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Schlossberg - Jörg Sackmann (Baiersbronn)

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  • Schlossberg - Jörg Sackmann (Baiersbronn)

    Hier der aktuelle Artikel aus meinem Blog:



    Nachdem ich nun Erfahrungen mit Ein-, Zwei- und Dreisternern gemacht habe, wollte ich als nächstes einen Koch angehen, der desöfteren für bessere Leistungen gelobt wird, als betitelt. Während Sackmann nur einen Stern im Michelin Führer bekommt, so hat er im aktuellen Gault Millau satte 18Punkte. Also genau so viele Punkte wie das **-Restaurant Tantris in München oder wenn man schon von Baiersbronn redet, nur 1,5Punkte weniger als Wohlfahrt, der ja allgemein schon lange als der beste Koch in Deutschland oder aber sicher einer der besten im Lande betitelt wird.

    Liest man Berichte zum Gourmetrestaurant Schlossberg - sei es von privat oder in Führern wie GM und Gusto, so wird Sackmanns Restaurant für ein Restaurant kontrovers diskutiert. Hierbei wird sehr schnell klar, dass im Schlossberg vorzügliche Gerichte serviert werden können, die Leistung deutlich über dem *-Niveau liegen kann, jedoch aber auch ab und zu eben "nur" auf diesem Niveau gekocht wird, bzw. manche Kreationen nicht pefekt sind.

    Dies lässt sich vermutlich damit erklären, dass J.Sackmann nicht nur Koch sondern auch Inhaber des Hotels und somit Geschäftsmann ist. Zudem gibt es meines Wissens nach nur eine Küche, jedoch ähnlich wie in der Traube Tonbach drei verschiedene Restaurants, die zum Hotel gehören. Man kann sich also vorstellen, dass bei kompletter Auslastung die Küchenqualität nur sehr schwer gehalten werden kann.

    jedoch kann ich nur aus meiner Sicht und aus meinen eigenen Erfahrungen das Restaurant bewerten. Ich möchte es gleich vorwegnehmen und sagen, dass die am Mittwoch erbrachte Leistung derartig über dem *-Niveau lag, dass ich schon ab und zu von einer Perfektion reden kann, wie sie bei Wohlfahrt anzufinden war.

    Zuallererst möchte ich das Ambiente des Restaurants loben. Oft hört man, dass es im gegensatz zur Küche sehr altmodisch und verstaubt rüberkommt. Dem kann ich mit meinen jungen Jahren nur widersprechen. Der Raum ist kleiner als der 35-Personenraum der Schwarzwaldstube. Es gibt nur abends Essen und durch die hellen gelb--roten Sitzbezüge und die weißen Wände, sowie gelbe Gardinen und hellem Holz, wirkt der Raum schön hell, angenehm und frisch. Das Ambiente hat uns jedenfalls sehr gefallen. Das ganze Hotel erinnert mit seinem Schwarzwaldstil stark an die Traube Tonbach - vor allem mit seinen drei verschiedenen Restaurants.

    In der Mitte des Raumes befindet sich ein schön gedeckter Tisch mit feinen Destillaten oder eben Champagnerkübeln, Blumen usw.

    Der Raum wirkte auf uns sehr angenehm.



    Wir nahmen dann das große 6-Gang--Menü "Schlossberg". Zuerst wurde uns eine Salzbar gereicht mit Fleur de Sel, Hibiskusblütensalz und Himalayasalz, sowie speziellem Olivenöl. Dazu verschieden Brote, von Walnuss - über Früchtebrot bis hin zu Baguette, Kürbiskernbrot und diversen Brötchen. An sich eine nette Abwechslung zu dem meist servierten Brot mit gesalzener Butter.



    Zum Trinken ließen wir uns einen deutschen Riesling empfehlen. Besonders interessant finde ich hier die Weinkarte, welche extrem dick ist. Die Karte war für mich ungewöhnlich für ein Gourmetrestaurant. Die Preise extrem fair kalkuliert, viele kleine Weingüter aus Baden, einfachere Weine zwischen 20€-30€. Die ganze Karte beinhaltet äußerst gute aber günstige Tropfen. Flaschen über 100€ sind eher die Ausnahme. Selbst beim Champagner, fehlen die üblichen ohnehin fast unbezahlbaren Prestige Cuvées wie Cristal, Krug und Dom Perignon.

    Für mich war dies äußerst lobenswert, auch wenn ich die fast schon unüberschaubare Karte bei Wohlfahrt genau so schätze. Leider kann man sich hier auch schnell in absurde Sphären trinken….

    Der erste Gruß aus der Küche, war ein eher experimenteller, kreativer Gruß. Links ein krosses gefülltes Hörnchen, umwickelt mit schwarzwälder Schinken und Wiesenkräutern, in der Mitte Mango-Gazpacho mit Kaviar garniert und rechts eine Garnele mit Avocadocrème.

    Dies war einer der besten Amuse Geules, die ich serviert bekam und dagegen wirkt der Gruß aus der Küche des Tantris fast lächerlich.

    Jürgen Dollase hätte an diesem Gruß wohl seine Freude, mit dem erst krossen Hörnchen, welches luftig im Mund zerbrach, worauf sich die Joghurt-Wiesenkräuter-Füllung im Mund verteilt. Dann Gazpacho, cremig, schäumig mit salzigem Kaviar als Kontrast und letztendlich eine zarte Garnele mit ihrer elastischen Textur mit herzhafter Soße, welche sich im ganzen Rachen verteilt…



    Darauf folgte dann auch das zweite Amuse Geule. Ein Kabeljau auf einer festeren Crème mit einer hauchdünnen krossen Scheibe Shorizo. Ein gelungener Fortgang. Zuerst AG I welches durch krosse frische und kalte Elemente einleitet und dann AG II welches mit herzhaftem, würzigem, warmen Geschmackweiterleitet.



    Nach einer gut eingeteilten Wartezeit, kam dann auch schon der erste Gang des Menüs:

    "Spargel karamelisiert, Sommertrüffel, Treviso, Ravioli, Prelibato-Essig"

    Dieser Gang wurde dann aufgegossen mit einem Parmesanschaumsößchen, wodurch es seine Einheit bekam. Der Gang war gewagt, schmeckte ungewohnt aber genial. Das Gericht begeisterte durch die Vermischung der einzelnen Komponente mit dem Schäumchen. Der bittere Treviso zum würzigen Trüffel, süßlicher karamelisierter fester Spargel und ein säuerlicher Essig. Im Mund eine wahre Aromenexplosion und eine gekonnte Verbindung der Zutaten. Ein klasse Einstieg!



    Als zweiten Gang gab es Fisch:

    "Steinbutt mit Shitakepilzen, Pondycherry-Pfefferöl, Meeresalgengelée, Gnocchis"

    Hier wieder ein klassischerer Gang. Geschmacklich harmonisch abgestimmt, dezente Säure, edles cremiges mildes Sößchen, feiner Fisch, welcher mit den Pilzen aromatisch interessant wird, weiche Gnocchis - eine harmonische Symphonie.


    Darauf kam der dritte Gang:

    "Wolfsbarsch poeliert, Langustine, Kaviar, junger Lauch, Agri-Kartoffel"

    Dieser Gang setzte noch einmal geschmacklich einen drauf. Insgesamt würziger, etwas tomatiger, salziger und dank des jungen Lacuhs sehr frisch. Somit blieben die Geschmackssinne wach. Der Wolfsbarsch war klasse in Verbindung mit dem Kaviar,die Langustine ging nicht unter und die knusprigen Agri-Kartoffeln bauen eine Spannung zum weichen, fast schon schlabbrigen Wolfsbarsch auf.

    Der Gang war sehr gut, jedoch eine Nuance zu ähnlich zum vorherigen Gang. Alleine für sich ein exzellenter Gang. Jedoch minimal enttäuschend als Fortsetzung zum Steinbutt. Im Nachhinein sehe ich das aber nicht mehr so tragisch, wie direkt vor Ort.


    Als Hauptgang kam dann, für mich der Höhepunkt des ganzen Menüs:

    "Melatte Taubenbrust, Ingwer-Honigjus, Chicoréeparpadelle, Pommes-Casino"

    Wieder ein etwas klassischerer Gang. Hier zeigt Sackmann, dass er sowohl kreative Küche als auch klassische Haute Cuisine beherrscht.

    Die Taube war wirkliche spitzenmäßig zubereitet, schmeckte nicht zu penetrant, wie dies oft passieren kann. Die leckere Honig-Ingwersoße wurde in einem Kännchen gereicht und zum Tisch gestellt, sodass man mehrmals nachgießen konnte. Die Soße gab der taube den delikaten süßlichen Geschmack und ich genoss wirlich jeden Löffel dieser guten fein ausbalancierten Soße. Die Chicoréeparpadelle un der Kartoffelwürfel, welcher sich im Bild hinter der Brust versteckt waren eine optimale Ergänzung. Alles harmonierte miteinander. Das Käulchen war schön zart und schmackhaft. Einer der gelungensten Gänge, die ich in letzter Zeit genossen habe. Zum Glück gibt es dieses Gericht ALC bei Sackmann!

    Dazu wurde mir ein Glas Rioja gereicht, welcher den herzhaften Wildgeschmack unterstützte und nicht zu schwer und erdrückend für den Gang war.



    Da ich zu diesem Zeitpunkt sehr überrascht von Sackmanns Restaurant war und dessen Kreativität und Perfekion, bestellte ich spontan vor dem Dessert noch ALC eine "Limonen-Kressesuppe mit Wachtelei, Röstbrot und Schmorgemüse"

    Die Suppe wurde auf 2 Ebenen präsentiert:

    Vorerst das Wachtelei auf Röstbrot mit Schmorgemüse



    Und dann unter dem Teller, das Limonen-Kressesüppchen - äußerst fein mit Limonensäure im Attack und auf dem Höhepunkt klare Kressearomen. Das Wachtelei davor empfand ioch als äußerst delikat auf dem leicht krossen und innen noch weichen Röstbrotwürfel.



    Nun konnte man zwischen zwei Desserts und Dessert mit vorhergehendem Käsegang (Parmesan, Pimentosabayon, luftgetrockneter Schwarzwälder Schinken) wählen. Wir entschieden uns aufgrund der Suppe lieber für zwei Dessertgänge.

    Der erste Gang war "Rharbarber, Joghurt-Ginger Crème, Pomelo Bananan Sorbet"

    Hier zeigt sich Sackmanns Küche wieder äußerst kreativ, experimentell leicht modern angehaucht mir flüssigen Marshmallowstückchen - welche zu meinem Erstaunen durchaus mit der Crème harmonierten. Das Dessert war besonders wegen dem Rharbarber ein Higlight. Auch das Pomelo Bananensorbet war gelungen und sehr interessant im Geschmack.



    Der letzte Gang:

    "Erdbeerchartreuse, Holunder, Bergpfeffermerinque, Champagnereis"

    Dieses Dessert war fast eines der schwächsten Elemente des Menüs. Ein solides Dessert auf *-Niveau. Handwerklich perfekt, geschmacklich kreativ, von der Textur her ausgefeilt, in 3 Elemente aufgeteilt, jedoch einfach als zweites Dessert zu ähnlich. Die Verbindung, die hier durch Champagnersorbet und Erdbeeren zum ersten Dessert aufgebaut wurde, war mit Sicherheit gewollt, jedoch einfach nicht so überzeugend. Das Dessert war natürlich geschmacklich gut und immerhin noch eines der besseren, die ich bislang verkostet habe, nur eben einfach vielleicht etwas überflüssig.



    Sehr überraschend kam dann noch eine riesen Auswahl an Petit Fours, Lollis, Löffelchen, Kakaoböhnchen usw. ohne Espresso. Diese Zugabe war sehr schön und sorgte für Begeisterung. Mit den Zugaben wurde erneut Spannung aufgebaut, obwohl wir bereits nun über vier Stunden im Restaurant verweilten.

    Die Kreationen waren ziemlich experimentell und gewagt – ungewohnt. Himbeercrème auf Maracuja mit Brause, auf dem Löffel Ananassorbet mit Dill.



    Dazu ein große Platte, gefüllt mit Kakaobohnen mit Schokomantel, viele Pralinés, Trüffel, Marshmallows und in der Mitte Lutscher, manche gefült mit prickelnder Brause. Alles jedoch auf hohem Niveau und sehr ausgefeilscht, nicht zu süß.



    Herr Sackman kam dann auch noch persönlich herein um die Gäste zu begrüßen - Kritik gab es an diesem Abend offensichtlich keine.

    Auch an den anderen Tischen begeisterte Gesichter, zufriedene Menschen. Ohnehin hatte man das Gefühl, dass an diesem Mittwochabend nur Essensverrückte unterwegs waren, die sich wirklich auf die Kreationen einließen und den Besuch genossen.



    Zusammenfassend war dies einer der besten Restaurantbesuche. Wir erlebten Sackmann auf höchstem Niveau. Offenbar lief alles perfekt ab - das Restaruant war auch nicht komplett voll, ein Tisch war unbesetzt. Dies tat den Gästen wohl gut.

    Ich möchte den Sommelier des Schlossbergs loben, welcher eine höchst faire erschwingliche Weinkarte zusammengestellt hat, uns interessante Tips gab, auf unseren Geschmack einging und auch den kompletten reibungslosen Service. Dieser agiert freundlich, kompetent und nicht versteift. Nichtsdestotrotz is der Servie der Schwarzwaldstube unangefochten unsere Nummer eins und nirgendwo aufmerksamer als in hier.

    Für einen *-Restaurant war der Service jedoch sehr gut und überdurchschnittlich.



    Wenn Sackmann konstant kocht wie an diesem Tag, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als den Entschluss zu ziehen, dass Sackmann aufjedenfall im **-Bereich kocht und teilweise sogar an *** herankommt. Deswegen kann ich die 18Punkte im GM sehr gut nachvollziehen, sowie die 9/10 Pfannen im aktuellen Gusto.

    Nach diesem Besuch fällt es mir gar etwas schwer die ** des Tantris rechtzufertigen, welches belangloser und gewöhnlicher, sowie mit "billigeren" Materialien gekocht hat, als Sackmann.

    Insgesamt war der abend für das gebotene äußerst günstig. Wir verweilten viereinhalb Stunden, die wie im Flug vergingen und hatten einen der angenehmsten Abende in einem schönen Schwarzwaldambiente.

    Sackmann ist für uns somit ein Geheimtip uns verdient mit Sicherheit Aufmerksamkeit und Beachtungen was seine experimentierfreudigen Kreationen angeht.

    Wahrscheinlich ist es ratsam, das Restaurant eher an ruhigeren Tagen zu besuchen, wenn Sackmann entspannter volle Leistung bringen kann.
    Zuletzt geändert von Budi; 04.06.2010, 12:39.

  • #2
    Zitat von Budi Beitrag anzeigen
    Sackmann ist für uns somit ein Geheimtip uns verdient mit Sicherheit Aufmerksamkeit und Beachtungen was seine experimentierfreudigen Kreationen angeht.
    Lieber Budi,

    danke schön für den ausführlichen Bericht. Sie schreiben ja selbst von 18 GM und 9 Pfannen. Deshalb musste ich bei den Wort "Geheimtipp" ein wenig grinsen.

    Ich selbst hab allerdings mal die Kehrseite der Medaille erlebt. Samstagabend, voll besetztes Haus in allen Restaurants. Ganz sicher werde ich dort nicht mehr hingehen. Dafür war das Ganze dann doch zu teuer.

    Morchel

    PS: Das Bild von Herrn Sackmann von hinten ist genial.

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    • #3
      Hallo Budi,

      toller Bericht! Danke hierfür.

      Ihre kulinarische Begeisterung überträgt sich im positivsten Sinne!

      KG
      Chess

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      • #4
        Zitat von Morchel Beitrag anzeigen
        Lieber Budi,

        danke schön für den ausführlichen Bericht. Sie schreiben ja selbst von 18 GM und 9 Pfannen. Deshalb musste ich bei den Wort "Geheimtipp" ein wenig grinsen.

        Ich selbst hab allerdings mal die Kehrseite der Medaille erlebt. Samstagabend, voll besetztes Haus in allen Restaurants. Ganz sicher werde ich dort nicht mehr hingehen. Dafür war das Ganze dann doch zu teuer.

        Morchel

        PS: Das Bild von Herrn Sackmann von hinten ist genial.
        Nun gut, Geheimtip ist wohl wirklich nicht die präziseste Beschreibung. Ich wollte zuerst schreiben, dass er uns unterbewertet vorkommt, jedoch stimmen die GM und Gusto Bewertungen ja ebenfalls mit unseren Eindrücken mit ein.

        Vielleicht sollte ich es präziser ausdrücken:

        Sackmann kam uns vor allem deshalb unterbewertet vor, weil wir ihn nach unseren Erfahrungen einordnen mussten.
        Da gibt es einmal F.Öhler mit seiner Speisemeisterei und einem Stern, Wohlfahrt an der Spitze und das Tantris mit seinen zwei Sternen seit Jahren.

        Irgendwie wollte uns Sackmann da nicht in der Region Speisemeisterei gefallen...

        Für mich selbst war die an diesen Tag erbrachte Leistung und die kulinarischen Erfahrung , die ich mitgenommen habe, vergichen mit Tantris und Speisemeisterei, einfach vollwertiger.

        Ich jann jedenfalls schwer nachvollziehen, wieso das Tantris zwei Sterne hat und 18GM (vor allem wenn man sich den GM 2009 Eintrag durchliest) und Sackmann nur einen - wenn dann selbst F. Öhler einen bekommt.

        Nach diesem Besuch jedenfalls, würde ich die Speisemeisterei schlechter bewerten oder zumindest abwerten - sofern nach Michelin Sackmann und Öhler in einer Liga spielen....

        Meine Schlussfolgerung war dann einfach, dass bei Sackmann die Konstanz der Qualität einfach nicht stimmen muss, bzw. Sackmann dieses erbrachte Niveau nicht permanent und bei vollem Hause halten kann und somit wohl für den Michelinguide die Durchschnittsnote von * herauskommt und beim Tantris eben **, da die Qualität genau die selbe ist und zwar immer.

        Bei uns war ja selbst das Gourmetrestaurant, mit seinen vllt. 25 Plätzen nicht vollbesetzt und auch die anderen Restaurants waren nur anfänglich, zwischen 19 und 21 Uhr stärker besetzt (Man kann das ja schön beobachten beim Gang zur Toilette)...war ja auch ein Mittwochabend...

        Ja, das Foto präsentiert und Sackmann jetzt nicht wirklich...ich dachte aber als er bei uns am Tisch stand, irgendwie gar nicht ans Fotografieren und genoss eher die Kressesuppe...
        Zuletzt geändert von Budi; 04.06.2010, 12:56.

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        • #5
          Zitat von Budi Beitrag anzeigen
          Bei uns war ja selbst das Gourmetrestaurant, mit seinen vllt. 25 Plätzen nicht vollbesetzt und auch die anderen Restaurants waren nur anfänglich, zwischen 19 und 21 Uhr stärker besetzt (Man kann das ja schön beobachten beim Gang zur Toilette)...war ja auch ein Mittwochabend...
          Bei uns waren damals alle drei Restaurants brechend voll. Zusätzlich gab es noch zwei geschlossene Gesellschaften in irgendwelchen anderen Räumen. Wenn ich mich recht erinnere, war insgesamt von über 200 Gästen die Rede. (Kann mich aber auch täuschen, ist ein paar Jahre her). Das setzt der Küche realistischerweise Grenzen.

          Vermutlich tut sich Sackmann auf eine Art keinen Gefallen, an solchen extremen Tagen das Gourmetrestaurant überhaupt zu öffnen. Andererseits muss halt auch Geld verdient werden.

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          • #6
            Danke Budi für den Bericht,
            das macht Vorfreude auf November. Auch wenn es wohl voll wird (Wohlfahrt war an diesem Freitag schon ausgebucht.

            Schnecke

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            • #7
              Werter Herr Budi,

              der Wolfsbarsch mit "Agri"-Kartoffel: könnte es sich vielleicht um die Sorte Agria handeln?

              Gruß Herr Sternentor

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              • #8
                Lieber Budi,
                vielen Dank für Ihren Bericht. Ich will jetzt nicht allzu altklug daherschreiben, da meine kulinarischen Erfahrungen in Gourmetrestaurants sich auch erst über eine deutlich einstellige Anzahl an Jahren erstrecken. Aber vielleicht machen Sie gerade die Erfahrung, die ich vor einger Zeit gemacht habe: der eigene Geschmackskompass ist nicht immer kompatibel mit dem der Bewertungen in den Guides. Die Frage zu stellen, wer liegt jetzt falsch: die Bewertung des Guides, oder die eigene Einschätzung hilft (mir jedenfalls) nicht weiter. Meine Erfahrung daraus war: mir ist eine gewisse Stilistik zugänglicher als eine andere, bestimmte Merkmale eines Gerichts fazinieren mich mehr als andere. In meinem Bericht zum Venôme ist vielleicht deutlich geworden, das dort erlebte war einfach nicht zu 100% meine Richtung. Das heißt aber nicht, dass ich Bewertung anzweifle, sie relatviert sie nur in ihrem Nutzwert für mich. Ich hoffe, dass dieser Gedanke der für Sie vielleicht hilfreich ist.

                Kommentar


                • #9
                  Zitat von sternentor Beitrag anzeigen
                  Werter Herr Budi,

                  der Wolfsbarsch mit "Agri"-Kartoffel: könnte es sich vielleicht um die Sorte Agria handeln?

                  Gruß Herr Sternentor
                  Richtig!
                  Da ist mir wohl vor lauter Tippen, das a abhanden gekommen...

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                  • #10
                    Danke für den schönen bericht, lieber Budi.
                    Es ist inzwischen schon wieder 2,5 Jahre her, seit meine Partnerin und ich bei Sackmann waren, aber auch wir waren hellauf begeistert. Müssen schleunigst mal wieder hin, schätze ich...

                    Allerdings habe auch ich schon verschiedentlich gehört, dass die Küchenleistung je nach Auslastung schwanken kann.

                    Grüße
                    b.

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                    • #11
                      Freue mich über Ihren unverstellten Blickwinkel. Ihren Blog habe ich mit Interesse gelesen. Natürlich ist die eigene Wahrnehmung immer subjektiv und von eigenen Vorlieben und Abneigungen geprägt. Trotzdem werde ich Ihre Berichte gern als Wegweiser und Empfehlung nutzen.

                      k.G alex
                      __________________________________________________ _______________
                      http://www.myapo.de/produkte/sortime..._der_Verdauung

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                      • #12
                        Das freut mich natürlich!

                        Mir haben ebenfalls diverse Beiträge und Berichte zu den unterschiedlichsten Restaurants sehr geholfen.

                        oft interessiert man sich ja für einen gewissen Koch besonders oder möchte ein bestimmtes Restaurant testen und dann freut man sich immer, dazu Informationen finden zu können.
                        Ich habe aber auch schon Berichte gelesen, die meine Aufmerksamkeit eben auf andere Restaurants gelenkt haben oder mich ermutigt haben dieses und jenes Restaurant zu besuchen...

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                        • #13
                          Zitat von Budi Beitrag anzeigen
                          oft interessiert man sich ja für einen gewissen Koch besonders oder möchte ein bestimmtes Restaurant testen...
                          An dieser Stelle möchte ich gern mal nachhaken - verstehen Sie sich als "Tester"? Für wen oder was testen Sie - für sich selbst oder, nobel, nobel!, für die Internet-Gemeinschaft?

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                          • #14
                            Zitat von alex11 Beitrag anzeigen
                            __________________________________________________ _______________
                            http://www.myapo.de/produkte/sortime..._der_Verdauung

                            Das ist jetzt aber nicht Ihr Ernst, oder?

                            Kommentar


                            • #15
                              Zitat von le_mink Beitrag anzeigen
                              An dieser Stelle möchte ich gern mal nachhaken - verstehen Sie sich als "Tester"? Für wen oder was testen Sie - für sich selbst oder, nobel, nobel!, für die Internet-Gemeinschaft?

                              Mit testen habe ich hier eher ausprobieren gemeint. An erster Stelle steht für mich immer das Genießen und der Spaß an der ganzen Sache. Natürlich vergleicht man untereinander und wägt Kosten mit dem Erlebnis ab.
                              Durch meine Artikel kann da schon der Eindruck vom blosen Testen entstehen, ich muss auch zugeben, dass ich in derartigen Restaurants das Gegessene schon akribisch studiere und versuche bei jedem Gericht herauszufinden, was es denn harmonisch macht, bzw. worin die Kreativität des Gerichtes besteht, Hintergedanken usw.
                              Insgesamt ist es für mich aber einfach jedesmal ein Genuss und bereitet mir große Freude, ein Gourmetrestaurant zu besuchen.
                              Ich muss auch sagen, dass ich da immer eher mit einem gewissen Respekt rangehe, als mit dieser verbissenen Einstellung, an jeder Ecke nach Fehlern zu suchen.
                              Ich schätze derartige Restaurants und deren Leistung sehr. Nur kann man eigentlich mit jedem weiteren Besuch, weitere Erfahrung mitnehmen und wird so autmatisch kritischer, da man ähnliches vllt. unterschiedlich, mal besser, mal schlechter schon gesehen hat.
                              Ich muss aber auch zugeben, dass es für mich persönlich einfach interessant ist momentane kulinarische Neuigkeiten zu sehen, zu vergleichen und eben auch die einschlägigen Gourmettempel zu "testen" und untereinandner zu vergleichen.

                              So stehen die Erlebnisse an erster Stelle schon für mich selbst. Ich finde es aber schön, wenn man dank Internet seine Erfahrung weitergeben kann und somit seine Meinungen austauschen und das eben unter Menschen, die sich gleichermaßen für die Materie interessieren.
                              Wie gesagt, bin ja auch ich diversen Beiträgen und "Tests" dafür dankbar, dass sie meine Entscheidung erleichtert haben und auch meine Aufmerksamkeit auf Restaurants gelenkt haben, die ich so vllt. nie besucht hätte....
                              Zuletzt geändert von Budi; 06.06.2010, 15:42.

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