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China und Hongkong

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  • Frab
    antwortet
    Das Uma Nota bietet japanisch-brasilianische Küche in Hong Kong’s, vor allem abends, lebhaftem Stadtteil Central und schneidet auf den meisten Onlineportalen mit guter Bewertung ab, u.a. in den Top 50 auf Tripadvisor. Darauf aufmerksam geworden war ich durch den Tipp eines kulinarisch interessierten Freundes. Die japanisch-brasilianische Küche hat uns bereits in Brasilien selbst sehr gut gefallen, das reicht uns daher schon als Grund hier nach einem Besuch beim berühmten Pferderennen am Happy Valley Racecourse gegen 22h als Walk-In noch vorstellig zu werden. Kleiner Tipp am Rande: Mit Vorzeigen des Reisepasses erhält man beim Racecourse auch die Möglichkeit sog. „Member“-Tagespässe für ca. €10 pro Person zu erwerben mit denen man Zugang zu den deutlich gesitteteren Member-Bereichen erhält mit besserem Blick auf das Geschehen und trotzdem jederzeit in die „Public Area“ rein- und rausgehen darf, die eher einer Erasmus-Studentenparty gleicht. Zudem gibt es hier oben eine Kantine, die kantonesisches Essen in guter Qualität preisgünstig zubereitet – für uns eine sehr interessante Erfahrung und eine gute Möglichkeit sich mit der Küche bekannt zu machen. Aber etwas Hunger haben wir uns bewusst noch bewahrt.

    Das Restaurant ist ausgestorben (es ist der zweite Weihnachtsfeiertag), vor der Tür sitzt eine Gruppe bei Getränken und während wir reinkommen zahlt und geht gerade die andere Gruppe am Tisch neben uns. Im Laufe des Essens kommen aber wieder mehrere kleinere Gruppen rein um einen Wein oder Cocktails zu trinken. Aber die Küche bleibt offen und das ist was für uns zählt.

    Den Auftakt machen „Miso tiradito 味噌辣汁生魚片“. Das ist laut Karte „geschnittener weißer Fisch“ mit Misosauce, Cashewnüssen, Chili, Koriander und Avocado. Die typische Säure ist enthalten und machen das Gericht ansprechend, die Cashewnüsse vermitteln aber einen recht rustikalen Eindruck.



    Parallel dazu kommt „Ceviche Nikkei 日式秘魯風味酸橘汁醃魚生“, auch hier ist laut Karte wieder der weiße Fisch dabei, dazu Oktopus, Reisessig, Mirin, Sojasauce, Dashi, Zitronensaft, Koriander, rote Zwiebel und Avocado. Gut! Der Mix aus frischem rohen Fisch mit Zwiebeln, Chili und Säure durch die Zitrone ist ja fast immer ein Garant für ein gutes Gericht.



    Interessiert hatte uns noch das „Tuna tartare 吞拿魚他他“, bei dem Thunfischtartar jeweils auf Shisoblättern mit kleinen frittierten Bällchen (die Karte sagt „Wasabi Tempura“) serviert wird. Das Problem mit Shiso oder Perilla ist sein dominanter Geschmack, herber Minze etwas ähnelnd. Die Blätter rollt man auf und isst sie einzeln mit den Fingern aber außer Shiso mit etwas Crunch und Schmelz schmecken wir hier nichts.



    Aus der „Size Matters“-Sektion der Karte nehmen wir noch „Fraldinha 烤牛腹扒“, 300g gegrilltes Flank Steak mit Farofa und Feijao (Bohnen) Salad (leider kein Foto). Das ist gut gemacht, wie ich finde sehr authentisch und passt gut. Farofa ist in Brasilien beliebtes geröstetes Maniokmehl welches einem einen Panadeeindruck zum Fleisch vermittelt. Auch wenn das in Brasilien beliebt ist, schiebe ich die mindestens 100-150 Gramm auf unserem Teller nach 2-3 Gabeln dann doch lieber beiseite.

    Der echte Kracher kommt dann aber beim Dessert mit „Yuzu mousse 柚子慕絲“, eine unscheinbare weiße dichte und geschmackstiefe Mousse aus Yuzu garniert mit getoasteten Kokosraspeln auf einer karamellisierten Ananas. Es sieht nicht nach viel aus aber alles hieran gefällt mir absolut fabelhaft, die dichte Creme ist ein Hochgenuss und die Ananas steuert eine saure Süße bei, die das Ganze für den Unkostenbeitrag von 75 Hong Kong Dollar oder €8,70 in die Karibik versetzt (* bis **). Davon bestelle ich mittendrin noch eine zweite Portion und leere danach alles aus.



    Der Guide Michelin gibt hier keine Empfehlung und ich kann es auf Basis unseres Essens knapp nachvollziehen – außer natürlich bei der Yuzu Mousse. Dazu ist es nicht ganz günstig, die Vorspeisen kosten alle ca. €20 und unser Steak ca. €43. Alles natürlich kein Wucher aber es gibt in Hong Kong einfach viele andere Optionen, die ähnlich Spaß für weniger machen. Trotzdem eine gute Option um sich abends einen Drink zu genehmigen und daneben etwas kleines zu essen. Oder natürlich für Besucher mit Brasilien-Heimweh.

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  • cynara
    antwortet
    Liebe Wi,

    Dem möchte ich mich anschließen.

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  • Schlaraffenland
    antwortet
    Vielen Dank, liebe Frau wi, für diese sehr schönen Berichte über Ihre tollen Eßerlebnisse.

    "in Vietnam und Kambodscha haben wir natürlich auch gegessen, hier gilt wie oben. Sollte die Interesse da sein, kann ich ein paar zusammenfassende Wörter dazu schreiben."

    Aber unbedingt. Und bitte nicht zu zusammenfassend, lieber ausführlicher.
    Grüße
    Schlaraffenland

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  • wi090365
    antwortet
    Bei diesjährigen Besuch in Shanghai haben wir uns nicht sehr viel vorgenommen. Da wir vorher bereits seit zwei Wochen unterwegs in Vietnam und Kambodscha waren, wollten wir nun etwas kürzertreten. Die Zeit für die neuen kulinarischen Eindrücke müsste dennoch sein.

    Taian Table*.

    Das Restaurant von Herr Stiller müsste eine Woche nach der Sternverleihung schließen und in eine neue Location umziehen. Diese ist nicht so einfach zu finden. Trotz einer sehr guten Wegbeschreibung muss unser Taxifahrer ziemlich suchen, wir fahren durch die typischen chinesischen Viertel mit viel Trubel und dem Abendmarkt. Sind wir hier richtig? Und dann, doch, ein Neubau, noch ein bisschen Baustelle, sonst aber sehr entsprechend. Wir klingen, es wird aufgemacht, und wir sind drin. Der Raum hat Platz für 26 Gäste. Es gibt 2 Tische für jeweils 4 Personen, der Rest nimmt Platz an der Theke. Das finden wir schön, so können wir die ganze Küche im Blick haben. Das Team vollzieht gerade ein Menü-Monatswechsel, es geht turbulent zu, jedoch ohne Hektik. Was uns auffällt, es wird sehr wenig gesprochen, und wenn, dann sehr leise. Es scheint, dass jeder Mitarbeiter weiß, was er zu tun hat. Der Raum ist schon und hoch, viel Holz, in der Küche Edelstahl, sehr schönes Geschirr. Später erzählt uns Herr Stiller, dass es noch ein Raum für private Feier und ein Champagner-Bar geplant sind.

    Es gibt ein 14-Gang Menü, welches bis zu 10 Gänge reduziert werden kann. Weinbegleitung wird auch angeboten. Wir wählen das große Menü und schon geht es los:

    Welcome Snacks sind Reispapierchips mit Algen und Chili-Nüsse, wir nippen an unserem Wein, beobachten das Treiben, unterhalten uns mit den Nachbarn links und rechts, die Atmosphäre ist sehr entspannt, es wird viel gelacht. Schön!

    Unser Menü hat die Nummer 7:

    ‘Le Puy’ Lentil Salad / Dry Beef Cheek | Olive

    Avocado / Air-dried Beef Cheek / Smoked Onion Cream

    Raw Scallop / Cauliflower Juice / Dill Oil / Apple

    Jambon Persille Pressed Ham Hock / Horseradish Cream / Pickles

    Foie Gras Custard / Tokaji Reduction / Parmesan

    Hamachi / Wasabi Spinach / Sansho Pepper / Kaluga Queen Caviar

    Burnt Onion / Kohlrabi / Chives / Shimeji

    Tourbot Fillet “Bouillabaisse”

    Boudin Noir / Mustard / Water Chestnut / Herb Salad

    Cucumber Sorbet / Hendricks Gin / Herb Snow

    Slow cooked Beef Short Rib / Mustard Seeds / Cashew Nuts / Lettuce

    New Zealand Lamb Saddle / Arugula / Eggplant

    Strawberry & Pear / Vodka / Black Pepper / Thyme

    Chocolate / Smoked Sea Salt

    Farewell Sweets


    Das ganze Menü ist auf einem sehr konstanten Niveau, sehr schön, eine gelungene Mischung von klassisch und modern. Die besten Gänge für uns sind die Avocado und, sehr untypisch für uns, Schokoladen Dessert. Nur ein Gang fanden wir etwas schwach, ein Fleischgang mit Lamm.

    Insgesamt fanden wir, dass die Zusammenarbeit von Herrn Stiller und seinem Chef de Cuisine Jeno Rasz sehr gelungen ist. Für uns war das das beste Menü, welches wir je in Restaurants von Herr Stiller in Shanghai gegessen haben und absolut und ohne Zweifel Sterneniveau.

    Getrunken haben wir Sauvignon Blanc 2015, Kim Crawford, Malborough, New Zealand und, auch von Kim Crawford, 2014 Pinot Noir, South Island


    Canton 8 **. Das chinesische Restaurant Canton 8 gilt als das billigste 2 Sterne Restaurant der Welt. Es gibt keine Webseite und die Reservierungen kann man nicht telefonisch, sondern nur persönlich machen. Das erledigt für uns ein guter Freund ein paar Tage im Voraus, und schon sind wir voller Vorfreude zum Lunch da. Leicht erschrocken sehen wir vor der Tür eine Schlange von ca. 30 Personen, die offensichtlich alle auch im Restaurant Mittag essen wollen. Der Service ist effizient und nett, es wird so gut wie kein English gesprochen, wir schaffen es dennoch ohne große Probleme zu unserem Tisch und bestellen.

    Wir haben im Vorfeld einiges über Michelin-Vergabe in Shanghai gelesen, teilweise recht kritisch, unter anderem über Canton 8, zum Beispiel, dass dorthin nur die Ausländer essen gehen und den Chinesen wäre das nicht chinesisch genug, usw.
    Die Tatsache ist, wir scheinen heute die einzigen Ausländer zu sein, der Rest ist chinesisch, typisch laut und neugierig. Wir bestellen zwei verschiedene Dim Sum, und dann die berühmten Barbecue-Gerichte: knusprige Schweinebauch, Baby-Duck und Schweinefleisch mit süßen Kruste. Dazu trinken wir Tee. Es wird schnell serviert. Die Dim Sum sind gut, auch wenn wir schon besseren gegessen haben. Aber die Fleischgänge, die erklären, warum hier mit den Sternen nicht gegeizt wurde. So schönes knuspriges und dennoch saftiges Fleisch wird in Europa jedem Sterne Restaurant die Ehre machen.

    Service ist für chinesische Verhältnisse sehr herzlich, das Restaurant ist ziemlich modern und hell eingerichtet, der Tee ist von hervorragenden Qualität und die Rechnung wie in jedem beliebigen chinesischen Restaurant in Shanghai. Wir sind sehr glücklich, und ziehen weiter.


    Abends geht es dann zu Sushi Aoki, ein kleines Omakase-Sushi Restaurant mit nur 6 Plätzen, welches zwar keine Sterne erhalten hat, dennoch eine Erwähnung in Michelin Guide für Shanghai findet. Der Chef Aoki-San hat in Tokyo in einem Michelin-Restaurant Sushi Ichi gearbeitet, bevor er nach Shanghai kam.

    Das Restaurant ist noch schwieriger zu finden, und wenn wir das doch noch schaffen, sind die anderen Gäste bereits mit dem Essen fast fertig. So kommt es, dass wir nach eine halbe Stunde die einzigen Gäste bleiben und sehr viel Spaß mit Aoki San haben, denn er spricht kein Englisch, und wir weder japanisch noch chinesisch.

    Es gibt insgesamt etwa 25 kleine Gerichte, alles wunderbar frisch, der Fisch wird täglich von Tokyo eingeflogen. Wir probieren etwa 5 verschiedene Thunfisch Variationen, Seeigel Roggen, Abalone, Clams, Wagyu Beef und viel mehr. Nach dem zwanzigsten Gang versage ich und mein Mann muss alleine weiterkämpfen.

    Unser bestes Sushi seit Tokyo, absolut!


    T8. Das Restaurant T8 ist so etwas wie die Wiege der Gourmetküche in Shanghai. Von vielen geliebt, von einigen gehasst, schaffte T8 seit über 10 Jahren zuverlässig gehobene Küche in Shanghai anzubieten. Der Executive Chef ist der Katalane Jordi Servalls Bonilla, der schon bei El Bulli gearbeitet hat.

    Wir waren schon öfter da, diesmal geht es auch in eine neue Location, die nicht weit von der alten in Xintiandi liegt.

    Ich esse Krabentartar und der gegrillten Hummer, mein Mann bekommt Thunfischtataki und ein Steak. Das Essen ist wie immer gut, schön präsentiert und sehr, sehr lecker. So ein gutes Steak habe ich schon lange nicht mehr probiert. Zum Nachtisch möchten wir Käse, der steht aber nicht auf der Speisekarte. Kein Problem, schnell wird für uns ein Käsegang kreiert. Wir sind etwas nostalgisch, schwelgen in Erinnerungen über den alten guten Zeiten, genießen unser letzten Glas Wein auf der schönen Terrasse.


    Am nächsten Morgen überraschen uns unsere Freunde mit einem Lunch im Hakkasan. Der Hakkasan in Shanghai gibt es schon seit ein paar Jahren, in einer der teuersten und nobelsten Gegenden der Stadt, wir waren noch nie da, sind gespannt. Wir bekommen typisch kantonesisches Lunch, Dim Sum, teilweise sehr ausgefallen und Top-Qualität, finden wir um einiges besser, als in Canton 8, aber vielleicht ist es nur die Frage der richtigen Auswahl. Danach gebratener Reis, etwas Gemüse. Dazu gibt es sehr gute Cocktails und später ein hervorragender Oolong-Tee. Das Restaurant ist ziemlich groß, jedoch bis zum letzten Platz ausgebucht, unsere Freunde sagen uns, dass die Reservierungen für das Wochenende müssen Wochen im Voraus gemacht werden. Wir genießen diese typisch chinesische Restaurant-Atmosphäre und unser Essen. Abends werden wir hierher wohl nicht gehen wollen, außerdem ist Hakkasan doch zu teuer. Aber für Lunch ist es eine schöne Adresse.


    PS: Ich habe diesmal auf Fotos in meinem Bericht verzichtet, sollte jedoch die Interesse bestehen, kann ich gerne ein Paar nachreichen.

    PPS: in Vietnam und Kambodscha haben wir natürlich auch gegessen, hier gilt wie oben. Sollte die Interesse da sein, kann ich ein paar zusammenfassende Wörter dazu schreiben.

    Beste Grüße
    wi

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  • wi090365
    antwortet
    Vielen Dank! Die Bilder Reihenfolge stimmt nicht ganz, ich kann es aber noch ändern.

    LG
    wi

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  • QWERTZ
    antwortet
    Liebe wi, die Fotos konnte ich hoffentlich den richtigen Gerichten zuordnen. Dabei ist mir ein Missgeschick beim Kopieren passiert. Dadurch sieht es nun so aus, als sei der Beitrag von mir, ich weiß aber nicht, wie sich das wieder ändern lässt, außer dass Sie hier nochmal einen kleine Post schreiben. Als Inhalt würde "Test" reichen, dann kann dich das zusammenfügen und wieder so aussehen, lassen, wie es sein soll.

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  • wi090365
    antwortet
    Zitat von kuechenreise Beitrag anzeigen

    Wie hat ihnen das Hotel Icon gefallen?
    Das Hotel Icon hat uns sehr gut gefallen. Das Hotel ist dafür bekannt, dass es ein Ausbildungshotel der Hotel Management Hochschule von Hongkong ist. Service war erstklassig. Zimmer sehr schön, Design von Conran. Lage sehr gut, wenn man auf Kowloon übernachten möchte.

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  • QWERTZ
    antwortet
    Liebe wi,
    ich bin gerne bei den übrigen Bildern behilflich. Bitte einfach in einen weiteren Beitrag einfügen, dann kopiere ich das zusammen.

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  • kuechenreise
    antwortet
    Danke für den ausführlichen und wie immer interessanten Bericht, werte Wi!

    Wir waren kürzlich im Otto e Mezzo Bombana in Hong Kong, und ich kann ihre Eindrücke nur bestätigen: Zwar sehr gute italienische Küche, aber nie und nimmer 3 Sterne und "eine Reise wert", vergleichbares findet man auf 1* Niveau an vielen Orten. Teuer (das Lunch-Menü ist ok), umfassende & teure Weinliste, laut & schlechte Akustik. Wirkt mehr wie ein 'Society Event', um zu zeigen, was man hat, als das beste italiensche Restaurants ausserhalb Italiens.

    The Principal - stand auch auf meiner Liste, hat sehr interessant geklungen, aber beim Reservieren dann nicht geklappt... Wie ich lese, war das Glück! Schade, dass ein so enttäuschendes Erlebnis...

    Wie hat ihnen das Hotel Icon gefallen?

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  • QWERTZ
    antwortet
    Diesmal standen die kulinarischen Entdeckungen nicht im Mittelpunkt unserer Reise, aber natürlich sind wir viel essen gegangen und haben dabei einige interessante Sachen entdeckt.

    Otto e Mezzo Bombana Shanghai – der Hauptrestaurant in Hongkong besitzt seit Jahren drei Michelin Sterne und schmückt sich damit, als einziges italienisches Restaurant außerhalb Italien 3* zu haben. Wir waren dort nie essen haben aber sehr gegensätzliche Meinungen gehört.

    Seit ein paar Jahren gibt es eine schicke Dependance in Shanghai. Team ist größtenteils italienisch, und Patron scheint auch häufig zum Besuch zu kommen, das entnahmen wir dem kulinarischen Kalender.

    Das Ambiente ist sehr schick und üppig, super Aussicht auf Stadtteil Pudong. Die Preise sind lächerlich hoch, das scheint aber kein Problem zu sein. Das Restaurant ist am Montagabend sehr gut besucht. Die Weinkarte ist angeblich die beste in Shanghai, und tatsächlich finden wir darauf alles, was Rang und Namen hat. Service ausgezeichnet, durch und durch auf dem europäischen Niveau.

    Wir aßen:

    Mayura Beef Tenderloin Carpaccio
    japanese organic egg sauce, capers, diced vegetables and salad leaves, parmesan cheese crisps

    und

    Iceland Scampi Carpaccio
    italian calvisius caviar, lime and honey citronette, diced seasonal vegetables, fresh herbs

    Als Zwischengang:

    Artisanal Spaghetti Mancini
    north sea crab and zucchini ragout, parsley emulsion

    Fettuccine
    blue lobster medallions, saffron, fresh tomatoes, greens & fennel emulsion, garlic, olive oil, chili

    Haupgang:

    Oven Roasted Suckling Pig & Braised Pork Cheek
    lentils, apple puré e, whipped potatoes, cherries

    Mediterranean Blue Fin Tuna Variation
    tartare, grilled steak, seared toro, maguro in extra virgin olive oil, seasonal garnish, eggplant purée

    Ich war danach nicht mehr in der Lage, noch ein Dessert zu essen. Mein Mann konnte es aber nicht lassen, es gab noch

    Limoncello Soufflé
    citrus fruits sorbet, lemon cream anglaise, marinated cherry salad

    Zum Trinken gab es Sauvignon blanc von Vie Di Romans und Summus von Banfi.

    Unser Fazit: das Essen sehr gut, 1 bis 2 *. Preise so hoch, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Unbedingt wieder, wenn Geld keine Rolle spielt.


    Restaurant Fresh in Mandarin Oriental Sanya. Das Restaurant Fresh gilt als das beste international Restaurant auf dem Insel Hainan und wir sind bereit dem zu glauben. Der Australier Shaun Langdon mit seinem Team hat ganz klar Fokus auf Fisch und Meeresfrüchte, und schafft es, mühelos ein Spagat zwischen klassischen Gerichten und chinesischer Küche.

    Langdon ist 26 Jahre jung, arbeitete bereits kurz in Bordeaux und Paris, und Italien. Bei dem Gespräch mit uns war er sehr verlegen und sagte nur kurz, dass er lieber mit Fisch arbeitet, und dass es ihm Spaß macht.

    Wir waren insgesamt 4mal im Fresh und konnten so die Karte praktisch durchprobieren. Langdon’s Schwerpunkt sind die Vorspeisen, diese waren sehr, sehr gut, und um einiges besser als die Hauptgänge. Die Hauptgerichte sind dazu noch sehr eklektisch, aber wahrscheinlich erwarten die Gäste des Hotels das so, das Publikum war sehr international.

    Anbei ein paar Gerichte, welche uns ausgesprochen gut gefallen haben:

    cured miso salmon breakfast radish, cucumber flower, lemon curd, nasturtium, hazelnut

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    Hainan prawns, mango puree, jasmin tea, watercress

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    Hainan rock crab, heirloom radish, dashi butter, baby herbs

    whole tomahawk rib roast 250 day grain fed angus, pomme puree, choice of 3 sides


    The Principal Hongkong, 2**

    Seit 2014 hat der von Kanarische Inseln stammende Chef Jonay Armas mit dem Restaurant The Principal 2 **. Von der Presse wurde Armas für seine „eclectic cuisine“ ziemlich bejubelt, das hat uns neugierig gemacht. Es gibt 2 Menüs zum Auswahl. Bereits bei der Reservierung 2 Monate im Voraus müssen wir und auf eines der beiden Menüs festlegen.

    Nun ja, wir kommen etwas früher als erwartet, es scheint aber kein Problem zu sein. Kaum sind wir an unserem Tisch platziert, schon geht es mit dem atemberaubenden Tempo sofort mit den Amuses los.

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    Degustationsmenü hat 9 Gänge plus Petit Fours. Wir waren um 20:00 da, um 21:30 waren wir fertig. Alle Versuche, das Tempo etwas zu reduzieren, waren gescheitert.

    Der Sommelier besaß sogar die Frechheit, uns bei der Weinbestellung zu fragen, ob wir gleich eine zweite Flasche Wein bestellen möchten. Zum Glück haben wir diese Frage verneint. Wir hatten in Folge große Schwierigkeiten, bei dieser Geschwindigkeit mit der ersten Flasche fertig zu werden.

    Also keineswegs ein gemütlicher Abend zu zweit. Nun zum Essen, unser Menü liest sich wie folgt:

    Oyster
    Jalapeno Pepper, Dashi
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    Salmon Roe
    Cauliflower, Chives
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    Consomme de Papillote
    Girolle, Asparagus, Zucchini
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    Foie
    Uni, Ceviche, Fennel, Celery
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    Abalone
    Pork Stew, Pancetta
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    Tuna
    Belfago Belly, Roasted bell Pepper, Seaweed
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    Venison
    Chestnut, Jerusalem Artichoke
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    Barley Pudding
    Rum Ice Cream, Cinnamon, Meringue
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    Rapa Nui
    Black & White, Roasted Corn Ice Cream, Pandan
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    Was soll ich sagen, es war das schlechteste Essen, das wir je in Hongkong bekommen haben, und das lag nicht nur an dem Tempo und schlechtem Service.

    2** ?! Never ever. Im Laufe des Abends haben wir verschiedene Vermutungen geäußert:

    - Der Chef wurde plötzlich krank und ein Azubi muss kochen

    - Der Chef hat eine Schaffenskrise und kein Bock mehr zu kochen

    - Auf jeden Fall waren die Michelin Tester gedopt oder betrunken, sonst kann man 2 Sterne nicht erklären. Bei manchen Gerichten würde ich nicht mal 1* vergeben.

    Es waren durchaus sehr interessante Einsätze dabei, zum Beispiel der Foie Gang, der statt süß, sauer angemacht war, Sea Urchin gab eine besondere Note dazu, das konnte ein echter Highlight werden. Leider waren die Geschmackskomponente sehr schlecht auf einander abgestimmt, es war schlicht und einfach zu sauer. Das gleiche betrifft Auster, die scharfe Sauce hatte, konnte interessant werden. War aber leider so scharf, dass die Auster einfach tot gewürzt wurde.

    Consomme warf nur Frage auf, was das eigentlich soll? Null Geschmack, einfache braune Brühe mit ein paar Brocken von irgendetwas.

    Die einzigen Gänge, die relativ gut waren war Abalone und Tuna. Fleischgang absolut belanglos und Dessert Rapa Nui so gefroren, das wir das nicht essen konnten.

    Ich habe noch nie ein Restaurant so verärgert verlassen. Und schon gar nicht ein Restaurant, der Michelin Sterne hat.


    Above and Beyond.

    Das kantonesische Restaurant wurde in diversen Führern, inkl. Michelin lobend erwähnt. Da wir im Icon Hotel wohnten, wo das Restaurant sich befindet, war es nahliegend, dort mindestens einen Lunch zu nehmen. Man sitzt sehr schön mit dem Blick auf Hongkong Bay. Service ist unglaublich nett und sehr effizient. Wir wählen:

    Steamed Shrimps and Bamboo Shoots Dumpling

    Steamed Pork Dumpling with Crab Roes

    Steamed Chicken and Koriander Dumpling

    Pork Dumpling with Scallop

    Century Eggs with grilled Vegetables

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    Smoked Baby Pigeon with Longjing Tea & Chrysanthemum

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    Alles schmeckt ausgezeichnet, Century Eggs habe ich noch nie in einer solchen ausgezeichneten Qualität gegessen. Die Taube ist so zart, mit dem unglaublichen Aroma. Einfach toll. Dieses Restaurant ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

    Noch zu erwähnen für den kleinen Geldbeutel ein ausgezeichneter Dim Sum Laden in Soho, Ding Dim 1968. Der Chef macht seit 1968 nichts anderes, als Dim Sum. Der Laden ist sehr beliebt und winzig, man muss um die Mittagszeit Zeit mitbringen. Wir mußten ca. 40 Minuten auf ein Tisch warten. Es hat sich gelohnt.


    PS: Ich habe für The Principal auch die restlichen Bilder da. Lieber Q. kann mir vielleicht helfen diese einzufügen?



    Abalone, Tuna, Fleisch




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    Zuletzt geändert von QWERTZ; 30.03.2015, 01:21.

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  • kuechenreise
    antwortet
    Ganz herzlichen Dank für die Tipps und Inspirationen!!

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  • wi090365
    antwortet
    Geehrter küchenreise,

    in Lung King Heen waren wir zum Dim Sum Lunch, der ist wirklich gut und nicht zu teuer, ob die Dim Sum wirklich 3 * wert sind, ist die andere Frage.

    Bei 2* Sternen reizen mich The Principal, Duddels ( wir kennen die Besitzer, die haben bereits mehrere gute Restaurants in Hong Kong) konnte auch interessant sein. Dann gibt es immer noch Amber.

    Unter den Sternen, hm, schwierig. Ich weiß nicht, ob Sie schon in Hong Kong waren, und welche Küche Sie bevorzugen. Vielleicht The Chairman, Above and Beyond, Seventh Son für Kantonküche, Sai Kung für Seafood, Fu Sing für Dim Sum, Mott 32 auch Kanton, aber etwas erweitert auf andere Regione Chinas.

    Ich hoffe, es hilft weiter.

    VG

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  • kuechenreise
    antwortet
    Besten Dank, werte Wi!

    3* - Sushi Shikon klingt interessant, nicht wahr? Lung King Heen im Four Seasons, da liest man manchmal auch nicht ganz so euphorisches (ausser zum Dim Sum Lunch); und für Robuchon oder Italienisch muss man nicht unbedingt nach HKG...

    2* - da bin ich gerade am rechercheiren, Ryu Gin (schon wieder japanisch) wird oft gelob / auch ovn Andy Hayler, Yan Tho Heen im Interconti wird meist auch spannend beschrieben, Wagyu Takumi (und nochmal japanisch, aber diesmal mit Französisch) lacht mich irgendwie auch an. Was meinen Sie?

    Unter den Sternen - haben Sie vielleicht einen Tipp für mich?

    Viele Grüsse, küchenreise

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  • wi090365
    antwortet
    Lieber kuechenreise,

    wir sind im März in Shanghai und Hong Kong, dann wird es hoffentlich wieder etwas zu berichten geben. Fūr Hong Kong überlegen wir uns, ob wir der neuen 3* Sterne Sushi Restaurant besuchen, sonst scheinen uns die 2* Sterne interessanter. Ins Bo werden wir wohl nicht mehr gehen, da waren wir bereits ein paar Mal. Interessant ist das Restaurant auf jeden Falls, besonders wenn man chinesische Küche ein bißchen kennt.

    Aber Hong Kong ist auch unter der Sternen essentechnisch sehr interessant.

    VG
    wi

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  • kuechenreise
    antwortet
    Der letzte Bericht aus Hong Kong ist ja nun doch schon über 3 Jahre her (und das beschriebene Bo Innovation, werte Wi, hat mittlerweile schon 3 Sterne), also Zeit ihn wieder zu beleben :-) Und ich hoffe, mal wieder vor Ort zu sein...

    Hat jemand aktuelle Empfehlungen für Hong Kong? (Bo Innovation würde ich mir nicht entgehen lassen, war glaube ich 2007/08 dort, noch bevor der Michelin in HKG Einzug hielt, und bin gespannt, wie sich die Küche seither entwickelt hat!)

    Danke!

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