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Kulinarisches am Bodensee

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  • #31
    Das "pure schwäbische Glück" klingt ja wunderbar! Werde mir den Tipp merken. Ich meine ja, dass meine selbstgemachten Knöpfle unschlagbar sind, aber ich gebe den Spätzle eine Chance… :-)

    M

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    • #32
      Zitat von sternentor Beitrag anzeigen
      Danke werter Herr Matthias85 für die Bilder - eine Nachfrage: das war aber keine Sprühsahne...?
      Lieber Sternentor, ich glaube die Sahne wurde selbst mit der Isi aufgeschlagen. Das war sicher keine Sahne aus der Sprühflasche.

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      • #33
        Danke - das hätte mich auch gewundert!

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        • #35
          Und wieder einmal sind die Gäste oder der Gesetzgeber schuld?

          „Der Aufwand war immens, der Druck groß, die neuen Gesetze zur Arbeitszeitregelung haben es uns dann endgültig unmöglich gemacht, den Betrieb weiter aufrechtzuhalten“, sagt Heise.

          http://www.suedkurier.de/region/krei...372448,7900183

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          • #36
            Seltsam, ich kenne gar kein neues Gesetz zur Arbeitszeitregelung. Oder meint er das bekannte Motto: "Natürlich zahle ich Mindestlohn, aber doch nicht für jede Stunde..."?

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            • #37
              Ich kann es auch langsam nicht mehr hören. Für was will man den Mindestlohn noch verantwortlich machen? Man kann ja dazu stehen wie man will, aber wenn man es in Konstanz nicht schafft faire Preise durchzusetzen um immernoch unfaire Löhne zu bezahlen, die in der Region nicht zum Leben reichen, dann muss ich mich schon selbst hinterfragen.

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              • #38
                Im Rahmen des Minestlohns ist geregelt, das Arbeitnehmer, die weniger als 2.958 Euro verdienen, die Arbetiszeiten dokumentiert werden müssen, insofern - wenn ich das richtig sehe - wurde damit der Verbindlichkeit des ohnehin geltenden Arbeitszeitgesetzes Nachdruck verliehen und "Überstunden", die praktisch Standard sind, sind somit nicht mehr so einfach und dauerhaft möglich. Ich verstehe, dass die Gastronomie eine Branche ist, die mit den Gegebenheiten des Arbeitszeitgesetzes mehr Probleme hat, als andere, vor allem wenn es um Ruhezeiten etc. Aber man muss sich eben auch klar machen, dass zahlreiche Angebote bislang eben nur unter Umgehung gesetzlicher Standards möglich waren.

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                • #39
                  Eigentlich wollten wir unbedingt die Spätzle im Seehof Immenstaad endlich ausprobieren, aber es verschlug uns doch an diesem sehr sonnigen Tag nach einem kleinen Spaziergang in dem schönen Örtchen Immenstaad ins Heinzler am See.

                  Das Restaurant wurde hier glaube ich noch nicht thematisiert. Den Tipp habe ich von einem Arbeitskollegen bekommen, der meinte die mit einem Bib bewertete Küche sei vor allem für ihre Fischgerichte hier in Region bekannt und geschätzt. So verschlug es uns auf die wunderschöne Terrasse unter die Schatten spendende Kastanie mit traumhaftem Blick auf den See!

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ID: 49799

                  Die Karte bietet eine schöne Auswahl von eher regionalen Gerichten (von Spätzle bis Zander), aber auch den ein oder anderen internationalen Klassiker (greater Omaha Beef Onglet). Da wurden wir dann doch schnell fündig und wählten einige Gänge a la Carte.

                  Ich begann mit einem Salat mit Himbeere und Pfifferlingen.

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ID: 49800

                  Der Salat war an sich durchaus lecker (viele Sorten, einige Wildkräuter), das Dressing etwas auf der süß sauren Seite, nur die Pfifferlinge waren zwar aromatisch, aber kaum gewürzt. So gut der Salat selbst war, so wenig Freude machten leider die Pfifferlinge, auf die ich mich sehr freute. Etwas Salz und Pfeffer machte es zwar besser, aber in der Summe blieb es ein eher verhaltener Einstieg.

                  Als Hauptgang wählte ich die Bodenseefelchen mit grünem Spargel und Granatapfel.

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ID: 49803

                  Der Gang machte deutlich mehr Spaß. Die Soße hatte einen leicht asiatischen Einschlag mit Zitronengras und Kokosmilch, blieb aber leicht und harmonierte ganz hervorragend mit Spargel und Fisch. Die Granatapfelkerne gaben einen schönen Säurekick und rundeten das Gericht gut ab. Dazu gab es Butterkartoffeln, was ich irgendwie als etwas unpassend empfand, aber ok. Was dann tatsächlich dem Gesamteindruck etwas drückte, war dass der Fisch doch etwas zu lang gegart wurde und an der ein oder anderen Stelle etwas trocken war. Schade. Nichtsdestotrotz war es ein schöner Gang, der mit seiner Frische und Leichtigkeit überzeugte und in der Kombination mit dem Blick über den See Urlaubsgefühle weckte.

                  Meine Frau wählte das Duett von Bodenseesaibling und Forelle mit Tomaten, Pfifferlingen und Limettenpesto.

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ID: 49802

                  Obwohl das Gericht einen ganz anderen Grundgeschmack als der Felchen hatte, waren die Stärken und Schwächen des Gerichts analog zu meinem. Die Soße war toll, intensiv, man schmeckte Thymian, die Pilze, die reifen Tomaten, gutes Öl. Die Pesto war wunderbar Säurebetont, salzig, einfach rund. Nur auch hier war der Fisch wieder recht intensiv gegart, weit weg von glasig. Das dazu gereichte Graupenrisotto passte allerdings ganz wunderbar zum Fisch. Das war insgesamt wieder gut. Nicht, dass die Hauptgänge nicht schmeckten, ganz im Gegenteil, aber mit mehr handwerklicher Finesse, wären beide Gänge hervorragend gewesen. So bleiben sie einfach "nur" ziemlich gut.

                  Als Desert wählte ich Dreierlei von der Schokolade.

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                  Das Desert stellte sich (ohne Vorankündigung) tatsächlich als ein Zweierlei von der Schokolade (Eis und Mousse) und einer klassischen Creme Brulée heraus. Kurioserweise (und glücklicherweise) stellte sich dabei die Creme Brulée als handwerklich und geschmacklich bester Gang dar. Die creme war warm, zart, geschmeidig, süß, das Karamell dünn. Einfach aber sehr lecker. Das Eis war ok, nicht wirklich außergewöhnlich. Die Mousse war schön intensiv, mit weißer und dunkler Schokolade und insgesamt handwerklich sehr ordentlich.

                  Insgesamt war es ein schöner Aufenthalt wozu nicht zuletzt die tolle Lage verantwortlich war. Bei den Hauptgängen merkte man auch, dass die Küche ambitioniert ist und ihrem Ruf (und Bib) gerecht werden kann. Die Creme Brulée zeigte, dass die Patisserie ihr Handwerk versteht. Die Fehler, allem voran die handwerklichen Ungenauigkeiten bei den Pfifferlingen und der Garung der Fische trübten den Gesamteindruck. Ähnlich wie im Schuppen 13 oder vergleichbaren Restaurants, die mit ihrer perfekten Lage glänzen, fehlt mir häufig der Grund "nur" wegen der Küche wieder zu kommen. Wenn ich da an das Lamm im Kau denke (was sich zu meiner Lieblingsdestination entwickelt hat), zeigt sich dass allein für den Genuss vielleicht auch das weniger spektakuläre Tettnang einen kleinen Umweg wert ist. Das Heinzler am See ist sicherlich wegen des Gesamtpakets immer noch eine solide Option. Und wenn das mit dem braten der Fische beim nächsten Mal besser ist, komme ich wohl doch häufiger, sitze lange unter der Kastanie, schaue auf den See und genieße den Tag.

                  Die Spätzle im Seehof, lieber Besseresser, werde ich aber noch probieren, "trotz" der tollen Lage am See!

                  M
                  Zuletzt geändert von QWERTZ; 31.07.2015, 23:29.

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                  • #40
                    Lieber Matthias,

                    vielen Dank für Ihren Bericht zum Heinzler am See. In der Tat ein Klassiker am Bodensee, aber auch etwas in die Jahre gekommen. Früher - als ich noch Kind war - gab es wenig Vornehmeres. Ihre Beschreibung trifft es schon ganz gut, weshalb wir dort, außer bei Einladungen von Freunden, heute nicht mehr hingehen. Recht gut, aber nichts für Liebhaber feiner Küche.

                    Was mich sehr freut, ist ihre Begeisterung für das Lamm im Kau. Kiechles haben dies m.E. sehr verdient. Auch der Seehof kann da nicht immer mithalten. Gehen Sie bitte nach den Sommerferien hin, während der HS garantiere ich für nichts. Und der einfache und toll bepreiste Weil auf der Weinkarte, der schmeckt im schönen Immenstaad auch im Spätsommer ganz wunderbar.

                    KG
                    Besseresser

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                    • #41
                      Mein kulinarischer Streifzug am Bodensee hatte ja im Ophelia seinen Höhepunkt gefunden. Trotzdem suche ich weiter im unter Sterne Bereich nach Alternativen zum sehr guten Lamm im Kau. Nach eher durchwachsenen Erfahrungen mit den "besseren" Restaurants direkt am See (Schuppen 13, Felders, Heinzler) habe ich jetzt endlich eine hervorragende Option gefunden. Der Tipp von Besseresser und der Bericht von Kuechenreise haben mich auf den Seehof in Immenstaad aufmerksam gemacht. Die Lage des Hotelrestaurants direkt am See/Hafen ist perfekt und durch die große Fensterfront lässt sich sehr angenehm das schäbische Meer bestaunen.

                      Im modernen und gemütlichen Teil des Restaurants begann das Essen mit Feldsalat mit gebackenen Ziegenkäse vom Höchsten mit Chutney. Der Zeigenkäse kam in Filoteig ausgebacken und perfekt knusprig daher. Dazu ein Chutney, welches eher auf der süßen Seite, den Käse unterstützte. Sicher kein kreativer Rausch, aber ein solider und guter Einstieg.

                      Die Thaisuppe mit gebratenen Riesengarnelen war nicht nur ziemlich groß, sondern auch sehr stimmig abgeschmeckt. Die Suppe hatte durchaus eine intensive Schärfe, sowie Säure. Gepaart mit den seifigen Noten von Thaibasilikum kam eine recht authentische, sehr schmackhafte Suppe an diesem nebligen Wintertag auf den Tisch. Die a part gereichten Garnelen waren perfekt gebraten. Das hätte ich in einem schwäbischen Gasthaus gar nicht so authentisch erwartet. Sehr lecker!

                      Als Hauptgang wählte ich (endlich) auf Empfehlung hier im Forum die Käsespätzle. Das schwäbische Nationalgericht konnte nach dieser Aromenbombe den (süd-)badischen Esser nicht vollends überzeugen. Zwar gingen die geschmorten Zwiebeln und die verschiedenen Käsesorten mit den Spätzle eine schlotzig schmackhafte Verbindung ein, aber es fehlte mir die Würze, in Form von Kräutern oder Pfeffer. Der dazu gereichte Salat brachte Abwechslung, in Summe gefallen mir aber die Kässpätzle im Lamm im Kau noch etwas besser. Aber das ist Kritik auf hohem Spätzleniveau, soweit ich das als nicht-Schwabe einschätzen kann.

                      Das Highlight war dann die Tonkabohnen Creme Brulee mit Maracujasalsa und Bergamottesorbet. So ein Dessert habe ich mir schon in so manchem Einsterner gewünscht. Die Creme perfekt weich, lauwarm, die Zuckerkruste dünn und knusprig. Die Maracuja brachte eine fruchtige Abwechslung zur Creme und das Bergamottesorbet weckte mit seiner Säure die Geschmacksnerven auf. Dadurch, dass alle Komponenten in seperaten Gefäßen angerichtet wurde, konnte man herrlich kombinieren und probieren. Großartig!

                      In Summe habe ich endlich ein Restaurant direkt am See gefunden, welches mich vollends zufrieden stellt (neben dem Ophelia, was natürlich in einer ganz anderen Liga spielt). Mit 15 Punkten im GM und einem Bib ist das Restaurant auch absolut fair bewertet. Ich werde wohl beim nächsten Mal die weniger bodenständigen Gänge ausprobieren. Als nächstes stehen noch das Karr Langenargen und das Casala Meersburg auf dem Programm. Wie auch immer die Besuche werden, mit dem Seehof habe ich endlich ein sehr gutes Restaurant direkt am See gefunden.

                      M
                      Zuletzt geändert von Muck; 05.03.2016, 15:17.

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                      • #42
                        Wie schön, wieder über den Bodensee zu lesen! Und auch wenn ich im Moment nicht so häufig dort bin, bin ich doch schon sehr gespannt auf den Bericht um Karr in Langenargen (welcher der Söhne wohl im Moment gerade dort kocht und mit seinen Erfahrungen aus der weiten Welt den Vater unterstützt?) und zum Casala!

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                        • #43
                          Lieber Küchenreise, ich freue mich auch schon auf weitere Entdeckungen. Falls Sie mal spontan vorbei schauen, sagen Sie doch mal Bescheid. Das Karr stand schon lange auf der Liste nach ihren wunderbaren Berichten!

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                          • #44
                            Das werde ich tun! Und in jedem Fall viel Vergnügen bei den weiteren kulinarischen Erkundungen!!

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                            • #45
                              Jetzt habe ich es endlich mal ins Retaurant Karr nach Langenargen geschafft. Rudolf Karr und sein Sohn führen hier einen Familienbetrieb, der durchaus bei Kritkern auf positive Resonanz stößt. Im sehr touristischen Langenargen direkt am See versucht das Karr den Spagat zwischen klassischer, gutbürgerlicher Küche und ambitionierterer, kreativerer Küche. Für letztes stünde, so sagte man uns, ein 4 bzw. 6 gängiges Überraschungsmenü bereit. Wir wählten letzteres mit 2 Desserts. Um es vorweg zu nehmen: Es blieb bei gutbürgerlicher Küche mit zugänglichen, einfachen Aromenkombinationen.

                              Der erste Gang war eine Tomatenvariation mit Tomateneis und gebratener Wassermelone und Bodenseekretzer. Diese sommerliche Kreation war dann auch der kreativste und beste Gang des Abends. Die Tomatenscheiben unterschiedlich mariniert spielten schön mit Süße, Säure und Schärfe (Ingwer). Das Eis erfrischte mit schönen intensiven Tomatenaromen. Die Wassermelone in Gin mariniert verstärkte den frischen, sommerlichen Eindruck. Das Filet vom Barsch hätte ich da nicht gebraucht.

                              Es folgte ein Salat mit mariniertem Kaninchen. Da war die Kreativität schnell vorbei, was aber bei der Produktqualität des Kaninchens kein Problem darstellte. Das Kaninchen war wunderbar zart, so zart habe ich das selten gegessen. Der Salat mit Balsamicodressing war dazu unspektakulär. Das war sehr ordentliche Bistroküche.

                              Danach kam mit Kabeljau, Topinambur und Spinat ein klassisches Aromenspiel an den Tisch. Der sehr gut gebratene Kabeljau wurde durch die eher sanften Aromen von Spinat und buttrigem Topinamburpüree sinnvoll begleitet. Eine gefällige, klassische Kombination, mit der man wenig Risiko eingeht.

                              Als Hauptgang erreichte mich eine Poularde mit Tagliatelle und Pfifferlingen. Die Brust der Poularde lag perfekt gebraten, saftig und zart auf der Pasta mit gebratenen Pfifferlingen. Das waren in Summe schöne Produkte, die handwerklich sauber in Szene gesetzt wurden, aber wo das jetzt kreativer, als die a la Carte Gerichte sein soll, bleibt mir schleierhaft.

                              Auch bei den Desserts setzte Karr auf klassiche Kombinationen. Als erstes erreichte uns ein Holunderblütentörtchen mit Holundereis und Pistazie. Ein schönes Törtchen, nicht zu süß mit erfrischender Säure. Die Säure wurde auch durch das Eis noch unterstützt. Die Pistazie kam in Form grüner Schwämme auf den Teller. Die schmeckten nach nichts. Zum Abschluss dann eine Passionsfruchtcreme mit Schokoladeneis schmeckte auch gefällig erfrischend.

                              Das war ein schöner Abend, keine Frage. Ich habe mir aber, vor allem nach der Ankündigung des Service, dass das Überraschungsmenü besonders kreativ sei und die Handschrift der Chefs zeige, mehr eben genau davon erwartet. Nach den positiven Kritiken bin ich zwar nicht enttäuscht, aber etwas irritiert. Das überraschende an diesem Menü war dann, dass es überraschenderweise nicht dem entsprach, auf das ich mich eingestellt hatte. Das Karr reiht sich für mich dann doch in die klassischen, gehobenen Restaurants am See ein. Mehr konnte ich an diesem Abend (mit Ausnahme des Tomatengangs) nicht erkennen.

                              M
                              Zuletzt geändert von Muck; 07.08.2016, 20:26.

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