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Restaurant Amador, Mannheim (closed)

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  • #76
    Lieber Lago,

    prinzipiell sehr gern, muß aber für die ganze Woche die Gourmetsegel streichen.:heulen:
    Ich hatte mich am Wochenende in der Arbeit offenbar vollends in eine kapitale Erkältung geschossen und weiß noch nicht, ob ich die Woche in der Arbeit durchhalte.
    Ihnen viel Vergnügen, auf einen Bericht wäre ich zum Vergleich gespannt. Ich werd´s dann schnellstmöglich an einem Dienstag oder Mittwoch nachholen...

    MkG, S.

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    • #77
      Ich hoffe, ich verstoße jetzt nicht gegen die Regeln bzw. es passt überhaupt hierher: Ich habe zu Weihnachten einen Gutschein für das Amador geschenkt bekommen (gültig bis 11/13). Leider lässt sich ein Besuch meinerseits in nächster Zeit nicht einrichten. Ich würde deshalb gerne jemanden "glücklich machen" (falls sowieso ein Besuch ansteht) und den Gutschein deutlich unter Wert abgeben. Bei Interesse bitte einfach kurze Nachricht.

      Gruß Elakind

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      • #78
        Ungewöhnlich, mitten im Industriegebiet ein 3-Sterne-Restaurant, aussergewöhnlich das Ambiente, wahrscheinlich wunderbar im Sommer, wenn man im Innenhof speisen kann. Apropos speisen, das Menü beginnt, wie typisch in Spanien mit einer Menge Tapas:
        a) Mannheimer Schweinebraten / Himmel & Erde / Caesar Salad
        b) Blumenkohl / weisse Schokolade / Imperial-Kaviar / Arganöl: ein erstes Highlight, die Kombination des Kaviars mit der Schokolade, cremig, leicht würzig, aussergewöhnlich
        c) Taschenkrebs / Erbsen / Ziegenkäse / Olivenkrokant: sehr sehr schön, der cremige Ziegenkäse mit einem Erbsen-Püree und die Knusper-Stückchen unterstützten den Taschenkrebs vorzüglich
        d) Entenleber / Räucheraal / Grüner Apfel / Holzkohleöl: wieder eine schmackhafte ungewöhnliche Kombination
        e) Odenwälder Weiderind / Beef-Tea / Ingwer: der Beef-Tea von einer unbeschreiblich feinen Würzigkeit, muss man einfach probiert haben
        Dann ging es mit dem eigentlichen Menü los:
        1. Königskrabbe / Tomate / Joselito / Fermentierter Knoblauch: leichte Säure der Tomate, das feine Fleisch der Krabbe mit dem Schinken umwickelt, einfach mediterran lecker
        2. Steinbutt / Röstzwiebel / Rindermark / Safran: wieder eine würzige Kombination
        3. Jakobsmuschel / Sauerkraut / Zuckerrübe / Iberischer Speck: die Jakobsmuschel von aussergewöhnlich guter Qualität und auf den Punkt, dazu die Erdigkeit des Krauts und der Rüben
        4. Mieral-Taube / Mango / Cocos / Purple Curry: ein traumhaftes Gericht mit einer sensationellen Taube
        5. Gewürzmilch / Himbeere / Joghurt / Rote Bete: allein schon farblich ein Knaller
        Zum Schluss gab es noch Schokolade: und die Mozartkugel wird mir mit Sicherheit genauso in Erinnerung bleiben, wie das Original aus Salzburg.
        Die Wein-Auswahl war ebenfalls absolut passend, sämtlich aus Spanien. In Erinnerung geblieben ist mir vor allem dieser sensationelle samtige Rotwein zum Hauptgang.
        Ich wünsche auf jeden Fall Juan Amador und seinem Team für die nächsten Wochen viel Glück, um die momentane Situation zu meistern.

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        • #79
          Ich möchte an dieser Stelle auch auf einen aktuellen Bericht des sehr geschätzten Kollegen TroisEtoiles hinweisen, dessen Besuch recht durchwachsen geriet

          Amador – kontrastreich

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          • #80
            Naja, vielleicht sind die "sehr geschätzen" Foodblogger doch nicht so geschmackssicher und bewandert wie sie immer schreiben...

            Herr Sternentor

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            • #81
              Zitat von sternentor Beitrag anzeigen
              Naja, vielleicht sind die "sehr geschätzen" Foodblogger doch nicht so geschmackssicher und bewandert wie sie immer schreiben...Herr Sternentor
              Daran wird es sicher liegen, denn wer einen ***-Koch kritisiert, kann ja nicht geschmackssicher sein und überhaupt, diese bösen Blogger, das sind ja auch irgendwie keine richtigen Journalisten. Daß einen solcher Bericht einen "Shitstorm" auslöst konnte man bei FB sehen, denn die Leute, die (genau wie Sie vermutlich) nicht in der letzten Zeit dort waren, aber instinktiv Partei ergreifen, lockt man damit natürlich aus ihren Löchern.

              Ich empfehle Ihnen daher die Berichte der Kollegen, die im Aufsichtsrat der Amador AG sassen. Diese waren immer positiv, objektiv und daher natürlich geschmacksicher.
              Zuletzt geändert von Max.Vanderveer; 19.01.2013, 17:06.

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              • #82
                Ich wußte doch, dass man mit Speck Mäuse fangen kann (obwohl das mit Schokolade besser geht)...Es geht auch nicht um richtige oder falsche Journalisten, sondern um... Ich bitte um rege Diskussionen!
                Herr Sternentor

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                • #83
                  Da der Bericht nicht von mir stammte, war dieser der Speck, wenn man überhaupt von so etwas sprechen mag, denn letztendlich ging es um einen Essensbericht. Die Mäuse sind jene, die (wie auf anderen Plattformen) sofort darauf anspringen und aus der Höhle gelaufen kommen, um zu rufen "Das kann gar nicht sein". Insoweit befinden Sie sich (mit vielen anderen) in der Mausefalle, werter Herr Sternentor.

                  Das interessanteste an der Diskussion war, dass ausgerechnet der kritisierte Chef selber zur Mäßigung aufrief, da es "ja nur um Essen geht".

                  Im übrigen freue ich mich natürlich auch über eine (sachliche) Diskussion zu diesem Restaurant (für allgemeine Diskussionen gibt es ja andere Threads).
                  Zuletzt geändert von Max.Vanderveer; 19.01.2013, 17:35.

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                  • #84
                    Auch ich kenne den Bericht und fand es deshalb sehr spannend. Ich kann dazu nur sagen, dass das Menü absolut auf 3-Sterne-Niveau war und ich wieder dieses "da muss ich wieder hin" im Kopf habe. Okay, das Ambiente mag Geschmackssache sein, ich mag aber so ein klares reines Design.

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                    • #85
                      Zitat von Schink Beitrag anzeigen
                      c) Taschenkrebs / Erbsen / Ziegenkäse / Olivenkrokant: sehr sehr schön, der cremige Ziegenkäse mit einem Erbsen-Püree und die Knusper-Stückchen unterstützten den Taschenkrebs vorzüglich
                      e) Odenwälder Weiderind / Beef-Tea / Ingwer: der Beef-Tea von einer unbeschreiblich feinen Würzigkeit, muss man einfach probiert haben
                      Diese beiden Tapas fand ich letztes Jahr auch außergewöhnlich gut. Werte Schink, besten Dank für Ihre Einschätzungen!

                      Den TE-Bericht finde ich auch nicht uninteressant. (Ist ja doch witzig, dass gerade den Bloggern gerne pauschal mangelnde Erfahrung oder Inkompetenz unterstellt wird, obwohl man ja bei ihnen gut sehen kann, was wann wo gegessen und wie beurteilt wurde.)

                      Grüße, mk

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                      • #86
                        Zitat von sternentor Beitrag anzeigen
                        Naja, vielleicht sind die "sehr geschätzen" Foodblogger doch nicht so geschmackssicher und bewandert wie sie immer schreiben...

                        Herr Sternentor
                        Das ist jetzt vielleicht etwas kategorisch. Aber besagter Blogger ist mir bereits zwei Mal mit Berichten zu Menüs aufgefallen, die ich ebenfalls in weiten Teilen gegessen habe und zu komplett anderen Einschätzungen gekommen bin (er negativ, ich positiv). Es waren übrigens Berichte, die bei ihm fast durchweg kritisch ausfielen. Bei eher positiven Einschätzungen habe ich schon viele Übereinstimmungen mit meinem Geschmack festgestellt. Ich hatte bei den besagten Berichten das Gefühl, dass da ein wenig nach Haaren in der Suppe gesucht wurde (kann ja sein, dass eins da war, aber im Bericht liest es sich als wären es Büschel gewesen). Und das ist bei dem Amador-Bericht ähnlich (auch wenn unser Clubabend ja nun schon eine Weile zurückliegt, war ja auch da das Urteil nicht einhellig positiv).

                        Also: mir ist jedenfalls der Bericht von Frau Schink lieber, weil er mir unvoreingenommener erscheint.
                        Zuletzt geändert von QWERTZ; 19.01.2013, 21:23.

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                        • #87
                          Zitat von Max.Vanderveer Beitrag anzeigen
                          Ich empfehle Ihnen daher die Berichte der Kollegen, die im Aufsichtsrat der Amador AG sassen. Diese waren immer positiv, objektiv und daher natürlich geschmacksicher.
                          Um dies korrekt darzustellen: in der Zeit als AR der Amador AG (Februar 2011 bis Mitte 2012) ist bewusst kein einziger Bericht auf Sternefresser.de publiziert worden. Der letzte stammt aus dem Januar 2010. Und bevor Sie nun bei Facebook anknüpfen: die Bilder des Besuches im Dezember 2012 wurden lediglich als Album veröffentlicht, wobei das Menu hervorragend und nahezu dasselbe wie das von Trois Etoiles war. Die übertriebene Salinität konnten wir nur bei zwei Gerichten feststellen.

                          Grüße zum Abend,
                          Sternefresser

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                          • #88
                            OT @SF: hat ja prima geklappt mit der beratenden Aufsicht

                            Leider habe ich es trotz gewisser Nähe leider immer noch nicht nach Mannheim geschafft.
                            Ich finde übrigens im Gegensatz zu TE das Interieur ganz besonders modern-chic und gelungen, gefällt mir besser als in Langen. Das scheint wohl tatsächlich Geschmackssache zu sein.


                            MkG, S.:cheers:


                            P.S. persönliche Nachrichten werden selektiv wahlweise ungelesen gelöscht oder publiziert...
                            Zuletzt geändert von Sphérico; 19.01.2013, 23:22. Grund: otokrafi

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                            • #89
                              Werter Sphèrico,
                              nützen Sie die Chance. Ich hätte es bereut, wenn ich nicht in das Amador gegangen wäre. Das Menü ist sicherlich nicht einfach zu verstehen, da mit vielfältigen Aromen gespielt wird, aber gerade deswegen geradezu herausragend. Da Sie die Küche von Christian Bau sehr schätzen, wird Ihnen das Amador sicherlich gefallen.
                              Gruss Schink

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                              • #90
                                Danke, werter Schink, für die Mitteilung des aktuellen großen Amador-Menüs (es gibt ja jetzt auch ein kleines)! Das spart mir die Arbeit des Aufzählens und erlaubt mir die Konzentration auf's Kommentieren ;-)
                                Meine Frau und ich hatten nämlich Anfang Dezember 2012 dasselbe Menü wie Sie.

                                Gleich vorweg bemerkt: wir teilen Ihre Begeisterung voll und ganz und darüberhinaus! Ich müsste sehr lange nachdenken, um auch nur irgendein Sterne-Menü zu finden, bei dem ich in ähnliche Verzückung geraten wäre. Das war ***Küche auf höchstem Niveau!
                                Auch mit den empfohlenen Weinen waren wir äußerst zufrieden.
                                Und: weder meine Frau noch ich sind verwandt oder verschwägert mit Herrn Amador oder üben irgendwelche Aufsichtsratsfunktionen bei ihm aus.

                                Nun zu einigen Highlights, die von Ihnen auch schon so benannt wurden:

                                - Taschenkrebs/Erbsen/Ziegenkäse/Olivenkrokant (in der Karte unter "Tapas & Snacks" geführt)
                                Diese Gericht hat das Zeug zu einem Allzeit-Klassiker! Wer die Theorie der Geschmacksverläufe von Dollase bei der Verkostung von gelungenen Kreationen der Spitzenküche gelesen und nicht verstanden hat, dem empfehle ich dieses Gericht von Amador zur Veranschaulichung.
                                In einer bemerkenswerten Präzision und gleichem zeitlichen Abstand entstehen im Mund nacheinander zuerst fast explosionsartig eine kräutrig unterlegte, sehr intensive Erbsenduftwolke, dann dezenter und wieder beruhigend der zarte Geschmack einer sämigen Ziegenkäsezubereitung, anschließend auf dieser Grundlage wieder nur 1 - 2 Sekunden später nach einem Biss auf die perfekt gegarten Taschenkrebsstückchen eine Mischung aus Fisch- und Krustentiernote und schließlich zum krönenden Abschluss völlig überraschend die Geschmacksempfindung "süßlich" begleitet von einem Hauch Olivenduft und einem deutlich wahrnehmbaren Knusperton vom Krokant herrührend!
                                Alleine wegen dieses vollkommen perfekt ausbalancierten Ganges würde ich jederzeit wieder zu Amador gehen. Die Eindrücke von dieser wahrhaft meisterlichen Kreation haben mich noch tagelang auf das Angenehmste "verfolgt". Mich würde sehr interessieren, wie lange der Meister an diesem Werk gefeilt und verbessert hat.

                                - Steinbutt/Röstzwiebel/Rindermark/Safran/Tapiokabällchen (unter den Hauptgängen als "Mar y Muntanya" aufgeführt)
                                Bei dieser Kreation ist sicherlich ganz besonders die gelungene, absolut harmonische Einbindung des Safrans hervorzuheben. Der Safran gilt zurecht als eines der schwierigsten Gewürze in der Spitzenküche, da die geringste Überdosierung zu einer deutlichen Bitterkeit des gesamten Gerichts bis zur Ungenießbarkeit führen kann. Ganz anders hier: feinste Safran-Duftnoten geben dem Steinbutt einen leicht "arabischen" Einschlag, der mit dem herzhaften Röstzwiebelaroma eine erstaunliche, für mich völlig neue Geschmacksverbindung eingeht.

                                - Zum Schluss noch eine kleine Bemerkung zu einem ebenso kleinen, aber bemerkenswerten Zwischengang: Sauerampfer-Sorbet mit geeistem Joghurt
                                Nach der sinnenbetörenden Mieral-Taube (da brauche ich wirklich nicht mehr zu zu sagen als: phaaaaaaatastisch!) erzeugt dieses Sorbet eine sehr angenehme Beruhigung des Gaumens und bereitet wunderbar auf den nächsten Gang "Brick in the Wall" vor.

                                Alles in allem ein wirklich phantastisches Menü auf 100%igem Drei-Sterne-Niveau! Die vielen Assoziationen, die es erweckt kann man in ihrer Fülle garnicht alle schildern, es würde den Rahmen sprengen. Aber ein Punkt ist doch der Erwähnung wert: viele Gänge erinnern in einer verfremdeten Form (ja, Bertolt Brecht, der "Verfremdungseffekt"!) an bekannte Gerichte der deutschen oder spanischen Landesküche, z.B. "Himmel und Erde" oder die "Königskrabbe" mit ihren unglaublich schmackhaften Tomaten und stellen so bekannte Geschmacksmuster in einen völlig neuen, überraschenden Kontext.
                                Ein Meister der Erzeugung solcher Verfremdungseffekte ist übrigens Andreas Caminada in der Schweiz. Aber was bei Caminade eher wie eine etwas langweilige Konstruktion aus der systematischen Kombination von Elementen daherkommt, wirkt bei Amador wie aus dem prallen Leben gegriffen!
                                Halt "Destinazione Sud", um mit einem anderen Wahl-Mannheimer (Domenico Rubino) zu sprechen!

                                Ich kann nur dringend empfehlen: auf nach Mannheim zu Juan Amador! Genießen Sie die Kochkunst dieses Farbtupfers, nein dieser Farbpalette unter den Sterneköchen in Deutschland.
                                P.S.: seit wenigen Tagen gibt es übrigens eine neue Kreation von Juan Amador... nichts wie hin!

                                Hasta luego!
                                lagomaggiore

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