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YoSH*, Stuttgart

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  • YoSH*, Stuttgart

    Neben dem 5 wurde in Stuttgart letztens auch das YoSH zum Sternetempel aufgewertet. Wir nutzten kürzlich eine passende Gelegenheit für einen Abendbesuch. Das Restaurant liegt am porschedichten Killesberg in Spazierweite der letzten Wohnstätte von Papa Heuss (die man besichtigen kann inkl. besuchenswerter Ausstellung über T.H.'s Leben.). Der Investor hat vor wenigen Jahren das Haus vom Weinkeller bis zum Obergeschoss chic renoviert, so dass sich Gäste und Service jetzt nicht nur im Garten, sondern auch auf mehreren Etagen austoben können. Die Innenarchitekten haben bis hin zum Klopapier alle Details sorgsam bedacht, das, vor schwarzen Fliesen hängend, hier selbstverständlich ebenfalls schwarz ist. Wir wurden sehr freundlich empfangen und auf die Terrasse geleitet, wo wir den Aperitif tranken und einige Knabbereien knabberten. Zum Essen ging es dann hinein, und wir entschieden uns für das Tagesmenü (6 Gänge / 108,-):

    Gänseleberterrine mit Confit und Brioche
    Brunnenkresse-Süppchen mit Hummerschere
    Jakobsmuschel mit Spargelsalat
    Geeiste Ziegenkäsemousse
    Rindefiletspitzen mit Pfifferlingen und Tagliatelle
    Schokoladenkuchen mit Himbeeren

    Alle Gänge ohne Ausnahme waren sehr lecker. Die Küche ist erkennbar auf Harmonie und guten Geschmack ausgerichtet, und die Produkte sind durchweg von sehr hoher Qualität. Mir hatte es vor allem der kleine geeiste Frischkäse angetan, der unheimlich leicht war und mit Kürbiskernöl und -kernen als Zwischengang serviert wurde. Die St. Jacques war kräftig angebraten und die Röstaromen passten wunderbar zum süß-sauer angemachten Spargelsalat, die Suppe von der Brunnenkresse war intensiv. Hauptgang und Dessert waren dagegen zwar auch in Ordnung, aber vielleicht ein wenig zu bieder. Schöne Brotauswahl, jedoch leider kein Käseteller oder -wagen. Die Chefin erklärte uns auch warum: der stinke eben zum Ärger der Gäste im Gastraum zu viel. Insgesamt darf man hier eine köstliche Hausmannskost erwarten, die mit Luxusprodukten veredelt wird. Die umfangreiche Weinkarte (online zugänglich) enthält etliche interessante Positionen, auch viele Bordeaux-Gewächse, die ich als Wein-Banause aber leider nicht einordnen kann. Zur Gänseleber hatten wir einen 2004 Chateau d'Yquem, der hier dankenswerter Weise glasweise ausgeschenkt wird. Vermutlich könnte der noch sehr gut einige Jahre liegen, denn für einen alten Süßen kam der noch mit viel Frische und Kräuterigkeit rüber. Zu den anderen Vorspeisen tranken wir einen Sauvignon Blanc aus Neuseeland, 2008 Te Koko von Cloudy Bay, ein sehr kantiger Bursche. Das Fleisch begleitete dann ein wunderbar gefälliger Malbec aus Argentinien: 2005 Nicolas Catena Zapata. Frisch und kühl mit würzigen Aromen.

    Bis auf die Musik im Gastraum, die nicht so unser Fall und auch deutlich zu laut war, hatten wir ein sehr angenehmes Dinner. Innovative Küche bietet das YoSH sicherlich nicht, aber der Stern ist auch nicht unverdient. Der Service war sehr freundlich, beinahe herzlich. Wir kommen gerne wieder!

    Grüße, Mohnkalb
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