Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

New York City

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • rocco
    antwortet
    Williamsburg, Brooklyn Part 3 - Pub Food

    Fette Sau BBQ (Metropolitan Ave)

    Auf Empfehlung eines Freundes sind wir mit ihm zusammen ins Fette Sau BBQ gegangen, das vom Zagat Guide schon länger als "Best in Town" empfohlen wird. Hier wird vor Ort geräuchert (dry-rub), das Holz und Fleisch wird lokal bezogen, und das Fleisch ist aus biologischer Landwirtschaft. Außerdem ist das Lokal für seine Whiskey-Liste bekannt. Leider ging es mir an dem Tag nicht so gut, so dass ich das Essen nicht voll genießen konnte. Man bestellt sich das Fleisch nach Gewicht, nimmt Beilagen dazu, holt sich Getränke und setzt sich dann an lange Bänke und isst direkt vom Tablett mit Plastikbesteck.

    Wir hatten Brisket vom Angus Beef, Pulled Pork vom Duroc-Schwein, Bratwurst vom Berkshire-Schwein und St. Louis Style Duroc-Rippchen und als Beilagen Dante's German Potato Salad, Cora's Broccoli-Salad, Guss' Half-Sour Kosher Pickles und Burnt End Baked Beans und dazu einen Pint Craft-Beer (habe vergessen, welches). Ich bin großer Fan von Pulled Pork und habe vor gut zehn Jahren während eines Jahres in North Carolina sicherlich 20 Barbecue-Joints ausprobiert und dort das North Carolina Style Pulled Pork (üblicherweise mit Hush-Puppies serviert) lieben gelernt. North Carolina Style bedeutet, dass das Fleisch mit einer Essigsauce serviert wird, teilweise auch mit etwas Tomate und/oder Chili. Auch in der Fetten Sau konnte man sich das Pulled Pork mit Essig beträufeln. Das war sehr gut, kam aber nach meinem Empfinden an das Original nicht ran. Die Wurst war extrem scharf, das Brisket schmackhaft, aber etwas trocken. Die Rippen habe ich nicht probiert. Bei den Beilagen waren die Baked Beans mein Favorit, unmöglich fand ich den Broccoli, der roh mit groben Knoblauchstücken und extrem viel roter Chili serviert wurde.

    Insgesamt ist das Essen in der Fetten Sau schon einen Besuch wert, jedenfalls wenn man es rustikal mag. Ich esse BBQ ja lieber in der Provinz als in der Großstadt, aber das hat auch mit Sentimentalität zu tun (sehr empfehlenswert in NC sind zum Beispiel Bunn's BBQ in Windsor, White Swan BBQ in Smithfield, Wilber's BBQ in Goldsboro, King's Restaurant in Kinston (Pig in a Pup, ein Riesen-Hushpuppy gefüllt mit Pulled Pork), B's BBQ in Greenville, Hursey's Pig-Picking BBQ in Burlington, Little Richard's Lexington BBQ in Winston-Salem, Kepley's BBQ in Highpoint, Blue Mist BBQ in Asheboro und Tarheel Q in Lexington).

    Allswell (Bedford Ave)

    Allswell ist ein Gastropub, wie ich ihn liebe. Man geht hin, trinkt ein Bier, einen Cocktail oder ein Glas Wein an der Bar oder an einem der Tische, isst etwas oder nicht. Die Bierauswahl ist großartig, ebenso die kleine, aber feine Weinkarte, von der man eigentlich jeden Wein bestellen könnte. Der Inhaber hat vorher in dem mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Gastropub "The Spotted Pig" gekocht. Wir hatten (sehr rustikal) frittierte halbierte Rosenköhle mit Honig und Pecorino (das hat so gut geschmeckt), Frau rocco danach eine Art Rösti mit Räucherlachs, Kapern und Zitrone und ich einen Dry-Aged Burger, alles ausgezeichnet. Dazu gab es Southhampton Imperial Porter (sehr malzig und schokoladig, köstlich), Empire IPA (auch sehr schön, vielleicht für meinen Geschmack ein wenig zu cremig) und Brooklyn Brewery Pennant Ale (zitronig und frisch).

    Hätte ich so einen Laden um die Ecke, wäre ich Stammgast.

    Einen Kommentar schreiben:


  • rocco
    antwortet
    Williamsburg, Brooklyn - Part 2: The Elm

    Der geschätzt glauer hatte mich auf eine NYT Review zum Restaurant The Elm im King & Grove Hotel (N 12th St.) hingewiesen. Dieses Restaurant, das erst ein paar Monate offen ist, wird betrieben von Paul Liebrandt, der sich zuvor ** im Corton in TriBeCa erkocht hatte. Als "Executive Chef" hat er sich Mazen Mustafa geholt, der im Corton Liebrandts zweite Hand war und später Sous-Chef im Momofuku Ko (**).

    Für ein Sousterrain-Restaurant ist der Speisesaal schön hell, man kann einen Blick in die offene Küche reinwerfen, wo recht viele Köche wuseln und ihren Spaß zu haben scheinen. Das Konzept des The Elm ist eher casual. Die Karte ist unterteilt in "Raw", "Sea", "Land" und "Share". "Raw" sind kalte Vorspeisen, "Sea" Fischgerichte, "Land" vegetarische und Fleischgerichte und "Share" Gerichte, die man sich zu zweit teilen soll. Wir kriegten den Hinweis, dass die Portionen eher klein seien und man sich vier bis sechs Gerichte ("Share" Gerichte = ein Gericht) teilen solle. Wir starteten mit lediglich vier Tellern und bestellten auf die Frage der Kellnerin, ob wir den Hunger hätten, noch ein fünftes. Die Weinkarte führt die Positionen, die der ambitionierte New Yorker offenbar mittlerweile erwartet (Lopez de Heredia is the new Château Lafite-Rothschild). Mir hat die Weinkarte gut gefallen, aber die Weinkarten in den Restaurants, die mich interessieren, Weingeschäften, usw. schienen sich für meinen Geschmack schon sehr zu ähneln. Wir bestellten einfach aus Interesse und ins Blaue hinein eine Flasche Wind Gap Winery - 2010 Trousseau Gris Fannuchi Vineyard, die zunächst etwas gewöhnungsbedürftig schmeckte, zum Essen aber hervorragend harmonierte.

    Als Amuse wurde ein Oliven-Financier gereicht, der mir zu wenig nach Olive und zu süß schmeckte. Dann hatte ich als Vorspeise Artichoke Salad, Buttermilk, Speck, Black Garlic, ein halbiertes eingelegtes Artischockenherz mit zwei krossen Kräckern, die mit Speck gegrillt worden waren, etwas Knoblauchcreme und eine Buttermilchsauce. Das war nicht schlecht, vor allem die Artischocken, aber bei der Beschreibung hätte ich mir fast etwas mehr Spannung auf dem Teller gewünscht. Frau rocco hatte "Crudités" - Baby Lettuces, Autumn Vegetables, Green Olive-Tuna Crème, einen Salat aus verschiedenen Rübchen, Radieschen, usw. Auch nicht schlecht, aber ohne großen Aha-Effekt.

    Die Hauptgänge waren besser. Ich hatte “Fish and Chips” - Hake, Indian Pickled Lime, Vegetable Chips, ein sehr zartes Stück Seehecht, das in einem Teig aus IPA und Tandoori-Gewürzen frittiert worden war, dazu eine Crème aus den eingelegten Limetten (die hatte ich eigentlich in Scheiben erwartet) und Chips von roten und gelben Beten. Der Frittiertteig war mir einen Tick zu dick, man musste ihn regelrecht abschlagen. Zudem fehlte mir etwas die Harmonie aller Zutaten. Aber interessant war das Gericht allemal. Eigentlich hatte ich ja Atlantic Skate - Cucumber, Marcona Almond, Brown Butter Vinaigrette, habe den Teller aber Frau rocco überlassen, nachdem sie beide Fische probiert hatte und den Rochen lieber mochte. Ich mochte ihn auch lieber, aber was macht man nicht alles als Gentleman . Das Gericht war interessant und harmonisch. Wirklich gelungen.

    Eigentlich hatte ich das fünfte Gericht - Duck - Slow Roasted, Fig, Toasted Honey - für nach den Fischen bestellt, es kam trotzdem nach der Hälfte des Fisches. Schade eigentlich, so war es schon etwas kalt, nachdem ich den Fisch aufgegessen hatte. Die Ente war äußerst gelungen, sehr schmackhaft, noch leicht blutig. Der Rest, die Feige und eine Honigsauce, waren aber enttäuschend, süß, fast schon klebrig. Und während gute Feigen sich für meinen Geschmack durch eine Mischung aus honigartiger Süße und auch noch etwas Restsäure bei vollem Geschmack auszeichnen, war die Feige hier nur süß und irgendwie "leer" im Geschmack.

    Next: Desserts. Wir hatten Peaches & Cream - Basil Granite, Ginger, Roasted Peach Ice Cream und Milk Chocolate Palet - Lemon Verbena, Hazelnut, Malted Milk Sorbet, die beide ok waren, aber deutliche Schwächen aufwiesen. Bei dem Pfirsichdessert schmeckte das Eis kaum nach Pfirsich. Und die in Scheiben gereichten Pfirsiche waren hart und weitgehend geschmacksfrei. Den Basilikum konnte man nicht schmecken, ebensowenig wie die Zitronenverbene beim Schokoladendessert. Insgesamt fehlte es uns beiden an Tiefe im Geschmack.

    So verließen wir das Restaurant zwar nicht enttäuscht, aber auch nicht gerade begeistert. Ich hatte mich sehr auf das The Elm gefreut, aber was auf den Teller kommt, erschien mir doch noch deutlich verbesserungswürdig. Die Tellerpräsentation ist toll, auch klingen die Gerichte auf dem Papier sehr gut. Aber bei den Ausgangsprodukten erscheint mir noch Luft nach oben, v.a. bei den Gemüsen und Früchten. Außerdem fehlte es häufiger an Harmonie, waren mir die Kontraste doch hier und da einfach zu heftig, einzelne Elemente sehr salzig, süß oder sauer.

    Einen Kommentar schreiben:


  • rocco
    antwortet
    Williamsburg, Brooklyn - Part 1: Reynard

    Frau rocco und ich waren eine Woche in New York, genaugenommen in Williamsburg. Zum Dinner sind wir tatsächlich nicht ein einziges Mal nach Manhattan rübergefahren. Da haben wir sicher einiges verpasst, aber verschiedene Teile Brooklyns bieten mittlerweile kulinarisch auch so einiges. Cobble Hill, Boerum Hill, Red Hook, Bushwick, Bed-Stuy, Williamsburg, Greenpoint: Hier rollt seit einigen Jahren die Gentrifizierungswelle, die auch einige neue Hotels und Restaurants mit sich bringt.

    Am ersten Abend haben wir uns jetlaggeschädigt nur ein paar Blocks von unserer Wohnung weg bewegt und sind an der Brooklyn Brewery vorbei in das erst kürzlich eröffnete Wythe-Hotel zum Essen gegangen. Das Restaurant heißt "Reynard" und ist seit etwas mehr als einem Jahr offen. Der Dining-Room hat einen gewissen Brasserie-Charme und besticht (wie offenbar das ganze Hotel) optisch mit sehr hohen Holzbohlendecken. Die Karte wechselt täglich und ist französisch/international geprägt. Die umfangreiche Weinkarte beinhaltet ausschließlich französische Weine, und zwar mit einem hohen Geekiness-Faktor: Grower-Champagne, Loire, Beaujolais, Jura, Roussillon und die nördliche Rhône sind hauptsächlich vertreten. Ich hätte zwar gerne mehr US-Weine probiert, aber diese Weinkarte sucht sogar in Frankreich ihresgleichen.

    Sehr gut ist das selbstgebackene Sauerteigbrot mit einer Sauerrahmbutter. Wenn es den ganzen Abend nur Butterbrot gegeben hätte, wäre ich nicht unglücklich gewesen. Auch das Dinner selber war aber sehr gut. Los ging es mit einem Steak Tartare mit Seeigel, Topinambur und Brennnesseln. Das Steak Tartare war ziemlich grob geschnitten, aber sehr gut angemacht. Die Kombination mit den rohen Seeigeln war bestechend. Auch die Topinambur-Creme ließ sich gut mit dem Fleisch kombinieren. Die paar fritierten Brennnesselbläter waren zwar optisch ansprechend, geschmacklich aber eher belanglos. Dazu hatte ich ein Glas 2011 Chiroubles von Damien Coquelet, der sehr gut passte.

    Dann hatte Frau rocco Thunfisch mit Sesam, Erbsensprossen und Minze sowie noch weiteren Zutaten. Leider war der Thun einen Hauch zu lange gebraten. Aber die Komposition mit den Erbsensprossen und der Minze war hervorragend. Auch ich war mit meinem Hauptgang sehr zufrieden: Kaninchenkeule mit Kürbis, Birne und Senf-Crème-Fraiche. Die Keule war sowohl butterzart als auch kross gegrillt, ebenso wie die Birne und der Kürbis. Durch die kräftigen Röstaromen war der Gang sehr rustikal, schmeckte aber wirklich ausgezeichnet. Dazu hatte ich ein Glas 2010 Cour-Cheverny von Francois Cazin. Den Wein kannte ich schon aus früheren Jahrgängen und auch der 2010er ist sehr gelungen.

    Für ein Dessert war auch noch Platz. Es gab Espresso-Eis und ein Dessert aus Schokolade und Sauerrahm, das sehr salmiakartig schmeckte (das kam glaube ich von der Schokolade), hier und da etwas salzig und nur sehr moderat süß. Das galt auch für das Eis. Es gibt im Reynard eine umfangreiche Auswahl an glasweisen Süßweinen, u.a. fünf verschiedene Macvins aus dem Jura. Unglaublich. Ich entschied mich für ein Glas Macvin du Jura von Jean Macle, eine sehr gute Wahl.

    Die Rechnung kam mit Tip und Tax am Ende auf ungefähr $ 120,00, für das Gebotene ein sehr fairer Preis. Für mich ist das Reynard eine unbedingte Empfehlung, selbst wenn man aus Manhattan anreist. Ohnehin lohnt es sich, ein bisschen in Williamsburg und Greenpoint herumzuspazieren. Der Mix aus chassidischen Juden (im südlichen Teil der Bedford Ave), polnischen Einwanderern, die sogar noch ihre eigene NY-Zeitung auf polnisch haben (Nowy Dziennik), Hipsters und Latinos ist spannend und die Gegend um die Bedford Ave in etwa zwischen Grand St. und N 12th St. hat was von liberalen Studentenstädten in der Provinz. Klar wirkt der Catwalk hier und da ein bisschen prätentiös und Hotels wie das Wythe und das King & Grove locken "Medienfuzzis" an. Aber die Atmosphäre in dem Viertel fand ich wirklich charmant.
    Zuletzt geändert von rocco; 01.11.2013, 13:47. Grund: Brennnnnnnnessel

    Einen Kommentar schreiben:


  • Gast
    Ein Gast antwortete
    Nochmal zurück zur ssäm bar: da war z.B. dieses Stück zu hören, und gar nicht mal hintergrundartig, sondern kräftig, laut: (bitte bei 0:45 auf den Einsatz der Gitarren achten, das ist Beethoven!)

    Einen Kommentar schreiben:


  • brigante
    antwortet
    Ja, die die berüchtigte amerkanische Obsession für Air Condition und Eiswürfel...

    [email protected]: Das mit der Temperatur-Luxus-Relation hatte ich auch gelesen, 2005 in der "New York Times", sehr amüsanter Artikel.

    Einen Kommentar schreiben:


  • rocco
    antwortet
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    Fast in allen Neujorker Restaurants war es mir entschieden zu kalt. Ist es nicht närrisch, bei einer Außentemperatur von 33 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 1,2 Amazonas die Wirtschaft auf knapp 20 Grad zu grönlandisieren? Es war ja auch nicht nur einfach kalt, vielmehr strömten von überall her eisige Böen über die Tische. Richtig wohl konnte ich mich oftmals nicht fühlen.
    Ich habe vor ein paar Jahren einen interessanten Artikel in einer US-Zeitung, ich meine es war die New York Times, gelesen, in der Anspruch von Geschäften und Raumtemperatur in Relation gesetzt wurden. Darin kam heraus: je höher der Anspruch des Geschäfts und seine Preise, desto niedriger muss die Temperatur sein. Old Navy kam mit 25° C Raumtemperatur aus, irgendein schon etwas besseres Kaufhaus mit 22° C und, ich glaube es war Bergdorf Goodman, leistete sich 18° C (brrr). Die Mehrzahl der Kunden scheint es so zu mögen und eine niedrige Raumtemperatur als Ausprägung von Luxus zu verstehen.

    Einen Kommentar schreiben:


  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Als alter Hamburger kann ich mich an das eine der beiden chinesischen Restaurants, das am westlichen Ende der Reeperbahn am Nobistor beheimatet war, noch gut erinnern: Es hieß "Hsie Lin Men" und galt zu seinen Glanzzeiten als "der" Chinese der Hansestadt! Ich war als Jugendlicher einmal dort und fand die Küche damals äußerst exotisch und interessant (Haifischflossensuppe, Schwalbennester, Entenfüße usw.), da sie sich in der Tat stark von dem unterschied, was einem ansonsten in Deutschland in chinesischen "Glutamatpalästen" zugemutet wurde!

    Als ich kurze Zeit später einen Urlaub in Hongkong verbrachte, wurde mir klar, dass sich die im "Hsie Lin Men" gebotene Küche von der Authentitzität her wesentlich näher an der chinesischen (oder in diesem Fall kantonesischen) Küche orientierte, als alle anderen Etablissements, in denen ich bis dahin gewesen war, welche sich in Deutschland ihrer "original chinesischen Kost" rühmten (auch wenn ich damals in Hongkong Restaurants besuchte, welche aufgrund ihrer Originalität und Vielfalt das "Hsie Lin Men" noch bei weitem übertrafen)!
    Zuletzt geändert von El Grande Gourmet; 28.07.2013, 23:51.

    Einen Kommentar schreiben:


  • glauer
    antwortet
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    Auf der Reeperbahn gab's mal ein chinesisches Restaurant, das auch Dim Sum im Angebot hatte. Das ist allerdings schon fast vierzig Jahre her; bis heute erinnere ich mich jedoch noch daran, Ententatzen bestellt zu haben, da ich wissen wollte, um was es sich dabei handele. Es waren tatsächlich die Füße mit Krallen, und man zutzelte an den interdigitalen Schwimmhäuten herum.
    Derer gab es sogar zwei, an beiden Enden der Reeperbahn. Verglichen was es sonst so an chinesischer Küche zu der Zeit (für mich die frühen neunziger) in D gab sehr erfreulich. Aber auch sehr limitiert wie ich seit Umzug in die UA weiss.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Gast
    Ein Gast antwortete
    Auf der Reeperbahn gab's mal ein chinesisches Restaurant, das auch Dim Sum im Angebot hatte. Das ist allerdings schon fast vierzig Jahre her; bis heute erinnere ich mich jedoch noch daran, Ententatzen bestellt zu haben, da ich wissen wollte, um was es sich dabei handele. Es waren tatsächlich die Füße mit Krallen, und man zutzelte an den interdigitalen Schwimmhäuten herum.

    Aber in die Rubrik Dies und Das fallen noch folgende Anmerkungen: Fast in allen Neujorker Restaurants war es mir entschieden zu kalt. Ist es nicht närrisch, bei einer Außentemperatur von 33 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 1,2 Amazonas die Wirtschaft auf knapp 20 Grad zu grönlandisieren? Es war ja auch nicht nur einfach kalt, vielmehr strömten von überall her eisige Böen über die Tische. Richtig wohl konnte ich mich oftmals nicht fühlen.
    Irgendwann hatte ich mir dann eine Jacke mit Kapuze besorgt; Harvard stand von da an auf meiner Brust; und GOttlob gehen die Amerikaner mit ihrer Liberalität so weit, daß es denen grad Wurscht war, ob da einer mit nem Kapuzenhuddl in der Wirtschaft sitzt.
    Nur in einem Falle wußte ich nicht, was auf mich zukommt. Schon bei der Reservierung hatte man auf den strengen Dresscode hingewiesen, auch bei der telefonischen Bestätigung wurde nochmals mit ernster Stimme auch dieses Anliegen bestätigt. Ich hatte mich also so vorbereitet: entweder die Huddl bleibt an, oder der Mistral geht, oder ich.
    Aber ausgerechnet dort hielt sich das Herunterkühlen in Grenzen, so daß ich, mit um den Hals geschlungener Strickjacke gut überleben konnte.

    Einen Kommentar schreiben:


  • wi090365
    antwortet
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    Gibt's hierzulande eigentlich auch was Ähnliches?
    Leider nein, lieber Schlaraffenland, jedenfalls konnten wir bis heute in Deutschland nichts entdecken. Nicht mal Berlin, wo ein paar richtig gute chinesische Restaurants zu finden sind, bittet DimSum in einer guten Qualität.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Gast
    Ein Gast antwortete
    Irgendwie hab' ich mal wieder auf 'ne falsche Taste gedrückt, also, jetzt Teil III, bzw Alder, die Zweite:

    Die Grundidee des Alder, Francois Simon war auch schon da, bei ihm heißt die Wirtschaft allerdings "Adler", ähnelt der der Ssäm Bar, ohne, um es vorwegzunehmen, tatsächlich gleichziehen zu können. Die Speisekarte (www.aldernyc,com/menu/) klingt witzig, und die Umsetzung, also wasaufntelleris, gelingt gut. Ist der Frischkäse mit Pistazien und Feigen noch etwas massig geraten, so erscheinen die Pigs in a blanket - die F.Simon wirklich derartig daneben beschreibt, daß man sich dem Kommentator, der ihn fragt, ob er überhaupt dortgewesen sei, gerne anschließen möchte, obwohl, obwohl dieser Kommentator das Essen im Alder in maßloser und ungebührlicher Art niedermacht - charmant, kleine harmonisch gewürzte Schweinswürstchen umhüllt von knusprigem Teig, dazu, merkwürdig aber dann doch stimmig, japanischer Senf und eine süßliche Chillisauce, (guddiguddi.) Dann Oktopus, mit leichten woherauchimmerstammenden abernichtwirklichganzunangenehmen Bittertönen, eine Foisgrasterrine wird mit Äpfeln umhüllt, was sie gerne mag, und wir auch, Fish'nChips, saftig, das Essigpulver deckt die MolKüPhantasien ab; und dann noch, VfB ... for ever Namberwann, Safranspätzle mit was Kasslerartigem, beinahe/fast um ehrlich zu sein kaum gelungen. Dann aber wieder großartiger Caesar Nigiri ... diese traumwandlerische Sicherheit des Momofuku ist also (noch) nicht gegeben. Daß auch hier die Mitarbeiter unglaublich nett sind, mit undressiertem Charme auftretend, will allein deshalb nochmals erwähnt sein, weil dies bei uns so selten zu erleben ist.

    Einen Kommentar schreiben:


  • glauer
    antwortet
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    - Alder, insofern Geheimtip, weil zu neu für Mich bzw Zagat. Reservierung nur übers Internet, trotz diverser Zeitoptionen sind wir chancenlos. Was es war, daß wir im Eingangsbereich stehen bleiben durften, bis kurzfristig am Tresen etwas frei wurde, kann ich nicht erkennen, vielleicht unser Einwand, daß wir ohne Verkostung niemals in die Alte Welt zurückkehren würden ...
    und wie wars dann beim Alder? (ist uebrigens das Zweitrestaurant von Willie Dufresne aus dem WD-50, dem einzigen echten Vertreter der "Molekularschiene" in NYC)

    Einen Kommentar schreiben:


  • Gast
    Ein Gast antwortete
    Dennoch hätt' ich ihm, meinem Alter Ego gleich, zu gerne den Kananga gemacht.

    Teil II:
    Die Empfehlung für das beste Dim Sum der Stadt meldete Wasserschaden; wir sollten uns jedoch vertrauensvoll begeben ins
    - Dim Sum GoGo, 5 East Broadway
    Gegen alle Gesetze der frühmorgenländischen Kochkunst nahmen wir dort unser Nachtmahl zu uns. Das Interieur ist bescheiden. Alle gedämpften Teilchen sind jedoch sehr gut gemacht, die unterschiedlichen Teige sind filigran, die Füllungen gut äquilibriert, der bib des Mich nachvollziehbar, gute Empfehlung. Gibt's hierzulande eigentlich auch was Ähnliches?

    - Terroir, tolle kleine Weinbudike 12 str/first Av - Bereich. Breite Auswahl an amerikanischen und europäischen Weinen, erstaunliche Wertschätzung der deutschen Weine. Von der MetOpera (Mitropa?) - Schwanensee - mit einmaligem Umsteigen bequem zu erreichen; für einen Pausenschluck in der Beletage der Opa muß man reservieren.

    Und nochmals East Village, eines der bezaubernsten Viertel von NY, hat was von Kreuzberg/Neukölln, nur die Bewohner dort haben nicht diese Pseudolinksspießerattitüde.
    -Robataya (Bib); japanisches Lokal, mit einigen Show - wenn nicht gar Faxenelementen. Das Servierte jedoch wirklich ansprechend, ein Sashimi-Millefeuille bricht natürlich mit allen Traditionen, ein Feuille sind übrigens mit dem Mikrotom geschnittene rohe Zwiebeln ... und es geht gut

    - Alder, insofern Geheimtip, weil zu neu für Mich bzw Zagat. Reservierung nur übers Internet, trotz diverser Zeitoptionen sind wir chancenlos. Was es war, daß wir im Eingangsbereich stehen bleiben durften, bis kurzfristig am Tresen etwas frei wurde, kann ich nicht erkennen, vielleicht unser Einwand, daß wir ohne Verkostung niemals in die Alte Welt zurückkehren würden ...

    Einen Kommentar schreiben:


  • glauer
    antwortet
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    wenn einem der Imbiß bei Katz durch Gedränge und auch durch die Unhöflichkeit - übrigens das einzige Mal, wo wir in den Staaten nicht überaus freundlich und respektvoll behandelt wurden - des Türstehers, Typ aufgeblasenes Riesenbaby, vergällt wird.
    Dafür wird der doch bezahlt, das ist Teil der "Experience" dort. Und für einen Schwaben doch eigentlich faschd wie derhoim.

    Einen Kommentar schreiben:


  • Gast
    Ein Gast antwortete
    Dies und das Teil I

    Der Zagat NYC ist, zum GMich, eine brauchbare Ergänzung, auch wenn die Interpretation der Bewertungen gelernt sein will. Die Höchstnote 29 bekommen genau zwei Lokale (Bernardin und Per Se, dreizehnmal werden 28 Punkte vergeben. 27 Punkte bekommen dann z.B. Peter-Steak-Luger oder
    - Luzzo's Pizza, East Village. Sehr gute Pizza, allerdings nicht mit Da Michele in Neapel zu vergleichen
    oder auch das Masa. Brauchbar auch deshalb, weil er einem Alternativen aufzeigt, wenn einem der Imbiß bei Katz durch Gedränge und auch durch die Unhöflichkeit - übrigens das einzige Mal, wo wir in den Staaten nicht überaus freundlich und respektvoll behandelt wurden - des Türstehers, Typ aufgeblasenes Riesenbaby, vergällt wird.
    - Clinton St.Baking Co : Salat, Burger gut, freundliche Menschen.

    Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, auch in Kaffeehäusern oder Lebensmittelgeschäften, ist ohnehin erstaunlich. Auch die Qualität der Lebensmittel beeindruckt, das ganze Gerede vom Amifraß kann man, zumindest in NY, in die Tonne stampfen. Gerade auch bei jüngeren Leuten fällt auf, daß sie zum Mittagssnack an einer der unzähligen Obst- und Salatstationen halt machen; oder auch vegetarische Sushirollen, wie sie auch in unserem kleinen Supermarkt an der Ecke frisch zubereitet wurden, einkaufen; nix da mit dem bei uns so beliebten LKW (Übersetzungshilfe: Läbrkäswecka)
    S.

    Einen Kommentar schreiben:

Lädt...
X