Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Brenners Park-Restaurant (geschlossen)

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • #31
    Als ich vor ein paar Wochen mal wieder auf der Internet-Seite vom Brenner`s war, das Jubiläums-Menü las, war mir klar, dies kann ich mir nicht entgehen lassen. Also angerufen, mitgeteilt bekommen, dass Andreas Krolik nur noch bis 15.07.2012 im Hause ist. Aus beruflichen Gründen konnte ich Anfang Juli keinen Urlaub nehmen, also Tisch auf den 15. reserviert und die letzte Chance genutzt und ich muss sagen, es hat sich mehr wie gelohnt.

    Vielen Dank auch an den überaus netten, zuvorkommenden Service, der uns einen wunderschönen Tisch mit Blick auf den Park zuwies und einen herrlichen Abend bereitete.
    Nach den obligatorischen Grüßen aus der Küche, Brot mit Butter, 2 verschiedenen Olivenölen und Salz ging es mit den "10 Jahre Park-Restaurant Highlights aus der 2-Sterne-Küche von Andreas Krolik" los.
    1. Spanferkel und Gänseleber in Trüffel-Muskateller-Gelee, Wiesenkräuter-Coulis, Gänselebereis: was so mächtig und deftig klingt kam wunderbar leicht daher mit dennoch kräftigen Aromen, diese wiederrum gemildert durch das cremige Eis.
    2. Kalte Creme von geräuchertem Kabeljau mit Felsenoctopus, Speck, Kaviar, gegrillte Paprika, Pfifferlingen, Schnittlauch: das war mein Highlight des Abends; sämtliche Aromen durch die Creme perfekt eingebunden.
    3. Bretonischer Steinbutt, getrüffelte Kalbskopfjus, Erbsen, Artischocken, Romanasalat: der Steinbutt von perfekter Qualität, auf den Punkt, die Zartheit des Fischs durch die starken "Zutaten" wunderbar ergänzt
    4. Gebratener schottischer Langostino mit Chorizo-Sauce, Blumenkohl, Lauch: wieder ein Traum, wieder ein Spiel mit den Aromen.
    5. Etouffee Taubenbrust mit Olive und Orange, Bohnen und gebackene Taubenpraline auf weisser Bohnen-Creme: die Taube perfekt gebraten, die kräftigen Aromen durch die Bohnen-Creme gemildert.
    6. Scheiben vom Rehrücken mit skandinavischem Beerenpfeffer, Rehessenz mit Apfelbalsam, Rübchen, Früh-Wirsing, rote Zwiebel, Rübchen-Ravioli: Das Reh sowas von perfekt rosa.
    7. Käse-Auswahl von Maitre Antony: dazu leckeres Früchtebrot und Nussbrot, Trauben und ein herrlich fruchtiges Melonen-Chutney
    8. Topfen-Mousse, marinierte Beeren und Joghurt-Limonen-Kresse-Eis: das Eis hört sich zwar etwas wirr an, geschmacklich jedoch sensationell erfrischend und sommerlich.
    Zum Abschluss noch die üblichen Petit fours, hier möchte ich insbesondere noch die Haselnuss-Praline hervorheben.

    Die übliche "Koch-Runde" absolvierte Herr Krolik und präsentierte gleich seinen Nachfolger, Paul Stradner, vormals im legendären L`Arnsbourg im Baerenthal tätig und auch schon in der Schwarzwaldstube bei Harald Wohlfahrt, man darf also gespannt sein.

    Bleibt als Resümee: das Brenner`s mit Herrn Stradner am Herd und auch Herrn Krolik an seiner neuen Wirkungsstätte, dem Tigerpalast in Frankfurt zu besuchen -> nach dem gestrigen Abend für mich zwei Pflichttermine.

    Kommentar


    • #32
      Sehr geehrte Schink,


      vielen Dank für das extrem schnelle und sehr positive Feedback. Es war mir eine große Freude Sie und Ihre Begleitung, an meinem letzten Arbeitstag im Park Restaurant, noch begrüßen und kennenlernen zu dürfen.
      Ich wünsche Ihnen weiterhin viele tolle kulinarische Erlebnisse und freue mich auf Ihren Besuch in Frankfurt.

      Mit kulinarische Grüßen

      Andreas Krolik

      Kommentar


      • #33
        Herr Krolik ist ein hervorragender Koch.
        Eher unauffällig im Auftreten, aber voller Engagement. Sein Ziel, glückliche Gäste, erreicht er perfekt.


        Der Service und die Atmosphäre im Brenners ist einfach etwas ganz Besonderes.
        Berührungsängste sind fehl am Platz. Für mich einer der allerbesten Servicecrews in D.
        Perfekt, aber wunderbar entspannt.

        Ich wünsche Herrn Krolik alles, alles Gute in Frankfurt und hoffe, dass er so bleibt wie er ist.
        Ich hoffe, dass Brenners hat ein glückliches Händchen mit dem neuen Küchenchef und bin schon sehr gespannt.


        Gruß!
        Zuletzt geändert von fragolini; 17.07.2012, 12:21.

        Kommentar


        • #34
          Brenners Park Restaurant

          Sehr geehrter fragolini,

          auch Ihnen vielen, vielen Dank für die bestätigenden und motivierenden Zeilen und die damit verbunden Wünsche. Das ist für mich nicht selbstverständlich und weiß das sehr zu schätzen. Ich bin sehr froh, dass Sie Ihren Gutschein noch in meiner Zeit als Küchenchef einlösen konnten und ich auch noch Gelegenheit hatte, sie persönlich kennenzulernen.

          Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft, viele schöne, interessante Restauranterlebnisse und würde mich natürlich auch auf ein Wiedersehen im Tigerpalast freuen.

          Viele Grüße (noch) aus dem Murgtal, natürlich auch an Ihre Familie.

          Andreas Krolik

          Kommentar


          • #35
            Es ist schon bemerkenswert, dass es seit dem Weggang von Andeas Krolik aus Baden-Baden vor fünf Jahren keinen Bericht mehr über Brenners Park-Restaurant gegeben hat, wo doch sein Nachfolger, der junge Österreicher Paul Stradner, die zwei Sterne für das Gourmetrestaurant gehalten hat.

            Anlässlich der diesjährigen Osterfestspiele in Baden-Baden haben wir dort mal wieder vorbeigeschaut und waren gespannt, wie sich die hoch dekorierte Küche unter seinem (nicht mehr so) neuen Chef entwickelt hat. Um es kurz zu machen, aber auch nicht zu hart klingen zu lassen: Wir waren enttäuscht! Wir hatten mehr erwartet, weil die Leitung des Hauses vor Jahren Andreas Krolik die Chance gegeben hatte, endlich fürs Brenners groß aufzukochen. Der „alte Oetker“ wollte früher sein Park-Restaurant auf keinen Fall im Sternebereich ansiedeln, da er um seine treuen Stammgäste fürchtete. Das hat sich unter dem neuen Management geändert, und Krolik hat die ihm gebotene Gelegenheit prächtig genutzt. Was aber macht Paul Stradner daraus?

            Nach den äußerst positiven Eindrücken, die wir vor ein paar Wochen in einem anderen Grandhotel, dem Haerlin in Hamburg, hatten, konnte das Park-Restaurant diesem Vergleich in keinster Weise standhalten. Gerade das Haerlin unter Christoph Rüffer hat gezeigt, wie man den Spagat hinbekommt, die eher klassisch orientierte Grandhotel-Klientel zufrieden zu stellen und dennoch moderne und kreative Elemente in die Küche einfließen zu lassen. Schlaraffenland hat es zum Haerlin so schön formuliert: „…und klassisch heißt eben nicht erstarrt.“ Das Gegenteil haben wir jetzt in Baden-Baden erlebt: klassische Küche gepaart mit ein paar trendigen Zutaten, die nicht für uns nicht nachvollziehbar und zum Teil auch nicht schmeckbar eingebunden waren. Ergebnis: Sorry - gequirlte Langeweile!

            Eigentlich müsste Stradner es besser können, hat er doch bei Wohlfahrt gelernt und zuletzt in herausragender Position bei Jean-Georges Klein in Baerenthal gearbeitet, wo er über Jahre die kreativen Höchstleistungen des Franzosen umsetzen konnte. Hiervon ist in Baden-Baden leider nicht viel übrig geblieben. Man hat den Eindruck, dass der junge Küchenchef eine Kehrtwendung vollzogen hat und damit offensichtlich die Mehrheit der Brenners-Gäste, die Leitung des Hauses und - nicht zu vergessen - den Michelin zufrieden stellt. Dann soll es wohl so sein, aber damit kocht er nicht für uns!

            Ich will nicht ungerecht sein, denn die beiden Amuses gueules ließen durchaus einen spannenden Abend erwarten. Die Variationen von der Erbse und der marinierte Saibling mit Wasabi und Ingwer konnten durchaus reizen, und auch der Gänselebergang (sehr gut und vorbildlich: ungestopfte Bio-Gänseleber!) machte in seiner klassischen Machart durchaus Hoffnung auf kulinarische Höhepunkte. Doch die kamen leider nicht. Stattdessen mussten sich die qualitativ hervorragenden Jakobsmuscheln mit „Speck-Reisbällchen“ und Rucola abgeben und die Spitzen-Seezungenfilets mit gerösteten Mandelblättchen (Achtung, Klassik!). Auffällig war auch, dass die übrigen Zutaten allesamt recht isoliert wirkten und kaum eine Bindung mit den übrigen Komponenten auf dem Teller eingingen – von einer Logik will ich gar nicht erst sprechen!

            Zweifellos kann Stradner kochen, aber es fehlten das Geniale, der Streich, das Besondere, das aus einer Einstern-Küche einen Zweisterner macht. Unverzeihlich für jede dieser Bewertungen waren aber handwerkliche Fehler, wenn etwa zum zarten Lammrücken auch Lammbäckchen serviert wurden, die alles andere als zart waren, um es noch halbwegs wohlwollend auszudrücken. Ach, Bäckchen können so toll sein, wenn sie mürbe sind! Am Nebentisch sägte man derweil weiter tapfer an ihnen herum. Wir hatten es aufgegeben. Dass der Service auf unsere Anmerkung beim „war alles recht?“ verständnisvoll und entgegenkommend reagierte, ist absolut lobenswert, ändert aber nichts an der Sache, dass solche Teller nie den Pass hätten verlassen dürfen.

            Wenn ich die Küche schon nicht hervorheben kann, dann aber auf alle Fälle den professionellen und charmanten Service, der mit Übersicht und Aufmerksamkeit agiert. Besonders zu erwähnen ist der junge, quirlige Sommelier, der um keine Antwort und vor allem keine Wein-Idee verlegen ist.

            Fazit:
            Das Park-Restaurant im Brenners ist nach unserer Einschätzung derzeit fast das, was es vor der Krolik-Ära war: eine gediegene Adresse für besondere Anlässe, bei denen der exklusive Rahmen und das feine Ambiente im Vordergrund stehen. Dazu passt eine Küche, die durchaus höheren Ansprüchen entsprechen kann, aber derzeit von kulinarischen Höchstleistungen deutlich entfernt ist.

            Unser Menü:

            Variation von der Erbse

            Roh marinierter Saibling mit Wasabi und Ingwer

            . . .

            UNGESTOPFTE BIO-GÄNSELEBER
            Feige / Apfel / Cerealien / Lebereis / Brioche

            NORWEGISCHE JAKOBSMUSCHEL
            Rucola-Sardellenaioli / Pinienkernkruste / Schwarzwald-Arancini

            GEBRATENE SEEZUNGE
            Mönchsbart / geröstete Mandeln / Süßkartoffel / Chorizovelouté

            RÜCKEN UND BÄCKCHEN VOM LAMM
            Lammschmalzkruste / Schafskäse-Bohnencrème / Zucchini / Speckpfannekuchen

            Pre-Dessert: Gineis / Granny Smith / Gurke / Buttermilch

            FEINES VON DER BIRNE
            Haselnusscreme / Quinoa / Himbeere / Champagner-Sud

            Schönen Gruß, Merlan

            Kommentar


            • #36
              Lieber Merlan,

              schade! Mich zieht es demnächst wieder in die Gegend und ich dachte vielleicht einen Abstecher zu machen. Und auf der Weinkarte findet man sicher keinen Schnapp, der einen Besuch dann rechtfertigen sollte?

              M

              Kommentar


              • #37
                Die Weinkarte im Brenners ist schon interessant, lieber Muck. Hier zeigt sich auch die Handschrift des jungen, engagierten Sommeliers, der eigens eine Rubrik "Junge Winzer" eingerichtet hat, die ich für durchaus attraktiv halte.

                Schönen Gruß, Merlan

                Kommentar


                • #38
                  Paul Stradner wechselt im Herbst in die Villa René Lalique
                  Zuletzt geändert von QWERTZ; 16.06.2017, 14:22.

                  Kommentar


                  • #39
                    Das Brenners setzt auf Casual Fine Dining nach Ideen des Schweizer Zwei-Sternekochs Nenad Mlinarevic.- Eröffnung im Herbst.

                    Kommentar


                    • #40
                      Das ist aber ein ziemlicher Paradigmenwechsel für das alt-ehrwürdige Brenners: "
                      Nach Angaben des Brenners richtet sich das Konzept an lokale und internationale Gäste, die einen modernen und urbanen Lebensstil schätzen. Auf gestärkte Tischdecken und enge Formalität solle verzichtet werden."

                      Nach meiner Beobachtung war das bisher nicht
                      gerade
                      die Stamm-Klientel des Brenners. Na, schauen wir mal!

                      Schönen Gruß, Merlan

                      Kommentar


                      • #41
                        Das hört sich ja so an, als würde es sehr casual, das neue Restaurant im Brenners:
                        Das Fritz & Felix möchte Esszimmer sein und Wohnraum, Arbeitsplatz und Relax-Zone, Genussoase und einfach ein lässiger Treffpunkt.

                        Kommentar

                        Lädt...
                        X