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Wielandshöhe Stuttgart, November 2010 (Vincent Klink,*)

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  • #46
    @ b.
    2012 Tradition, eine halbe Flasche, auch für die Damen ein Gewinn.
    s.

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    • #47
      Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
      @ b.
      2012 Tradition, eine halbe Flasche, auch für die Damen ein Gewinn.
      s.
      Das ist mir auch der liebste. Die diversen Varianten mit neuem Holz sind gelegentlich auch ganz wunderbar, ich habe aber eher mehr Exemplare im Keller bei denen die Hoffnung auf das grosse aha Erlebnis wohl mit der letzten Flasche sterben wird.

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      • #48
        Als erstes wird die obligatorische Lauchquiche serviert, schlicht ohne jegliche Beilage, köstlich und scheinbar so einfach. Aber es ist entschieden eine verfeinerte Ausgabe einer bodenständigen Quiche mit Blätter- statt Mürbeteig, die in der Eierfüllung nur das sehr fein geschnittene Weisse vom Lauch enthält und wohl mit Gruyere abgeschmeckt ist. Ich war schon drei Jahre nicht mehr in der Wielandshöhe - und so war ich beinahe gerührt von diesem ewig-treuen Einstieg in das Klink-Menü. Und sind das nicht auch die Kennzeichen von Klinks Küche überhaupt: Bodenständigkeit, Verfeinerung, keine modischen Änderungen?

        Gebeizter Loup de Mer, Imperial Kaviar, Rote und Gelbe Bete
        Der Wolfsbarsch ist von feinster Qualität, die Nocke Kaviar obenauf schmeckt intensiv, die Bete ist als Salat mit Essig und Öl angemacht. Einzeln prima, als Gesamtakkord jedoch etwas verhalten. Als Getränk gab es eine Flasche 2013er Bienenberg von Huber. Wer hätte gedacht, dass ein oller Grauburgunder so gut schmecken kann?

        Ravioli vom fränkischen Reh
        Sehr toll! Zwei hauchdünne Teigtaschen mit intensivem Schmorfleisch, dazu gebratene Pilze, hineinschmelzender Lardo, etwas Petersilie. Schöne Waldaromen. Nachschlagswürdig!

        Veloute von Bouchotmuscheln
        Eine Sahnesuppe auf Fondbasis mit Einlage... aber wunderbar abgeschmeckt, nicht zu salzig, nicht zu süß, vielleicht ein Schuß Noilly Prat drin, was aber bestenfalls zu erahnen ist. Zum Reinlegen.

        Filet vom Alblamm im Brotmantel
        Das Lamm ist so zart... Es steckt in einem knusprigen Kräuter-Brotmantel und schwimmt in einer köstlich-tiefen Sauce. Saulecker. Das Thymian-Gemüse, Möhren-Sellerie-Pilze, etwas ausgekocht, ist da nur Nebendarsteller. Begleitend ein großes Gewächs 2009 Spätburgunder von Schnaitmann (gefiel mir nicht, irgendwie vernagelt und auch Pinot-Noir-untypisch.)

        Käse
        Es gab genau zwei Sorten auf dem Wagen : einen gereiften Comté und löffelweise Vacherin Mont d'or. Beides großartig.

        Mandarinen-Champagnerkaltschale
        Ein feines Sorbet von der Mandarine in Champagner. Süß-sauer und erfrischend.

        Tarte von der Cedri-Zitrone
        Für mich ist Zitronentarte ein Lieblingsdessert. Leider wird sie oft durch zuviel Zucker um die gute Zitronensäure betrogen. Hier nicht! Und die Cedri Zitronen steuern auch eine dezente Bitternote bei. Ein schöner Abschluss des Menüs. Auch die Schloss-Lieser-Auslese passte ausgezeichnet dazu.

        Fazit: Die klare und intelligente Linie der Küche muss man einfach loben - auch weil hier vermeintlich Einfaches so ausgezeichnet schmecken kann. Im Augenblick ist dies mein Lieblingslokal unter den Einsternern.

        Grüße, mk

        P.S. Begleitendes Brot war frisch gebacken und köstlich.
        P.P.S. Unter dem Restaurant liegen Wohnungen, wer hätte das gedacht? Falls ich mal nach Stuttgart umziehe...

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        • #49
          Herzlichen Dank Herr Mohnkalb
          für den schönen Bericht - ich muss wohl unbedingt auf dem Weg nach Biarritz meinen Zwischenaufenthalt in Stuttgart verlängern und den späteren Zug nehmen...

          Weil es mir, by the way, aufgefallen ist: Herr Schlaraffenland der Quastenflosser ist strikter Fischfresser - da nützt der Wink mit dem französischen Pfahl nix...
          Herr Sternentor

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          • #50
            Werter Mohnkalb,

            vielen lieben Dank für den Bericht über ein Menü, dass man miterlebt haben möchte.


            Das Vergnügen steht da im Vordergrund, ohne zu überlegen, was da die "Konkurrenz" hätte gewesen sein können.

            Wunderbar.
            Zuletzt geändert von HeikeMünchen; 18.01.2016, 23:14.

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            • #51
              Vielen Dank für den Bericht.
              Werde wohl später im Jahr wieder nach Stuttagart kommen - hatte eigentlich vor wieder das Olivo zu besuchen, aber das klingt ja so, als sollte ich das Vorhaben mit der Wielandshöhe tauschen oder vielleicht ergänzen.

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              • #52
                Zitat von Junggaumen Beitrag anzeigen
                hatte eigentlich vor wieder das Olivo zu besuchen, aber das klingt ja so, als sollte ich das Vorhaben mit der Wielandshöhe tauschen oder vielleicht ergänzen.
                Klingt doch gut! Olivo und WH sind schon deutlich verschieden ausgerichtet. Im Olivo ist man näher am Zeitgeist, die WH ist bodenständiger.

                Zitat von sternentor Beitrag anzeigen
                Herr Schlaraffenland der Quastenflosser ist strikter Fischfresser - da nützt der Wink mit dem französischen Pfahl nix...
                ...und hier noch ein Hinweis: Bitte lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt!

                Grüße, mk

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                • #53
                  In knapp 10 min. fährt man mit der „Zacke“ vom Marienplatz bis zur Haltestelle Wielandshöhe. Gegenüber dieser Haltestelle ist das Restaurant im Erdgeschoss eines Bürogebäudes unter-gebracht. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick in den Stuttgarter Talkessel.
                  Als wir kurz vor 19.00 Uhr das Restaurant betreten, werden wir von Frau Klink begrüßt und an den reservierten Tisch geleitet. Seit unserem letzten Besuch vor 5 Jahren hat sich an der Inneneinrichtung nicht viel geändert. Weiterhin ist weiß die tonangebende Farbe. Blumensträuße mit kräftigen Farben lockern den Raum auf. Das Restaurant ist kurz vor 19.00 Uhr bereits gut besucht und im Laufe des Abends werden alle Tische belegt.

                  Auf dem Tisch liegt erfreulicherweise eine Aperitifkarte und der Service lässt uns genügend Zeit unser Wahl zu treffen. Wir entscheiden uns für „Sekt mit Caltabellotta-Zitrone bzw. mit Sizillianischer Orange, aufgegossen mit heimischem Kessler-Sekt. Auf der Karte stehen auch hausgemachte Limonaden aus Caltabellotta-Orangen oder –Zitronen.
                  Auch das zum Menü servierte Brot, selbst gebacken wie mitgeteilt wurde, schmeckte sehr gut, ebenso die französische Salzbutter. Beides wurde im Laufe des Abends immer wieder nachgereicht.

                  Wir entschieden uns für das angebotene 6 Gang Menü für 120 €, beim Hauptgericht gab es eine Alternative. Gewählt konnte zwischen Forelle bzw. Lamm, diese Möglichkeit wurde von uns auch angenommen.

                  Vorab als Amuse Bouche kommt eine Quiche auf den Tisch. Diese Quiche, lauwarm serviert und perfekt zubereitet, ist seit Jahren der Einstieg zum Menü bei Klink.

                  Als 1. Gang wird eine Steinbutt Terrine mit Wildspargel aus Apulien und Frisée Salat, der mit einem Öl mit leichter Zitronensäure serviert wird. Dieser Gang fällt aus dem Rahmen. Klink verlässt hier seine regionale Schiene.

                  Kalbsbries ein doch seltenes Produkt in der Sternegastronomie. Hier perfekt zubereitet mit Morcheln, frischen Erbsen und einem leichten Kalbsjus. Hier stimmt die Richtung, regional und saisonal.

                  Die Neun-Kräuter-Suppe ist ja eine traditionelle Speise, die schon unsere Vorfahren gerne aus frischen Frühlingskräutern zubereitet haben. Grundlage scheint eine leichte Kartoffelsuppe zu sein, so wie Klink vor vielen, vielen Jahren es bei Meister Rudolf Katzenberger in Rastatt gelernt hat. Diese wird mit Milch zubereitet, daher sehr leicht und die Kräuter kommen sehr gut zu Geltung. Klassisch aber sehr gut.

                  Bei den beiden nächsten Gängen wird sich mancher die Frage stellen, ist das Sternewürdig. Auch wenn beide Gänge sehr schlicht und einfach daher kommen, man schmeckt doch die sehr guten Produkte einzeln auf der Zunge. Die Scheiben vom Alblamm rosa gebraten, dazu eine wohlschmeckende Sauce. Die Bohnen auf den Punkt gegart und die Rosmarinkartoffeln hatten endlich mal einen vernünftigen Kartoffelgeschmack. Ein Gang mit Zutaten aus der Region, basierend auf einer klassischen französischen Küchenausrichtung.

                  Auf dem Käsewagen „nur“ 7 verschiedene Sorten, aber alle sehr gut gereift.

                  Auch das Dessert schlicht und einfach aber wohlschmeckend. Mandeltörtchen und Rhabarber-Kompott, dazu in einem separaten Schälchen ein Sauerrahmeis.

                  Fazit: Vincent Klink kocht auf der Wielandshöhe mit einem unverkennbaren Stil, mit französischem Hintergrund, ohne altmodisch zu erscheinen. Regionale und saisonale Produkte stehen im Mittelpunkt. Hier und da verlässt er aber auch die Heimatküche und beweist dass seine Mannschaft auch dies beherrscht. Vincent Klink machte zweimal seine Runde im Restaurant und wirkte gut gelaunt und entspannt. Der Service lief sehr diskret ab, besonders der junge Auszubildende mit Migration Hintergrund war mit Spaß bei der Sache.

                  Bilder: https://alwisgenussreisen.com/2019/0...ndshoehe-2019/

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