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Adler, Rosenberg

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  • Adler, Rosenberg

    Nachdem es im neuen Forum keinen Thread über den Adler gibt, hier ein paar aktuelle Infos.

    Viel ist schon diskutiert worden über Ambiente (ungewöhlich farbig, eben mal was ganz anderes) und Service (ganz locker und doch immer aufmerksam und schwäbisch nett), darum nur ein paar Anmerkungen zum Essen. Was ja auch das wichtigste ist.

    Für mich ist es immer wieder eine Freude und eine geschmackliche Offenbarung wie es Herrn Bauer gelingt, aus scheinbar einfachem, oft Regionalem, jedem Geschmacksnerv zu aktivieren. Ja oft genug zu verzücken!

    Ganz regional die beiden Amuse Gueule, geschmelzter Leberknödel (da könnte man auch eine ganz Suppenschüssel davon verspeisen) und kühler, würziger Frischkäse mit warmer Griessoße (schmeckte weit besser als es klingt).

    Ein Aromenfeuerwerk das Tatare mit großem Matjes und Roter Beete in 2 Texturen. Das würzig angemachte Tatare (etwas Sardelle?) konnte man nach Lust und Laune mit Matjes und Roter Beete kombinieren und es ergaben sich jedesmal neue Geschmackserlebnisse.

    Meisterhaft der Kalbskopf mit Octopuscarpaccio. Kann Kalbskopf besser sein?

    Flädle, Lachs, Spargel, Schnittlauchsoße. Gibts bestimmt in vielen Gasthöfen im Ländle derzeit. Aber nirgends so wie hier. Perfekte Grundprodukte, perfekte Garzeiten, perfektes Abschmecken. Perfekt lecker.

    Lammkarree aus der Region, perfekt gebraten, fantstische Fleischqualität (würziger und nussiger als jedes Salzwiesenlamm).
    Dazu Spätzle mit Bärlauch, Frühlingszwiebel und ein Lammsugo, der an Intensivität nicht zu überbieten ist (Innereien).
    Ein einfaches Gericht, das uns aber wirklich in Verzückung brachte. Einfach nur unheimlich gut.

    Wie immer sehr gut auch das Dessert.
    Limonenflan, Mangoeis (kein Sorbet), Limonencreme, Jasminaufguß.
    Alles seperat gereicht zum Kombinieren nach Lust und Laune. Überzeugend!

    Zum Espresso ein Stück des berühmten Apfelkuchens.

    Einfach wieder ein wunderbarer Mittag bei den Bauers!

    Fazit:
    Der Adler entzieht sich jeder Bewertung. Ob 1* oder 2**, ob 17P oder 18P wird hier zur Nebenesächlichkeit. Es schmeckt einfach sooooo gut, dass man 1x die Woche hinmöchte!


    Gruß!

  • #2
    Danke für den schönen Bericht, der Lust darauf macht, dort mal Essen zu gehen.

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    • #3
      Danke für den Bericht!

      Vom Adler habe ich schon oft und doch eigentlich nichts gehört...ich würde sehr gerne mal dort essen, wenn ich in der Umgebung bin, nur kann ich auch keine wirklichen Preisinformationen finden.

      Könnten Sie mal grob aufführen in welcher preisklasse sich der Landgasthof abspielt und wie es hier mit Menüs aussieht?
      Würde mich sehr freuen!

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      • #4
        Blättern Sie doch, werter budi, einfach mal in der Rubrik "Altes Forum", da kann man schon einiges über dieses Lokal erfahren.
        Im Übrigen sind die Preise, die unter "Ranglisten" zu finden sind, dort heißt es alc 10 - 30€ und 8-Gang- Menü 85€; das kommt so ungefähr hin.
        Gruß s.

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        • #5
          8-Gang Menü zu 85€?

          Das klint wirklich moderat und da werde ich wohl bei der nächsten Gelegenheit ohne mich groß zu informieren spontan mal vorbeischauen!

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          • #6
            .... spontan ...
            Na dann viel Glück.
            s.

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            • #7
              Unter der Woche sollte auch spontan was gehen.
              Samstagmittag ist auch sehr angenehm.

              Es gibt nur Überraschungsmenüs, allerdings zu sehr akzeptablen Preisen.
              Sehr empfehlenswert ist das Fischmenü, das wir meist mit einem Fleischhauptgang abrunden.

              Die Preise sind für die Qualität sehr in Ordnung.

              Menü sollte man nach Möglichkeit zu zweit essen, weil einige der besten Gerichte nur für 2 Personen erhältlich sind.


              Gruß!

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              • #8
                Dem Beitrag des werten fragolini ist rundum zuzstimmen! Wir gehen alle ein bis zwei Jahre nach Rosenberg, und zwar stets samstags um 12, nehmen jedes Mal das Überraschungsmenü und sind durchweg "over the moon" (wie der Engländer sagt). Danach wird in den stilvoll-schlichten Zimmern im Stockwerk darüber ausgiebig geruht, denn "leider" können wir nie umhin, am selben Abend noch mal in die Gaststube zu gehen und uns trotz der mittäglichen Völlerei erneut – und diesmal ganz gezielt – über die Karte herzumachen.

                Josef Bauer ist ein großer Meister, ursprünglich im Gemüt wie seine Küche, frei von Eitelkeit oder Gehabe. Deshalb kehrt jedwedes Dummbeutel-Neureich-Volk in den "Adler" aus gutem Grund in der Regel gar nicht erst ein. So möge es bleiben!

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                • #9
                  dem ist nichts hinzuzufügen.
                  kg knurrhahn

                  Kommentar


                  • #10
                    Besuch im Adler in Rosenberg. Ein für uns absolutes Essvergnügen. Ich kann fragolini nur beipflichten. Auch preislich nicht überzogen.

                    Bilder wie immer unter

                    http://29alwi.wordpress.com/

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                    • #11
                      In Bälde werden wir, die Gattin und ich, wieder im "Adler" zu Rosenberg weilen. Diesmal nehmen wir noch weitere kulinarisch bewanderte Menschen mit, denen die Glückserfahrung, im "Adler" zu speisen und zu nächtigen, noch fehlt. Ich bin sicher: sie werden Fans. Bericht folgt selbstredend!

                      Übrigens: Gerade wollte ich einen Thread zum Thema "Internetauftritte hochrangiger Häuser" eröffnen und den "Landgasthof Adler" als besonders bitteres Beispiel anführen, da entdeckte ich, dass ein Wunder geschehen sein muss, denn die die Bauers ließen ihre Homepage endlich, endlich überarbeiten. Die Vorgänger-Homepage hingegen war schlichtweg unwürdig! Die aktuelle ist zwar noch weit entfernt von wirklich gelungen, weil immer noch recht bieder und in der Fotoauswahl nicht eben glücklich, zumindest aber ästhetisch stark verbessert. Allein ein Einblick in die Speisekarte wird leider nach wie vor nicht gewährt...
                      Zuletzt geändert von Tobler; 03.10.2010, 11:51.

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                      • #12
                        In den „Landgasthof Adler“ zu Rosenberg einkehren, heißt nach Hause kommen. Bei den Bauers ist gut sein! Vielfach wurden in diesem Forum die Vorzüge der so liebenswürdigen und Gastgeberin Marie-Luise Bauer beschrieben und so manche Hymne auf Josef Bauer, dem so bescheidenen und doch umso größeren Künstler am Herd, habe ich an anderer Stelle auch schon selbst gesungen. (Ein Michelin-Stern und 18 GM-Punkte, beides seit Jahren gehalten, sprechen ja schon für sich.)
                        Nun war es wieder mal so weit: wir traten die Reise nach Rosenberg an um mein erklärtes Lieblingsrestaurant zu besuchen. Diesmal tat ich dies mit meiner Gattin, ihrem Bruder und dessen Frau, die es an die Freuden, die der „Adler“ bereithält“, heranzuführen galt. Und da wir, aus Südbaden angereist, dort auch nächtigten, hatten wir für den Mittag und den Abend einen Tisch reserviert – selbstredend den „kuscheligen“ in der Ecke, rechts von der Theke. Was manche dekadent nennen mögen, nenne ich schlichtweg das reine Vergnügen, und das wurde es dann auch. Hier nun der bereits angekündigte (wenn auch nicht eben kurze) Bericht:

                        Nachdem Frau Bauer uns vergeblich versucht hatte, dazu zu überreden, am Mittag à la carte zu speisen und erst am Abend das Menü zu wählen (denn da sei das Haus voll), entschieden sich der Schwager und ich für sechs und die Damen sich für fünf Gänge im von mir schon traditionell angepeilten Überraschungsmenü. An anderer Stelle wurde diese Erfindung bereits diskutiert und kritisch angemerkt, dass manche Köche damit nur ihre Kühlräume leeren wollten. Auf Josef Bauer trifft das sicherlich nicht zu: seine Komposition enthält nur das Feinste, was seine Küche aufzubieten hat.

                        Hier die Genüsse im Einzelnen:

                        Der erste „Gruß aus der Küche“ hieß, wie immer schnörkellos formuliert,

                        Zwiebel-Käse-Törtchen, Neuer Wein

                        Schade: dies war zwar ein gewitzter Beginn, geschmacklich für eine Einstimmung jedoch viel zu intensiv und insofern im Grunde verzichtbar. Außerdem hatten wir noch den Aperitif

                        Champagner mit Zwetschge

                        im Glas. Schon deutlich stimmiger in der Dramaturgie dann der „Gruß aus der Küche“ Nr. 2:

                        Landei, Speck, Tafelspitzbrühe


                        Ein Gang mit Wiedererkennungswert (unvergessen an Ostern 2007: „Landei, Spinat“) und einer Dezenz, die als Auftakt viel angemessener erschien. Etwas befremdlich war nur das rasante Tempo, in dem er uns serviert wurde, denn ich hatte das erste Amuse bouche noch nicht aufgegessen, als dieses zweite schon angereicht wurde. Nun ja.

                        Gänge, an die man sich noch in Jahren wird erinnern, ja, die man noch lange Zeit beinahe wird „nachschmecken“ können, nehme ich immer wieder aus dem „Adler“ mit. Gang 1 dieses Überraschungsmenüs zählt fürderhin auch dazu:

                        Gebratene Entenstopfleber, Maiscreme, Korinthen, Trüffelsauce


                        Man hätte zu gerne die gute Kinderstube vergessen und die Vertiefung des große Glastellers, in der sich diese ausgesprochene Köstlichkeit befand, einfach ausschlecken mögen. Wann immer Josef Bauer Cremiges in seinen Kreationen unterbringt, erwachen kulinarisch konnotierte Kindheitsgefühle, denn dergleichen sind Glücklichmacher par excellence (wie auch der GM-Kritiker in seiner aktuellen Rezension zu bestätigen weiß)!

                        Während die Damen sich an ihrem dazu gereichten Sauternes gütlich taten, ließen wir Herren uns

                        Glacierte Perlhuhnbrust, Rosenkohl-Spätzlesalat


                        servieren. Wir genossen still und beseelt und ich sah mich einmal mehr in meiner Überzeugung bestätigt, dass man Josef Bauer in Sachen Verwandlung vermeintlich einfacher regionaler Gerichte in Sterneküche nichts vormachen kann.

                        Perfekt gebraten und subtil gewürzt durften wir im Anschluss

                        Seesaibling, Sprossenspinat

                        goutieren. Der dazu gereichte

                        Riesling 2007 von Rudolf Fürst in Bürgstadt


                        bildete eine schöne Ergänzung.

                        Wunderbarerweise wurde uns schließlich ein

                        Sauvignon Blanc 2009 von Hans-Peter Wöhrwag in Stuttgart-Untertürkheim


                        kredenzt, dessen exotische und ungemein gewinnende, also keineswegs zu aufdringliche Note die Spannung auf den dazugehörigen Gang nur erhöhte:

                        Kürbiscreme, gegrillte Jakobsmuschel


                        Dieses Gericht war vielleicht nicht das innovativste des Menüs, doch die Kombination der Speise mit diesem köstlichen Tropfen war ein Erlebnis für sich.

                        Die aromatische Subtilität und zugleich die ästhetische Klarheit des Hauptgangs (obschon ich noch immer der unglaublichen Entenstopfleber nachhing) namens

                        Entenbrust, Kohlrabi, Kartoffel-Trüffelpürree

                        wurde vom „Weltmeister“ in Sachen Spätburgunder aufs Vortrefflichste begleitet, einem

                        Spätburgunder 2007 von Bernhard Huber in Malterdingen

                        Es war dies ja noch nicht einmal der „Malterdinger Bienenberg“, und dennoch kamen wir in unserer Begeisterung nicht umhin, von diesem buttrig-erotisch anmutenden Hochgenuss noch eine weitere Flasche zu ordern und sie, bar jeder Konvention, zum Dessert zu süffeln, das da

                        Zwetschgensuppe, Haselnussauflauf, Rotweineis

                        hieß, ausgesprochen köstlich war (zumal die Simplizität seines Namens in keinem Verhältnis zu dem stand, was den Gaumen so überaus entzückte) und uns keineswegs unpassend erschien.

                        Wie immer wurden wir von Frau Bauer sowie von Frau Brenner, dem „Urgestein“ des Hauses, und einer weiteren Servicekraft (deren Namen mir leider nicht präsent ist) liebevoll und zumeist sehr umsichtig versorgt.

                        Am Abend, vom Mittag weitgehend erholt, dann nicht ganz das gleiche Spiel, sondern etwas mehr Zurückhaltung in quantitativer Hinsicht. Man wollte uns als Auftakt noch einmal den Zwiebel-Käse-Kuchen verabreichen – den lehnten wir nun wirklich ab (auch leicht befremdet ob der Wiederholung).
                        Ein heimlicher Sieger aber war das zweite Amuse geule, nämlich ein

                        Bouillabaisse-Gelee


                        mit einer unerhört aromatischen Tomatenhaube, das sich mit Genuss aus einem Gläschen löffeln ließ und einen Höhepunkt darstellte, ohne ein „offizielles“ Gericht zu sein – eine Spezialität Josef Bauers, nämlich das vermeintlich Kleine zu einer Grandiosität zu machen.

                        Waldpilzsamtsuppe
                        (einfach und gut)

                        Bauers Blutwurst mit Kartoffelpürree und Filderkraut
                        (Landküche auf Top-Niveau)

                        und

                        Weiße Schokoladencrème, Minzgelee, Nougateis
                        (ein weiterer Gewinner in puncto Komposition und Aromenreichtum – und das für mich, der ich das Dessert in einem Menü gar nicht unbedingt brauche...)

                        hießen meine abendlichen Freuden. Dazu wählte ich für uns vier einen gelungenen

                        Lemberger „Hades“ 2005 vom Weingut Ellwanger in Winterbach

                        – als bekennender Württemberger findet man die Weinkarte im „Adler“ entsprechend gut sortiert – und danach einen (allerdings etwas enttäuschenden, weil zu schmalbrüstigen)

                        Chateau Bernadotte 2005 Cru bourgeois aus dem Haut-Médoc

                        der damit nicht halten konnte, was der Jahrgang hatte erhoffen lassen. Derart bereichert und beglückt an kulinarischen Eindrücken und Freuden, wankten wir in unsere Gemächer, die wir im Vergleich zum standardisierten Hotelzimmer-Einheitsdesign als angenehm anders, weil sehr stilsicher empfinden – erfreuen sie doch mit Design-Klassikern in liebevoll restaurierter alter Bausubstanz. Das Ergebnis ist pure Behaglichkeit, aus der man am liebsten gar nicht mehr weg will!

                        Ohne Gleichen war übrigens auch diesmal das Frühstück am anderen Morgen, und zudem so liebevoll zubereitet, schon allein in ästhetischer Hinsicht, wie man es kaum irgendwo antrifft. Pflicht: einen der vom Meister selbst gebrannten Schnäpse mitnehmen! Diesmal war’s ein herrlicher Walnussschnaps. Josef Bauer konnte man übrigens nur in Form von Grüßen, die seine Frau versprach ihm auszurichten, preisen, denn dieser Mann ist so zurückhaltend, wenn nicht scheu, dass er sich nicht ein einziges Mal zeigte, da er so uneitel ist, wie es so manchem Sternekoch, der den medialen Zampano mimt, gut zu Gesicht stünde...
                        Die kleinen Schwächen im Service und eine nicht ganz perfekte Menü-Dramaturgie waren beim diesmaligen Besuch etwas auffälliger als sonst. Dennoch bleibt es dabei: der „Landgasthof Adler“ in Rosenberg ist die mir nach wie vor liebste Adresse weit und breit!
                        Zuletzt geändert von Tobler; 06.11.2010, 12:12.

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                        • #13
                          Danke für den Bericht!

                          Für mich ist der Adler ein Musterbeispiel für ein 1* Restaurant. Man verbindet hier auf geniale Weise alles was für mich zu einer 1*-Küche gehört. Und man bleibt preislich auf dem Boden der Tatsachen.

                          Würde es nur mehr solcher Restaurants in Deutschland geben!


                          Gruß!

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                          • #14
                            ...macht mal wieder "ganz arg Appetit" auf Adler ...

                            Leider kann ich Ihre Aussage über die behaglichen Zimmer nicht nachvollziehen; bei meinem letzten -wenn auch einzigsten- Besuch im Dezember 2009 fand ich das Einzelzimmer einfach, sauber, sachlich ... aber behaglich ?

                            Gruss
                            Schink

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                            • #15
                              Über Geschmack und Empfinden lässt sich bekanntlich nicht streiten. Meine Frau und ich finden diese Zimmer, fernab von standardisiertem Design, jedenfalls wunderbar!

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