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Brasserie Colette Tim Raue, Konstanz

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  • Brasserie Colette Tim Raue, Konstanz

    Dass Tim Raue nicht nur asiatisch kann, wie in seinem mit Höchstwertungen ausgezeichneten Haupthaus in Berlin, hat er in der Vergangenheit bereits bewiesen mit dem mittlerweile leider geschlossenen „la soupe populaire“ oder der in Kooperation mit Günter Jauch geführten „Villa Kellermann“ in Potsdam. In beiden Restaurants widmet er sich einer verfeinerten bürgerlichen, deutschen Küche.
    Eine besondere Rolle nehmen außerdem die „Brasserie Colette“ ein, für die Raue als kulinarischer Berater mit der Tertianum-Gruppe zusammen getan hat. Die betreibt in München, Berlin und Konstanz Premium-Residenzen für finanzkräftigere ältere Menschen. Und eben genau dort soll auch das kulinarische Angebot für die Bewohner interessant sein und neben den eigenen Hausrestaurants auch Anspruchsvolleres bieten. Das finden sie in den eigens gestalteten „Brasserie Colette“-Restaurants, die in recht authentischem Rahmen klassischen französischen Bistro-Klassikern widmen.


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    Außenansicht & Interieur

    Wir haben Glück und erwischen in der Konstanzer Dependance, obwohl online lange ausgebucht, noch einen Tisch auf der Terrasse. Nach einem wolkenreichen Tag reißt zum Abend hin der Himmel doch noch mal auf, so dass es sich dort gut aushalten lässt.

    Neben einem monatlich wechselnden Menü finden sich auf der Karte, stilecht auf Papier-Tischunterlagen gedruckt, viele typische Gerichte, wie man sie auch in einer Brasserie in Frankreich nicht anders erwarten würde, einige jedoch durchaus bereits in der Beschreibung mit einem typischen Raue-Kniff.

    Auf dem Tisch steht bereits ein Glas mit Gewürzgurken, ordentliches Brot und Butter kommen zügig.


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    Pickles, Brot & Butter

    Den Auftakt machen wir mit einer Auswahl der drei verschiedenen Austern, die angeboten werden. Gillardeau, Fines de Claire und mit Fenchelbutter gratinierte Exemplare kommen in jeweils doppelter Ausführung und machen jedem Austernfreund Freude.


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    2 x 2 x 2 Austern (Fines de Claire, Gillardeau, gratiniert)

    Erfreulich ist, dass die Bouillabaisse auch in kleiner Portion verfügbar ist, so dass ich damit starte. Am Tisch verströmt sie bereits den typischen Duft, separat gibt es eine Scheibe Brioche mit Sauce Rouille. Alles also so, wie man es erwartet. Allerdings fällt die Suppe für meinen Geschmack etwas dünnflüssig aus und ich habe sie auch schon intensiver erlebt. Dafür ist die Einlage bemerkenswert reichhaltig und vielfältig mit diversen Fischsorten Tintenfisch und Scampi, alles sehr sorgfältig gegart. Und so bleibt unterm Strich trotz kleiner Abstriche eine gute Suppe.


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    Bouillabaisse, Safran & Rouille

    Weiter machen wir mit einem Lammcarpaccio, das ganz außergewöhnlich raffiniert gewürzt ist. Schon das Fleisch hebt sich mit seinem Eigengeschmack deutlich von der klassischen Rinderversion ab. Aber mit Couscous, Creme von Paprika und Eigelb sowie Tupfen von Pesto und Kräutern ist dies eine durchweg überzeugende und überraschende Interpretation.


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    Lammcarpaccio, Couscous, Eigelb & Paprika

    Bestellt man Sardine, hat man die Auswahl aus verschiedenen Dosen der Manufaktur La Perle des Dieux von der französischen Atlantik-Küste. Neben einigen neutralen Sorten gibt es auch aromatisierte, die teilweise auch erwärmt werden. Ich entscheide mich hingegen für Jahrgangssardinen von 2017, die dann ganz pur mit etwas Zitrone und geröstetem Brioche serviert werden.
    Ich habe mich spätestens in Portugal endgültig für die Vorzüge derart traditionell hergestellter Sardinen-Konserven begeistern können und auch diese hier stehen dem nicht nach.


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    Sardine, Brioche & Zitrone

    Mit einer abgewandelten Version eines Gerichtes, das man auch in Tim Raues Haupthaus erleben kann, geht es im Hauptgang weiter. Die Spanferkelkeule serviert er auch dort. Die Senf- und Geltupfen erinnere ich ebenso ähnlich. Hier ruht das alles auf einem Bett von fruchtigem Ananas-Sauerkraut. Aber die Hauptrolle spielt natürlich das Fleisch und das ist zart bei gleichzeitig beeindruckend krachig knuspriger Kruste. Rustikal, aber schlichtweg köstlich.


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    Spanferkel, Ananas-Sauerkraut & Senf

    Als bekennender Pulpo-Fan kann ich natürlich nicht an dem mit Kalbskopfragout servierten Exemplar vorbei. Beides funktioniert erstaunlich harmonisch miteinander und auch das Topinamburpüree sowie eine leichte Sauce Béarnaise dazu passen und rücken das Gericht in eine herzhaftere Richtung. Dagegen steuert der dazu gereichte Romanasalat, in den dünne Birnenscheiben geschichtet sind, mit einem fruchtig, säuerlichen, ganz ausgezeichneten Dressing.


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    Pulpo, Kalbskopf, Sauce Béarnaise & Topinambur

    Bei den Desserts gibt es die üblichen Verdächtigen. Mousse au Chocolat, Crème Brûlée, Café Gourmand und Sorbets dürfen nicht fehlen. Allerdings ist auch hier bereits erkennbar, dass sie moderat modern variiert werden.
    Wir entscheiden uns für die Käseauswahl, die aus fünf ordentlichen Sorten bestehen, alle gut temperiert und definitiv keine Supermarktauswahl. Lediglich der Blauschimmel wirkt schon ein bisschen arg gereift, lässt sich aber noch essen. Schön dazu das Röstbrot und das Zwiebelchutney.


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    Käseauswahl, Chutney & Röstbrot

    Aus der vielfältigen Sorbetauswahl entscheide ich mich für Waldmeister, Calisson und Yuzu. Wenn sauer lustig macht, dann wird vor allem letzteres auch dem trübsten Zeitgenossen ein Lächeln ins Gesicht meißeln. Mich begeistert vor allem das Waldmeister-Sorbet, das es so ohnehin nur selten gibt und wenn, dann selten mal ohne künstliche Aromen. Das hier schmeckt wunderbar natürlich und hat bei mir die Nase vorn.


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    Sorbetauswahl

    Die Colette-Brasserien schaffen es tatsächlich, ein wenig Frankreich-Flair zu erzeugen. Das typische Ambiente sowie das Angebot, das neben dem bereits Erwähnten auch Klassiker wie Boeuf Bourgignon, Artischocken oder Steak Frites bietet, bedient eine Bandbreite aus Bekanntem und kreativ Modernisiertem. Die Preise sind angemessen und selbst in einer ansonsten etwas hochpreisigeren Urlaubsregion wie Konstanz noch sehr akkurat.
    Auch der Service entspricht dem Standard, den man hier erwarten kann und macht seine Sache freundlich und aufmerksam.

    Da das „Colette“-Angebot an allen drei Standorten relativ identisch sein dürfte, würde ich ohne Zögern auch in Berlin oder München wieder kommen, wenn es mich nach einem Kurztrip nach Frankreich gelüstet.



    Bericht wie immer auch auf meinem Blog: http://tischnotizen.de/brasserie-col...raue-konstanz/
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