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  • rocco
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    Fortsetzung...

    The Clam, West Village: Spontaner Besuch mittags bei einem Spaziergang, weil wir Hunger hatten und man draußen sitzen konnte (es war gutes Wetter). Das Restaurant hat sich auf Muscheln spezialisiert. Wir waren zu viert und hatten alles Mögliche. Die Clam Chowder war sehr gut, nicht zu schwer, ein paar mehr Muscheln hätten drin sein können, aber geschmacklich war sie top. Die mit Zitronenzesten, Brot und Pancetta gefüllten und gratinierten Muscheln waren auch ausgezeichnet, das Brot war nicht zu dominant. Frittierte Kürbisrisotto-Bällchen mit einer Salsa Verde waren auch ganz ausgezeichnet. Für Seafood eine gute Adresse, auch sehr netter Service und gute Atmosphäre.

    La Sirena, Chelsea: Hier fand die Hochzeit statt. Das Restaurant ist im Maritime Hotel gelegen und hat einen Michelin-Stern. Das Essen war eher so lala, vielleicht gab es für die Hochzeit eine abgespeckte Version, aber von einem Michelin-Stern war das Essen meilenweit entfernt. Zuerst gab es roh marinierten Heilbutt mit Passionsfrucht und Limette - schmeckte nach fast gar nichts, der Fisch war auch viel zu kalt, insgesamt recht säuerlich. Agniolotti Cacio e Pepe war mit Abstand das beste Gericht, eine gut gemachte Pasta, sehr buttrig, schlotzig, lecker. Der danach servierte Kabeljau mit Fenchel und irgendeinem Püree war dann wieder bestenfalls passabel, etwas trocken, geschmacklich sehr subtil, um es höflich auszudrücken. A la carte isst man hier sicher besser, aber das ist kein Restaurant, in das ich in NYC gehen muss.

    Indian Accent, Midtown: Nach einem sehr ausgiebigen Besuch im höchstspannenden Museum of the City of New York haben wir uns etwas in der Zeit verschätzt und waren mehr als eine halbe Stunde zu spät für unsere Reservierung. Das bedeutet: Tisch weg. Zum Glück wurde uns noch ein Platz an der Bar angeboten, denn in dieses Restaurant wollte ich unbedingt, bin ich doch Riesenfan der indischen Küche und koche zuhause mittlerweile zu gut zwei Dritteln indisch (immer vegan oder vegetarisch). Die angebotenen Menüs gab es an der Bar nicht, so dass wir à la carte bestellten. Alles war grandios, aber auch wirklich heftig scharf. Wir hatten ausschließlich vegetarische Teller:

    - Sweet potato shakarkandi, kohlrabi, crispy okra: Dünne Kohlrabischeiben, marinierte Süßkartoffeln und frittierte Okraschoten obendrauf. Sehr scharf, aber dank der Kohlrabi auch frisch. Ausgezeichnet.
    - Beet and peanut butter tikki, goat cheese raita: Frittierte Bällchen aus roter Bete und Erdnussbutter und dazu ein Ziegenkäse-Dip. Auch hier wieder sehr pikant gewürzt, intensiv im Geschmack, köstlich
    - Soy keema, quail egg, lime leaf butter pao: Eine Art Ragout aus Sojazeug, Wachteleier reingeschlagen, dazu ein Brot. Klingt sehr simpel, war geschmacklich aber extrem tiefgründig, wenn auch grenzwertig scharf.
    - Paper roast dosa, mushrooms, water chestnuts: ein sehr dünnes Brot (Dosa) mit einem Pilzragout und Wasserkastanien. Etwas milder gewürzt als die anderen Gerichte und damit stark auf das Pilzaroma fokussiert. Nicht ganz so gut wie die anderen Teller.
    - Arbi, paneer, sarson ka saag, corn roti: Arbi ist eine Wurzel, die entfernt so ähnlich schmeckte wie Topinambur. Dazu gab es Frischkäse, eine Crème aus verschiedenen Blättern, insbesondere Senfkohlblättern und Maispfannekuchen. Das war das schärfste der Gerichte, aber ein sehr gutes. Erneut erstklassige Tiefe im Geschmack.

    Zwei Desserts hatten wir auch noch, die auch beide ausgezeichnet waren. Auch wenn die Atmosphäre nicht so meine war (dunkel, viele Geschäftsleute, sehr geschäftig), fand ich das Restaurant trotzdem große Klasse. Die Gerichte haben vielleicht nicht die optische Finesse in hochbewerteten Restaurants, aber geschmacklich war das große Oper. Kein Gericht schmeckte langweilig, immer gleich, eintönig oder hohl, da war jeweils von der Würze (wenn man denn indische Gewürze und vor allem Chili-Schärfe gewöhnt ist) richtig Tiefgang drin. Zu trinken hatten wir dazu einen 2013 Tanzen Dame Finger Lakes Riesling von Bloomer's Creek. Die Weinkarte ist insgesamt exzellent, nicht gerade günstig, aber mit einer grandiosen Auswahl. Das war wirklich genau mein Style of Restaurant.

    Goemon Curry, Nolita: Goemon hat zwei Läden, einen für japanische Curries und einen für Soba Nudeln, beide direkt nebeneinander. Wir sind für einen Quick Lunch in den Laden für die Curries gegangen. Wir hatten ein Yakuzen Soup Curry mit Chicken Wantans, das etwas milder gewürzt war als indische Curries, geschmacklich aber in die Richtung ging. Dazu noch Eringi-Pilz-Tempura mit Matcha-Salz und einen Salat aus Rotkohl, Miso und Sesam. Geschmacklich alles top, sehr guter grüner Tee dazu. Eher was für zwischendurch, aber geschmacklich wirklich gut.

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  • rocco
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    NoMad ist so eine Stadtteilsabkürzung wie SoHo (South of Houston St.) oder NoLiTa (North of Little Italy). Das heißt North of Madison Square. In das Restaurant NoMad sind wir nicht gegangen.

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  • Frab
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    Sehr interessant und schön zu lesen, werter Rocco! Sie haben oben das NoMad erwähnt aber der Bericht scheint sich auf das Atoboy zu beziehen - insofern hoffe ich, dass zum NoMad noch etwas kommt (was mich freut) :-)

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  • rocco
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    Wir waren jüngst eine Woche in New York. Wegen einer Hochzeit und reichlich Rahmenprogramm drum herum blieb leider nicht allzu viel Zeit für Restauranbesuche, ein paar haben wir aber hinbekommen. Der Fokus lag nicht auf Sternerestaurants, sondern eher auf interessanten Restaurants mit Küche, die man in der Qualität in Europa (außer vielleicht London) so nicht findet. In aller Kürze:

    Nom Wah Nolita: eine Art Imbissbuden (Fast Casual) Ableger des Nom Wah Tea Parlor in Chinatown, das dort eines der ersten Dim Sum Häuser war. Es gibt Dim Sum und ein paar weitere Gerichte auf Plastiktellern. Wir hatten gebratene Huhn-Dumplings, gedämpfte Shrimp und Zuckerschoten Dumplings, eine Art chinesischen Stängekohl mit Sesam und Mapo Tofu. Alles sehr gut, frisch zubereitet, eine etwas aufgefrischte und amerikanisierte Dim Sum Variante. Empfehlenswert, wenn man keinen Wert auf lange Sitzen und Gemütlichkeit legt.

    Delight 28, Chinatown: ein recht traditionell aussehendes Dim Sum Haus mitten in Chinatown, in das wir zum Lunch gegangen sind, weil nur Chinesen drin saßen. Riesenladen mit sicher 200 Plätzen, alle belegt mittags. Das Dim Sum kommt thematisch gruppiert auf Wagen. Ohne es beurteilen zu können (war noch nicht in China), wirkte das Dim Sum sehr traditionell. Da es die Karte nur auf Chinesisch gibt und auch die Servicekräfte kein Wort Englisch sprechen, mussten wir "auf gut Glück" bestellen und hatten diverse Pilze und Gemüse mit Nudeln in einer Glibbersauce (Glutamat-Sauce?), die überhaupt nicht geschmeckt haben. Auch das Dim Sum war für den europäischen Gaumen etwas schwierig. Eine gute Erfahrung, muss ich aber nicht noch einmal machen.

    Cosme, Flatiron District: Cosme ist der New York Ableger des Restaurants Pujol von Enrique Olvera aus Mexiko City (bekannt aus Chef's Table). Es kocht Daniela Soto-Innes, zum Teil die Klassiker aus dem Pujol, zum Teil eigene Gerichte. Gelegen im Flatiron District wirkte das Cosme für mich wie ein typisches Midtown Restaurant (auch wenn südlich von Midtown gelegen) - groß, dunkel, voll, viel After Work, Cocktails, etc. Zum Start gab es einen Scoville Sour in der milden bis mittelscharfen Variante mit Guajilo-Chili, die immer noch ziemlich scharf war. Danach hatten wir eine schöne Auswahl an kleineren Gerichten, alle zum Teilen bestellt. Der Reihenfolge nach:
    - Uni tostada, avocado, bone marrow salsa, cucumber: Seeigel mit Avocado, einer (nicht sehr dominanten) Knochenmark-Vinaigrette und Gurke, serviert auf einem Taco mit grüner Chili und Koriander. Sehr produktzentriert auf den Seeigel, der sehr frisch und leicht nach Meer schmeckte. Dezent scharf, sehr frisch. Großartig
    - Lobster, shiso, ginger mojo, brown butter: Ordentlicher, wenn auch nicht sensationeller Hummer mit Shiso Kresse und einer Ingwersauce. Ebenfalls sehr reduziert, produktzentriert, leicht scharf.
    - Hiramasa tostada, plantain aioli, avocado, habanero: vielleicht das beste Gericht des Abends. Geblflossenmakrele, roh mariniert mit einer Kochbananen-Aioli, Habanero-Chili und Avocado, intensiv scharf, aber nur so scharf, dass das Fischaroma trotzdem noch durchkommt. Der Fisch sensationell in Textur und Geschmack.
    - Ayocote bean salad, market greens, charred cucumber vinaigrette: das schwächste Gericht des Abends, ein frischer und gut schmeckender Salat, der aber eher italienisch als mexikanisch schmeckte- Enmoladas, ricotta, hoja santa, queso fresco: Wurde uns angekündigt als das Gericht für Mole Fans. Es war eine Tortilla, die in viel Mole getränkt war und mit einem krümeligen Frischkäse bestreut war. Erneut sehr reduziert, voll auf die Mole, die aber einen wunderbar tiefen Geschmack hatte, in der die einzelnen Nuancen im großen Ganzen aufgingen. Geradezu meditativ
    - Yogurt raspado, tepache, chia, palm seeds: eine Art Joghurteis mit Ananas und Chia-Samen. War gut, aber wir hätten mal das Signature Dessert Husk Meringue Corn Mousse bestellen sollen. Leider wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht, dass das Cosme das Restaurant von Enrique Olvera ist und das sein Signature Dessert.

    Zu trinken hatten wir eine Flasche 2014 Pouilly-Fumé "Pierre Précieuse" von Alexandre Bain, der sehr gut zum Essen (außer zur Mole) passte und insgesamt ein ausgezeichneter Wein war. Ich fand's sensationell im Cosme, super interessante, frische und geschmacklich tiefe Küche, eher simpel, aber hervorragend zusammengestellt. Und das Konzept zum Teilen ist auch super.

    Remedy Diner, Lower East Side: das sah von außen gut aus und wie ein typisches Diner. Außerdem brechend voll. Das Essen war aber enttäuschend. Das Texas Style Pulled Pork BBQ Sandwich hatte ein echt lasches Bun und das Pulled Pork war mir etwas zu sloppy und zu 08/15 Barbeque gewürzt. Auch das Chicken-Avodaco-Sandwich von Frau rocco war schwach gewürzt. Keine Empfehlung, aber sehr witzige Atmosphäre.

    Dinosaur BBQ, Harlem: An der Großbaustelle beim ehemaligen Cotton Club, etwas nördlich der Columbia University gelegen. Das war von der Qualität des Barbeque eine ganz andere Nummer. Wir hatten ein F.G.T.V. Sandwich (Fried green tomatoes, pimento cheese, shredded cabbage, chow-chow), das wirklich ausgezeichnet war, knusprig, interessant gewürzt, und einen Brisket Slider mit einem hervorragenden Bun und einem schön rauchig schmeckenden Beef Brisket. Dazu kreolischen Kartoffelsalat und super guten Cole Slaw. Witzige Atmosphäre dazu mit vielen Bauarbeitern, Lehrern, Polizisten, usw. Lohnt die Anreise.

    Atoboy, NoMad: Das Atoboy, ein Restaurant des ehemaligen Küchenchefs des Jungsik (zwei Michelin-Sterne), passt so gar nicht in die Gegend, läge es nicht etwas südlich von Korea Town, von dem aber nicht mehr viel übrig ist. Das Restaurant ist eher dänisch eingerichtet, roh verputzte Betonwände, kaltes Neonlicht, graue Textilien als Wandschmuck. Dazu die Kellner im einfarbigen Dress (schwarz, grau, weiß). Hier wird koreanisch mit US- und anderen Einflüssen gekocht. Ich persönlich fand vor allem italienische Einflüsse. Auch hier bestellt man kleinere Gerichte zum Teilen. Drei Gänge kosten 39 Dollar (sehr günstig für die Qualität). Wir hatten:

    - Shishito Pepper, Doenjang, Brussels Sprouts, Pine Nut: für das Gericht wurden nur die scharfen Shishitos ausgesucht, sie waren wirklich intensiv scharf. Dazu gab es Rosenkohl, Pinienkerne, eine Art Mayonese, die offenbar mit fermentierten Bohnen hergestellt wurde (Doenjang), und Pecorino. Sehr interessante Kombination, eine interessante Mischung aus koreanischen und italienischen Einflüssen, durch die Shishitos aber sehr, sehr scharf.
    - Beef Tartarte, Lardo, Yeolmoo Kimchi, Myungran. Das Tatar schmeckte sehr gut, schlussendlich aber durchaus europäisch klassisch. Außer dass das Fleisch statt gehackt, in Fäden geschnitten an den Tisch kam (nicht gewolft, sondern tatsächlich in Spaghetti-Dicke geschnitten). das Yeolmoo-Kimchi (aus jungem Rettich) war eher dezent eingesetzt, ebenso der Fischrogen (Myungran). Als Beef Tatar war es aber sehr gut.
    - Endive, Shrimp, Jalapeno, Chopi: Endivien mit Shrimp-Hack gefüllt, eher milden, eingelegten Jalapenos und einer Art Szechuan-Pfeffer (Chopi). Das Gericht fiel insgesamt etwas ab, da die Jalapenos und der Chopi sehr dezent eingesetzt waren.
    - Tofu, Pyogo, Trout Roe, Perilla Leaves: das war mit Abstand das beste Gericht des Abends, der Seidentofu war herrlich in Konsistenz und Geschmack. Der marinierte Pyogo-Pilz (ähnlich wie ein Austernpilz) passte dazu sehr gut, ebenso wie die Forelleneier und die koreanische Minze (Perilla). Frisch, sehr seidig, hervorragend zusammengestellter Teller.
    - Octopus, Kimchi, Chorizo, Parsley: hervorragend weicher und außen knuspriger Tintenfischarm, der mit einem milden Kimchi, viel Chorizo und etwas Petersilienöl serviert wurde. Ein ausgezeichnetes Gericht, das aber eher spanisch als koreanisch schmeckte.
    - Cod, Fingerling Potato, Clam Broth, Ssukgat: die Muschelbrühe war sehr salzig und schmeckte sehr intensiv. Dagegen konnte der Kabeljau und auch das Chrysanthemen-Grün (Ssukgat) nicht anstinken. Geht so.
    - Sujeonggwa Granita, Burrata, Walnut: erneut ein sehr interessant zusammengestelltes Gericht. Sujeongwa ist eine Art süße Brühe auf Basis einer Frucht, Zimt und Ingwer, hier als Granité zubereitet. Darunter gab es Burrata-Creme und karamelisierte Walnüsse. Die Kombination aus Käse, wässrig und Nuss war etwas gewöhnungsbedürftig, schmeckte aber ausgezeichnet.
    - Pumpkin Cheesecake, Salted Caramel, Soy Sauce Pumpkin Seed: das etwas weniger koreanische, dafür aber auch etwas bessere Dessert, da gerade die mit Soya-Sauce gewürzte Kürbiskerne das Gericht insgesamt sehr interessant machten.

    Zu trinken hatten wir eine halbe Flasche japanischen Sake (Dassai 50 Junmai Daiginjo), einen halbtrockenen Sake. Nach allem war das ein wirklich interessanter Restauranbesuch mit ganz interessant zubereitetem Essen, teilweise eher europäisch, teilweise koreanisch, etwas US-Einflüsse hier und da. Die Atmosphäre ist eher unterkühlt, so richtig gemütlich ist es nicht, aber einen Besuch allemal wert.

    Fortsetzung folgt.


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  • Frab
    antwortet
    Chef's Table ist definitiv eine empfehlenswerte Erfahrung, aber meines Erachtens hängt das ein bisschen vom Rahmen ab. Angesichts der Produktqualitäten und dem stellenweisen "Purismus" muss man sich schon auf das Essen konzentrieren, um alles mit allen Sinnen mitzunehmen und bei 12-15 Gängen auch den Überblick zu behalten. Wenn das Essen nicht im uneingeschränkten Mittelpunkt stehen soll, sondern eher als Begleitung würde ich zu den anderen Adressen tendieren (Bernardin?). Wenn wir auf NYC zurückschauen sprechen wir auch noch viel über das Cosme, zu Lunch für hoch-qualitative mexikanische Küche ein Traum. Und mir persönlich unbegreiflich warum die immer noch keinen Stern haben.

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  • Sphérico
    antwortet
    Leider hat das o.g. Betony zum Jahreswechsel geschlossen. Schade, wir hatten bereits telefonisch für Oktober vorab reserviert und hätten um die Ecke gewohnt.
    Für unseren schönen Abend doch Chef´s table at BF ? Oder Daniel ? Eleven Madison reizt mich nach den letzten Berichten garnicht mehr für einen Wiederbesuch...

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  • wombard
    antwortet
    Auch das isst New York

    http://bazonline.ch/panorama/vermisc...story/21894973

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  • Sphérico
    antwortet
    Wir werden nächsten Herbst nur wenig Zeit in der spannendsten Stadt der Welt haben.
    So habe ich JG für einen Lunch geplant und bin, fußläufig von unserem Hotel, wir werden im kürzlich renovierten "The Quin" wohnen (beste Lage und preislich deutlich unter den Top Five), bei meiner Recherche auf das Restaurant "Betony" http://betony-nyc.com/ gestoßen. Offensichtlich war der Koch bis vor drei Jahren Sous bei Daniel Humm/EMP. Das finde ich recht spannend und hoffe nun, hier einen Abendtisch zu bekommen. Kennt jemand das Restaurant bereits ?
    Die Ssäm-Bar hatte mir bereits gemailt, daß ein walk-in ohne Resevierung funktionieren sollte.
    BrooklynFare würde eh schwierig und für die Jungs wahrscheinlch eher medioker, daher werde ich mich diesbezüglich nicht bemühen.
    Ja, ansonsten natürlich Katz´ Pastrami Sandwich.

    MkG, S.

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  • firpo21
    antwortet
    Tag 2 –Lunch im NoMad *

    Nach unseren gestrigen Abend gehe ich mit etwas gemischten Gefühlen zum kleinen Bruder des Eleven Madison Park. Das Restaurant sowie das gleichnamige Hotel wird ebenfalls geleitet von Daniel Humm und seinem Partner Will Guidara.
    Das Restaurant gefällt mir optisch sehr gut. Wie auch die Lobby und die Bar ist alles dunkel und edel gehalten, wirkt aber keinesfalls altbacken.
    Ich fühle mich direkt wohl und freue mich auf das Essen in warmer Atmospähre.

    Zuerst wird ein Kartoffel-Zwiebelbrot im Ganzen samt Messer zum Teilen gereicht.
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    Es war sehr lecker und war recht schnell aufgegessen.
    Und genauso schnell stand ein neues Brot auf dem Tisch...



    Fettucini mit Kalb & „Black Trumpet Mushrooms”.

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    Ein schönes Zusammenspiel der Aromen. Die Nudeln hatten einen schönen Biss, das Kalb konnte man sehr gut herausschmecken, kein Aroma ging hier unter und in Gänze ergab sich ein vollmundiger Geschmack. Sehr gut!

    Ich konnte noch zwei andere Vorspeisen probieren:
    Topinambur mit Chicorée, Parmesan und Haselnuss sowie Jakobsmuschel mit Yuzu & Pistazie

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    Beide waren ebenfalls sehr gut, wobei der Salat aufgrund des komplexeren Geschmacks die Nase vorn hatte.

    Gute erste Gänge und definitiv einen Stern Wert.

    Gegrilltes Hühnchen mit Foie Gras, Schwarzem Trüffel & Brioche, dazu Linsen und Karotten.

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    Auf diesen Gang freue ich mich schon seit Wochen. Es handelt sich hierbei um das Signature Gericht des Restaurants und sah auf den unzähligen im Netz erhältlichen Bildern einfach köstlich aus.
    Des Weiteren ist das Rezept auch im Internet zu finden. Dabei kann ich gleich mal etwas Werbung machen: Das NoMad Kochbuch erscheint in der nächsten Woche auf Deutsch und enthält ebenfalls dieses Rezept.
    Ich habe es mir in New York auf englisch angesehen. Es machte einen sehr guten Eindruck und hat mich gleich zur Vorbestellung animiert.

    Zurück zum Huhn.

    Die Brust mit der Brioche-Trüffel-Foie Grad Füllung war perfekt zubereitet. Geschmacklich kann man es kaum besser machen. Bevor ich probiert hatte, schoss schon das Trüffelaroma in meine Nase. Die Linsen sowie der Rosenkohl waren tadellos zubereitet, waren für sich genommen aber nicht mehr als gute Beilagen. Muss es auch nicht, denn der Star auf dem Teller schien hell genug. Die Sauce war sehr gut, ich hätte mir davon allerdings etwas mehr davon gewünscht.
    Ich meine, es war noch ein leckeres Trüffelpüree dabei, nagelt mich nicht fest.

    Definitiv ein super Teller!

    Die Keule wurde zeitgleich zerrupft in einer Schale serviert mit knusprigen Speckkrümeln sowie ebenfalls mit Linsen und Rosenkohl. Es kam nicht ganz an die Brust heran, war aber ebenfalls sehr gut. Insgesamt war es die perfekte Balance zwischen Spitzenküche und Hausmannkost, die jedem schmeckt.

    Diese Art von Küche findet man auf Sternelevel leider eher selten. Es mag in anderen Regionen Deutschlands anders sein, ich kann nur für mich sprechen. Ich würde mir solche Gerichte häufiger wünschen und die komplexen Teller dann den 2/3 Sternern überlassen, denn mit solchen Gerichten kann man auch Menschen an eine Spitzenküche heranführen, die Vorbehalte haben gegenüber großen Menüs mit ihnen unbekannten Produkten. Bevor meine Frau und ich anfingen uns der Hochküche zu widmen, hätte ich nie Meeresfrüchte im Restaurant bestellt, Fisch auch eher selten. Nicht, weil ich es grundsätzlich nicht mag, sondern weil es bessere Produkte und mehr Können bedarf. Je besser die Küche, desto mehr dreht sich das Verhältnis von Fleisch zu Fisch und Meeresfrüchten. Man wird einfach offener. Diesen Gang hier kann jeder nachvollziehen, der vielleicht nicht gerade Probleme mit Trüffel hat. Es schmeckt einfach sehr sehr gut. Hier würde ich regelmäßig einkehren, ganz sicher.

    Und dieser Gang (89€ für 2) reicht definitiv von der Menge, da braucht es nicht unbedingt eine Vor- oder Nachspeise.

    Ich bin sehr angetan wie man merkt
    Es waren alles Wohlfühlgerichte, die eigentlich jedem gut gefallen sollten. Hier könnte ich jede Woche einmal essen gehen.

    Als Nachspeise gab es Schokotörtchen, einen großen Himbeer-Macaron, eine Lemonen-Tarte sowie eine Karamellschokolade, die ebenfalls gut waren, wenn auch sehr mächtig (Schokotorte).

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    Es war ein hervorragendes Mittagessen, an das ich häufiger denken muss. Alles schmeckte, nichts war zu kompliziert, der Preis war ebenfalls in Ordnung.

    Nun war ich wieder Happy und freute mich schon sehr auf das Abendessen im Le Bernadin...

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  • firpo21
    antwortet
    Zitat von quartalsesser Beitrag anzeigen

    Umgekehrt liefern in den letzten Jahren die hochdekorierten Restaurants abseits der Steakhäuser bei den Fleischgängen häufig gar nicht mehr oder nur noch symbolisch gegarte Stücke ab, seit einiger Zeit manchmal auch schon ausgedehnt auf Meeresfrüchte - wozu ich dann (und da kann ich nur zustimmend nicken) meistens lese, dass dies den Eigengeschmack der Produkte nicht wirklich zu transportieren hilft. Von Röstaromen reden wir mal gar nicht.
    Na ja, bevor ich noch weiter abschweife ... für mich jedenfalls bliebe nach einem Steakhaus-Besuch nicht viel Grund für Zufriedenheit übrig, wenn Garpunkte so krass verfehlt werden.

    Beste Grüße
    Q.
    Ich stimme dir in beiden Punkten zu. Ich bin auch kein großer Fan von rohen oder fast rohen Meeresfrüchten.
    Beim Fleisch im Steakhouse hast du definitiv Recht, wobei ich das bei uns mal als Ausrutscher durchgehen lasse.

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  • Jürgen3D
    antwortet
    Zitat von Frab Beitrag anzeigen
    Zu guterletzt haben wir Katz's Delicatessen besucht. Herrlich bodenständig und unkompliziert. Wir haben €20 für zwei bezahlt für ein Pastrami-Sandwich (eins reicht locker für 2 Personen und ich bin auch schon ein Mann mit sehr ausgesprägtem Appetit) sowie 2 Drinks. Meine Empfehlung für das klassische NYC.
    Zur Veranschaulichung mal ein Bild vom Pastrami Sandwich und vom Querschnitt.

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  • quartalsesser
    antwortet
    Zitat von firpo21 Beitrag anzeigen
    Die Fleischqualität war sehr gut, leider wurde der Gargrad beim Chateaubriand (Medium Well statt Medium rare) weit verfehlt.
    Wir hatten es hier ja an anderer Stelle schon öfter: Je reduzierter ein Küchenstil ist, desto mehr kommt es auf die Produkte und auf Präzision bei der Zubereitung an. Warum nun gerade Steakhäuser immer wieder bei ihrer Kernkompetenz straucheln, ist mir unerklärlich. Zumal damit jeder Grund entfällt, Höchstpreise zu zahlen und jeglicher Standard bzgl. Produkt-Rohqualität irrelevant wird bzw. man sich am Ende nur sagen kann, "schade um das schöne Fleisch".

    Umgekehrt liefern in den letzten Jahren die hochdekorierten Restaurants abseits der Steakhäuser bei den Fleischgängen häufig gar nicht mehr oder nur noch symbolisch gegarte Stücke ab, seit einiger Zeit manchmal auch schon ausgedehnt auf Meeresfrüchte - wozu ich dann (und da kann ich nur zustimmend nicken) meistens lese, dass dies den Eigengeschmack der Produkte nicht wirklich zu transportieren hilft. Von Röstaromen reden wir mal gar nicht.

    Na ja, bevor ich noch weiter abschweife ... für mich jedenfalls bliebe nach einem Steakhaus-Besuch nicht viel Grund für Zufriedenheit übrig, wenn Garpunkte so krass verfehlt werden.

    Beste Grüße
    Q.

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  • Mohnkalb
    antwortet
    Danke für den interessanten Auftakt! Mir wäre das übrigens, dem Bild nach zu urteilen, zuviel Fleisch, aber da schwächle ich auch schnell. Bin gespannt auf die weiteren angekündigten Berichte aus NY...

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  • firpo21
    antwortet
    Inzwischen bin ich nach meiner einwöchigen kulinarischen New York Reise wieder zurück in Deutschland.

    Es war eine wahnsinnig tolle und intensive Woche. Da wir Sternegastronomie bisher hauptsächlich in Deutschland genossen haben, waren wir schon sehr gespannt, wie sich die Qualitäten bezüglich Produkte und Kochhandwerk unterscheiden und ob die Sternevergabe mit unseren persönlichen Maßstäben nachvollziehbar und vergleichbar ist.

    Immerhin gibt es in New York rund 70 Sternerestaurants mit insgesamt 93 Sternen.
    Und ich glaube es gibt kaum eine andere Stadt, in der man so unterschiedlich auf so einem Niveau essen kann.

    In den kommenden Tagen oder Wochen werde ich immer mal wieder von einem Tag posten, mal kürzer, mal länger, mal bebildert, mal unbebildert.
    Insgesamt waren es 19 Sterne.

    Ich würde das alles der Vollständigkeit wegen in diesem Thread machen, vielleicht kann man die Berichte danach noch in den Thread des Restaurants kopieren, aber das sollen die Mods entscheiden.
    Möchte mir keine Doppelposts erschwindeln.

    Dann fangen wir mal an…

    Tag 0 – Die Anreise
    Nach der langen Anreise nach New York wollten wir an diesem Abend eher deftig in die kulinarische Woche starten und außerdem nicht stundenlang im Restaurant sitzen, weshalb wir uns für das Keens Steakhouse entschieden haben, einer Steak-Institution in New York.

    Erfahrungsgemäß sollte man sich bei Steakhäusern aufs Fleisch konzentrieren, Vorspeisen und Beilagen fallen meistens ab. Gesagt, getan!
    Wir haben das Prime Porterhouse für zwei, das Chateaubriand für zwei sowie den laut Speisekarte legendären Mutton Chop bestellt, was ein Hammelkotelett (mit Rippenanteil) ist.

    Mengenmäßig war es für 4 Personen eigentlich zu viel, aber den Mutton Shop wollte jeder mal probieren, aufs Steak aber keiner verzichten.
    Die Portionen waren wirklich sehr groß. Ist hierzulande ein 350g Ribeye schon eher das Ende der Skala, fängt der Spaß hier erst an.



    Die Fleischqualität war sehr gut, leider wurde der Gargrad beim Chateaubriand (Medium Well statt Medium rare) weit verfehlt. Normalerweise sollte man das Fleisch zurückgeben, da wir aber ohnehin genug Fleisch hatten und schon recht müde waren, wollten wir jetzt keinen Umstand.
    Das Fleisch war trotzdem gut, das Porterhouse aber erwartungsgemäß um Längen besser. Das Mutton Chop war ebenfalls gut, aber geschmacklich nicht "legendär".

    Die Beilagen, Karotten mit brauner Butter und Kartoffelpüree, waren in Ordnung.

    Insgesamt war es ein toller Auftakt in die Woche, die so richtig erst einen Tag später begann.

    Und zwar mit einem Dinner im Eleven Madison Park...

    PS: Kann man die Bilder in etwas größerer Auflösung hochladen? Er macht es immer schon sehr klein wie ich finde.
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von QWERTZ; 30.10.2016, 16:53.

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  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Das köstliche Pastrami-Sandwich von Katz habe ich mir bei meinem New-York-Besuch vor einigen Jahren ebenfalls gegönnt (das Breakfast am nächsten Morgen habe ich dann ausgelassen und ich bin ein Mann mit sehr sehr ausgeprägtem Appetit...)

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