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Brenners Park-Restaurant (geschlossen)

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  • #16
    Vielen Dank für den Bericht. Leider hab ichs wieder nicht hin geschafft.

    Grüße
    ossobuco

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    • #17
      Zitat von knurrhahn Beitrag anzeigen
      Fazit : ein sehr schönes Menü der Klassik, von einem jungen Koch der es versteht die einzelnen Produkte in den Vordergrund zu stellen ohne dabei unnötige Tellerakrobatik zu bieten.
      Auf diesen Bericht hatte ich noch gewartet, werter knurrhahn: das Brenners ist gebucht! Danke für Ihre Einschätzung.

      Beste Grüße, Merlan

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      • #18
        werter merlan,
        genießen sie den gang "fett vom feinsten "
        viel spaß bei hr.krolik
        kg knurrhahn

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        • #19
          Liebe Frau Morchel,
          zuallererst: mein Herz hüpft wie ein Falke in die Höhe, daß ich mal wieder etwas von Ihnen hier lesen darf. Wie oft habe ich beim Stöbern in alten Beiträgen mich schneekönigartig über Ihre rasanten, pfiffigen, niemals-irgend-jemanden-kränkenden, gelegentlich grenzgenialen Berichte amüsiert.
          Mit freundlichen Grüßen
          Ihr Schlaraffe
          PS: Eine kleine Unsicherheit, ob Sie mich womöglich mißverstanden haben könnten, bleibt mir allerdings. Nachdem auf Herrn Brigantes Nachfrage, ob das Treffen den schon stattgefunden habe, niemand geantwortet hatte, wollte ich ihn als informiertes Gourmet-Club-Mitglied nicht weiter im Unklaren lassen (danke/bitte). Das mit dem Jahresbeitrag sollte ein kleiner Gag sein, jaja ich weiß, diese Scherzminiaturen mißlingen mir ein um das andere mal.

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          • #20
            So, nun waren wir endlich auch im Brenners zum Essen – und durchaus beeindruckt von der Küchenleistung.

            Andreas Krolik war für uns (wie für die meisten hier wohl auch) vor dem 2. Stern ein völlig unbeschriebenes Blatt. Umso neugieriger waren wir, was uns kulinarisch erwarten würde.

            Insgesamt sind seine Kreationen sehr klassisch, aber in sich zumeist absolut stimmig. Hier und da könnte ein wenig Feinjustierung noch mehr aus einzelnen Gängen herausholen, aber der Gesamteindruck war ausgesprochen positiv – wobei ich auch zugeben muss, dass mich persönlich die ganze Aura des legendären Brenners Park Hotel extrem beeindruckt hat.

            Hier eine Auswahl an Gängen unseres Menüs:

            Roh marinierte Langostinos mit Ossietra Kaviar, Gurke, Austernkraut und geeistem Joghurt. Hier handelt es sich um eine feingliedrig aufgebaute und dabei klare Komposition. Dem leicht süßlichen Schmelz der Langostinos setzt das Duett aus jodigem Kaviar und knackiger Gurke texturelle Kontrapunkte entgegen, um es im Zusammenspiel mit der dezenten Joghurtsäure aromatisch zu unterlegen. Ein hochfeiner, sehr erfrischender Auftakt!

            Brust und Praline von der Etouffé-Taube, die gerahmt von Olive, Orange und Erbsen kaum besser inszeniert werden könnten. Bei diesem Gericht stimmt alles: ein perfektes Produkt fügt sich durch eine erstklassige Garung in eine schlüssige Harmonie mit seinen ebenbürtig stehenden Begleitern. Wiederum ist es aber ein Detail, das uns besonders in Verzückung versetzt: Die Oliven-Orangen-Kruste auf der Taubenbrust ist ideal dimensioniert und aromatisch ausbalanciert, sodass das Fleisch im Geschmack würzig und zugleich fruchtig nuanciert, aber nicht erschlagen wird. Für uns alle der beste Gang des Abends.

            Gratin vom weißen Spargel mit Flusskrebsen und Schwarzwälder Ziegenfrischkäse. Der zart-knackige Spargel geht mit den Krebsen geschmacklich und texturell ganz wunderbar zusammen, sodass sich am Gaumen eine geradezu süffige Harmonie einstellt, vom Ziegenfrischkäse würzig untermalt. Allerdings ist der Käse in Gänze etwas mächtig, was sich in Form einer leicht stumpfen Note im Gericht ausprägt. Mit etwas Feintuning lässt sich dies leicht beheben und das Potential dieser Kreation weiter ausschöpfen.

            Die nachfolgende karamellisierte schottische Jakobsmuschel mit Trüffeljus, Sellerie und Mandel-Parmesancrunch sorgte für einen ersten kritischen Moment bei Tisch und blieb der schwächste Gang des Abends. Zwar wird das Gericht von einem harmonischen Zusammenspiel unterschiedlichster Elemente getragen, erscheint uns aber fast wie ein modernes Dessert: Durch die kräftige Karamellisierung der Muschel wird deren grundsätzlich schon süßliches Aroma noch verstärkt. Und da auch die Begleiter in eine eher süßliche Richtung ausgearbeitet sind, entsteht insgesamt ein eindimensionales Geschmacksbild. Die Arbeit mit mehr Kontrasten wäre zur aromatischen Freistellung der Muschel hier wohl hilfreicher.

            Der Bauch vom bayrischen Eichelschwein mit Rauchjus, Bohnen und Perlzwiebeln markierte den ersten Fleischgang und huldigt einem Klassiker der rustikalen Landküche: Bohnen und Speck. Dabei ist Kroliks Version ungleich feiner. Getragen von der süßen Herzhaftigkeit des Perlzwiebelpürees und den vegetabilen Nuancen der Bohnen zergeht der Schweinebauch buchstäblich auf der Zunge. Die Rolle des Specks wird hierbei vom Rauchjus übernommen, der sich erstaunlicherweise aromatisch im Hintergrund hält und damit für eine subtile Integration dieses eigentlich plakativen Aromas sorgt. Sehr gut!

            Das erste Dessert bestand aus einem Frischkäsetörtchen mit Erdbeeren, Champagner-Holunderblütensorbet und Baiser. In der Zusammenstellung sicher sehr klassisch, begeistert uns hier neben der schieren Produktqualität (diese Erdbeeren! dieses Eis!!) das erfrischende Spiel von Frucht und Säure. So einfach, so gut.

            Umso erstaunter waren wir über die souveräne Hand der Pâtisserie, als wir erfahren, dass sie von einer gerade mal 19 Jahre jungen Dame geleitet wird: der äußerst sympathischen Natalie Kilgus.

            Fazit: Andreas Krolik überzeugt mit einer aromastarken Produktküche, die sehr klassisch daherkommt, in ihrer Reduziertheit aber auch sehr zeitgemäß wirkt.

            Fotos und ein paar weitere Details gibt es wie immer hier zu sehen/zu lesen

            Grüße
            b.

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            • #21
              Werter Brigante,

              vielen Dank für den wunderbaren Bericht aus Baden-Baden, dass auch seit längerem auf meiner "To-do-Liste" steht, aber ich es wahrscheinlich erst nächstes Jahr in Angriff nehme.

              Sie schreiben "Ihr leicht erweiteres Degustations-Menü ...". Haben Sie zu den Menü-Gängen noch ALC-Gänge geordert ? Oder haben Sie dem Koch freie Hand gelassen ?

              Wo haben Sie nach diesem kulinarischen Abend genächtigt ? Die Preise im Park-Hotel spielen ja im oberen Preis-Segment.

              Grüsse
              Schink

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              • #22
                Werter Brigante, vielen Dank, dass Sie den Bericht nun auch hier reingestellt haben !

                Leider steht das Brenners derzeit bei mir auf der Liste noch nicht so weit vorne aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.
                Auch das tolle Feedback kann mich irgendwie noch nicht überzeugen, irgendwas hält mich davon ab...


                Mkg, Schmackofatz

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                • #23
                  Danke für den interessanten Bericht!
                  Da ich ja das Glück habe bald vor Ort zu sein, freue ich mich durch die vielen positiven Details noch mehr darauf.


                  Gruß!

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                  • #24
                    werter brigante ,
                    vielen dank für ihren bericht .
                    das brenners ist jedenfalls immer einen besuch wert und hat hier und da noch steigerungsmöglichkeiten ,aber die crew ist auch noch jung.
                    da ich vor kurzem in der villa rothschild war (bericht folgt) hatte ich einen guten vergleich zweier aufstrebender köche in doch recht unterschiedlicher umgebung und kulinarischer ausrichtung.
                    ich habe mal versucht die beiden in meiner subjektiven wahrnehmung zu ver-
                    gleichen und ich bin zu dem ergebniss gekommen ,daß sie für mich eindeutig in der selben liga kochen,mit kleineren schwächen und grösseren höhen.

                    kg knurrhahn

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                    • #25
                      Wenn man bedenkt, dass der alte Oetker noch vor gut zehn Jahren keine Sternegastronomie in seinem Brenners zuließ, ist es erstaunlich, was die nächste Generation aus dem alt-ehrwürdigen Park Restaurant architektonisch und kulinarisch gemacht hat.

                      Wenn man bedenkt, mit welch konservativen Attributen das Brenners bedacht wird, ist es höchst bemerkenswert, wie zeitgemäß die junge Mannschaft in Küche und Service agieren kann.

                      Wenn man bedenkt, dass ich im Forum einmal ein „Plädoyer gegen den Fleischgang“ geschrieben habe, muss ich nach dem Besuch im Brenners Abbitte leisten.

                      Das Menü:

                      Zum Apéritif wurde ein „Kaiserbein“ und ein Waffelhörnchen mit Aal gereicht. Auf die Frage, was denn ein Kaiserbein sei, wurden wir charmant aufgeklärt: Sot-l’y-laisse!

                      Als Amuse gueule gab es eine Praline von der Jakobsmuschel und Hummertatar mit Apfel und geeister Avocadomousse. Sehr schön anzuschauen, doch dominierte leider der Panaden-Frittier-Geschmack bei der Jakobsmuschel zu sehr, so dass man nur etwas Warmes, Knuspriges schmeckte.

                      Ein neue Vorspeise auf der Karte von Andreas Krolig ist Gänseleber und Rindertatar mit Essiggurkengelee und Anchovis-Gänselebereis. Dieses Gericht schien uns noch nicht ganz ausgereift, da das Gurkengelee den Gesamteindruck dominierte. Nimmt man die Komponenten einzeln, fiel auf, dass die Gänseleber leicht salzig und das Tatar nur schwach abgewürzt war. Irgendwie ging auch Gänseleber mit Tatar nicht so richtig zusammen.

                      Ein sehr guter Gang dagegen die sautierten Flusskrebse in Krustentierbisque mit Blumenkohl und Lauch. Spitzenqualität an Krebsen, auf den Punkt gegartes Gemüse und eine zarte Bisque, die nicht dominierte. Perfekt, doch kommt mir hier unsere kontroverse Diskussion im Thread „Ist sehr gut gut genug?“ in den Sinn. Fehlte hier für ein **-Restaurant noch der geniale i-Punkt? Nein, ich möchte, die Diskussion nicht wieder aufflammen lassen, aber gefragt haben wir uns schon und den Gang nichtsdestotrotz überaus genossen.

                      Aller Ehren wert die Taubenbrust mit Olive und Orange auf Erbsen sowie Taubenpraline mit Erbenpüree. Diesen Gang haben bereits Taillevent und brigante in ihren Berichten gewürdigt. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, doch muss ich einfach die Verbindung von knuspriger Olive und Orange auf der Taubenbrust als Geniestreich besonders hervorheben.

                      Meine Frau bezeichnete den Rehrücken mit wildem Pfeffer, Himbeeressigjus, Rübchen, Hanfsamen, Bulgur, Quinoa und Pfifferlingen als einen der besten Fleischgänge, den sie je gegessen habe. Recht hat sie, perfekter kann man ein Reh nicht garen, harmonischer können sich die gewählten Beilagen mit mildem Himbeeressigsud nicht dazugesellen.

                      Nach einem vorzüglichen Predessert (weiß leider nicht mehr, was es war) servierte man uns ein Delice von Kirsche, Mandel und Joghurt. Wunderbar arrangiert und komponiert. Ein krönender Abschluss.

                      Der Service:

                      Unter Leitung von Josef Breitenfellner agierte an diesem Tag ein reiner Damenservice, der uns äußerst charmant und kundig durch den Abend führte. Herr Breitenfellner ist ein kongenialer Partner von Andreas Krolig und weiß dessen Kreationen zu präsentieren und zu interpretieren. Ein höchst angenehmer, distinguierter Gesprächspartner, dem es sichtlich Freude bereitet, in diesem Spitzenrestaurant zu arbeiten.

                      Der Wein:

                      Wir haben nach einem Glas Champagner einen Weißwein durchgetrunken. Auf Anraten von Herrn Breitenfellner haben wir uns für einen im Barrique ausgebauten Chardonnay vom Weingut Dautel in Württemberg entschieden. Wir hätten diesen Wein nie und nimmer in Württemberg verortet. Er schmeckte nach Frankreich, nach Burgund, vielleicht sogar nach Meursault. Eine gute Wahl, auch zu den Fleischgängen.

                      Fazit:

                      Das Park Restaurant gehört zweifellos in die **-Kategorie, da Andreas Krolig in der Lage ist, sehr gute Gerichte zu herausragenden Esserlebnissen werden zu lassen. Das galt an diesem Abend vor allem für die beiden Fleischgänge, die ich sogar noch höher einstufen würde. Das eine oder andere Gericht bedarf vielleicht noch eines gewissen Feinschliffs, aber das mögen andere Gäste ja möglicherweise auch ganz anders sehen. Wir jedenfalls wünschen dem sympathisch bescheidenen Andreas Krolig alles Gute auf seinem weiteren Weg. Wir kommen gerne ab und zu vorbei und suchen nach neuen i-Punkten!

                      Beste Grüße, Merlan

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                      • #26
                        Wenn man bedenkt, dass ich noch nie dort war und nun Ihren positiven Bericht lesen durfte, rückt ein Besuch bei Herrn Krolig näher.
                        Vielen Dank dafür.
                        bst

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                        • #27
                          Dann muß ich doch mal wieder Dautel probieren; bisher haben mich seine Weine nie besonders beeindrucken können, vor allem schienen sie mir den Preis nicht wert zu sein.
                          Gruß
                          s.

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                          • #28
                            Leider ist der von uns verkostete 2007er Chardonnay ausverkauft. Ich gehe aber davon aus, dass die Folgejahrgänge von ähnlicher Qualität sind. Herr Breitenfellner hat jedenfalls den Aufwärtstrend des Weingut ausdrücklich hervorgehoben.

                            Also, auf nach Bönnigheim! Probieren!

                            Beste Grüße, Merlan

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                            • #29
                              Danke, dies wird jetzt mein naechstes Ziel sein!

                              Danke!

                              Leberkas

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                              • #30
                                Wir waren vor 10 Tagen im Parkrestaurant und werden am Wochenende noch einmal da sein - dann folgt ein ausführlicher Bericht. Aber ich wollte schon einmal so einen Ausblick und kurze Zusammenfassung des ersten Erlebnisses berichten.

                                Da wir unser Menü individuell zusammengestellt haben gab es leider keine begleitenden Kärtchen - so dass ich aus der Erinnerung schreibe.

                                Nach 2 gereichten Amuse bestehend aus je 3 Kleinigkeiten in Teelöffelgröße starteten wir mit unseren individuellen Gängen.

                                Als erstes gab es ein Dreierlei von der Gänseleber - dreischichtig aufgebaut mit Gelee von Süßwein on Top. Solides Gericht - aber nicht so filigran wie wir es schon erlebt haben. Alle 3 Schichten war in Geschmack nicht wirklich differenziert - aber in Kombination auch nicht wirklich schlecht. Eben solide ohne das man sich groß daran erinnert.

                                Danach haben wir uns für einen Nudelgang mit weißen Albatrüffel entschieden. Die Nudeln waren perfekt auf den Punkt und ohne großes Drum Herum (bei Italienern wird oft mit Parmesan gearbeitet was ein bisschen den Trüffel stört) so dass der gute Alba Trüffel für 12€ je Gramm seinen Geschmack entfalten konnte. Ebenfalls Top Gericht - aber bei einer doch recht einfachen Komposition kann ein Sternekoch natürlich auch nicht zeigen was ihn ihm steckt :-) Aber wir hatten auch einfach Lust Trüffel zu essen - daher genau unsere Erwartung.

                                Als Hauptgang wählten wir dann die Gebratene Bretonische Seezunge an Safran-Tomatenfumet mit Kapern und Austernkraut, Grünem Gemüse und Algenbutterkartoffeln. Nun ja - meine Frau sagte es wäre die beste Seezunge die sich je gegessen hat. Ich fand auch das sie sowohl excellent serviert als auch excellent geschmeckt hat. Aber da ich den Gang da ich leider Kapern überhaupt nicht mag meiner Frau zu Liebe mitgegessen haben (nur für 2 Personen bestellbar) kann ich nicht ganz so begeistert sein :-)) Aber die Seezunge war exakt gebraten und mit dem grünen Gemüse in hervorragender Qualität. Aber ich lechzte ja dann schon nach einem Gang der etwas besonderes darstellt...

                                Der kam dann bei mir mit dem Nachtisch :-) = Variation vom Boskop Apfel mit Rosinen und Nüssen. Nun das war eine kunstvolle Kreation aus einem mundgeblasenen Zuckerapfel gefüllt mit Boskop Schaum... wunderbar anzusehen und wunderbar zu geniessen.

                                So hat ein solider Abend einen tollen Abschluss gefunden. Auf Grund unserer Gerichte Auswahl konnte Herr Krolik nicht so wirklich zeigen was ihn ihm steckt.

                                Da ich aber dann wissen wollte was Herr Krolik zaubern kann vereinbarten wir gleichen einen 2. Abend - und da versuchen wir uns dann einmal auf ein Degustationsmenü einzulassen. Bericht wird folgen ...

                                Zu erwähnen ist aber auch noch der nette und zuvorkommende Service durch das Team und den Sommelier - wir haben uns sehr wohlgefühlt!

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