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New York City

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  • #76
    Sehr interessant und schön zu lesen, werter Rocco! Sie haben oben das NoMad erwähnt aber der Bericht scheint sich auf das Atoboy zu beziehen - insofern hoffe ich, dass zum NoMad noch etwas kommt (was mich freut) :-)

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    • #77
      NoMad ist so eine Stadtteilsabkürzung wie SoHo (South of Houston St.) oder NoLiTa (North of Little Italy). Das heißt North of Madison Square. In das Restaurant NoMad sind wir nicht gegangen.

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      • #78
        Fortsetzung...

        The Clam, West Village: Spontaner Besuch mittags bei einem Spaziergang, weil wir Hunger hatten und man draußen sitzen konnte (es war gutes Wetter). Das Restaurant hat sich auf Muscheln spezialisiert. Wir waren zu viert und hatten alles Mögliche. Die Clam Chowder war sehr gut, nicht zu schwer, ein paar mehr Muscheln hätten drin sein können, aber geschmacklich war sie top. Die mit Zitronenzesten, Brot und Pancetta gefüllten und gratinierten Muscheln waren auch ausgezeichnet, das Brot war nicht zu dominant. Frittierte Kürbisrisotto-Bällchen mit einer Salsa Verde waren auch ganz ausgezeichnet. Für Seafood eine gute Adresse, auch sehr netter Service und gute Atmosphäre.

        La Sirena, Chelsea: Hier fand die Hochzeit statt. Das Restaurant ist im Maritime Hotel gelegen und hat einen Michelin-Stern. Das Essen war eher so lala, vielleicht gab es für die Hochzeit eine abgespeckte Version, aber von einem Michelin-Stern war das Essen meilenweit entfernt. Zuerst gab es roh marinierten Heilbutt mit Passionsfrucht und Limette - schmeckte nach fast gar nichts, der Fisch war auch viel zu kalt, insgesamt recht säuerlich. Agniolotti Cacio e Pepe war mit Abstand das beste Gericht, eine gut gemachte Pasta, sehr buttrig, schlotzig, lecker. Der danach servierte Kabeljau mit Fenchel und irgendeinem Püree war dann wieder bestenfalls passabel, etwas trocken, geschmacklich sehr subtil, um es höflich auszudrücken. A la carte isst man hier sicher besser, aber das ist kein Restaurant, in das ich in NYC gehen muss.

        Indian Accent, Midtown: Nach einem sehr ausgiebigen Besuch im höchstspannenden Museum of the City of New York haben wir uns etwas in der Zeit verschätzt und waren mehr als eine halbe Stunde zu spät für unsere Reservierung. Das bedeutet: Tisch weg. Zum Glück wurde uns noch ein Platz an der Bar angeboten, denn in dieses Restaurant wollte ich unbedingt, bin ich doch Riesenfan der indischen Küche und koche zuhause mittlerweile zu gut zwei Dritteln indisch (immer vegan oder vegetarisch). Die angebotenen Menüs gab es an der Bar nicht, so dass wir à la carte bestellten. Alles war grandios, aber auch wirklich heftig scharf. Wir hatten ausschließlich vegetarische Teller:

        - Sweet potato shakarkandi, kohlrabi, crispy okra: Dünne Kohlrabischeiben, marinierte Süßkartoffeln und frittierte Okraschoten obendrauf. Sehr scharf, aber dank der Kohlrabi auch frisch. Ausgezeichnet.
        - Beet and peanut butter tikki, goat cheese raita: Frittierte Bällchen aus roter Bete und Erdnussbutter und dazu ein Ziegenkäse-Dip. Auch hier wieder sehr pikant gewürzt, intensiv im Geschmack, köstlich
        - Soy keema, quail egg, lime leaf butter pao: Eine Art Ragout aus Sojazeug, Wachteleier reingeschlagen, dazu ein Brot. Klingt sehr simpel, war geschmacklich aber extrem tiefgründig, wenn auch grenzwertig scharf.
        - Paper roast dosa, mushrooms, water chestnuts: ein sehr dünnes Brot (Dosa) mit einem Pilzragout und Wasserkastanien. Etwas milder gewürzt als die anderen Gerichte und damit stark auf das Pilzaroma fokussiert. Nicht ganz so gut wie die anderen Teller.
        - Arbi, paneer, sarson ka saag, corn roti: Arbi ist eine Wurzel, die entfernt so ähnlich schmeckte wie Topinambur. Dazu gab es Frischkäse, eine Crème aus verschiedenen Blättern, insbesondere Senfkohlblättern und Maispfannekuchen. Das war das schärfste der Gerichte, aber ein sehr gutes. Erneut erstklassige Tiefe im Geschmack.

        Zwei Desserts hatten wir auch noch, die auch beide ausgezeichnet waren. Auch wenn die Atmosphäre nicht so meine war (dunkel, viele Geschäftsleute, sehr geschäftig), fand ich das Restaurant trotzdem große Klasse. Die Gerichte haben vielleicht nicht die optische Finesse in hochbewerteten Restaurants, aber geschmacklich war das große Oper. Kein Gericht schmeckte langweilig, immer gleich, eintönig oder hohl, da war jeweils von der Würze (wenn man denn indische Gewürze und vor allem Chili-Schärfe gewöhnt ist) richtig Tiefgang drin. Zu trinken hatten wir dazu einen 2013 Tanzen Dame Finger Lakes Riesling von Bloomer's Creek. Die Weinkarte ist insgesamt exzellent, nicht gerade günstig, aber mit einer grandiosen Auswahl. Das war wirklich genau mein Style of Restaurant.

        Goemon Curry, Nolita: Goemon hat zwei Läden, einen für japanische Curries und einen für Soba Nudeln, beide direkt nebeneinander. Wir sind für einen Quick Lunch in den Laden für die Curries gegangen. Wir hatten ein Yakuzen Soup Curry mit Chicken Wantans, das etwas milder gewürzt war als indische Curries, geschmacklich aber in die Richtung ging. Dazu noch Eringi-Pilz-Tempura mit Matcha-Salz und einen Salat aus Rotkohl, Miso und Sesam. Geschmacklich alles top, sehr guter grüner Tee dazu. Eher was für zwischendurch, aber geschmacklich wirklich gut.

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