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Marly * in Mannheim

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  • Marly * in Mannheim

    Beim archivieren meiner Speisekarte aus dem Bean & Beluga in Dresden bin ich doch tatsächlich noch über die Karte vom Marly und meine Notizen gestolpert. Daher gibt es jetzt etwas verspätet noch einen kleinen Kurzbericht dazu von meinem Besuch aus dem Oktober 2016.

    Das Marly hat seinen einen Michelinstern erst seit 2016. Gregor Ruppenthal kam als Chef de Cuisine eher zurückhaltend aber daher sehr sympatisch rüber (wie auch der gesamte Service) und hat nicht nur teils selbst mit serviert, sondern mir sogar ungefragt einen kleinen Dankessatz in die Speisekarte geschrieben. Örtlich liegt das Marly direkt am Rhein und ist von der Innenausstattung eher unauffällig. Der Gesamteindruck stimmt aber.
    Das war damals erst mein zweiter Besuch in einem Sternerestaurant und ich habe dort ein Mittagsmenü mit 6 Gängen für 63 € gegessen. Zu Küchengrüßen und eventuellen Parlinen hab ich mir leider damals nichts notiert und kann mich mittlerweile leider auch nicht mehr dran erinnern. Daher hier also nur eine kurze Beschreibung des eigentlichen Menüs.

    Crudo vom sizilianischen Schwertfisch mit Avocado und Passionsfrucht war schon mal ein guter Einstand. Der Schwertfisch hatte eine gute Konsistenz und war intensiv gewürzt. Die Passionsfrucht hat das aber gut neutralisiert, sodass das ein interessantes Gericht war.
    Kürbisravioli mit Entenjus hat mir damals am besten geschmeckt. War ansich nicht so spektakulär, aber das Zusammenspiel der Kürbisravioli mit der Entenleber war klasse.
    Geschmorte Bäckchen vom ibaiama-Schwein mit Cous-Cous war der erste Hauptgang. Leider fand ich den ziemlich unspannend und auch die Fleischkonsistenz und die Soße konnte mich nicht so richtig überzeugen. Sicher war das ein homogenes Gesamtbild, aber ich habe halt gerne ein auflockerndes Element mit auf dem Teller und das gab es hier leider nicht.
    Hauptgang Nr. 2 war dann noch "einfacher" mit gebratenem Heilbutt, Bete, Bamberger Hörnchen in einer Senfsoße. Allerdings fand ich diesen dann schon wieder deutlich besser, da das fast schon an gut-bürgerliche Küche erinnerte: Ein tiefer Teller mit einem vergleichsweise großen Stück Fisch, mehreren kleinen Kartoffeln und das alles in einer absolut großartigen Senfsoße. In welchem Sternerestaurant gibt es sowas schon? War eine gelungen Überraschung, auch wenn der Gang dadurch nicht so richtig ins Menü gepasst hat.
    Der darauffolgende Käsegang litt dann leider darunter, dass es keinen Dip oder Ähnliches gab und daher alles sehr trocken war.
    Deutlich besser war dann wieder das Dessert bestehend aus gebratenem Pfirsich mit Aprikosensorbet. Auch hier keine außergewöhnlichen kreativen Aromen, aber ich mag gebratenes Obst und in Verbindung mit dem Aprikosensorbet war das ein echt guter Abschluss.

    Fazit: War das Essen durchgängig auf Sterneniveau? Meiner Ansicht nach nicht! Haben sich die 63 € für ein Mittagsmenü dennoch gelohnt? Na auf jeden Fall! Gerade die beiden Vorspeisen und auch das Dessert fand ich sehr lecker und haben definitiv Potential. Den Käse und die beiden Hauptgerichte fand ich dann schon klar schwächer, was aber vielleicht auch am Mittagsmenü lag.
    Zusammenfassend würde ich das Mittagsmenü für so einen guten Preis dennoch empfehlen. Man muss sich halt nur darüber im Klaren sein, dass man zwar ein sehr solides und handwerklich gut gemachtes Essen bekommt, allerdings keine kreativen Höchstleistungen mit neuen Aromenkombinationen erwarten darf.
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