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Japanisches Restaurant KICHO (Stuttgart)

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  • Japanisches Restaurant KICHO (Stuttgart)

    Weg von der Sternegastronomie - hin zu fremden Kulturen und das im Schwabenländle.
    Ein kleiner Bericht mit bebilderten Eindrücken.

    http://budisfoodblog.wordpress.com/2...cho-stuttgart/

    Der Reintext:

    Das Japanische Restaurant Kicho befindet sich in der Jakobstr. 19 in Stuttgart unweit vom Rathaus oder Breuninger-Parkhaus entfernt.

    Während es hier mittags besonders günstige und variantenreiche Mittagsmenüs (meistens Bentos oder Sushi/Sashimi) gibt, glänz das Restaurant abends vor allem durch seine tolle Atmosphäre im traditionell eingerichteten Raum. Beim Kicho handelt es sich um ein typisches Restaurant, indem man viele junge Paare findet und mittags Geschäftsleute. Man kann hier sowohl schnell essen als auch einen dreistündigen Abend verbringen.



    Auf der Karte findet man sehr sorgfältig ausgewählte Gerichte. Das Sushi ist bislang das beste in Der Stadt. Man findet meiner Meinung nach kaum frischeres und sorgfältiger zubereitetes Sushi und Sashimi.

    Das Kicho aber nur auf seine grandiose Sushiqualität zu begrenzen, wäre aber äußerst schade. Wer sich auf Japanisches Essen einlassen will, kann hier vom Tempura über typische Vorspeisen wie japanische Pilze mit geriebenem Rettich, Seegrassalat, japanischen Maultaschen gegrillten Thunfisch mit Sojamarinade bis hin zu Sukiyaki alles probieren.

    Außerdem findet man hier eine unglaubliche Vielzahl an Sake in allen erdenklichen Qualitätsstufen, Oolongtee aber auch den ein oder anderen soliden Wein vom Weingut Aldinger oder Robert Weil. Es gibt aber meiner Meinung auch unnötigerweise eine Vielzahl an Getränken, die der grandiosen Qualität des Essens nicht gerecht werden.

    Gewählt wurde an diesem Abend ein Sushi-Menü und ein Yakisakana-Menü.



    Vorerst gab es Dobin-Mushi (Pilzsuppe mit Hühnerfleisch, Shrimps und Gemüse) im schönen Kännchen serviert.



    Diese kraftgebende und salzige Suppe hat ein beruhigendes Ritual. Während man mit den Stäbchen die Fleischstücke und das Gemüse aufnimmt, wird die eigentliche Suppe getrunken.



    Die Vorspeise Variation (Zensai-Moriawase) war da schon komplexer. Von süß über deftig und frisch kamen hier interessante Aromen ins Spiel.



    Bei den Nigiri-Sushi stand vor allem großartige Produktqualität im Vordergrund. Thunfisch und Lachs waren von grandioser Frische. Das Wasabi ist im Kicho nicht ganz so extrem scharf und hat einen leicht süßlichen Beigeschmack. Dazu gibts eingelegten Ingwer.



    Sehr interessant: Nasu-Ageni. Eine gebackene Aubergine die warm serviert wird in einem sehr aromatischen Sud. Die herzhafte saftige Aubergine löst Glücksgefühle bei mir aus!



    Der Hauptgang des Yakisakana-Menüs:



    Lachs mit Sojamarinade gegrillt. Ein toller Hauptgang. Wieder im Zentrum ein toller gegrillter Lachs, der mit seiner knusprigen Haut puren Fischgeschmack offenbart. Die Sojamarinade harmoniert mit dem Lachs und verleiht ihm eine süßliche Note. Der Reis ist übrigens ebenfalls von überdurchschnittlicher Qualität.



    Beim Sushi-Menü gab es natürlich Nigirisushi und Makimono. Das Sushi mit Lachsrogen oder mit roher Jakobsmuschel seien hier hervorzuheben.

    Als Dessert gab es dann Calpico-Mousse, welches aus einem japanischen Milchsäuregetränk hergestellt wurde. Die Orange war schön reif und das Mousse war ok aber offenbarte kein Geschmackserlebniss. Eine traditionelle Mousse schmeckt meines Erachtens nicht anders.



    Von den Desserts kann man nicht all zu viel erwarten was aber auch im Zusammenhang mit der Japanischen Süßspeisenkultur zusammenhängt. Man muss dazu sagen, dass es in Japan keine stark ausgeprägte Kultur hierfür gibt, wie z.b die Patisseriekünste Frankreichs. Ein Dessert als Abschluss eines Menüs ist hierzulande eher unüblich.

    Deshalb wurde das tolle Menü auch mit einem schön grasigen Grüntee abgeschlossen!



    Insgesamt ist das Kicho eine tolle Anlaufstelle in Stuttgart für japanisches Essen. Man bekommt exzellente Produkte von erfahrenen Köchen zubereitet. Ein Blick über die Theke zum Sushimeister verrät viel. Erstaunlicherweise kreuzen sich im Kicho sowohl Hochkultur als auch leichte Tendenzen zu typisch asiatischen Imbissen. Die Speisekarte hat eher Charakter von letzterem und auch schlichte Pappdeckel zerstören etwas das tolle Ambiente und die Klasse Stimmung, wenn sie nebst traditionellem teils handgemachtem Porzellan steht. Auch die Getränkekarte könnte wie schon erwähnt mehr Charakter bekommen, wenn man hier und da gewisse westlich geprägte Massenerzeugnisse streicht. Anstatt einer lange Liste an Softdrinks, würde eine ausgeprägtere Teeauswahl doch viel interessanter sein. Immerhin klappt dies ja schon bei der prächtigen Sake-Auswahl. Sicherlich spielt hier aber auch das Mittagsangebot eine Rolle -so ists halt in Stuttgart.

    Der Service ist bemüht und von Herzen freundlich aber nicht vollends fachlich proffesionnell. Doch das erwartet man auch nicht unbedingt und somit stört dies keineswegs.

    Das Kicho ist keine Institution - es ist aber sicherlich ein Erlebnis. Nicht nur ein Mal!

  • #2
    Zitat von Budi Beitrag anzeigen
    in Der Stadt
    Lieber Budi
    dieser kleine Tipfehler hat mich sehr erfreut. Wo man doch sonst in Ihrer Altersgruppe (und auch in meiner) Stuttgart ganz anders assoziiert.....

    Ich werde zwar bald mal wieder auf Heimatbesuch in "Der Stadt" sein, werde aber dort, trotz der wirklich schoenen Bilder, unter Petersilienstraeusschen weiterhin nach Kutteln in Trollinger suchen.

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    • #3


      Och Stuttgart hat mich schon eh und je begleitet. Früher durch die vielen Wochenendausflüge mit den Eltern (welche ursprünglich aus Sindelfingen stammen), später dann selbstständig.
      Es gab Phasen, da konnte ich an Stuttgart nichts mehr finden, dann gab es welche, an denen ich es vergöttert habe und in jeder Phase konnte ich der Stadt wieder neue Aspekte abgewinnen.

      Stuttgart gefällt mir immer mehr. Es hat von vielen Städten ein bisschen und vor allem Charakter. Man findet zwar nirgendwo so richtige "Hochkultur" bzw. ist Stuttgart keine große Reise wert, jedoch kristallisieren sich hier und da interessante Läden und Sehenswürdigkeiten mit der Zeit heraus. Man muss sich die interessanten Dinge fein heraussuchen, dann macht Stuttgart Spaß!

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      • #4
        Ich weiß natürlich nicht, was Sie unter "Hochkultur" verstehen, aber immerhin wurde der Titel "Opernhaus des Jahres" in den letzten dreizehn Jahren fünfmal nach Stuttgart vergeben.
        s.

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        • #5
          Im Opernhaus bin ich gerne und mal davon ausgenommen, ist Stuttgart nicht die erste Adresse, wenn man an Superlative denkt.

          Wie soll ich es ausdrücken? Stuttgart ist ein bisschen wie WMF. Die haben alles im Repertoire aber es gibt für jeden Artikel einen besseren und evtl. günstigeren von einem anderen Hersteller.

          Mit dem Ausdruck "Hochkultur" habe ich mich da vllt. etwas deplaziert ausgedrückt. Stuttgart ist da ja mit seinem Opernhaus und der Staatsgalerie aber meiner Meinung nach vor allem auch mit dem neuen Kunstmuseum (Cube) sehr attraktiv.

          Stuttgart ist nun einmal eine "kleine" charmante Stadt und keine Metropole auf welche die ganze Welt schaut und nach deren Lauf sie sich dreht, sondern eine Stadt, die man mit viel Geduld ergründen sollte.
          Zuletzt geändert von Budi; 20.02.2011, 20:42.

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          • #6
            Schöner Bericht

            Vielen Dank für den tollen Bericht, die Bebilderung verrät sehr ansprechend, dass die Produkte hochwertig und das Ambiente ansprechend sind.

            Leider verschlägt es mich zu selten in die alte Heimat und wenn, stehen (leider) familiäre Besuche im Vordergrund. Und die liebe Familie hat mit solchen Esserlebnissen nix am Hut :heulen:.

            Hedonist

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            • #7
              Lieber Budi

              gibt es denn auch ausgefallenere Fischsorten alc?
              Im Menue wird ja meist auf Sicherheit gespielt, aber es wuerde mich sehr interessieren ob im Laendle auch andere Fische bzw Stuecke erhaeltlich sind, wie Toro/Otoro, Hirame, Uni etc etc. Zumindest im Fischhandel sehe ich die in S nie.

              Gruss

              GgL

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              • #8
                Ich bitte Sie, werter glauer, in einer Stadt, in der - um nur eine Siedlung zu nennen - Bourgeois, Gropius, Mies van der Rohe, Scharoun und Le Corbusier gebaut haben, wird es keinen Uni oder Toro geben; natürlich gibt's das im Kicho!
                Bei meinem letzten Sashimi-Mittagessen vor drei oder vier Wochen dort hatte ich nicht weniger als zehn verschiedene Fisch-bzw Muschelarten auf meinem Teller, alle makellos, frisch und ausgezeichnet präpariert. Dabei auch mehrere hell-fleischige Fische, die ich nicht sicher identifizieren konnte. Allerdings war ich zu Zen um nachzufragen.
                Viele Grüße
                schlaraffenland

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                • #9
                  Werter Herr Budi,

                  danke für den schönen Bericht. An einigen Tellern fehlte ja der Zweig Krause Petersilie!! Das erinnert mich immer wieder an Stätten wie Amador mit herrlichem Essen, aber immer ein grünes Keimblatt auf dem Teller. Auch wenn es von Koppert Cress stammt - meist schmeckte es wässrig. Bleibt die Frage wollen wir dekorieren oder schmecken?

                  Gruß

                  Herr Sternentor

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                  • #10
                    Der Kerbel hat die krause Petersilie heute ja eigentlich als Deko-Kraut ersetzt, wobei man ja gerade in Fleisch heutzutage auch gerne Rosmarinzweige steckt . Mir ist der 70er Jahre Flair mit der krausen Petersilie eigentlich ganz sympathisch.

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                    • #11
                      Zitat von sternentor Beitrag anzeigen
                      An einigen Tellern fehlte ja der Zweig Krause Petersilie!! Das erinnert mich immer wieder an Stätten wie Amador mit herrlichem Essen, aber immer ein grünes Keimblatt auf dem Teller. Auch wenn es von Koppert Cress stammt - meist schmeckte es wässrig. Bleibt die Frage wollen wir dekorieren oder schmecken?
                      Werter Herr Sternentor, ein grünes (oder auch gern genommen: ein rotes) Keimblatt stört doch nicht. Klar wollen wir alle schmecken, aber eine zurückhaltende Deko ist doch schön fürs Auge. Und meist liegt diese ja auch nicht einfach so herum, sondern wird sogar mit einer - wiederum fürs Auge nicht sichtbaren - Winzigkeit einer Vinaigrette geadelt. Ich mag's!

                      Gruß Garnelchen

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                      • #12
                        Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                        Ich bitte Sie, werter glauer, in einer Stadt, in der - um nur eine Siedlung zu nennen - Bourgeois, Gropius, Mies van der Rohe, Scharoun und Le Corbusier gebaut haben, wird es keinen Uni oder Toro geben; natürlich gibt's das im Kicho!
                        Lieber Schlaraffenland,
                        ich fuerchte leider Gropius schuetzt vor Bockwurst nicht.... umso erfreulicher, dass es im Kicho auch Fisch jenseits von Lachs und Akami gibt. Das wird meine Verwandschaft in der Heimat freuen.

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