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Brasilien - Rio de Janeiro

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    Auch wenn das eigentlich nicht so meinen Schema von Reisezielen entspricht, wird es mich wohl in einigen Wochen für ein paar Tage nach Rio de Janeiro verschlagen. Ein gutes Hotel habe ich schon gefunden, so dass mir nur zwei Sachen etwas Sorge bereiteten. Da nun USP Tactical und DragonSkin schon verstaut sind , bleibt nur noch ein Problem:

    Wo kann man in Rio gut essen ?

    Für Tips und Anregungen wäre ich dankbar :hungry:

  • #2
    Lieber Kimble

    das ist nicht einfach. Ich bin gelegentlich beruflich vor Ort und habe es inzwischen fast aufgegeben, nach verfeinerter Kueche zu suchen. Letzter Versuch war bei Claude Troisgros http://www.claudetroisgros.com.br/ . Das kann man durchaus machen, aber vom Hocker hat es mich nicht gehauen. Bisheriges Problem bei allen gehobenen Restaurants: Man vermisst jedes Gefuehl von "Terroir". Selbst bei Troisgros, der versucht brazilianische Elemente einzubauen, fand ich das alles sehr austauschbar. Auch die Produktqualitaet fuer die echte Spitze scheint einfach nicht da (wie der sehr nette Claude selber bemerkte). Dafuer werden ihnen die Weinpreise in Rio generell Freude bereiten. Ein Beaujolais von einem der grossen Handelshaeuser kostet nur 60 bis 80 Euro, sogar bei Ihrem geliebten Bordeaux bleiben Sie meist unter der magischen 300 Euro Grenze (fuer einen Crus Bourgeois allerdings....).

    Jetzt, was tun? Probieren Sie doch mal Roberta Sudbrack. http://www.robertasudbrack.com.br/
    Das soll mein letzter Versuch werden in Rio bevor ich es ganz aufgebe und bei meinen Freunden zuhause koche, hatte nur noch keine Gelegenheit.

    Ansonsten kann man durchaus einmal ein Rodizio mitmachen, mit 20 Meter langem Salad- und Vorspeisenbueffet und den 20 verschiedenen Fleischspiessen die zum Tisch gebracht werden bis man ab(er)bricht. Am besten fuer mich Porcao im Park unter dem Zuckerhut, schon wegen der Aussicht. Marius an der Copacabana ist auch OK (nebenan gibt es dasselbe Konzept auch fuer seafood.....geht so), aber noch deutlich touristischer. Mir haben dort die vielen amerikanischen/europaeischen Kongressbesucher, die stolz ihre jungen exotischen Begleiterinnen den zufaellig anwesenden Kollegen vorstellten etwas den Appetit verdorben.

    Ich glaube Sie fahren am besten wenn Sie sich nach ganz rustikaler brazilianischer Kueche umschauen. Feijoada (schwarzer Bohneneintopf mit Reis und Wuersten und einer Art Gruenkohl) sowie Moqueca de Peixe, ein Fischeintopf sind wenigstens originell und oft sehr schmackhaft.

    In Rio lohnt es sich besonders sich mit den ganz normalen Leuten ins Nachtleben zu begeben, falls Sie die Moeglichkeit dazu haben. Nur so versteht man etwas von dieser Stadt und vor allem von den Menschen. Sie werden selten herzlicheres erleben Haengen Sie bloss nicht nur an der Bar des Fasano (oder wo immer Sie wohnen) ab. Das reiche Brasilien wird schnell schal.

    Falls Sie noch mehr wissen wollen, PM.

    Gruesse

    glauer

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    • #3
      Werter Glauer,

      bei allen kritischen Gedanken zu diesem Forum finde ich es immer wieder bemerkenswert, zu welch exotischen Fragen man hier kurzfristig eine sehr kompetente Antwort erhält. Wenn Wikepedia und Google nicht mehr weiter wissen, gibt es hier immer wieder Leute, die einem helfen können.

      Da ich in Rio in mehrfacher Hinsicht in brasilianischer Belgleitung sein werde (nein, ich bin kein Kongressbesucher ), überlasse ich die Planung des Nachtlebens Leuten, die sich in Rio auskennen. Leider haben sie von gehobener Gastronomie dort zu wenig Ahnung (auch wenn sie mit mir schon einige Sternebesuche in Europa ertragen mussten :hungry Ihr Hinweis auf Rodizio und die anderen Anmerkungen lösten aber ein breites Lächeln aus, so dass an Ihren Informationen kein Zweifel besteht

      Troisgros und Sudbreck sind schon einmal fest eingeplant, womit nur noch 2-3 gehobene Essen fehlen, denn ein wenig Spontanität soll noch übrig bleiben. Ein paar weiter Ideen wären daher durchaus willkommen .....

      Ansonsten erst einmal ein dickes Dankeschön für die kompetenten und ausführlichen Vorschläge. Ich werde mich dann mit Berichten bei Ihnen revanchieren.

      Zur Not muss ich sonst mal wieder eine Kiste Champagner und Bordeaux in den Koffer packen, um das Hotelessen zu überbrücken :cheers:

      Gruss Kimble, der den Schnee hier so langsam nicht mehr sehen mag ...

      PS
      Ich frage lieber nicht, warum Ihnen klar was, dass es das Fasano ist ....

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      • #4
        Großes Küchenkino finden Sie in Sao Paulo, vielleicht paßt doch ein Abend dort in Ihr Programm, die Auswahl und Qualität ist m.E. die beste in ganz Amerika nach N.Y. ! Ansonsten muß ich Sie auch dringend zum Rodizio (v.a. "Picanha") ermuntern, unfaßbar günstig und sehr schmackhaft, nur nicht vorher am Salatbuffet sattessen...legao !
        :hungry::cheers:

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        • #5
          Es kann sein, dass uns der Flug kurz nach Sao Paulo führt, wobei ich zugeben muss, dass mir dieser Gedanke nur beschränkt behagt.

          Was wären denn interessante Lokale in Sao Paulo ?

          PS
          Danke auch nochmals an Glauer für die weiteren Tips per PN

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          • #6
            Ich selbst war leider noch nie in Südamerika, aber ich habe schon viel über das D.O.M Restaurant von Alex Atala in Sao Paolo gelesen und gehört.
            Erst vor zwei Wochen hat Eckart Witzigmann Atala auch auf seiner kulinarischen Weltreise im ORF2 vorgestellt.
            Das Menü finde ich persönlich jetzt auf den ersten Blick sehr ansprechend.
            http://www.domrestaurante.com.br/

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            • #7
              Bin gerade auf einem wine forum ueber die heutige Empfehlung eines Paulista (und Weinfans) gestolpert, der in Rio auf Besuch war.

              "spent the weekend in Rio de Janeiro and went to dinner at an exotically located and competent restaurant called Aprazível that has the most counter-culture (and therefore most interesting) Brazilian wine list I've seen so far"

              scheinbar alle interessanten Weine Brasiliens, und auch interessantes/schraeges aus Europa (aber wie immer, ein netter Loire von Baudry kostet 125$, dank Import- und Luxustax etc). Also Brasilianisch trinken, und ein kuehles Bier.

              Das Lokal hat einen weiteren Vorteil: Es liegt im sehr schoenen alten Stadtteil Santa Teresa, grossartig auf der Hoehe gelegen, mit schoenem Nachtleben. Von vielen Bars aus hat man einen Blick ueber Rio.

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              • #8
                Danke für den weiteren Hinweis, so langsam ist der Brasilien-Besuch essenmässig geplant :hungry:

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                • #9
                  Was Sie auch noch unbedingt tun muessen: An einem der Obststrassenmaerkte halten. Und sich von den Haendlern diverse Kostproben geben lassen. Als Europaeer ahnt man nicht, wie verschieden zB die zig Bananen- und Mangosorten schmecken koennen.

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                  • #10
                    Wollen wir mal den Thread nach 8 Jahren wiederbeleben: Für einen Urlaub vor Weihnachten haben wir uns diesmal Rio ausgesucht, zuerst im Sheraton bei Leblon (sehr gut, vor allem die Aussicht vom obersten Stockwerk und der Strand vor dem Hotel), danach im Sofitel in Santa Teresa (sehr schönes Hotel, zweifelhafte Lage mit vielen Pistolen- und Gewehrschüssen in der Umgebung zu jeder Tages- und Nachtzeit).

                    Restaurantempfehlungen sind hier eigentlich alle recht einheitlich, der Guide Michelin empfiehlt das was mir auch alle Brasilianer und Locals empfohlen haben. Ich war bewusst nicht im Sternsegment unterwegs, da die Restaurants alle etwas austauschbar aussahen. Für mich ist Rio definitiv weniger eine kulinarische als vielmehr Strand- und Party-Destination.

                    Am besten gefallen hat mir das Sushi Leblon, allen Einwänden es wäre ein Schicki-Micki-Restaurant zum Trotz - auf mich wirkte es wie eine gelungene Kopie der bekannten Nobu-Restaurantkette. Die lokalste aber gleichzeitig irgendwie auch touristischste Erfahrung war das Rodizio Fogo de Chao mit wirklich hervorragend saftigem Fleisch in der Bucht von Botafogo. Kann man angesichts der Portionsgrößen nicht jeden Tag machen aber würde ich ohne Zweifel immer wieder besuchen. Auch noch besucht haben wir für Steak den Giuseppe Grill (das beste probierte Fleisch in Rio, kann aber mit den Fleischerlebnissen in Südafrika definitiv nicht mithalten - dafür sehr steif und nobel) sowie die CT Boucherie (ganz gut und tolle Atmosphäre, aber die Beilagen allesamt übersalzen). Gut gefallen hat uns noch die Lima Cocina Peruana, ausgezeichnet mit einem Bib Gourmand und sehr schmackhaften Pisco Sours, Vorspeisen und Ceviches - hier spricht dann auch keiner mehr Englisch aber mit rudimentären Spanisch-Kenntnissen sowie Händen und Füßen kommt man recht weit.

                    PS: Was mir ja sehr zugegen kommt, ist das die brasilianischen Restaurants kaum reservieren sondern sich auf Walk-Ins verlassen, wer vor 19h30 kommt (auch am Wochenende) hat eigentlich überall keine Probleme einen Tisch zu kriegen.

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                    • #11
                      Vielen Dank für den anschaulichen Bericht, werter Frab! Auch wenn Rio für Sie immer noch eher eine Strand- und Party-Destination ist, so scheint sich doch kulinarisch einiges zum Besseren gewendet zu haben als zur Zeit meines Besuchs zu Beginn der 2000er Jahre... Ein Kommilitone und ich waren für eine Woche in der Stadt und es war damals wirklich schwer, ein Restaurant im gehobenen Segment fernab der austauschbaren Hotelküchen an der Copacabana zu finden.

                      Wir entschieden uns seinerzeit an einem Abend für ein Etablissement der Rodizio-Kette "Porcao" (glauer hat weiter oben auch ein Lokal dieser Kette erwähnt), welches für uns als Studenten durchaus nicht den finanziellen Rahmen sprengte und uns von der Rezeptionistin unseres Hotels wärmstens ans Herz gelegt wurde, verbunden mit dem fast flehentlich vorgetragenen Hinweis, dort doch bitte nicht zu Fuß hinzugehen, das käme für uns als europäische Touristen einem Selbstmordkommando gleich... Als Mitzwanziger noch recht abenteuerlich veranlagt, ignorierten wir diesen gut gemeinten Rat (um wenigstens die Taxikosten zu sparen...) und kamen auch wohlbehalten im Restaurant (und später auf dem Rückweg wieder im Hotel) an.

                      Ob der Besuch des "Porcao" nun dieses "Himmelfahrtskommando" Wert gewesen ist, lasse ich mal dahingestellt, aber umgehauen hat uns dieses Lokal nicht: Das Restaurant erinnerte in Bezug auf die Größe und die Lautstärke an eine Bahnhofshalle, das Salatbuffet vorweg war zwar überbordend, aber qualitativ sehr durchschnittlich und die Fleischauswahl war mehr als exotisch (Krokodil und Hai waren z.B. auch im Programm), wobei man zur Ehrenrettung sagen muss, dass die Qualität des Rindfleisches, welches einem alle paar Minuten ungefragt von einem Spieß auf den Teller gesäbelt wurde, durchaus untadelig war. Dafür, dass laut unserer Rezeptionistin dieses Lokal damals zur kulinarischen Spitze der Stadt gehören sollte (was eigentlich mehr über die gastronomische Gesamtsituation der Zuckerhut-Metropole als über das Lokal selbst aussagte...), hätte man doch ein wenig mehr erwartet...

                      Mit Hin- und Rückweg durch das nächtliche Rio (die von frab erwähnten Schusswechsel bekamen auch wir mit, wenn auch zum Glück aus einiger Entfernung) ein durchaus "spannender" und "unvergesslicher" Ausflug, wobei das "Porcao" selbst am wenigsten zu diesem außergewöhnlichen Abend beisteuerte...

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                      • #12
                        Das Fogo de Chao in Botafogo ist in der Location die vorher das Porcão Flaggschiff beherbergte. Ich würde allerdings inzwischen in Rio generell auf Steak/Rodizo verzichten. Das Fleisch ist durchweg im Vakuumbeutel gereift (wie ja auch überwiegend in D) und ich kann diese Milchsäurenoten nicht mehr ab.
                        Dafür gibt es aber ein paar Alternativen. Für wirklich brasilianische Küche und interessante Weine ist Aprazível empfehlenswert. Fast wie eine Art Baumhaus in einen Steilhang in Santa Teresa gebaut, mit super Aussicht. Mein erstes erfreuliches High End Mahl war vor jetzt auch schon ein paar Jahren im Lasai, nachdem der Chef aus Spanien nach längerem Aufenthalt im Mugaritz zurückgekehrt war. So ein bisschen tut sich jetzt langsam doch (falls das neue Regime dem nicht ein Ende macht).

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                        • #13
                          Kann ich verstehen, werter glauer. Für mich ist das Fogo de Chao auch keine kulinarische Offenbarung ohnegleichen gewesen aber wer einmal animalische All-you-can-eat-Fleischesgelüste möchte, kann dem hier zumindest nachgehen, umringt von brasilianischen Familien und chinesischen Reisegruppen. Und das Fleisch war zumindest und zumeist qualitativ recht gut. Die Empfehlung finde ich angemessen.

                          Alle oben genannten Restaurants sind im Guide Michelin empfohlen (die Cocina mit Bib) und ich fand dies für alle Besuche richtig zutreffend. Ich würde nächstes Mal aber wahrscheinlich auch probieren mehr brasilianische Küche einzubauen.

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