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Restaurant Ophelia (Hotel Riva) in Konstanz 2*

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  • #16
    Schön, wieder mal vom Ophelia zu lesen, danke für den Bericht! Waren sie unter der Woche oder am Sonntag (da gibt es seit einiger Zeit auch Lunch) mittags zu Gast?

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    • #17
      Wir waren am Sonntag mittags dort. Soweit wir wissen, sind die Gänge gleich, es gibt nur ein Amuse und kein Pre-Dessert, die Preise sind dafür niedriger. Ein sehr sehr guter **er.

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      • #18
        Das Ophelia in einer noblen Konstanzer Ecke wirkt an einem nebligen Sonntagmittag im Spätherbst wie ein verwunschenes Schlaraffenland. Ich kam mit meinem Kollegen viel zu spät, wir wurden aber trotzdem nett begrüßt und nahmen an einem Tisch am Fenster Platz. Der Blick über den nebligen See, der alkoholfreie Aperitif und die Loungemusik im Hintergrund ließen schnell ein Wohlgefühl aufkommen.
        Mein Freund ist Vegetarier und ich entschied mich aus einer Mischung aus Mitgefühl und Neugier auf die vielgelobte Gemüseküche von Dirk Hoberg auch für ein vegetarisches 5 Gang Menü. Um es vorweg zu nehmen: Ich habe weder Fleisch noch Fisch vermisst.

        Als Amuse servierte die nette Dame im Service Spinat, Kartoffeln und Quark.

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ID: 50108

        So einen gehaltvollen Klassiker als Amuse hätte ich mir weder vorgestellt noch gewünscht, wenn ich die Wahl gehabt hätte. Der Spinat war als feine Creme im Ring angerichtet, dazu wurde eine Buttersößchen angegossen. Die Kartoffel mit der Quarkcreme schmeckte gut, eben genau nach Kartoffel und Quark. Die Spinatcreme hingegen war sehr schön abgeschmeckt, samtig und die gehaltvolle Soße komplettierte eine feine Version dieses klassischen Geschmacksbildes. An einem kalten, nebligen Spätherbsttag vielleicht genau das richtige. Ein kräftigerer, herausfordernder Einstieg wäre aber auch ok gewesen. Trotzdem war es sehr gut.

        Es folgte der erste Gang mit Rote Beete Bittersalat Karotte Zitrusfrucht.

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ID: 50109

        Optisch sehr eindrucksvoll waren geschmorte rote Beete, Salat, Zitronen und Karotte im Ring angerichtet. Unter der Zuckerkruste war dann ein rote Beete Tatar angerichtet. A part wurde ein rote Beete Espuma mit Karottengranité serviert. Letztere zwei spielten mit einer schönen Süße und intensiven Schärfe ganz wunderbar miteinander. Der Hauptteller blieb leider für mich etwas unausgewogen. Mir fehlte Säure und auch die Bittersalate schafften wenig Abwechslung. Der Ring war noch einigermaßen interessant, spätestens aber in Verbindung mit dem Tatar schmeckte man einfach nur noch die Beete. Ich dachte die rote Beete wäre endlich vorbei in der Spitzengastronomie. Für mich ein handwerklich perfekter Gang, der aber von der Komposition zu eindimensional war.

        Mit Karotte Fenchel und Pastis kam dann das erste kulinarische Ausrufezeichen zu uns.

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ID: 50110

        Die Urkarotte kam geschmort auf einer gelben Karottencreme; ein Karottengel, sowie eine kleine Möhre und eine Karottensoße komplettierten die Variationen. Der Teller duftete schon herrlich erdig süßlich. Die Creme hatte eine deutlich orientalische Würzung, die Urkarotte schmeckte erdig und die Soße gab eine tolle Süße dazu. Der Krautsalat dazu brachte den Biss. Wenn ich das mit der Karottenvariation vor einigen Wochen im Opus vergleiche, war es hier reduzierter, zugänglicher und etwas runder. Das war kein Streberteller, sondern ein perfekt rundes Gericht. Klasse!

        Getoppt wurde das ganze von Ravioli Petersilie Marone Trüffel.

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ID: 50111

        Je ein Petersilienraviolo, ein Maronenraviolo und ein Trüffelraviolo lagen in einer Petersilienwurzelsoße und wurden von frischem Trüffel begleitet. Wow, das war ein kulinarischer Herbstspaziergang, wie man ihn sich wünscht. Der Petersilienraviolo kam würzig intensiv daher, der Maronenraviolo gaumenschmeichelnd und der Trüffelraviolo erdig und intensiv. Dazu die buttrige Soße und der intensive Trüffel. Selten habe ich vegetarisch so gut gegessen. Jedes Stück Fleisch hätte hier eher gestört. Das werde ich so schnell nicht mehr vergessen!

        Als Hauptgang bekamen wir Artischocke Spinat Schwarzwurzel Kartoffel.

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ID: 50113

        Auch dieses Gericht war sehr intensiv herbstlich, tief aromatisch. Die Spinat- und Schwarzwurzelröllchen schmeckten eher puristisch fein. Die intensiv aromatische, gebratene Artischocke und die Artischockencreme gaben dem Gericht eine Deftigkeit und bei der Soße musste der Service stark betonen, dass es eine reine Gemüsejus war. Das war insofern notwendig, da man kaum glauben konnte, so eine dichte Jus nur aus Gemüsen zu ziehen. Die Jus schmeckte so intensiv und dicht, als wären kiloweise Rinderknochen verkocht worden. Dazu gab es knackige Pommes auf Trüffelmayo. Letzteres klingt zwar sehr nach Sylter Edelimbiss, war aber der perfekte Begleiter zur Artischocke. Das war in der Summe einfach sehr lecker.

        Als Dessert bekamen wir Apfel Quark Marzipan.

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ID: 50114

        Auf dem Hauptteller befanden sich gebratener Apfel, Bratapfelgel und Bratapfeleis und einen kleine Käsekuchen. A part wurde ein Apfelcrumble unter Marzipancreme serviert. Mit dieser Kombination kann man bei mir nichts falsch machen. Verschiedene Texturen, klassiche Aromen, intensive Süße das alles passte ganz wunderbar zusammen. Ein Herbstliches Menü endete mit einem wunderbaren, an klassische Aromen angelehnten Dessert.

        Bei einem Espresso und leckeren Petit Fours endete dieser eindrucksvolle vegetarische Spätherbstlunch.

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ID: 50115

        Nach einem etwas verhaltenen Einstieg (Amuse und Beete), zeigte Dirk Hoberg an diesem Mittag eindrucksvoll wie aromatisch vielschichtig seine Gemüseküche ist. Mit dem Trüffelgang hat die Küche mir das vielleicht beste vegetarische Gericht meines bisherigen kulinarischen Lebens beschert. Auch die Karottenvariation und der Hauptgang konnten mich vollkommen überzeugen. Insgesamt waren die Gerichte sehr zugänglich, trotzdem handwerklich ausgefeilt. Auch das Dessert wusste trotz der „gewohnten“ Aromatik zu überzeugen. Das Ophelia ist zurecht das höchstbewertete Restaurant am See. Zwei Sterne im Guide waren für mich selbst in den schwächeren Gängen nachvollziehbar. Ich komme bald wieder und werde wohl auch den ein oder anderen Fleischgang auswählen. Ich bin jetzt schon gespannt.

        Auch das Ambiente in der Stadtvilla ist sehr angenehm. Der Service war locker und auch Herr Hoberg machte bei seiner Runde einen sehr interessierten und netten Eindruck. Für mich war es eine gelungene Abwechslung von der oft guten, aber schweren Badisch-Schwäbischen Küche hier in der Region.
        Die zwei Sterne des Ophelia strahlten hell über dem See an diesem nebligen Herbsttag.

        M
        Zuletzt geändert von QWERTZ; 14.12.2015, 15:38.

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        • #19
          Ich finde ja, werter Matthias, dass in diesem Forum eigentlich kein Bericht ohne erkennbare Resonanz bleiben sollte, schon gar nicht, wenn über einen Zweisterner geschrieben wird. Deshalb gebe ich Ihnen gerne ein Signal, dass ich Ihre Ausführungen zum Ophelia mit großem Interesse gelesen habe. Ich finde es schon bemerkenswert, dass unsere Top-Köche sich auch im vegetarischen Bereich immer mehr einfallen lassen und diese Gerichte auch attraktive Alternativen für uns "Alles-Esser" sein können.

          Schönen Gruß, Merlan

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          • #20
            Freut mich, lieber Merlan, dass der Bericht auf Interesse gestoßen ist. Ich fand es ganz spannend mal bewusst auf Fleisch zu verzichten in einem Restaurant dieser Klasse. Für mich hat es sich gelohnt, nichtsdestotrotz werde ich nicht ganz drauf verzichten.

            M

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            • #21
              Natürlich habe auch ich den Bericht mit Interesse gelesen, obwohl ich schon häufiger sehr gute vegetarische Gerichte gegessen habe, habe ich mich bislang noch nicht "getraut", da wo es möglich ist, das fleischlose Menü zu wählen. Das war auf jeden Fall eine "Ermutigung".

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