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Dobler's Restaurant* in Mannheim

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  • Dobler's Restaurant* in Mannheim

    Obwohl ich nun schon seit 17 Jahren im Rhein-Neckar-Raum direkt vor den Toren Mannheims lebe, habe ich es bisher nicht ins Restaurant von Gabi und Norbert Dobler geschafft. Aber scheinbar geht es ja nicht nur mir so, ich konnte hier im Forum noch keinen Bericht dazu finden. Aber sei’s drum, heute Mittag war es endlich so weit, ich ging die wenigen Stufen hinauf, die zum am Rande der Mannheimer Quadrate gelegenen Restaurant führen. Der Empfang war freundlich, mir wurde mein Tisch zugewiesen. Das Restaurant war erstaunlich gut besucht, alle von mir einsehbaren Tische (ohne den Nebenraum, in dem aber ebenfalls Gäste waren, waren es auch nur sechs) waren besetzt.

    Es ist schwer zu definieren, aber irgendwie sprang der Funke zwischen dem Restaurant, dem Service und mir heute Mittag nicht über. War es der freundlich, geschäftig-distanzierte Service, der zu mehr als dem professionellen Abhandeln des Normalen (Bestellung aufnehmen, Servieren, Abräumen) auch keine Zeit zu haben schien (außer man war jahrzehntelanger Stammgast), war es die „modern-elegante“ Einrichtung, die mich eher kalt ließ – zumindest vermochte das Ambiente mich nicht direkt in einen Entspannungsmodus zu versetzen. Dazu brauchte es die Küche, und, das gestehe ich gerne zu, ihr gelang es dann auch sehr gut.
    Da das 4-Gang-Mittagsmenü (70.- €) erst ab zwei Personen serviert wird, wählte ich das sog. kleine Menü - drei Gänge für in der Tat kleines Geld: 36,50 €. :koch: Im Vertrauen auf die Homepage habe ich mir die Speisefolgen nicht notiert, aber leider ist der Internet-Auftritt nicht ganz aktuell. Daher meine Notizen aus der Erinnerung heraus, die vielleicht die Bezeichnung der Speisen nicht ganz exakt wiedergeben. Nach Gruß aus der Küche und den Amuses (Selleriemousse an Trüffelschaum; Rücken vom kanadischen Bison; Praline von der Gänseleber, letzteres sehr gut und unheimlich intensiv) kam die Vorspeise, lauwarmer Ziegenkäse an Blutorangen-Fenchelsalat, der Teller war noch zusätzlich mit Blattsalaten garniert. Die Blutorangen harmonierten sehr gut mit dem Ziegenkäse, der Fenchel brachte einen interessanten texturellen Kontrast ins Spiel.
    Als Hauptgang wurde dann Brust und Keule der Maispoularde mit Süßkartoffelpüreee und Romanesco serviert, wunderschön angerichtet, wenigstens auf dem Teller war der Frühling spürbar – draußen hagelte es derweil. Alles passte ganz wunderbar zusammen, die Poularde teils noch mit perfekt gebratener Haut – das ließ mich an Kindertage zurück denken als es noch das Größte war wenn es sonntags Brathähnchen gab und man mit viel Glück auch etwas von der knusprig gebratenen Haut abbekam und man sich danach genüsslich die Finger ablecken konnte. Nun – letzteres tut man im Sterne-Restaurant natürlich nicht, alles auf dem Teller war auch mit normalem Esswerkzeug bestens beherrschbar. Wenn ein Küchenchef es schafft, diese Stimmung eines allgemeinen Wohlbehagens zu erzeugen, dann braucht er für mich auch keine Luxusprodukte zu verwenden. Ich ziehe sogar noch eher den Hut vor der Leistung Doblers, dies auch mit Einsatz günstiger Mittel zu erreichen.
    Zum Abschluss das Dessert – Blutorangensorbet mit einer auf Mohn basierten Creme und mit kleinen Kirschtomätchen garniert – und ein doppelter Espresso. Insgesamt, noch mit einem Glas Nebbiolo und einer kleinen Flasche Wasser dazu, war der Lunch bei unter 60 € geblieben. Das ist aus meiner Sicht ein Preis-Leistungs-Verhältnis allererster Güte und ich werde mittags sicher nicht zum letzten Mal hier gewesen sein. Die Lage in Nähe der Shoppingangebote der Innenstadt sowie der Kunsthalle und des Wasserturms machen es auch zu einem hervorragenden Zwischenstopp bei einem Mannheim-Besuch.

    Für ein besonderes Dinner zu zweit oder mit Freunden behagt mir das Ambiente insgesamt nicht wirklich – für ein abendliches Geschäftsessen passt es dagegen meines Erachtens schon sehr gut. Auch die Ausrichtung auf die klassische Küche, die perfekt zubereitet und gekonnt in Szene gesetzt wird, wäre zu einem solchen Anlass sicher passend.

    KG, Jörn

  • #2
    Sehr schöner Bericht mit einem offensichtlichen Highlight (Ihrem Hauptgang!), das sie sehr bildlich vermittelt haben . Der Preis ist ja geradezu ein Schnäppchen. Wie sah es mit der Portionsgröße bzw. Ihrer Sättigung aus?

    Lg, Zwiebel

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    • #3
      Verehrte(r) Zwiebel,

      die Portionen waren durchaus ausreichend, ich habe gut gesättigt das Restaurant verlassen. Beim Ziegenkäse gab es zwei "Taler", der Hauptgang war durchaus fleisch"lastig" (positiv gemeint !) mit sicherlich einem gut gefülltem aber immer noch übersichtlichem Teller von sechs (oder acht? da trübt die Erinnerung) Fleischhappen (je zur Hälfte aus der Brust und Keule) und einem großzügig bemessenem Klecks Püree in der Tellermitte. Das Dessert hat es dann endgültig geschafft mich richtig satt zu machen, mit je einem großzügigen Nockerl des Sorbets und der "Mohncreme" (eine bessere Beschreibung fällt mir dazu nicht ein). Vor dem Dessert wurde mir, allerdings ohne jeglichen Kommentar durch den Service, noch ein Pre-Dessert mit verschiedenen kleinen Gebäck-Leckereien serviert - oder, wohl präziser ausgedrückt, vorgesetzt.

      Ja, ich stimme Ihnen zu. Der Preis hat geradezu "Schnäppchen-Alarm" in Bezug auf die Küchenleistung.

      Beste Grüße,
      Jörn
      Zuletzt geändert von joern_ribu; 20.03.2013, 00:21. Grund: deutsche Sprache, schwere Sprache :)

      Kommentar


      • #4
        Zitat von joern_ribu Beitrag anzeigen
        irgendwie sprang der Funke zwischen dem Restaurant, dem Service und mir heute Mittag nicht über KG, Jörn
        Vielen Dank für Bericht, verehrter joern_ribu.

        Obwohl in Mannheim sesshaft, waren wir nur einmal, vor etwa 8 Jahren in Dobler's. Die Grunde dazu konnte ich irgendwie nicht genau definieren, wahrscheinlich war das auch der "Funke", wie Sie es schön geschrieben haben. Jedenfalls haben wir keine bleibende Erinnerung behalten und ließen es bei diesem einen Mal bleiben.

        SG
        wi

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