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Altes Amtshaus*, Mulfingen

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  • Altes Amtshaus*, Mulfingen

    Schön, dass es solche Kleinode auf dem Land gibt! Das Alte Amtshaus in Mulfingen/Ailringen gehört zur Würth-Gruppe und hat so „brüderliche“ Beziehungen zum Schlosshotel Friedrichsruhe. Dass der nötige Finanzrahmen stimmt, sieht man dem aufwendig restaurierten, denkmalgeschützten Gebäude an, und auch der Patron Olaf Pruckner scheint freie Hand in der Führung des Hauses zu haben. Das wirkt sich positiv bei Ambiente, Service und Hotelführung aus.

    Der Service des Restaurants bedarf einer besonderen Erwähnung. Hier steht ein erfahrener Maitre einer jungen Mannschaft vor, die kenntnisreich und charmant durch den Abend führt.

    Wir haben in dem eleganten Kellergewölbe dieses Menü gegessen:

    Amuse gueule: Zweierlei vom Bries mit Kürbis

    Salat von Königskrabbe mit Polpette und Ossietra Kaviar

    Pochiertes Kalbsfilet mit Artischocke und Perigord-Trüffel

    Kleiner Pot au feu von Kabeljau und Bachkresse

    Brust und Senfkohlwickel von der Mieral-Ente mit Steckrüben und confierten Kartoffeln

    Marquise von Bitterschokolade mit Dörraprikosen-Sorbet


    Es war handwerklich alles ganz ordentlich gemacht und hübsch angerichtet, leider jedoch ohne besonderes Highlight und zu sehr der Küche vergangener Jahre verhaftet. Gewünscht hätten wir uns etwas mehr Kreativität und hier und da das bessere Herausarbeiten des Eigengeschmacks der verwendeten Produkte; so weckt z.B. „Zweierlei vom Bries“ gewisse Erwartungen, doch geht dieses tolle Produkt ziemlich unter, wenn man es in einem Sahnesüppchen (ohne Briesstücke) verarbeitet und es daneben in einer Farce im (nicht knusprigen) Strudelteig verschwinden lässt.

    Ach ja, das auf den Punkt pochierte Kalbsfilet möchte ich noch lobend erwähnen. Schade nur, dass die Artischocken zu einem ziemlich „verknofelten“, schnittfesten Flan verarbeitet wurden. Warum eigentlich?

    Fazit: Ein Restaurant zum Wohlfühlen, in dem man gut essen kann, jedoch meist zu brav gekocht wird; angesichts des schönen Hauses würde man sich wünschen, dass Olaf Pruckner bei seinen Kreationen mutiger wird und sein Potential so ausschöpft, dass das Alte Amtshaus eine Spitzenempfehlung in der Region wird.

    Schöne Grüße, verbunden mit den besten Wünschen für ein gutes und kulinarisch spannendes Jahr 2012, Merlan
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