Andreas Caminada. Hier gibt es die Folge für alle gängen Player zum Abruf:
                      Interviews mit Sterneköchen und Sterneköchinnen

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                      • #56
                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein1.jpg Ansichten: 0 Größe: 100,9 KB ID: 66971Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food1.jpg Ansichten: 0 Größe: 90,8 KB ID: 66972
                        Im Schauenstein ist es ja gar nicht leicht, Plätze zu bekommen. Aber Mitte Mai, als die Öffnung der Restaurants absehbar war, aber die Reisemöglichkeiten ins Ausland beschränkt waren, habe ich mir einen Tisch gesichert, auf Verdacht, dass es klappen könnte - und es hat geklappt. Mit Hannes Buchner war ich dann vor Ort.
                        Das Schauenstein steht klar für ein Gesamterlebnis aus Raum, Service und Speisen. Eigentlich gehört im Sommer auch der Garten dazu, doch an dem Abend ist Gewitterstimmung in Fürstenau und so gehen wir direkt an den Tisch im unteren Gastraum. Um den Abstandsregeln gerecht zu werden, stehen zwischen den Tischen Plexiglaswände, so dass man wie in einer Art Abteil sitzt. Das ist nicht schlecht, das Raumgefühl ist nicht eingeschränkt, aber es gibt doch auch eine Art von Privatheit am Tisch. Zum Zeitpunkt des Besuchs waren alle Räume im Schloss, außer der Bibliothek/Raucherraum für den Restaurantbetrieb genutzt.
                        Gegenwärtig wird ein Menü mit sechs Gängen serviert, dass sich noch um zwei Überraschungsgänge, einer salzig, einer süß, erweitern lässt, außerdem gibt es eine Klassikerkarte. Ich entscheide mich für den salzigen Überraschungsgang, Hannes für eine Menüportion aus der Klassikerkarte.
                        Vor sieben Jahren war ich zuletzt im Schauenstein und erinnere mich noch gut an das Gesamterlebnis, allerdings weniger an das Menü, die Speisen waren sehr fein und filigran, puristisch fast. Aber da hat sich – wie der Abend zeigen sollte – durchaus etwas geändert…
                        Auf dem Tisch liegt ein kleines Büchlein, in dem die Gerichte des Abends ausgeführt sind, sowie einige Informationen über Schloss und die Produkte des Menüs. Hinzu kommen dann mehrere Karten für weitere Gerichte in unterschiedlichen Größen und Papierstärken.
                        Das Menü beginnt dann mit einem umfassenden Amuse- und Einstimmungsangebot. Diese kleinen Gerichte nach den Snacks sind nur wenig kleiner als die Menüportionen (bzw. diese sind nur wenig größer), sodass sich ein fließender Übergang ins Menü ergibt. Auch im Komplexitätsgrad gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen Gängen und Einstimmungen. So bekommt die komplette Speisenfolge eine harmonische Dramaturgie.

                        Die ersten fünf Appetithäppchen werden in einem Rutsch serviert:
                        Tartelette – Tomate: in weiß schmeckt deutlich tomatig.
                        Ziegenkäse – Bärlauch: bringt den Kräutergeschmack gut hervor
                        Rettich – Kimchi: saftig und dezent scharf
                        Saibling – Rogencreme: intensiver, kräftiger Fischgeschmack
                        Rind -Zwiebel: gute Schärfe bzw. Würze.
                        Bereits diese Häppchen sind merklich intensiv. Wenn bereits die ersten Grundgeschmäcker intensiv sind, können ja die Gänge dahinter kaum zurückgehen und so ist es dann auch.
                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food5.jpg Ansichten: 0 Größe: 98,6 KB ID: 66975Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food4.jpg Ansichten: 0 Größe: 86,8 KB ID: 66976

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food2.jpg Ansichten: 0 Größe: 95,6 KB ID: 66973Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food3.jpg Ansichten: 0 Größe: 94,3 KB ID: 66974

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food6.jpg Ansichten: 0 Größe: 81,8 KB ID: 66977

                        Artischocke – Leber und die Fake-Auster werden serviert:
                        Die Artischocke mit der Leber hat durch die ebenfalls dazu gehörenden Pilze ein schönes erdiges Aroma. Bei der Auster ist nicht nur die Auster Fake, sondern auch das Blatt, bei dem es sich nicht um eine Alge handelt, leider habe ich vergessen, um was für ein Blatt genau. Die Textur einer Auster ist gut getroffen, geschmacklich ist es eher iodig kräftig, als fein.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food7.jpg Ansichten: 0 Größe: 83,2 KB ID: 66978Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food8.jpg Ansichten: 0 Größe: 91,5 KB ID: 66979

                        Felchen, Safran – Grüne Paprika: auf dem Hauptteller ist das Felchen unter einem intensiv, herben Paprikaeis mit einem kühlen Safransud, das eher wie eine gewürzige Vinaigrette mit dezenter Säure wirkt. Die Aromen sind zwar intensiv, durch die Leichtigkeit (Eis, der klar Sud) wirkt es fein und leicht, sodass trotz der Zutaten das Aromengfühl nicht so mediterran ist, wie man vermuten könnte. Dazu gibt es feinen Chip mit Felchen und Pepperoni-Creme, die aufgrund der Kräuter obenauf diese Richtung verstärkt.
                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food9.jpg Ansichten: 0 Größe: 97,9 KB ID: 66980Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food12.jpg Ansichten: 0 Größe: 69,3 KB ID: 66982

                        Makrele – Avocado -Rettich wird als Klassiker des Hauses vorgestellt und ist auch so, wie ich die Küche von vor sieben Jahren in Erinnerung habe. Die Pfefferkruste gibt dem Gericht minimal Kraft, aber ansonsten ist es eine feine, dezent rettich-scharfe, bemerkenswert filgrane Aromenwelt, die sich hier auftut und ein bisschen aus der Stilistik fällt, mit der das Menü an den Start gegangen ist.
                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food14.jpg Ansichten: 0 Größe: 94,6 KB ID: 66981

                        AB1 Rhabarber Spargel besteht aus einem Rhabarber-Eis auf einem Spargelschaum mit einem Spargelsalat. Diese Einstimmung wird als Erfrischung angekündigt. In der Tat es kühl, aber auch eher herb. Ein wenig sind sogar an Schinken erinnernde Aromen im Spiel. Die Fetttextur der Creme kann man auch als Hollandaise-Zitat interpretieren.
                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food15.jpg Ansichten: 0 Größe: 92,5 KB ID: 66983

                        AB2 Ox Gyoza: In dem Teigtäschchen ist Ochsenschwanz mit Brunnenkresse. Hier verbindet sich ein kräftiger Fleisch- mit einem leicht scharfen, vegetabilen Geschmack.

                        Bis hierhin begleitet ein Obrecht Blanc de Noir Schiefer – ein recht geradliniger, straffer Wein, der gut zur Klarheit des Gerichts passt, die Einstimmungen.
                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food17.jpg Ansichten: 0 Größe: 80,2 KB ID: 66984Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein2.jpg Ansichten: 0 Größe: 99,7 KB ID: 66985

                        Nach dieser umfassenden Einstimmung beginnt das eigentliche Menü:
                        Forelle – Rande – Dill : verbindet die cremige Textur des Fisches mit den relativ präsenten erdigen Aromen der Roten Bete, auch der Dill ist deutlich wahrnehmbar, so dass der Eigengeschmack des Fisches eher eingebunden als hervorstechend ist. Komplexität bekommt der Hauptteller durch die Sauce auf Basis von geräucherter Molke. Auf dem zweiten kleinen Teller mit Forellentatar wird im Grunde die Kombination Fetttextur – Rote Bete – Milchprodukt in einer etwas vereinfachteren puristischen Form gezeigt.
                        Der 2017er Welschriesling Ottenberg Viethansl ist recht tief und komplex für einen Welschriesling und passt hier auch vor allem zum Dill und den Aromen der Molke sehr gut.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food20.jpg Ansichten: 0 Größe: 103,7 KB ID: 66986
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                        Für Hannes Buchner folgt nun die Kalbtortellini mit Nussbutterschaum aus der Klassikerkarte.
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                        Für mich gibt es glasierte Kalbmilken mit Fenchel und Knoblauch. Das Bries ist wunder gebraten und hat an sich durch die Kruste schon eine Würze. Davon setzt sich der Fenchel, der relativ unverfälscht und intensiv zur Geltung kommt, aromatisch gut ab und gibt dem Gericht eine gewisse Straffheit. Ganz schön intensiv und wärmend ist die Gewürzcreme, aber aber trotzdem optimal in die Wirkung des Gerichts integriert ist. Ein toller, würziger Briesgang, der trotz Intensität nicht zu druckvoll gestaltet ist.
                        Der Adorado de Menade begleitet hervorragend mit Sherrynoten das Gericht. Dabei handelt es sich um Verdejo, der im Soleraverfahren gewonnen wurde. Der Wein wird, so erzählt Marco Franzelin, nur alle zehn Jahre ausschließlich in Magnums abgefüllt

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food22.jpg Ansichten: 0 Größe: 103,3 KB ID: 66992Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein4.jpg Ansichten: 0 Größe: 84,2 KB ID: 66993

                        Schwein Zwiebel – Dörrbirne ist ein ähnlich konstruiert, wie der Überraschungsgang. Das Nackenstück vom Schwein hat einen wunderbaren, saftigen Fleischgeschmack. Durch Lardo bekommt er zudem eine gewisse Würze. Die Birne, vor allem die Geltupfen, kontert, ähnlich wie der Fenchel im vorherigen Gang, etwas die Intensität der Aromenstruktur und erhöht die Feinheit des Gerichts.
                        Ein Syrah von Hansruedi Adank passt hier hervorragend. Der Wein ist dicht, aber er ist schlanker und straffer als ein klassischer Syrah.
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                        Zander Kopfsalat – Estragon wird nach zwei durchaus kräftigen Fleischgängen nun als warmer Fischgang serviert. Der Zander ist von hervorragender Qualität, denn er ist saftig und wachsig in der Konsistenz. Der gegrillte Salat auf dem der Fisch hat einen „dunkelgrünen“, weniger knackigen Effekt, sondern eher an Spinat oder Mangold, nur mit dem feineren Eigengeschmack des Salats. Die Estragoncreme und der Emsulsion aus Kopfsalat und Estragon integrieren sich in die sehr gut grüne Aromatik des Gerichts.
                        Dazu passt der Le Grand Blanc von Henri Milan.
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                        Lamm – Bärlauch: das Rückenstück schmeckt nicht ganz so intensiv nach Lamm, wie das Lamm im Rutz, das ich dort vor einigen Wochen genießen durfte und für mich neue Maßstäbe in Bezug auf Lamm gesetzt hat, ist aber auch von sehr guter Qualität. Die Rolle rechts ist Rettich. In der Mitte befindet sich ein wunderbar fetter Joghurt Tupfen mit einer würzigen Creme und Harissa, so dass auch ein dezent orientalischer Touch ins Gericht kommt. Der Bärlauch schaltet sich mit dem geschmorten Bauch (hinten im Bild) in die Kombination ein. Ein harmonisches Gericht, wieder mit merklicher Würze, die aber perfekt integriert ist.
                        2007er Vino Tondonia ist ein Klassiker, der hier wunderbar passt.
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                        In der Karte wird nun Schweizer Käse angekündigt, abe es gibt es dann eine veritable Käse- und Wurstplatte inclusive kleiner Kartoffeln. Eigentlich stehen hier fast die Wurstspezialitäten mehr im Vordergrund. Die Mischung auch hochfeinen Gerichten und der rustikalen Degustation ist ein schöner Kontrast – und wer danach noch Hunger hat, dem ist nicht zu helfen…
                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food35.jpg Ansichten: 0 Größe: 70,1 KB ID: 67000Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food37.jpg Ansichten: 0 Größe: 105,9 KB ID: 67001
                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food36.jpg Ansichten: 0 Größe: 109,4 KB ID: 67002Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food39.jpg Ansichten: 0 Größe: 109,7 KB ID: 67003Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food38.jpg Ansichten: 0 Größe: 108,0 KB ID: 67004

                        Angekündigt ist nur ein Dessert, aber wir bekommen dann offensichtlich noch die süße Überraschung als Extra…
                        Champagnercremesorbet mit Veilchenmousse und Holunder- und Kräuteröl, sowie einem Armen Ritter mit Blüten ist ein wunderbares Dessert, ganz leicht und duftig wirken die Aromen. Die Veilchen parfümieren dezent den Mund, während die Säure des Champagners und die Holunder- bzw. Kräuteraromen den Hauptton setzen. Der arme Ritter ist sehr schön saftig, von den Blüten kommt tatsächlich eine gewisse florale Kopfnote dazu.
                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food41.jpg Ansichten: 0 Größe: 93,3 KB ID: 67005Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food43.jpg Ansichten: 0 Größe: 71,2 KB ID: 67006

                        Sauerampfer Zitrone – Joghurt heißt dann das in der Karte angekündigte Dessert mit einem wunderbaren Soufflee und feiner, ganz präzise gesteuerten Säure.
                        Dazu passt ein schöner Champagner, demi-sec
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                        Dann gibt es noch eine umfanssende Frisandises-Präsentation:
                        Gelée – Sanddorn; Tarte – Schokolade; Marshmallow; Mousse – Brombeere; Haselnüsse – Schokolade; Macaron – Caramel; Financier – Himbeere.
                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food45.jpg Ansichten: 0 Größe: 85,0 KB ID: 67009Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20200702 Schauenstein Food51.jpg Ansichten: 0 Größe: 80,4 KB ID: 67012
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                        Das war ein überaus begeisterndes und beglückendes Menü, bei dem von A bis Z alles gestimmt hat. Die Küche von Andreas Caminada zeichnet Klarheit und Präzision aus. Das – so könnte man denken -führt zu leisen und fein gezeichneten Gängen. In diesem Menü ist aber über weite Teile durchaus auch eine beherzte Würze zu spüren, ohne, dass die Präzision und Feinheit darunter leiden. Denn alles ist so genau dosiert, dass die Grundlinie der Küche nur noch stärker betont wird, denn es gibt kein zu viel oder zu wenig, sondern nur ein genau richtig – und das erhöht ungemein den Spaßfaktor der Küche. Das ist wirklich großes Kino. Ich werde keineswegs sieben Jahre warten, bis ich mich wieder nach Fürstenau reisen werde – auch zumal mir bei der Anreise mal wieder klar wird, wie gut der Ort mit Bahn und Bus auch ohne Auto zu erreichen ist.
                        Wir werden an dem Abend sehr zuvorkommend von Marco Franzelin betreut, der nicht nur seine Weinkompetenz, sondern auch seine Gastgeber-Fähigkeit perfekt zeigt.
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                        • #57
                          Danke für den tollen Bericht. Ich hatte bei unserem Besuch, sicherlich ähnlich lange her, hier geschrieben, das die Portionsgrössen sehr übersichtlich waren. Das scheint ja diesmal nicht der Fall gewesen zu sein.

                          Eine Frage zur Weinbegleitung. War dies die offizielle Weinbegleitung?

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                          • #58
                            Die Portionsgrößen würde ich durchaus als übersichtlich bezeichnen. Aber aufgrund der Vielzahl von Gerichten ist die volle Menügröße unproblematisch essbar und dürfte den mittleren Hunger gut befriedigen. Und wer größeren Hunger hat, wird dann mit der wirklich umfassenden Käse und Wurst-Auswahl incl. der Kohlenhydrate ganz sicher satt.
                            Ich gehe davon aus, dass das die übliche Weinbegleitung war, sie wurde an den anderen Tischen jedenfalls auch so serviert.

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