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China und Hongkong3

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    - Cod (saffron miso, sauternes, seaweed) Kabeljauscheibe wurde gedünstet und sehr zart im Geschmack, Seegras wurde frittiert. Sauternes-gelee und saffran-miso-soße, sowie die essbare Blüten (ich glaube, es waren Ochsenzungeblüten) brachten wieder die süs-sauere Komponente in Spiel. Wie bei allen Leung-Kompositionen muss man alles auf einmal probieren, um das volle Geschmack genießen zu können.

    - Bo beggars chicken. Beggars chicken ist ein sehr traditionelles chinesisches Gericht, dabei wird das Hühnchen mariniert und in Lotusblätter eingewickelt in Lehm gegart. Der Chicken in Bo Innovation war gar kein Chicken, sondern eine Froschschenkel, welche gebraten serviert wurde, dazu gab es Lotusblatt als Pulver. Wiederum ein erstaunliches Ergebnis, trotz ganz andere Darbietungsform vollständig die Aroma des Originalgerichts wiedergeben konnte.

    - Lobster (star anise butter, spring vegetables, pickled cabbage). Hier wurde versucht, ein typisch westliches Produkt fernöstlich zu interpretieren. Karotten und Erbsen (in dem Fall chinesische junge grüne Erbsen, die unglaublich fein waren) wurden in Anis-Butter geschwenkt. Der Lobster in Krümel aus Kohl-Pickels paniert und gebraten. Ein sehr interessantes Gericht, mit Lobster von einer sehr guten Qualität.

    - Pigeon (wood fungus, shiitake rice cake, choy sum) Wir waren von Taube so hingerissen, dass wir vergessen haben, Foto zu machen. Nochmals ein Versuch, westliches Gericht chinesisch einzustimmen, der 100% gelungen war. Taube ( diesmal nicht chinesisch, sondern aus Frankreich) rosa und wunderzart, dazu gab es ein typisches gedämpftes Reisküchlein, diesmal mit Shiitaki, und sehr aromatisch. In der Soße hatten wir Mu-Erh-Pilze, auch unglaublich aromatisch und sehr schön in der Konsistenz, dazu gab es noch gedünstete Choy Sum, eine Art chinesischer Senfkohl. Ein wunderschöner Hauptgang.

    - Nun die Desserts: zuerst Sandalwood (almond, hawthorn) es war eine Art Mandel-Panna Cotta, serviert mit dem Hagedorn-Eis, alles unter Glashaube, voll mit Sandelholz-Aroma. Mir war, ehrlich gesagt, Sandelholz zu viel, es hatte ohne auch getan. Ist sowieso in Sekunden verflüchtigt, einfach nur eine Spielerei.

    - Pineapple (bun, pina colada) Hier hatten wir eine Pina Colada Schaum mit Ananas, sowie Ananas-Küchlein. Nett, aber nichts Außergewöhnliches.

    - Petit Dim Sum. Eigentlich hatte das als Nachtisch gereicht. Es war spektakulär, sehr lecker und genug, 10 Leute zu versorgen. Es gab in Kleinformat typische chinesische Süßigkeiten, plus Gelee-Bonbons und Puffreis.

    Noch ein paar Wörter zum Service. Es waren viele Leute im Service da, wie es typisch in chinesischen Restaurants ist. Da das Restaurant vollständig ausgebucht war, ging es sehr lebendig zu, ein ständiges Kommen und Gehen, hantieren mit dem Besteck und Gläser. Der Geräuschkulisse entsprechend (ist auch sehr typisch für China, keine andächtige Stille in einem Gourmettempel). Dazu kommen noch ständige Fotoblitze. Man kann sich die Atmosphäre wahrscheinlich gut vorstellen. Der Service war aufmerksam, manchmal ein Tick zu schnell. Der Sommelier hat den ganzen Abend versucht, uns eine der teuersten Weinflaschen zu verkaufen, was wir mit Schmunzeln abtaten. Zum Schluss hat er uns doch noch als Rotwein bei Glas einen richtig teueren Franzosen verkauft. Es hat uns sehr amüsiert, irgendwie doch sehr chinesisch-geschäftstüchtig.

    Fazit: Bo Innovation ist mit Sicherheit einer der interessanteste Lokale, die ich je besucht habe. Auch wenn alles nicht 100% ist, ist der Leung’s Handschrift unverkennbar und unverwechselbar. Die Tatsache, dass er Autodidakt ist, ist wirklich bemerkenswert. Die Fähigkeit, in seinen Gerichten die Aromen kompakt zu sammeln, um dann mit einem Biss alle gleichzeitig frei zu setzen ist einmalig.
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