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China und Hongkong

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  • China und Hongkong

    Diesmal hatten wir ein sehr kompaktes Tagesprogramm, so dass wir wirklich nicht allzu viel Zeit für kulinarische Ausflüge hatten. Ein paar schöne Erlebnisse haben wir uns trotzdem ermöglicht. Ich gebe hier einen kurzen Überblick:

    Shanghai: Sushi Oyama

    Seit letztem Jahr versucht Takeo Oyama in Shanghai ein Sushi-Restaurant nach Tokyoter Muster zu führen. Das Restaurant hat nur 14 Plätze, 12 an der Theke und 2 am kleinen Tisch in der Ecke. Die Plätze sind heiß begehrt und schnell ausgebucht. Es wird Omakase Menu angeboten. Wir hatten insgesamt 12 bis 15 kleine Gänge, genau weiß ich nicht mehr, da Herr Oyama zum Schluss immer wieder noch eine Kleinigkeit dazu getan hat. Suppe und Dessert konnten wir dann auch nicht mehr essen… Ich will hier nicht ins Detail gehen, sage nur, die Zutaten waren frisch, Herr Oyama sehr unterhaltsam. Im Vergleich zum Sushi Saito in Tokyo, mit 3*, würde ich Herrn Oyama eine glatte 1* geben. Der Spaß ist für Shanghaier Verhältnisse sehr teuer, trotzdem scheint es recht erfolgreich zu laufen, dieses Jahr öffnete sich noch ein Omakase-Sushi-Lokal. Anscheinend versucht er an Erfolg von Oyama einzuknüpfen.

    Noch eine Bemerkung zu Shanghai, oder besser gesagt, zu Küche in China insgesamt. Wir sind nun schon seit vielen Jahren in China unterwegs, haben mittlerweile viele Lieblingslokale oder Lieblingsgerichte. Trotzdem wird man jedes Mal aufs Neue überrascht. Diesmal (wie schon so oft in der Vergangenheit) überraschte unser Shanghaier Freund Robert uns mit einem Abendessen in einem feinen Restaurant. Dort haben wir 2 Gerichte gegessen, welche jedem Sternerestaurant alle Ehre erweisen werden. Unter anderem gab es eine Taube, welche vorher im Teesüd mit verschiedenen Gewürzen eingelegt und danach gegrillt wurde. Die Taube war nachher nicht mehr rosa, sondern durch und durch gar, allerdings keineswegs zäh oder trocken. Der Tee gab dem Fleisch einen wunderbaren zart-bitteres Nachgeschmack. Der nächste Gericht hat mich absolut begeistert, es waren Rinderfiletstückchen, rosa gebraten und sehr zart, Gänseleberstückchen, leicht angebraten und schmelzend, und gebratene Pilze ( ich tippe auf Kräuterseitlinge, kann mir aber auch Steinpilze sehr gut dazu vorstellen), alles zusammengemischt und mit frischen Kräuter sowie Knoblauch gewürzt. So ein Gericht wird in jeder Gourmettempel der Welt für eine Begeisterung sorgen, vorausgesetzt Qualität der Produkten.

    In Hongkong hatten wir ein Wochenende frei, so dass man etwas länger ausgehen konnte. Zum Aperitif fuhren wir ins Mo Bar in Landmark Mandarin Oriental, um die leckere Mo Cocktails zu trinken. Ich bin nicht wirklich ein Cocktail-Trinker, liebe jedoch Mo Cocktails. Es werden sehr viele fernöstliche Zutaten verwendet: Koriander, Ingwer, grüne Tee oder Oolong, Litschi usw.

    Danach ging es in den Bo Innovation. Das Restaurant wird momentan von Michelin mit 2* belohnt, polarisiert seit eh und je die Gourmet-Community in Hongkong und China, und es ist ja auch verständlich. Alvin Leung nennt sich selbst Demon Chef and behauptet „X-treme Chinese Cuisine“ zu präsentieren. Manche beschuldigen ihn, chinesische Esskultur zu zerstören, die anderen bejubeln seine Mut, die traditionellen Gerichte neu zu entdecken. Der ist in Hongkong zweifelsohne ein Star, ist die Bewunderung oder Hass gewohnt, ebenso, ständig fotografiert zu werden.


    Ich habe erstes Mal in meinem Leben in Restaurant Fotos gemacht. Leider hatten wir nur IPhone zu Verfügung, was sich in der Qualität zeigt. Fotos habe ich gemacht nicht, weil die Gerichte besonders schön präsentiert wurden (obwohl die Präsentation ohne Frage sehr schön war), sondern weil schlicht und einfach am jeden Tisch fotografiert wurde, teilweise sogar von mehreren Personen gleichzeitig. Es ist in China vollkommen normal, dort wird unglaublich viel fotografiert, zum jeden Anlass, oder auch ohne. Somit dachten wir, es wird niemand stören, wenn wir auch ein paar Bilder machen.

    Man bekommt zwei Menus zum Auswahl, beide sind auch auf die Webseite vorgestellt, Wir haben uns für Chef’s Menu entschieden. Statt Amuse bekommt man eine Schinken-Waffel und grobe Salz. Die Waffel wird aus Waffelteig gemacht, dazu hat man Schinkenwurfel beigemischt (San Daniele Schinken), so dass es süß-salzig schmeckt. Die Waffel wird natürlich frischgebacken und noch warm serviert. Geschmacklich OK, aber keine Offenbarung.


    - Oyster (spring onion lime, ginger snow) Die Auster schmeckte, nun ja, nach Auster mit Zitrone und sehr intensiv nach Ingwer. Ingwerschnee wurde direkt am Tisch dazu gegeben, trotzdem war es zu intensiv, und hat Austergeschmack vollständig vernichtet. Ich war enttäuscht.

    - Mock Po Tofu. Mock Po ist ein sehr bekanntes chinesisches Tofugericht, Lieblingsgericht meines Mannes, welcher ich auch zuhause koche. Dafür wird Schweinehack mit diversen Gewürzen angebraten, Tofu dazu, und chinesische Chlli-Paste, so dass alles ziemlich flüssig wird und scharf schmeckt, Das Gericht wird mit Löffel gegessen. Alvin Leung hat dieses Gericht neu interpretiert: Tofu wurde in Tempurateig gebraten, die Gewürze zu einer glatten Paste verarbeitet, Schweinehack gab es als Geleewürfel. Das, was auf dem Bild als Lachskaviar aussieht, war tatsächlich Lachskaviar, die ersetzte Fischsoße aus dem Originalgericht. Bei diesem Gericht, der uns zuerst nicht überzeugte, zeigte sich erst 5 Minuten später, was Leung’s Küche so besonders macht. Alle seine Gerichte sind sehr vollmundig, wie bei einem guten Wein hat man noch lange der Mund voll, auch wenn Teller bereits längst leer sind.

  • #2
    China und Hongkong2


    - Iberico 36 ( Morel, Vermicelli). Dieses Gericht ist zu meinen absoluten Favoriten avanciert. Es handelt sich dabei um ein Röllchen aus Iberico-Schinken, welche 36 Monate gereift war. Ihnen drin sind dünne chinesische Vermicelli-Nudeln. Die Nudeln waren braun in Farbe und haben so ein intensives Morchelgeschmack, das ich eigentlich danach nichts mehr essen wollte, nur um dieses Geschmacks so lange wie möglich behalten zu können.

    - Foie Gras „Choy“. In China wird viel Gänseleber gegessen, wenn auch anders zubereitet. Das ist eine Variation a la Chinoise: Unten ein Salatblatt, dann ein Stück Foie Gras, dann eine in Stickstoff gefrorene Pak Choy, und dann ein Schaum aus anderen chinesischen Choy Sorte. Wir sollten alles in Salatblatt einwickeln und zusammen essen. Ich habe noch nie Foie Gras mit Kohl als Beilage gegessen, und ich muss sagen, dass passte ausgezeichnet dazu. Auch die Konstellation aus Frische des Salatblatts, cremigen Substanz bei Gänseleber, dann trocken und geschmackintensiv, Pak Choy und geschmeidig, der Schaum war verblüffend.

    - Har Mi ( lo mein, chilli, sage, carabinero wonton) Es ist auch eine Neuinterpretation des chinesischen Gerichts, chinesische dünne Nudeln mit getrockneten Krabben und Chilli. Hier wurden die Krabben in eine Pulver zermalen, und Chlli-Öl extra dazu gereicht, so dass man für sich individuell die Würze und Schärfe bestimmen konnte. Alles zusammen war absolut köstlich und hat mich an Spagetti mit Batarga auf Sizilien erinnert, wenn auch dieses Gericht eindeutig chinesisch war.

    - Tomato (pat chun, „lam kok“) Pat Chun ist eine sehr bekannte etwas süßliche Essigsorte, die in Hongkong hergestellt wird, Lam Kok sind die chinesische Oliven. Die Tomate wurde in Essig gekocht, so dass die leichte Essigsüße hatte, aus den getrockneten Oliven wurde eine Paste gemacht, alles wurde mit einer Weintraube garniert, und einer Geleekugel, welche innen drin flüssig war und auch intensiv nach Tomate schmeckte.

    - Molecular „xiao long bao“. Ein anderes Highlight! Xiao Long Bao sind die berühmten Teigtaschen aus Shanghai. Die Besonderheit bei Xiao Long Bao liegt darin, dass der Teighülle besonders dünn sein muss, die Teigtaschen sind etwas größer, als die normale Dim Sums, innen drin ist eine Fleischfüllung in Brühe, so dass man beim essen zuerst die Brühe vorsichtig trinkt, und danach der Rest verspeist. Dazu wird Ingwer und Essig serviert. Die molekulare Teigtasche schmeckte verblüffend „echt“. Alles an Geschmack war da: der Teig, Fleisch, die Brühe, Ingwer und Essig.

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    • #3
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      - Cod (saffron miso, sauternes, seaweed) Kabeljauscheibe wurde gedünstet und sehr zart im Geschmack, Seegras wurde frittiert. Sauternes-gelee und saffran-miso-soße, sowie die essbare Blüten (ich glaube, es waren Ochsenzungeblüten) brachten wieder die süs-sauere Komponente in Spiel. Wie bei allen Leung-Kompositionen muss man alles auf einmal probieren, um das volle Geschmack genießen zu können.

      - Bo beggars chicken. Beggars chicken ist ein sehr traditionelles chinesisches Gericht, dabei wird das Hühnchen mariniert und in Lotusblätter eingewickelt in Lehm gegart. Der Chicken in Bo Innovation war gar kein Chicken, sondern eine Froschschenkel, welche gebraten serviert wurde, dazu gab es Lotusblatt als Pulver. Wiederum ein erstaunliches Ergebnis, trotz ganz andere Darbietungsform vollständig die Aroma des Originalgerichts wiedergeben konnte.

      - Lobster (star anise butter, spring vegetables, pickled cabbage). Hier wurde versucht, ein typisch westliches Produkt fernöstlich zu interpretieren. Karotten und Erbsen (in dem Fall chinesische junge grüne Erbsen, die unglaublich fein waren) wurden in Anis-Butter geschwenkt. Der Lobster in Krümel aus Kohl-Pickels paniert und gebraten. Ein sehr interessantes Gericht, mit Lobster von einer sehr guten Qualität.

      - Pigeon (wood fungus, shiitake rice cake, choy sum) Wir waren von Taube so hingerissen, dass wir vergessen haben, Foto zu machen. Nochmals ein Versuch, westliches Gericht chinesisch einzustimmen, der 100% gelungen war. Taube ( diesmal nicht chinesisch, sondern aus Frankreich) rosa und wunderzart, dazu gab es ein typisches gedämpftes Reisküchlein, diesmal mit Shiitaki, und sehr aromatisch. In der Soße hatten wir Mu-Erh-Pilze, auch unglaublich aromatisch und sehr schön in der Konsistenz, dazu gab es noch gedünstete Choy Sum, eine Art chinesischer Senfkohl. Ein wunderschöner Hauptgang.

      - Nun die Desserts: zuerst Sandalwood (almond, hawthorn) es war eine Art Mandel-Panna Cotta, serviert mit dem Hagedorn-Eis, alles unter Glashaube, voll mit Sandelholz-Aroma. Mir war, ehrlich gesagt, Sandelholz zu viel, es hatte ohne auch getan. Ist sowieso in Sekunden verflüchtigt, einfach nur eine Spielerei.

      - Pineapple (bun, pina colada) Hier hatten wir eine Pina Colada Schaum mit Ananas, sowie Ananas-Küchlein. Nett, aber nichts Außergewöhnliches.

      - Petit Dim Sum. Eigentlich hatte das als Nachtisch gereicht. Es war spektakulär, sehr lecker und genug, 10 Leute zu versorgen. Es gab in Kleinformat typische chinesische Süßigkeiten, plus Gelee-Bonbons und Puffreis.

      Noch ein paar Wörter zum Service. Es waren viele Leute im Service da, wie es typisch in chinesischen Restaurants ist. Da das Restaurant vollständig ausgebucht war, ging es sehr lebendig zu, ein ständiges Kommen und Gehen, hantieren mit dem Besteck und Gläser. Der Geräuschkulisse entsprechend (ist auch sehr typisch für China, keine andächtige Stille in einem Gourmettempel). Dazu kommen noch ständige Fotoblitze. Man kann sich die Atmosphäre wahrscheinlich gut vorstellen. Der Service war aufmerksam, manchmal ein Tick zu schnell. Der Sommelier hat den ganzen Abend versucht, uns eine der teuersten Weinflaschen zu verkaufen, was wir mit Schmunzeln abtaten. Zum Schluss hat er uns doch noch als Rotwein bei Glas einen richtig teueren Franzosen verkauft. Es hat uns sehr amüsiert, irgendwie doch sehr chinesisch-geschäftstüchtig.

      Fazit: Bo Innovation ist mit Sicherheit einer der interessanteste Lokale, die ich je besucht habe. Auch wenn alles nicht 100% ist, ist der Leung’s Handschrift unverkennbar und unverwechselbar. Die Tatsache, dass er Autodidakt ist, ist wirklich bemerkenswert. Die Fähigkeit, in seinen Gerichten die Aromen kompakt zu sammeln, um dann mit einem Biss alle gleichzeitig frei zu setzen ist einmalig.

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      • #4
        Verehrte wi,

        vielen herzlichen Dank für Ihre tollen Berichte. Sehr spannend und interessant einen Teil der asiatischen Küche näher gebracht zu bekommen. Faszinierend die einzelnen Interpretationen, und die Bilder sind soch gar nicht so schlecht !

        Beste Grüße, Schmackofatz

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        • #5
          Liebe Wi, danke für die sehr anschaulichen Berichte! Selten habe ich beim Lesen so großen Appetit bekommen - und das, obwohl die asiatische Küche gar nicht so mein Ding ist. Aber Gerichte wie die "Foie Gras „Choy“" oder das "Bo beggars chicken" (das ein Froschschenkel ist!) wecken in mir die Lust, gleich loszuessen...

          :hungry:Grüße: Mohnkalb

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          • #6
            Danke, lieber schmackofatz, lieber mohnkalb,

            ich habe mir mit den Bildern echt Mühe gegeben. Lustigerweise, als unsere Batterie in IPhone alle war, fanden die Mitarbeiter des Restaurants sofort einen Ladegerät, und warteten mit dem servieren des nächsten Ganges, bis wir wieder fotografierfähig waren!

            Bo Innovation ist ein Restaurant, der trotz einer unverkennbar chinesischen Ausrichtung auch von Gourmets interessant ist, die wenig sich mit asiatischer Küche auskennen, bzw. diese nicht mögen. Es war ein sehr spannender Abend!

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            • #7
              Das mit Alvin Leung sehe ich genau so - für mich ein absolutes Highlight und ein HK "Must" ... :hungry: In der Tat einer der für mich spannendsten Köche überhaupt zur Zeit - zumindest subjektiv einer derjenigen, die mir in den letzten Jahren am meisten beeindruckt haben...
              bon appetit...
              twitter.com/cisfotografie

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              • #8
                Super interessanter und faszinierender Bericht.

                Sehr schön wie Sie in der Lage sind das Lokalkolorit anschaulich zu vermitteln.
                Danke!


                Gruß!

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                • #9
                  Ja, lieber Andre, waren Sie nicht vor kurzem in Asien unterwegs?!

                  Ich vermisse Ihre Berichte dazu, es gab doch bestimmt etwas zu berichten... Oder habe ich etwas verpasst?!

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                  • #10
                    Der letzte Bericht aus Hong Kong ist ja nun doch schon über 3 Jahre her (und das beschriebene Bo Innovation, werte Wi, hat mittlerweile schon 3 Sterne), also Zeit ihn wieder zu beleben :-) Und ich hoffe, mal wieder vor Ort zu sein...

                    Hat jemand aktuelle Empfehlungen für Hong Kong? (Bo Innovation würde ich mir nicht entgehen lassen, war glaube ich 2007/08 dort, noch bevor der Michelin in HKG Einzug hielt, und bin gespannt, wie sich die Küche seither entwickelt hat!)

                    Danke!

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                    • #11
                      Lieber kuechenreise,

                      wir sind im März in Shanghai und Hong Kong, dann wird es hoffentlich wieder etwas zu berichten geben. Fūr Hong Kong überlegen wir uns, ob wir der neuen 3* Sterne Sushi Restaurant besuchen, sonst scheinen uns die 2* Sterne interessanter. Ins Bo werden wir wohl nicht mehr gehen, da waren wir bereits ein paar Mal. Interessant ist das Restaurant auf jeden Falls, besonders wenn man chinesische Küche ein bißchen kennt.

                      Aber Hong Kong ist auch unter der Sternen essentechnisch sehr interessant.

                      VG
                      wi

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                      • #12
                        Besten Dank, werte Wi!

                        3* - Sushi Shikon klingt interessant, nicht wahr? Lung King Heen im Four Seasons, da liest man manchmal auch nicht ganz so euphorisches (ausser zum Dim Sum Lunch); und für Robuchon oder Italienisch muss man nicht unbedingt nach HKG...

                        2* - da bin ich gerade am rechercheiren, Ryu Gin (schon wieder japanisch) wird oft gelob / auch ovn Andy Hayler, Yan Tho Heen im Interconti wird meist auch spannend beschrieben, Wagyu Takumi (und nochmal japanisch, aber diesmal mit Französisch) lacht mich irgendwie auch an. Was meinen Sie?

                        Unter den Sternen - haben Sie vielleicht einen Tipp für mich?

                        Viele Grüsse, küchenreise

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                        • #13
                          Geehrter küchenreise,

                          in Lung King Heen waren wir zum Dim Sum Lunch, der ist wirklich gut und nicht zu teuer, ob die Dim Sum wirklich 3 * wert sind, ist die andere Frage.

                          Bei 2* Sternen reizen mich The Principal, Duddels ( wir kennen die Besitzer, die haben bereits mehrere gute Restaurants in Hong Kong) konnte auch interessant sein. Dann gibt es immer noch Amber.

                          Unter den Sternen, hm, schwierig. Ich weiß nicht, ob Sie schon in Hong Kong waren, und welche Küche Sie bevorzugen. Vielleicht The Chairman, Above and Beyond, Seventh Son für Kantonküche, Sai Kung für Seafood, Fu Sing für Dim Sum, Mott 32 auch Kanton, aber etwas erweitert auf andere Regione Chinas.

                          Ich hoffe, es hilft weiter.

                          VG

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                          • #14
                            Ganz herzlichen Dank für die Tipps und Inspirationen!!

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                            • #15
                              Diesmal standen die kulinarischen Entdeckungen nicht im Mittelpunkt unserer Reise, aber natürlich sind wir viel essen gegangen und haben dabei einige interessante Sachen entdeckt.

                              Otto e Mezzo Bombana Shanghai – der Hauptrestaurant in Hongkong besitzt seit Jahren drei Michelin Sterne und schmückt sich damit, als einziges italienisches Restaurant außerhalb Italien 3* zu haben. Wir waren dort nie essen haben aber sehr gegensätzliche Meinungen gehört.

                              Seit ein paar Jahren gibt es eine schicke Dependance in Shanghai. Team ist größtenteils italienisch, und Patron scheint auch häufig zum Besuch zu kommen, das entnahmen wir dem kulinarischen Kalender.

                              Das Ambiente ist sehr schick und üppig, super Aussicht auf Stadtteil Pudong. Die Preise sind lächerlich hoch, das scheint aber kein Problem zu sein. Das Restaurant ist am Montagabend sehr gut besucht. Die Weinkarte ist angeblich die beste in Shanghai, und tatsächlich finden wir darauf alles, was Rang und Namen hat. Service ausgezeichnet, durch und durch auf dem europäischen Niveau.

                              Wir aßen:

                              Mayura Beef Tenderloin Carpaccio
                              japanese organic egg sauce, capers, diced vegetables and salad leaves, parmesan cheese crisps

                              und

                              Iceland Scampi Carpaccio
                              italian calvisius caviar, lime and honey citronette, diced seasonal vegetables, fresh herbs

                              Als Zwischengang:

                              Artisanal Spaghetti Mancini
                              north sea crab and zucchini ragout, parsley emulsion

                              Fettuccine
                              blue lobster medallions, saffron, fresh tomatoes, greens & fennel emulsion, garlic, olive oil, chili

                              Haupgang:

                              Oven Roasted Suckling Pig & Braised Pork Cheek
                              lentils, apple puré e, whipped potatoes, cherries

                              Mediterranean Blue Fin Tuna Variation
                              tartare, grilled steak, seared toro, maguro in extra virgin olive oil, seasonal garnish, eggplant purée

                              Ich war danach nicht mehr in der Lage, noch ein Dessert zu essen. Mein Mann konnte es aber nicht lassen, es gab noch

                              Limoncello Soufflé
                              citrus fruits sorbet, lemon cream anglaise, marinated cherry salad

                              Zum Trinken gab es Sauvignon blanc von Vie Di Romans und Summus von Banfi.

                              Unser Fazit: das Essen sehr gut, 1 bis 2 *. Preise so hoch, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Unbedingt wieder, wenn Geld keine Rolle spielt.


                              Restaurant Fresh in Mandarin Oriental Sanya. Das Restaurant Fresh gilt als das beste international Restaurant auf dem Insel Hainan und wir sind bereit dem zu glauben. Der Australier Shaun Langdon mit seinem Team hat ganz klar Fokus auf Fisch und Meeresfrüchte, und schafft es, mühelos ein Spagat zwischen klassischen Gerichten und chinesischer Küche.

                              Langdon ist 26 Jahre jung, arbeitete bereits kurz in Bordeaux und Paris, und Italien. Bei dem Gespräch mit uns war er sehr verlegen und sagte nur kurz, dass er lieber mit Fisch arbeitet, und dass es ihm Spaß macht.

                              Wir waren insgesamt 4mal im Fresh und konnten so die Karte praktisch durchprobieren. Langdon’s Schwerpunkt sind die Vorspeisen, diese waren sehr, sehr gut, und um einiges besser als die Hauptgänge. Die Hauptgerichte sind dazu noch sehr eklektisch, aber wahrscheinlich erwarten die Gäste des Hotels das so, das Publikum war sehr international.

                              Anbei ein paar Gerichte, welche uns ausgesprochen gut gefallen haben:

                              cured miso salmon breakfast radish, cucumber flower, lemon curd, nasturtium, hazelnut

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                              Hainan prawns, mango puree, jasmin tea, watercress

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                              Hainan rock crab, heirloom radish, dashi butter, baby herbs

                              whole tomahawk rib roast 250 day grain fed angus, pomme puree, choice of 3 sides


                              The Principal Hongkong, 2**

                              Seit 2014 hat der von Kanarische Inseln stammende Chef Jonay Armas mit dem Restaurant The Principal 2 **. Von der Presse wurde Armas für seine „eclectic cuisine“ ziemlich bejubelt, das hat uns neugierig gemacht. Es gibt 2 Menüs zum Auswahl. Bereits bei der Reservierung 2 Monate im Voraus müssen wir und auf eines der beiden Menüs festlegen.

                              Nun ja, wir kommen etwas früher als erwartet, es scheint aber kein Problem zu sein. Kaum sind wir an unserem Tisch platziert, schon geht es mit dem atemberaubenden Tempo sofort mit den Amuses los.

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                              Degustationsmenü hat 9 Gänge plus Petit Fours. Wir waren um 20:00 da, um 21:30 waren wir fertig. Alle Versuche, das Tempo etwas zu reduzieren, waren gescheitert.

                              Der Sommelier besaß sogar die Frechheit, uns bei der Weinbestellung zu fragen, ob wir gleich eine zweite Flasche Wein bestellen möchten. Zum Glück haben wir diese Frage verneint. Wir hatten in Folge große Schwierigkeiten, bei dieser Geschwindigkeit mit der ersten Flasche fertig zu werden.

                              Also keineswegs ein gemütlicher Abend zu zweit. Nun zum Essen, unser Menü liest sich wie folgt:

                              Oyster
                              Jalapeno Pepper, Dashi
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                              Salmon Roe
                              Cauliflower, Chives
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                              Consomme de Papillote
                              Girolle, Asparagus, Zucchini
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                              Foie
                              Uni, Ceviche, Fennel, Celery
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ID: 49542
                              Abalone
                              Pork Stew, Pancetta
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ID: 49536
                              Tuna
                              Belfago Belly, Roasted bell Pepper, Seaweed
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ID: 49538
                              Venison
                              Chestnut, Jerusalem Artichoke
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ID: 49539
                              Barley Pudding
                              Rum Ice Cream, Cinnamon, Meringue
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ID: 49540


                              Rapa Nui
                              Black & White, Roasted Corn Ice Cream, Pandan
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ID: 49541
                              Was soll ich sagen, es war das schlechteste Essen, das wir je in Hongkong bekommen haben, und das lag nicht nur an dem Tempo und schlechtem Service.

                              2** ?! Never ever. Im Laufe des Abends haben wir verschiedene Vermutungen geäußert:

                              - Der Chef wurde plötzlich krank und ein Azubi muss kochen

                              - Der Chef hat eine Schaffenskrise und kein Bock mehr zu kochen

                              - Auf jeden Fall waren die Michelin Tester gedopt oder betrunken, sonst kann man 2 Sterne nicht erklären. Bei manchen Gerichten würde ich nicht mal 1* vergeben.

                              Es waren durchaus sehr interessante Einsätze dabei, zum Beispiel der Foie Gang, der statt süß, sauer angemacht war, Sea Urchin gab eine besondere Note dazu, das konnte ein echter Highlight werden. Leider waren die Geschmackskomponente sehr schlecht auf einander abgestimmt, es war schlicht und einfach zu sauer. Das gleiche betrifft Auster, die scharfe Sauce hatte, konnte interessant werden. War aber leider so scharf, dass die Auster einfach tot gewürzt wurde.

                              Consomme warf nur Frage auf, was das eigentlich soll? Null Geschmack, einfache braune Brühe mit ein paar Brocken von irgendetwas.

                              Die einzigen Gänge, die relativ gut waren war Abalone und Tuna. Fleischgang absolut belanglos und Dessert Rapa Nui so gefroren, das wir das nicht essen konnten.

                              Ich habe noch nie ein Restaurant so verärgert verlassen. Und schon gar nicht ein Restaurant, der Michelin Sterne hat.


                              Above and Beyond.

                              Das kantonesische Restaurant wurde in diversen Führern, inkl. Michelin lobend erwähnt. Da wir im Icon Hotel wohnten, wo das Restaurant sich befindet, war es nahliegend, dort mindestens einen Lunch zu nehmen. Man sitzt sehr schön mit dem Blick auf Hongkong Bay. Service ist unglaublich nett und sehr effizient. Wir wählen:

                              Steamed Shrimps and Bamboo Shoots Dumpling

                              Steamed Pork Dumpling with Crab Roes

                              Steamed Chicken and Koriander Dumpling

                              Pork Dumpling with Scallop

                              Century Eggs with grilled Vegetables

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ID: 49529


                              Smoked Baby Pigeon with Longjing Tea & Chrysanthemum

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ID: 49530


                              Alles schmeckt ausgezeichnet, Century Eggs habe ich noch nie in einer solchen ausgezeichneten Qualität gegessen. Die Taube ist so zart, mit dem unglaublichen Aroma. Einfach toll. Dieses Restaurant ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

                              Noch zu erwähnen für den kleinen Geldbeutel ein ausgezeichneter Dim Sum Laden in Soho, Ding Dim 1968. Der Chef macht seit 1968 nichts anderes, als Dim Sum. Der Laden ist sehr beliebt und winzig, man muss um die Mittagszeit Zeit mitbringen. Wir mußten ca. 40 Minuten auf ein Tisch warten. Es hat sich gelohnt.


                              PS: Ich habe für The Principal auch die restlichen Bilder da. Lieber Q. kann mir vielleicht helfen diese einzufügen?



                              Abalone, Tuna, Fleisch




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                              Angehängte Dateien
                              Zuletzt geändert von QWERTZ; 30.03.2015, 00:21.

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