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Lung King Heen ***, Hongkong

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  • Lung King Heen ***, Hongkong

    Das Lung King Heen war eigentlich mein Hauptziel auf dieser Hong Kong-Reise, ausgezeichnet als das erste kantonesische Dreisterne-Restaurant weltweit. Das Restaurant befindet sich im Four Seasons Hotel, einen Tisch zu bekommen ist 2 Wochen vorher gar kein Problem. Vor Ort ist das Hotel nicht so exklusiv wie man denken würde, es ist etwas in die Jahre gekommen und es gibt viele Besucher in der Lobby und käuflicher Schmuck und Mode in Schaufenstern wie in deutschen Luxushotels aus den Achtzigern – das Gewusel erinnert eher an Macau als an ein Luxushotel in Hong Kong aber man zeigt mir auch schon den Aufzug zum Restaurant in den vierten Stock wo es schon etwas ruhiger ist. Trotzdem ist es hier ebenfalls sehr groß, hier passen sicherlich auch fast 100 Personen rein, aber die Aussicht vom Fenster an unserem Tisch ist hier sehr schön.

    Aber wir sind ja nicht wegen der Anzahl der Tische oder der Aussicht hier sondern wegen der Aussicht auf ein köstliches Mittagessen. Der Service schenkt sofort Tee ein und ist auch direkt bei der Menükarte befindlich bei der man ohne Unterstützung angesichts von fast 120 Gerichten auf der regulären Karte (ich habe gerade online nachgezählt) aufgeschmissen ist. Dazu gibt es noch separate Dim Sum-Menükarten mit Tagesempfehlungen. Die Interaktion mit dem Service funktioniert hervorragend, ich zeige Fotos von Gerichten die ich vorher online gesehen habe und probieren möchte, der Service macht Empfehlungen, es werden Portionsgrößen gesteuert (der Service empfiehlt mehrfach die kleine Portion damit mehr funktioniert) und die Reihenfolge justiert.

    Den Auftakt machen ein paar Scheiben „CRISPY SUCKLING PIG WITH CHINESE PANCAKE“ in der kleinen Portion, eine Scheibe Spanferkel darauf der Pfannkuchen und darauf die fest-knusprige Haut. Dazu werden zum Essen 3 Saucen serviert, die die Gerichte um Schärfe und Tiefe erweitern können aber nicht zwingend notwendig sind. Der Auftakt gefällt gut und spielt mit den verschiedenen Texturen von saftigem Fleisch zu knackig (* bis **, meine Begleitung votiert deutlich höher).




    Danach probieren wir eine Auswahl an Dim Sum, angefangen mit „BAKED BARBECUED PORK BUNS WITH PINE NUTS“. Es handelt sich um ein heißes gelb-golden glänzendes Brötchen mit einer herzhaft-süßen Füllung aus Schweinefleisch und Piniennüssen (**). Das gefällt schon einmal sehr.



    Dazu servierte „Xiao Long Bao“ oder auch "Soup Dumplings" sind mit einer heißen Brühe gefüllt aber für sich deutlich weniger spektakulär als das Bun zuvor (*).



    „STEAMED SHRIMP AND PORK DUMPLINGS WITH CRAB ROE“ oder auch Siu Mai oder Shumai sind mir aus vielen Dim Sum-Restaurants bekannt und für mein Dafürhalten stets eine sehr dankbare Speise. Ich kenne jedenfalls kaum ein Restaurant, welches diese köstlichen Nudelrollen gefüllt mit einer gehackten Mischung aus Schweinefleisch und Shrimps wirklich daneben gesetzt hätte. Natürlich sind diese auch hier köstlich (**) mit angenehm fleischigen Biss. Im Vergleich zu anderen Dim Sum-Restaurants ist die Füllung hier nochmal etwas opulenter mit noch mehr Fokus auf die Füllung als auf das Drumherum. Ganz ausgezeichnet.



    Bis hierhin ist das ein hervorragendes Speisen, 3 Sterne würde ich vielleicht nicht dran machen, aber das Handwerk ist spürbar zu schmecken und Preis-Leistung hervorragend (die einzelnen Dim Sum kosten €3 bis €4 pro Stück, es werden 2 bis 3 pro Order gebracht).

    Gespannt war ich danach auf „DOUBLE-BOILED ALMOND SOUP WITH CHICKEN, BRASSICA AND FUNGUS“ nach einer sehr positiven Kritik bei Troisetoiles. In einer kleinen Schale (wir teilen uns eine Suppe für 2) steht diese dann nun warm vor mir. Auffällig ist die sehr gelbe Farbe und Dichte, die ich so selten gesehen habe. Das hier angeblich 2 Hühner pro Portion Suppe ausgekocht werden könnte ich mit Blick auf unsere Portion nachvollziehen. Das ist ebenfalls hervorragend und wir löffeln die Portion bis auf den letzten Tropfen aus. Es schwimmen Pilze und Streifen von Hühnerfleisch hierin aber geschmacklich habe ich nicht so viele Nuancen wahrgenommen wie bei Troisetoiles (**).



    Auf unseren Wunsch nach Tofu hatte der Service „CRISPY TOFU SHEETS WITH SESAME IN LEMON SAUCE“ in der Normalportion empfohlen. Hier handelt es sich wohl um einen klassischen Hauptgang, hiernach sind wir eigentlich schon satt. Eine kleine Portion hätte es bei uns wohl auch getan. Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich denken ich hätte ein Omelette vor mir, welches knusprig ummantelt wird. Angegossen wird eine Sauce aus Zitrone und Honig, die Zitrone bändigt die starke Süße. Kurioserweise schmeckt das wie eine raffiniertere Version der McDonalds Süß-Sauer-Sauce und das ganze Gebilde wie Pfannkuchen mit Honigsauce (*). Es ist gut gemacht und ansprechend und wir schaffen den Teller aber es ist auf Dauer etwas monoton. Für 2 Personen würde ich nächstes Mal eher die kleine Portion bestellen.



    Basierend auf Troisetoiles hatte ich die Beilage bestellt, Erbsensprossen mit Knoblauch, die ich so auf der Menükarte gar nicht mehr wiederfinde. Wobei es mir den Fotos zufolge eher wie Blattspinat aussieht? Das ist hervorragend, saftig mit einer herzhaften Sauce und Öl vermengt, knusprig aber gleichzeitig saftig und schmackhaft leicht salzig. Und vor allem, es behält diese Konsistenz bis zum letzten Bissen bei. Ich kannte das Geschmacksbild schon etwas von ähnlichem Gai Lan aus dem Yauatcha in London aber es lohnt auch hier die Bestellung (** bis ***).



    Der Service fragt nach Desserts, die Portionsgrößen waren wohl recht gezielt einem klassischen Menü nachempfunden. Es setzt zwar schon die Sättigung ein aber die Neugierde siegt und wir klappen doch nochmal die Karte auf zumal ich eine große Vorliebe für Barbecue habe und eine entsprechende Sektion in der Menükarte gesehen habe. Zu zweit teilen wir uns jeweils eine normale Portion „BARBECUED IBERICO PORK LOIN WITH HONEY SAUCE“ und „SAUTÉED PORK RIBS WITH BLACK VINEGAR“. Das ist der Stoff aus dem die Fleischträume gemacht sind, heißes Fleisch ummantelt in einer honigsüßen und dennoch herzhaften Sauce. Insbesondere der Biss und die Mundfülle beim Schweinebauch beeindruckt mich – davon bleibt nichts übrig. Für sich genommen ist es natürlich ebenso etwas monoton und rechtfertigt die 3 Sterne alleine stehend nicht zwingend. Wenn ich aber danach gehe wie oft ich die nächsten Tage und auch heute noch dran denke und mich hierfür an den Tisch wünsche, stelle ich fest, dass dies meine neue Referenz für gegrilltes Schweinefleisch ist. Ohne zu zögern würde ich alleine hierfür nach Hong Kong und in das Lung King Heen zurückkehren (jeweils ***).




    Danach geht dann aber tatsächlich nichts mehr, 2 kleine Petit Fours passen aber noch. Einmal eine Art Jasmin Tee-Wackelpudding und eine Reiswaffel, beides gut gemacht und passenderweise nach dem Honigeinsatz auf den Gängen zuvor nicht übermäßig süß.



    In Summe war das ein tolles Mittagessen und mit für 2 Personen und Tee (ich hatte nach Wein gar nicht mehr gefragt) für ca. €230 auch sehr bezahlbar. Hier könnte man tagelang wiederkommen und stets etwas neues ordern und gleichzeitig budgetär im Rahmen bleiben.

    Nach meinem Besuch würde ich sagen, dass es 2 Sterne im Schnitt auch tun würden. Zumindest die Konstanz klassisch französischer oder deutscher 3-Sterner hat das Lung King Heen nicht. Es ist aber auch nicht darauf ausgelegt eine klassische Menüerfahrung zu bieten sondern eher darauf in einer großen Gruppe zu kommen und möglichst viele Gerichte zu probieren. Handwerk und Produktqualität ist aber ohne Zweifel in einer hohen Liga, weswegen ich über die 3 Sterne nicht meckern kann, Preis-Leistung ist dazu natürlich hervorragend. Ich werde hoffentlich bald wiederkommen und das kann man ja nicht nach jedem Restaurantbesuch sagen. Was ich aber jedem Neubesucher empfehlen würde ist vorher schon einmal 2-3 andere kantonesische Restaurants zu besuchen und sich mit den Gerichten vertraut zu machen, um so das Niveau und die Speisen einzuordnen und schätzen zu können.

  • #2
    Vielen Dank für Ihren Bericht, lieber Frab , wir hatten bei unserer Reise Ende Oktober einige andere Berichte - mein Bericht folgt schon bald. Ihrem Urteil stimme ich schon jetzt zu. Produktqualität super - die Zubereitung makellos, aber geschmacklich für meinen europäischen Gaumen ist die Qualität schwer zu beurteilen.

    Zwei, drei kantonsische Restaurants hatte ich zuvor nicht besucht, aber im Rahmen unser Reise insgesamt - insofern ist auch ihr Rat ein guter Hinweis
    Zuletzt geändert von QWERTZ; 07.01.2020, 00:29.

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    • #3
      Zitat von QWERTZ Beitrag anzeigen
      Zwei, drei kantonsische Restaurants hatte ich zuvor nicht besucht, aber im Rahmen unser Reise insgesamt - insofern ist auch ihr Rat ein guter Hinweis
      In den meisten größeren Städten auch bei uns gibt es ja eine Adresse bei der man sich vertraut machen kann, ich kannte z.B. das ein oder andere vom Yumcha Heroes in Berlin oder dem Yauatcha in London oder sonst würde ich einfach in der entsprechenden Stadt nach einem Dim Sum-Restaurant suchen. Ansonsten natürlich vor Ort!

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      • #4
        Vorab war es für mich die größte Wundertüte beim Hongkong-Besuch. Was kann man von einem Restaurant erwarten, dass für einigermaßen traditionelle kantonesische Küche drei Michelin-Sterne erhalten hat, zumal meine Kenntnisse dieser Küche arg limitiert sind.
        Das Lung Kin Hen ist ein wirklich großes Restaurant und das Angebot ist ebenso vielfältig und groß. Für uns ist ein Menü vorausgewählt, ebenso eine Weinbegleitung. Mein Versuch zunächst davon abzuweichen bringt etwas Unruhe in den Serviceablauf, der Einfachheit halber nehme ich dann doch das geplante Getränkeprogramm, das sich eine sehr gute Entscheidung erweist, denn die Weine, Sake bzw. der Tee werten das Menü wirklich auf.

        Als Amuse wird Crispy Scallop with Fresh Pear and Yunnan Ham serviert. Die Muschel ist in einer ziemlich festen Hülle. Für mich ist es rätselhaft, wie man dies zusammen mit der ziemlich süßlichen Birne mit Stäbchen essen soll – jedenfalls wenn man darin nicht so geübt ist wie ich. Allein schmeckt die Muschel mit ihrer Ummantelung neutral. Die Birne ist sehr fruchtig. Zusammen ist es also eher eine süßliche Kombination.
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        Chef's Signature Appetiser Combination sind drei Stückchen Fleisch. Vor allem der Schweinebauch mit der perfekt knusprigen Haut ist traumhaft gut gelungen. Aber auch die Ente und das zweite Stück Fleisch sind präzise zubereitet und haben einen intensiven Fleischgeschmack. Das ist schon mal eine wirklich tolle Zubereitung. Dazu gibt es einen Cuvée M Mandelberg von der Domaine Trimbach mit einer gewissen Restsüße, die der Kombination gut zu Gesicht steht.
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC03221.jpg Ansichten: 0 Größe: 135,3 KB ID: 65165Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSC03223.jpg Ansichten: 0 Größe: 119,9 KB ID: 65166
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        Bird’s Nest Broth with Crab Meat and Chinese Yam – Das Vogelnest – In der Mitte des Tellers befindet sich das gekochte Nest. Es ist etwas flüssiger als die cremige Sauce mit gezupftem Fleisch, das wohl von der Garnele stammt, für mich aber kaum identifizierbar ist. Insgesamt schmeckt das Gericht in etwa wie Risotto, dass mit einem sehr leichten Fond gekocht wurde. Das Gericht hat für meine europäische Zunge nur einen minimalen Eigengeschmack. Aber mir fehlen im Bereich Vogelnester natürlich auch sämtliche Geschmacksreferenzen. -immerhin wärmt das Vogelnest von innen – bei der auf Frosten eingestellten Klimaanlage ist das durchaus angenehm


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        Simmered King Prawn with Shirmp Roe, Ginger and Sping Onions – die Riegengarnele wird für wenige Sekunden in sehr heißem Fett gegart, sagt man uns. Dadurch ist sie von außen einen guten Biss und ist innen noch schön glasig. Die Zubereitung ist für mich perfekt. Minimale Würze bringen die feinen Julienne vom Lauch dazu. Der Eigengeschmack der Garnele kommt gut zur Geltung, aber darauf reduziert sich auch der Reiz des Gerichts. Die Möhre, die noch auf dem Teller ist, wirkt unmotiviert ausgewählt. Sie ist gedämpft und hat nicht besonders viel Eigengeschmack.
        Interessant dazu ist der Le Viognier Grande Réserve von der Domaine Daley in der Schweiz – ein dezenter Viognier, der hier hervorragend passt
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        Braised Star Garoupa and Abalone Roll withFoie Grasin Supreme Oyster Sauce wird uns als ein Signature Dish des Hauses vorgestellt. Das Gericht verlässt bei der Produktauswahl die kantonesische Küche, verbindet aber zwei weiche Texturen vorzüglich miteinander. Die Abalone ist in die Star Garoupa gerollt – die eine Konsistenz zwischen Nudel und Sepia hat. Dadurch ist es etwas fester im Biss als die Foie Gras. Auf meinem Teller ist die Leber tadellos, aber das können nicht alle Teilnehmer unserer Gruppe bestätigen. Die Sauce ist leicht und hat eine gute Geschmackstiefe. Der Austerngeschmack ist gut wahrnehmbar. Der Pak Choi gibt eine angenehme Frische dazu. Ich fand den Gang durchaus überzeugend, denn die Aromen hatten Tiefe und das Mundgefühl der Produkte war für mich wohlig angenehm.
        Dazu gibt es einen 25 Years Aged Yue Shan Xian Diao.

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        Braised Seasonal Vegetables with Maitake Mushrooms and Bamboo Piths: Pilz wirkt wieder sehr neutral. Ich schmecke etwas grünliches, das an blanchierten Babyspinat erinnert und den neutralen Pilz. Insgesamt kann ich hier keine besondere Kombination oder Komposition erkennen, außer dass die Klarheit des Eigengeschmacks zum Tragen kommt.
        Zu der geschmacklichen Klarheit passt ein Sake: Yamagata Sake Unlimited #02 Kojimaya.
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        Poached Shrimp Wontaons Soup – wirkt sehr balanciert und rund. Die Suppe selbst scheint hier eher eine Geflügelbasis zu haben. Die Wontaons sind fein gearbeitet. Alles passt und ist harmonisch.
        In einer sehr aufwendigen und sehenswerten Tee-Zeremonie wird der Chaozhou Phoenix Calssic Oolong Tea serviert.
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        Das Birnen-Dessert hat einen feinen, birnigen Geschmack. In der künstlichen Birne befindet sich eine zwar durchaus festere, aber doch ziemlich leichte Creme. So ist auch der Geschmack: dezent birnig. Das ist schon reizvoll, aber bei der Portionsgröße passiert mir einfach zu wenig auf der Zunge.
        Dazu gib es einen Penedès Samsó Avent Edición Limitada Heretat Mont Rubi aus dem Jahr 2010, der aromatisch passt, mir persönlich, aber etwas zu schwer für das Dessert erscheint.
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        Eine Bewertung dieses Menüs ist schwer für mich. Mir fehlen einfach Erfahrungswerte mit dieser Küche. Die Eigengeschmäcker der Produkte kommen deutlich zur Geltung. Dies wird auch dadurch erreicht, dass die Gerichte, wenn überhaupt, nur knapp an meiner Wahrnehmbarkeitsgrenze gewürzt sind. Für meine europäischen Geschmacksempfindungen würde ich hier nicht drei Sterne vergeben. Aber das ist eben auch kulturell, durch meine Geschmacksprägungen bestimmt. Da aber alles auf hohem Niveau präzise zubereitet und vom Service entsprechen perfekt serviert wird, deutet schon darauf hin, dass man hier mit Gerichten zu tun hat, die in dieser Kategorie nah an die Perfektion dieser Küchenrichtung heranreichen müssen.
        Die Weinbegleitung ist absolut überzeugend. Die Weine sind stimmig ausgewählt und ungewöhnlich und sie werden vom Sommelier mit sichtlichem Stolz präsentiert

        So hat dieser Abend auf jeden Fall meinen kulinarischen Horizont erweitert – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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        Zuletzt geändert von QWERTZ; 26.01.2020, 18:13.

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        • #5
          Vielen Dank für den Bericht, dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. So wie ich Ihre Berichte bislang immer gelesen habe ist Ihnen wohl auch die Gesamtkomposition also auch mit Blick auf Weine und Komplexität der Gerichte wichtig (korrigieren Sie mich gerne) - das kann ein so klassisch kantonesisch ausgerichtetes Haus denke ich nicht bieten, da die lokalen Gäste wahrscheinlich etwas anderes erwarten. Da wird kreuz und quer bestellt, dazu etwas gutes zu trinken, und weniger auf eine Abstimmung als auf gute Qualität der Gerichte aber genauso der Gespräche miteinander geachtet.

          Ich glaube bei Ihnen hat sich ein Foto doppelt eingeschlichen.

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          • #6
            Ja,wobei in diesem Fall die begleitenden Getränke wirklich ein Plus waren.

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