Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Ammolite - The Lighthouse Restaurant ** Rust (D)

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Ammolite - The Lighthouse Restaurant ** Rust (D)

    Der Leuchtturm weist uns den Weg zu den zwei Michelin-Sternen am Firmament! An der wohl ungewöhnlichsten Location für ein Sternerestaurant, Als Teil des Vergnügungsparkes Rust, neben dem „Bell Rock“ Hotel im Stile Neuenglands im 17. Jahrhundert. Der Bericht mit allen Bildern am Blog: http://kuechenreise.com/2015/09/29/l...molite-rust-d/


    Der Kurzbericht zu unserem Dinner:

    Eigen und doch sehr gemütlich ist das Ambiente im Ammolite. Bunt gemischt das Publikum - in Gourmetsachen angereiste und Vergnügungsparkbesucher, Paare wie Familien mit Kindern oder auch junge, mit einem Gutschein ausgestattete Pärchen, welche vielleicht zum ersten Mal ein Sternerestaurant besuchen und sich sehr wohlzufühlen zu scheinen.

    Wir ordern das angebotene Menü und sind gespannt, was da so kommen mag! Und schon bei den Grüssen aus der Küche des Menüs gefällt uns etwa das Spargeltatar mit Ei, Tomate und Spargelsud - eine klassische Spargel-Geschmackskombination, modern und leicht interpretiert.

    Zum Einstieg des Menü dann (wie selten heutzutage in Sternerestaurants, eigentlich schade, der Lachs ist nicht nur das "Schwein des Meeres" und auch Schweine gibt's vorzügliche) Wildlachs mit bunter Beete, Meerrettich und Apfel - erneut klassische Geschmacksbilder geschickt modern interpretiert. Ebenfalls sehr gefällig die darauf folgende Langoustine mit Ibericoschweinebauch und Bohnen.

    Beim Seeteufel - als Filet und Bauchlappen - mit Aubergine und beim Lamm mit Paprika, Graupenrisotto und Ziegenkäse setzt die Küche klassich aufgebaute Gerichte perfekt um und bereitet dem Esser einfach kulinarisches Vergnügen.

    Die Crème brûlée vom Epoisses ist dann - wie soll man das am besten beschreiben - einfach richtig gut, und nach einem schönen Pre-Dessert schliessen wir mit einem leckeren Dessert zum Thema Karotte, Mango und Joghurt.


    Unser Resümee:

    Ein Restaurant beim Vergnügungspark, und noch dazu in einem Leuchtturm - schnell ist man da versucht, einen weiten Bogen um eine solche Locaton zu machen.

    Mittlerweile zwei Michelin-Sterne und auch das Lob des wohl in der Nähe wohnenden "Alt-Meisters" Wolfram Siebeck auf Blog und in Medien haben uns veranlasst, den (wohlverdienten) Umweg zum Restaurant in Angriff zu nehmen. Und ja, alles ist anders als man denkt.

    Die Küche unter der Leitung von Peter Hagen basiert auf gekonnten klassischen Tugenden, ist jedoch modern und ansprechend umgesetzt. Gute Produkte, klare Aromen und präzise Umsetzung bei der Zubereitung der Speisen haben uns am Teller viel Spass gemacht!

    Die Atmosphäre des Restaurants wie auch der Umgebung ist eigen, doch letztlich gemütlich. Der Gästemix ist erfreulich bunt! Und der Service ist freundlich und kompetent - nicht nur bei Speisen und Wein im Haus, sondern auch bei Tipps und Empfehlungen für die weitere Reise.


    Unser Menü:

    - Grüsse aus der Küche
    - Schottischer Wildlachs, bunte Bete, Meerrettich, Apfel
    - Langoustine, Bohnen, Iberico Schwein, schwarzer Knoblauch
    - Seeteufel, Artischocke, Tomate, Aubergine
    - Lamm, Paprika, Ziegenkäse, Graupenrisotto
    - Crème brûlée vom Epoisses
    - Pré Dessert
    - Karotte, Joghurt, Mango
    - Petit Fours

  • #2
    Lieber Küchenreise,

    danke für den Bericht. Sicher eine skurrile Location, aber so lange das Essen stimmt und das war wohl so der Fall bei Ihnen, dann ist es ja gut. Creme Brulee vom Epiosses ist einfach etwas feines! Schade, dass man es so selten findet.

    M

    Kommentar


    • #3
      Das Essen stimmt, und ist mal erst im Restaurant, bekommt man vom rundherum wenig mit...

      Zitat von Matthias85 Beitrag anzeigen
      Creme Brulee vom Epiosses ist einfach etwas feines!
      Oh ja, wirklich wahr!!

      Kommentar


      • #4
        Mancher Gourmet empfindet ja schon die Hügel, die Kaninchen und den grünen Rasen der Wolfsburger Austostadt als künstliche Umgebung für ein Fine Dining Restaurant – was soll man dann erst zu einem Leuchtturm am Fuße des Schwarzwalds sagen? Klar: authentisch ist die Umgebung nicht am Randes EuropaPark in Rust nicht. Das ammolite – the lightinghouse ist in einem Nachbau eines Leuchtturms eingebaut, der zu einem Hotel gehört, der die Atmosphäre der ersten Einwanderer in die USA nachempfinden soll, wenig weiter gibt es ein Hotel mit italienischer Anmutung und auch eines mit skandinavischem Look ist nicht weit entfernt. Ganz klar: im hier geht es in erster Linie um Familienunterhaltung. Und die Zielgruppe der Gourmets mit Achterbahn-Faible dürfte sehr spitz sein. Aber mann muss ja nicht in den Park und kann auch so die Küche von kennenlernen, so wie wir es mit unserem Gourmet-Club im Juli getan haben.

        Das Restaurant besteht seit nun zehn Jahren. Genauso lange wird es von Küchenchef Peter Hagen-Wiest und Restaurantleiter/Sommelier Marcel Gerlach geleitet. Diese Kontinuität sollte – neben den beachtlichen Bewertungen in den Guides – für eine verlässliche, gut entwickelte Qualität sprechen.

        Ich war also gespannt, was mich erwartet, als wir im Juli mit einer leider ungewöhnlich kleinen Gourmetclub-Gruppe zu Gast dort waren.

        Das Menü beginnt mit einer umfassenden Präsentation an kleinen Snacks.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04692.jpg Ansichten: 1 Größe: 160,0 KB ID: 72073Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04695.jpg Ansichten: 1 Größe: 99,6 KB ID: 72074
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04698.jpg Ansichten: 1 Größe: 100,2 KB ID: 72075Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04699.jpg Ansichten: 1 Größe: 98,5 KB ID: 72076Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04702.jpg Ansichten: 1 Größe: 90,6 KB ID: 72077

        Taschenkrebs | Kopfsalat | Herzmuschel | Impérial Kaviar – der gezupfte Taschenkrebs ist Richtung Salzigkeit abgeschmeckt, so dass er keine Süße entwickelt. Der meerig-salzige bekommt durch eine Schicht aus gelierter Krustentieressenz und dem recht salzigen Kaviar zunächst eine tragende Rolle auf dem Hauptteller. Ein wenig wird sie abgepuffert mit frischem Salat und dem mediterranen Geschmack der Muschel. Aber eine wahre Harmonie und Balance entwickelt das Gericht mit dem separat gereichten Krustentiertee, der sehr leicht ist. Das heißt, er ist nicht so stark reduziert, was den Eigengeschmack der Krustentiere dezent auf die Zunge bringt und wiederum die Salzigkeit gut abpuffert. Ein sehr gut ausgeklügelter am Ende harmonischer Auftakt, der mir große Freude macht.
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04707.jpg Ansichten: 1 Größe: 143,6 KB ID: 72078Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-20220708_172722643_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 131,1 KB ID: 72079

        Gänseleber | Kiwi | Joghurt-Crumble – auch dieses Gericht ist bestens balanciert. Die manchmal ja recht harsche Säure der Kiwi ist präsent und kann durch ihre Ausdruckskraft mit nur wenig „Beimischung“ die Schwere der Gänseleber ausgleichen. Der Joghurt unterstützt dies mit feiner Säure. So hat der Gänselebergang zwar etwas Süße, aber keineswegs Dessertcharakter. Einziger kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass die Sauce etwas schwer auf die Gabel zu bekommen und somit nicht so leicht zu dosieren ist.
        2017 La Lune, La Ferme de Sansonnière

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04709.jpg Ansichten: 1 Größe: 154,5 KB ID: 72080Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-20220708_174731604_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 116,2 KB ID: 72081

        Brunnenkresse | Gillardeau Auster | Sot-l'y-laisse – ein ganz ungewöhnlich gestalteter Gang, denn er basiert auf der nicht alltäglichen Kombination von Auster und Huhn. Beides ist in etwa in gleichen Anteilen auf dem Teller. Durch die Salzigkeit hat die Auster aber mehr Ausdruckskraft. Das feine Hüchnchenfleisch harmoinisiert sich sehr gut mit den vegetabilen Aromen. Mir gefällt, wie sich einerseits die Fleischigkeit und anderseits die Iodigkeit der Muschel im Mund abwechseln und somit einen schönen Kontrast bilden und die Brunnenkresse einen feinen Aromenschirm darüber aufspannt. Das ist originell und besten gelungen.
        Cuvée Monsignori Assyrtiko, Argypos Estate, Griechenland

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04715.jpg Ansichten: 1 Größe: 154,4 KB ID: 72082Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-20220708_180154623_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 155,3 KB ID: 72083

        Kaisergranat | Vadouvan | Blumenkohl | Salzzitrone – ist etwas konventioneller als die vorherigen Gänge, aber die auch dieses Gericht ist sehr gut balanciert. Den Kaisergranat begleitet ein schöner, intensiver und sehr gut gewürzter, cremiger Sud. Das wäre zwar gut, aber etwas langweilig, wenn da nicht die Mikroelemente auf dem Tellerrand wären. Diese bringen mal zitrische, mal kohlartige Nuancen in das Gericht.
        2016er Inopia Blanc, Rotem & Mouner Saouma

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04720.jpg Ansichten: 1 Größe: 150,0 KB ID: 72084Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-20220708_181529181_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 115,7 KB ID: 72085

        Steinbutt | Artischocken-Tomatensud | Lauch – wirkt dank der Kombination aus dem Tomatensud der vordergründig kaum wahrnehmbaren Artischocken schön mediterran. Durch den kleinen Teller ist das Gericht sehr kompakt. Die Sauce ist so üppig, dass sie fast wie eine Fischsuppe wirkt, da man mit jedem Bissen Fisch auch reichlich Sauce aufnehmen muss. Aromatisch ist es sehr attraktiv und stimmig, aber nicht außergewöhnlich – aber kompakte Anrichteweise gibt dem Gericht einen besonderen Touch.
        2016er Le Monts Damnés, Gérard Boulay, Sanscerre

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04729.jpg Ansichten: 1 Größe: 139,3 KB ID: 72086Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-20220708_183625403_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 128,6 KB ID: 72087

        Pfifferlinge | Erbsen| Knödel | Rauchnage – hier ist viel Aroma auf dem Teller. Etwas Umami und Erdigkeit von den Pilzen, ein wenig Frische, Rauchnoten, die von den kleinen Knödeln etwas gepuffert wird. Die Sauce ist jedoch so intensiv, dass die verschiedenen Aspekte eher eingeebnet werden. So schmecke ich einen harmonischen, aber nicht außergewöhnlich spannenden Gang.
        2019er Franz Anton, Weingut Keller

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04735.jpg Ansichten: 1 Größe: 150,3 KB ID: 72088Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-20220708_191237823_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 122,6 KB ID: 72089

        Kalbskotelett | Kalbskopf | Trüffel | Spinat | Sellerie – das Kalbsfleisch ist zart und saftig. Der Kalbskopf erhöht die „fleischige“ Wirkung in dem Gericht. Aber die Sauce ist klassisch kräftig – wer das mag, wird sehr zufrieden sein. Mir persönlich ebnet die intensive Sauce zu sehr die einzelne Wahrnehmung der Produkte ein, um hier Spannung aufkommen zu lassen. Das Gericht ist definitiv gut und lecker – nur Adjektive wie interessant und spannend kennezeichnen es nicht.
        2018er Ried Ratschen, Wachter-Wiesler, Burgenland

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-20220708_193759451_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 158,0 KB ID: 72090Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04742.jpg Ansichten: 1 Größe: 126,4 KB ID: 72091

        Zum Predessert habe ich mir keine weiteren Notizen gemacht.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04749.jpg Ansichten: 1 Größe: 136,5 KB ID: 72092

        Erdbeere | Sauerampfer | Weiße Schokolade – die Aromen von Erdbeere, Sauerampfer und Schokolade werden hier eher klassisch gespielt, so dass alles stimmig, harmonisch und lecker, aber auch etwas „unauffällig“ ist.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04754.jpg Ansichten: 1 Größe: 141,8 KB ID: 72093Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-20220708_203834009_iOS.jpg Ansichten: 1 Größe: 134,8 KB ID: 72094

        Peter Hagen-Wiest und sein Team bringen ein Menü auf sehr gutem Zwei-Sterne-Niveau auf die Teller. Die Fisch- und Seafood-Gänge fallen individueller und eigenständiger aus als die beiden Hauptgänge, die wir aus dem omnivoren und dem vegetarischen Menü serviert bekommen. Aber insgesamt kann man es für das gesamte Menü sagen: das klassisch-französische Fundament ist nicht zu verleugnen, aber die Gerichte zeigen auch kreative, moderne und eigenständige Ansätze, die allesamt ausgereift, stimmig und unangestrengt wirken. Das vermittelt mir das angenehm luxuriöse Gefühl, mich zurücklehnen und zu genießen zu können.

        Insgesamt kann ich den Besuch im ammolite empfehlen, auch weil mit Restaurantleiter Marco Gerlach und sein Team agiert versiert und sympathisch am Tisch. Auch die Weinbegleitung ist durchweg stimmig gestaltet.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220708-DSC04759.jpg Ansichten: 1 Größe: 127,5 KB ID: 72095
        Zuletzt geändert von QWERTZ; 27.12.2022, 12:01.

        Kommentar


        • #5
          Soeben ist die Podcast Folge online gegangen, die im Nachgang des Menüs entstanden ist:
          Interviews mit Sterneköchen und Sterneköchinnen

          Kommentar

          Lädt...
          X