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Opus V, Mannheim

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  • Opus V, Mannheim

    Nun also zum zweiten...: Ein Besuch im gerade vor drei Wochen eröffneten Restaurant Opus V. Direkt gegenüber dem Le Corange gelegen, ist es mit einem hohen Anspruch an den Start gegangen. Ein Zitat von Oscar Wilde wurde der Eröffnungs-Festschrift vorangestellt: Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Aussergewöhnliche ihren Wert. Aussergewöhnlich möchte das Opus V also sein. Und in der Tat. Als aussergewöhnlich empfand ich schon die äußerst freundliche Dame am Telefon bei der Reservierung, die mich dann am Abend auch im Restaurant willkommen hieß. Eine solche unaufgesetzte Freundlichkeit habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Und selbst wenn es "nur" professionell war, war es sehr gut gemacht. Ein ähnliches hohes Niveau hielt der gesamte Service des Opus V, dies ist ohne Zweifel ein großes Plus. Tristan Brandt, der Küchenchef, stellt quasi die Harald-Wohlfahrt-Enkelgeneration dar: nach der Schwarzwaldstube war er zwei Jahre Sous-Chef bei Christian Bau, danach auf der MS Europa gemeinsam mit Dieter Müller. Man will eine anspruchsvolle Gourmetküche verwirklichen: zeitgemäß, ohne Schnickschnack, mit asiatischen Einflüssen auf französischer Basis. Und ich darf sagen, dass dies bereits sehr gut gelingt. Auf der Speisekarte finden sich neben Appetizern und Amuse bouche sieben Gänge, die beliebig kombiniert werden können: vom kompletten 7-Gang Menü zu 120€ bis zu zwei Gängen. Dabei werden jeweils nur das Hauptprodukt und die wesentlichen Begleiter genannt. Das Ganze kann von einer vom Sommelier sehr kundig zusammengestellten Wein- oder Saftreise(!) begleitet werden, wobei durchweg sehr gute Gewächse zum Ausschank kommen. Daneben gibt es natürlich eine wohl sortierte Weinkarte. Viel Wert wird auf Zusammenarbeit mit regionalen Partnern und Erzeugern gelegt. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass hier über Mannheim in naher Zukunft ein neuer Stern aufgehen könnte.
    Das Opus V versteht sich als Bühne. Das schließt ähnlich wie im Le Corange ein, dass die Küche einsehbar ist, was aber leider zur Folge hat, falls die Türen nicht geschlossen bleiben, dass sich auch hier die Küchengerüche im Restaurant verbreiten, zwar nicht so unangenehm aufdringlich wie gegenüber, aber trotzdem trübt dies den Aufenthalt. Auch hier blieben die bleibenden Erinnerungen in der Bekleidung... Allerdings macht hier das Essen und der Service so viel Spaß, dass ich im Falle des Opus V diesen Nachteil in Kauf nehmen würde und deswegen nicht auf weitere Besuche verzichten möchte. Doch kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass dieses Problem nicht in den Griff zu bekommen ist!

  • #2
    Opus V, Mannheim

    Das Restaurant Opus V liegt im umgebauten 6.Stock des Kaufhauses Engelhorn in Mannheim. Wenn man aus dem Fahrstuhl rausgeht, geht es rechts ins Le Corange und links ins Opus V. Wir sind von Eingangsbereich angenehm überrascht, noch mehr, wenn wir durch eine Riesenholztür ins Restaurant Innere geführt werden. Das Ambiente ist stillvoll elegant und großstädtisch anmutend.

    Man führt uns an unseren Tisch und wie sind uns prompt bewusst, dass wir uns doch in Mannheim, und nicht in Hong Kong oder London befinden. In der Mitte des Raums, gegenüber der offenen Küche sind runde Tische für 3 oder mehr Personen platziert. Die kleinen Tische für 2 Personen stehen an den beiden Enden des Raums, und mit einer Geschirranrichte von dem Rest des Raums abgetrennt, so dass ein Eindruck entsteht, vom Geschehen irgendwie in der Ecke geschoben zu sein. Schlimmer noch, befinden sich in einer Reihe 4 Doppeltische mit dem Abstand dazwischen von maximal 20 cm (Paris lässt grüßen), so dass, wäre das Restaurant bis zum letzten Platz ausgebucht, keinerlei private Gespräche möglich wären, es sei denn, man möchte die anderen Gäste daran beteiligen.

    Wir fragen, ob wir einen anderen Tisch bekommen können, nein können wir nicht, so bleiben wir in unserer Ecke sitzen und hoffen insgeheim, dass Nachbarstisch frei bleibt, was zum Glück auch geschieht.

    Nun zum Essen. Es gibt 7-Gänge Menü für ambitionierte 120€, welches auf bis zu nur 3 Gänge reduziert werden kann. Dazu wird eine Wein- oder Saftbegleitung angeboten. Wir entscheiden uns für das Menü komplett, dazu gibt es vorweg ein Glas Champagner und danach eine Flasche 2010 Weißburgunder GG von Salwey.

    Kaum haben wir Aperitif bestellt geht es schon los. Als Einstimmung bekommen wir

    Makrele / Bete / Peterslilie
    und
    Rind / Ei

    Die beiden Einstimmungen sind sehr klassisch, schön im Geschmack und zeigen, dass die Küche Ambitionen hat.
    Danach kommt das Brot, zuerst eine Scheibe geröstetes Foccacia, danach ein Körbchen mit frischgebackenem Brot. Dazu gibt es Olivenöl, Butter, Salz und Pfeffer.
    Prompt wird auch die Vorspeise serviert. Es ist

    Vitello Tonnato, Thunfisch als Tataki, dazu Kalbsscheiben, geröstete Kapern, Mayonnaise und Oliveneis.
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    Es war schön angerichtet und konnte geschmacklich auch überzeugen, wenn nicht das zu süße Oliveneis die Balance zerstört hat.

    Die ersten 2 Amuses und Vorspeise wurden uns ziemlich schnell serviert, auf den nächsten Gang mussten wir gute 25 Minuten warten, ebenso darauf, dass uns der Wein nachgeschenkt wird. Erst auf Nachfrage bekamen wir die Weingläser nachgefüllt. Die Bedienung wirkte etwas unsicher bei dem benennen der Speisen und man merkte, dass das Team noch nicht so eingespielt und teilweise überfordert ist. Das Restaurant wurde gegen 20:30 Uhr gut gefüllt, zu diesem Zeitpunkt nahmen wir einen starken Küchengeruch war, der störend wirkte, so haben wir uns sogar ein bisschen gefreut, dass wir nicht einen anderen Tisch bekommen haben.

    Nun weiter geht es mit

    Hummer / Ponzu / Mais in Texturen.
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    Wir hatten vor einer Woche das Vergnügen bei einem geschätzten Forumskollegen und Freund einen ähnlichen Gang zu Essen. Er servierte uns Hummer mit Maisvariation und Auszug von Tom Kha Gai, ein ausgezeichneter Gang, der eine überraschende und gut durchdachte Aromen Komposition bot.
    Ich hoffe, Herr Brandt nimmt mir es nicht allzu übel. Aber bei seinem Hummer-Gang habe ich mir mehr Feinheit gewünscht, Ponzu und die Zitrussoße waren einfach zu „laut“ und unterdruckten den armen Hummer. Die Maisvariation wirkte etwas langweilig und uninspiriert.

    Danach kamen zwei Höhepunkte:

    Landei / Kartoffel / Aal

    So ein Gang haben viele von uns bestimmt in einer oder anderen Variante bereits gegessen. Es klingt sehr einfach, man kann aber auch viel falsch machen. Hier waren die Texturen, Aromen und Garstufen perfekt zu einem vollmundigen Erlebnis vereint.

    Kabeljau / Dim Sum / Pakchoi / Pekingente

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    Auch dieser Gang überzeugte. Es war sehr stimmig optisch, geschmacklich und in der Auswahl der einzelnen Komponenten.

    Reh / Rouennaise / Sellerie

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    Sehr überzeugender Fleischgang, der vielleicht keine Überraschung bot, war jedoch geschmacklich einwandfrei. Wir haben das Reh sehr genossen.

    Käsekuchen / Brioche / Weiße Schokolade
    Apfel / Karamell / Vanille
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    Zu meiner eigenen Überraschung fand ich die beiden Desserts sehr schön. Ich bin grundsätzlich kein Nachtisch-Fan und würde eine schöne Käseplatte stets bevorzugen. Diese zwei Desserts mundeten mir aber ausgezeichnet. Erstens, waren die Portionen nicht groß, und zweitens, nichts war übersüßt, Apfel war noch wunderbar apfelig und fest.

    Als Abschluss gab es noch schöne selbstgemachte Pralinen.

    Sehr stillvoll und durchdacht fanden wir Geschirr und Besteck, man konnte sehen, dass einige Teller eigens für bestimmte Gerichte kreiert wurden.

    Unser Fazit: wir haben den Abend sehr genossen und freuen uns über die neue gute Adresse in Mannheim. Ein paar Schönheitsfehler sind noch zu beheben, die Küche ist aber sehr ambitioniert und möchte offensichtlich in Gourmet-Liga aufsteigen. Da wir erst vor kurzem im Urgestein waren, kamen natürlich ein paar Vergleiche. Herr Peifer vom Urgestein hat es geschafft sein eigener Stil zu finden, welcher man gut bei jeden Gericht erkennen kann.

    Im Opus V hat mir ein bisschen die Persönlichkeit gefehlt. Ich konnte nicht erkennen, wohin Herr Brandt mit seinem Team eigentlich möchte. Aber das Restaurant steckt noch in der Kinderschuhen und was nicht ist, kann ja noch werden. Wir werden gerne wieder kommen.

    PS: Sorry für die Bilder, ich bin es nicht gewohnt, im Restaurant Fotos zu machen.

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    • #3
      Besten Dank für den Bericht und die ausgewogene Darstellung des Abends mit allen Höhen und den kleinen Schwächen! Und schön, dass sich Mannheim auch abseits von Amador kulinarisch weiterentwickelt... Ist das le Corange auch im selben Haus?

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      • #4
        Ja, Le Corange ist auch noch da, war sehr gut besucht gestern.
        LG
        wi

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        • #5
          Zitat von wi090365 Beitrag anzeigen
          Wir hatten vor einer Woche das Vergnügen bei einem geschätzten Forumskollegen und Freund einen ähnlichen Gang zu Essen.
          Wäre da nicht auch ein Bericht fällig? Für diesen, liebe Wi, schon mal besten Dank!

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          • #6
            Auch das Gusto-Team war vor Ort und berichtet, ganz aktuell, online von den Eindrücken. Kurz: Tristan Brandt ist zweifelsohne ein großes Talent. Stilistisch hält er sich größtenteils an die französische Basis, modern gefasst, und ergänzt sie durch asiatische Produkte und Aromen, für die er nicht zuletzt seit einem Fernost-Aufenthalt ein besonderes Faible hat. Alles hat sehr viel Substanz. Nichts wirkt bloß gewollt, sondern alles sehr gekonnt, hat Tiefgang. Dazu gibt es mit dem exklusivem Interieur aus natürlichen Materialien und dem freien Blick auf die Küche auch noch ein sehr geschmackvolles, stylisches Ambiente. Details und weitere Infos hier...

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            • #7
              Finde die Hinweise auf die Gusto-Berichte eigentlich eine sehr gute Sache; und schätze den Gusto persönlich sehr! Schade einfach, dass Nicht-Gusto-Abonnenten beim Klick auf den Link dann gar nichts vom Text lesen können. Fände es schön, wenn z.B. 2 Tage nach Post via diesen Link der volle Text einsehbar wäre - und das überzeugt sicher auch den einen oder anderen von der Publikation... (persönlich bin ich schon überzeugt / habe schon den Zugang). Just my two cents...

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              • #8
                ... ein berechtigter Hinweis, danke! Wir sehen das ähnlich. In den nächsten Wochen wird es deshalb häufiger frei zugängliche, interessante Leseproben geben. Sämtliche brandneue Kritiken können wir, selbstredend, allerdings nicht veröffentlichen...

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                • #9
                  Zitat von GUSTO PR Beitrag anzeigen
                  ... ein berechtigter Hinweis, danke! Wir sehen das ähnlich. In den nächsten Wochen wird es deshalb häufiger frei zugängliche, interessante Leseproben geben. Sämtliche brandneue Kritiken können wir, selbstredend, allerdings nicht veröffentlichen...
                  Finde ich sehr gut.

                  Evtl. wäre ja auch darüber Nachzudenken, dass Gourmet-Club Mitglieder einen Sondertarif bekommen oder es ein Kombiangebot gibt.


                  Gruß!


                  Gruß!

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                  • #10
                    Zitat von GUSTO PR Beitrag anzeigen
                    Auch das Gusto-Team war vor Ort und berichtet, ganz aktuell, online von den Eindrücken. Kurz: Tristan Brandt ist zweifelsohne ein großes Talent. Stilistisch hält er sich größtenteils an die französische Basis, modern gefasst, und ergänzt sie durch asiatische Produkte und Aromen, für die er nicht zuletzt seit einem Fernost-Aufenthalt ein besonderes Faible hat. Alles hat sehr viel Substanz. Nichts wirkt bloß gewollt, sondern alles sehr gekonnt, hat Tiefgang. Dazu gibt es mit dem exklusivem Interieur aus natürlichen Materialien und dem freien Blick auf die Küche auch noch ein sehr geschmackvolles, stylisches Ambiente. Details und weitere Infos hier...
                    Kurzfristig hatten wir, nachdem mein Frau das Wichtigste im Hause erledigt hatte, gegen 13.30 noch für einen Besuch entschieden. Anstelle des Business Menues nahmen wir ein 3 Gang Menu aus der Karte zu EUR 60,--. Wir waren positiv überrascht von der Einrichtung und der grosszügigen Terrasse. Dem obigen kurzen Bericht ist nichts hinzuzufügen.

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                    • #11
                      Wir waren auch vor kurzem zusammen mit den Bekannten im Opus V zum Lunch, ein paar Eindrucke möchte ich weitergeben.

                      Wir waren von den Veränderungen im Restaurant angenehm überrascht, war doch die ungemütliche Tischplatzierung einer unseren Kritikpunkte. Und siehe da, die kleine eckige Tische sind weg, nur die große runde Tische sind geblieben und etwas großzügiger im Raum platziert, so dass das Licht und Raum mehr Platz haben und der Blick auf wunderschöne Terrasse und die Stadt offen bleibt.

                      Ebenso gesteigert fanden wir die Serviceleistung. Die Service-Mitarbeiter agieren souverän, freundlich und ganz offensichtlich haben sie Spaß bei der Arbeit.

                      Herr Brandt hat uns auch überzeugt, es zeigt sich eine Gesamtlinie, die wir beim ersten Mal teilweise vermisst haben.

                      Als Amuse hatten wir zuerst Büsümer Krabben mit Shisogelee, Rettich Spaghetti, Kimzu und Shizokresse auf Krabbenbrot.
                      Danach kam Caesar Salad, der aus Kopfsalatcreme mit Kapernsud, Brotchips, Wachtelbrust und pochiertem Wachtel Ei, sowie Parmesan bestand.
                      Beides sehr schmackhaft und interessant.

                      Wir wählten 6-Gang-Menü:

                      Jakobsmuschel – Rhabarber - Mascarpone. Fand ich fast perfekt. Jakobsmuschel war roh als Carpaccio, Rhabarber wurde als Gel, Sorbet (fand ich etwas zu süß zu der Muschel) Sticks und Chips präsentiert, Mascarpone als Creme und gefriergetrocknete Perlen.

                      Zweiter Gang: für mich Kalbsbrie – Mandel – Brokkoli.

                      Für den Herrn Paella in Texturen. Dieser Gang hat meinen Mann absolut begeistert, so dass ich nur eine kleine Kostprobe herausgegeben bekam. Der Gang wurde in 2 Teilen serviert. Zuerst kalt, bestehend aus Reiscreme, Erbsen, Erbsencreme, Kaninchenroulade und Sepia Ringe.
                      Im Töpfchen drunter war das warme Teil. Diese bestand aus Paella Reis im Sud, Hummerstückchen, Muscheln, Sot l’y Laisse mit Safran-Reis-Schaum.
                      Das muss ein absolut genialer Gang gewesen sein, mein Mann spricht heute noch davon, und unsere Freunde waren auch sehr angetan.

                      Hummer – Spargel – Erbsen. Der Hummergang war für mich wieder irgendwie enttäuschend. Ich fand, es fehlte einen Akzent, es war alles viel zu dezent, so dass die einzelnen Komponenten als einerlei schmeckten. Es war aber auch der einzige etwas schwächeren Gang.

                      Dafür kam als nächstes wieder ein Höhepunkt:

                      Steinbutt – Artischocke – Parmesan. Perfekt gegartes Steinbutt, sehr stimmig dazu die Artischocken samt Artischockensud, dazu würziger Wildkräutersalat und Parmesanchip.

                      Als Fleischgang hatten wir
                      Maibock – Steckrübe – Kirsche. Vorweg kam ein kleiner Steckrübensalat mit Kirschsorbet und Rehwürfel.
                      Dann kam der Maibock auf Rübenpüree, das Ganze war mit Kirschgel garniert und mit dem Reh Sauce aufgegossen.

                      Herr Brand verwendet gerne diverse Saucen und Suds, die allesamt sehr intensiv und aromatisch waren.

                      Dessert für mich:

                      Sommergarten. Ein leichtes Dessert mit diversen Beeren und Fruchtgels, sowie Limetten-Joghurtsorbet.

                      Der Herr hatte Waldmeister – Erdbeere – Zitrone. Etwas komplexe konstruierter Dessert, der von Zitrone und Waldmeistersud dominiert wurde.

                      Unser Fazit: die kulinarische Szene in Mannheim entwickelt sich rasant und wird immer spannender. Herr Brandt hat uns beim zweiten Besuch absolut überzeugt. Wir freuen uns darauf, weitere Entwicklung in Mannheim zu beobachten und zu schmecken.

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                      • #12
                        Vielen Dank auch für diesen Bericht, schön, dass ihr die Entwicklung so fest im Auge habt. Das sind alles wirklich tolle Berichte, die in den vergangenen zwei, drei Tagen hier im Forum zu lesen waren. Differenziert, aktuell - ich bin begeistert.

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                        • #13
                          Zitat von wi090365 Beitrag anzeigen
                          Unser Fazit: die kulinarische Szene in Mannheim entwickelt sich rasant und wird immer spannender. Herr Brandt hat uns beim zweiten Besuch absolut überzeugt. Wir freuen uns darauf, weitere Entwicklung in Mannheim zu beobachten und zu schmecken.
                          Diese Woche zum Lunch eingekehrt. Einzige Gäste, trotzdem vorzügliche nette und freundliche Bedienung.

                          Wir hatten nur den kleinen Hunger, als Business Lunch zu 39 EUR, d.h. 2 Gänge zzgl. Wasser, Kaffee oder Tee und 1 Glas Wein.

                          Wir wählten:

                          BÄRENKREBS · MAIS · PONZU bzw. KABELJAU· ERBSE · WASSERMELONE

                          sowie

                          KALB · KAROTTE · PFIFFERLINGE

                          Der Bärenkrebs von perfekter Konsistenz dazu der süssliche Mais in verschiedenen Variationen und die "säuerliche" Ponzuvariationen, die sich ideal ergänzten. Der Kabeljau an verschiedenen Erbsenkomponenten und geflammten Wassermelonenstücken und wurde aufgegossen durch eine Brühe. Eindeutiger Favorit für mich allerdings der Krebs.

                          Die Variationen vom Kalb waren ein Tartar, das vorweg serviert wurde sowie 1 Kalbsbäckchen und eine Scheibe Kalbsfilet auf verschiedenen Karottenversionen und kleinen Pfifferlingen. Übergossen wurde das Bäckchen mit einer intensiven Kalbsjus, die für sich genommen schon ein Gedicht war.

                          Danach waren wir rundum gesättigt und haben zufrieden festgestellt, hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis des Lunchangebotes für eine sternewürdige Küche.

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                          • #14
                            Mann oh Mann, Monnema, was für eine Überraschung! Mannheim beginnt sich zur Gourmet-Hauptstadt zu entwickeln. Im Opus V kocht Tristan Brandt jetzt im 6. Stock von engelhorn Mode gross auf - wir waren beeindruckt! Der Bericht mit allen Bildern am Blog: http://kuechenreise.com/2014/09/07/r...-v-mannheim-d/


                            Der Kurzbericht zu unserem Dinner:

                            Abends wird im Opus V ein Menü von 3 bis 9 Gängen angeboten, dazu auch eine Wein- oder Saftbegleitung. Wir haben uns für die grosse Menüfolge entschieden.

                            Mit zwei Grüssen zum Thema Tomate und Rucola startete das Menü, die Aromen der Hauptdarsteller jeweils intensiv und klar. Danach folgt als Amuse Bouche lebendig abgeschmeckter Quinoa mit Avocadocreme und in Oliven gewälzten Ziegenkäse.

                            Ein starker und harmonischer Start des Menüs ist dann Hamachi mit grünem Apfel und Joghurt. Darauf folgt Gurke - zunächst als Eis mit Tapiokaperlen, dann als eine Art Gurkensalat mit Buttermilch und Limette - (mit Ausnahme der Tapiokaperlen, die mögen wir so gar nicht) vorzüglich!

                            Grosse Küche ist dann der nächste Gang: Angebratene und karamellisierte Sot l’y Laisse-Stücke werden mit gerösteter, leicht süsslicher Aubergine, Sesamcreme sowie als spannender, asiatisch inspirierter Kontrast einer Miso-Creme kombiniert.

                            Der nächste Gang ist Bärenkrebs mit Mais in verschiedenen Zubereitungsarten und - wiederum ein asiatisch inspirierter Kontrast - mit Ponzu. Darauf folgt Kabeljau mit Erbse und angegrillter Wassermelone, ein sommerlich-erfrischender Gang.

                            Als Hauptgang geniessen wir dann Kalb (rosa Filet und intensiv-zartes Schmorbäckchen) mit Karotte und Pfifferlingen, ansprechend, doch (die Karotten wirken etwas eindimensional-süsslich auf uns) nicht ganz so wow wie mancher Gang zuvor.

                            Nach dem Käse von Affineur Waltmann geht es zum Dessert. Zunächst werden unterschiedliche Geschmacksrichtungen in Vitamin C (Zitrone, Grapefruit), Shiso und Rettich kombiniert - spannend! Klassischer angelegt, doch gleichfalls vorzüglich ist das zweite Dessert mit Pfirsich, Schokolade und Pistazie.


                            Unser Resümee:

                            Die Gerichte der Küche mit Chef Tristan Brandt fokussieren meist auf eine Hauptkomponente (etwa Tomate oder Gurke) und wenige Begleiter. Diese werden geschmacksintensiv präsentiert. Durch unterschiedliche Zubereitungsarten einer Komponente am Teller, unterschiedliche Texturen und Temperaturen ergibt sich ein spannendes und abwechslungsreiches Geschmacksbild.

                            Die Küche ist kreativ, die technische Umsetzung ist perfekt. Dabei wird vor aufwändigen Variationen, auch unter Einsatz moderner Küchentechnik, nicht zurückgeschreckt. Die Resultate wirken absolut schlüssig und keinesfalls bemüht oder nur als „Technik-Präsentation“.

                            Tristan Brandt beherrscht auch die Kunst, durch „Strukturbrüche“ oder unerwartete Zutaten (etwa aus dem asiatischen Raum) spannungsgeladene Teller zu kreieren. Dies setzt sich auch bei den Desserts von Patissier Kay Baumgardt fort.

                            Wir sind gespannt auf die Bewertung des Guide Michelin im November und überzeugt, dass Mannheim um ein Sterne-Restaurant reicher wird.

                            Die Weinbegleitung von Restaurantleiter und Sommelier Marko Frommberger war spannend und gut zu den Gerichten harmonierend. Seine ruhige, kompetente Art und die interessanten Informationen zu den Weinen haben uns sehr gefallen. Wie uns auch der Service von Larissa Neumann und Kolleginnen mit unkomplizierter, sympathischer Art sowie viel Fachwissen und Begeisterung über die Küche des Hauses sehr eingenommen haben!


                            Unser Menü:

                            - Aperitif
                            - Kulinarische Einstimmung: Parmesan - Tomate - Rucola
                            - Amuse Bouche: Avocado - Quinoa - Ziegenkäse
                            - Hamachi - Grüner Apfel - Joghurt
                            - Gartengurke - Buttermilch - Limette
                            - Aubergine - Sot l’y Laisse - Sesam
                            - Bärenkrebs - Mais - Ponzu
                            - Kabeljau - Erbse - Wassermelone
                            - Kalb - Karotte - Pfifferlinge
                            - Käse von Affineur Waltmann
                            - Vitamin C - Shiso - Rettich
                            - Pfirsich - Schokolade - Pistazie
                            - Petit Fours

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                            • #15
                              [QUOTE=kuechenreise;24166]Unser Resümee:


                              Die Küche ist kreativ, die technische Umsetzung ist perfekt. Dabei wird vor aufwändigen Variationen, auch unter Einsatz moderner Küchentechnik, nicht zurückgeschreckt. Die Resultate wirken absolut schlüssig und keinesfalls bemüht oder nur als „Technik-Präsentation“


                              /QUOTE]

                              Dazu die Bemerkung eines sicherlich fundierten Testers aus dem neuen Feinschmecker 2014:

                              "Le Corange" Während sich nebenan das neue Opus V an der kulinarischen Moderne versucht, setzt das Schwesterrestaurant weiter auf eine betont klassische Linie

                              Wie wir ja wissen, ist das Opus nicht aufgeführt und daher können wohl unsere gemeinsamen Eindrücke nur bedeuten: Wir waren wohl im falschen Restaurant oder anderstherum, der Tester hat wohl nur den Eingang gesehen und ist bei dem Versuch, die Köstlichkeiten zu geniessen, irgendwie verhindert gewesen.

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