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Restaurant Bareiss in Baiersbronn

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  • #76
    Da ich mal wieder ein klassisches Gelage plane, jedoch, anders als unser kju, eher ein, die großen Exzesse betreffend, Biennalesser bin, das Unternehmen also gründlich geplant sein will, hier meine Frage an die Bareissianer:
    Geht man dorthin überwiegend des "Gesamtpaketes" wegen, oder verdient allein das Lumpp'sche Essen schon die Pilgerfahrt?
    MkG
    s.

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    • #77
      Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
      Da ich mal wieder ein klassisches Gelage plane, jedoch, anders als unser kju, eher ein, die großen Exzesse betreffend, Biennalesser bin, das Unternehmen also gründlich geplant sein will, hier meine Frage an die Bareissianer:
      Geht man dorthin überwiegend des "Gesamtpaketes" wegen, oder verdient allein das Lumpp'sche Essen schon die Pilgerfahrt?
      MkG
      s.
      Ich würde ja das "schon" streichen. Ich war nur einmal da, aber das Hotel fand ich schrecklich. Ich würde nur wegen des Essens hinfahren (wobei die Weinkarte auch gut ist).

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      • #78
        Ich kann da nur von der Schwarzwaldstube reden, dort ist das Thema ja auch immer präsent. Klammere ich mal Stil des Hotels aus, dann fallen mir ein gigantisches Frühstücksbuffet, faulenzen am Pool in aller Ruhe auf der Liegewiese als Highlights ein. Das ist, soweit aus dem Hörensagen, auch im Bareiss nicht anderst. Wem daher der Schwarzwaldstil so mächtig auf den Geist geht, dass der Rest dieses Gefühl nicht übertreffen kann, der kann sich sicherlich auch preisgünstigere Adressen aussuchen. Da bleibt dann nur der Schwarzwaldstil kleben, dafür kann man dann das restliche Geld in eine Weinempfehlung von Meister Fendt stecken oder pilgert am drauffolgenden Mittag in eines der Zweitrestaurants der beiden Häuser. Sollte man alleine sein, dürfte die Differenz, je nach ausgewählter Adresse, auch noch für ein Mahl bei Jörg S. reichen.
        @Werter Schlaraffenland, sie sehen daran, ihre Frage ist nicht so einfach zu beantworten. In jungen Jahren habe ich den letzten Weg gewählt, heute, wenn der Geldbeutel es hergibt, hört man dann auch schon mal auf seine Angetraute

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        • #79
          Das Lump'sche Essen verdient sicherlich allein Ihren Besuch. Das Hotel selbst ist ebenfalls qualitativ wunderbar, man muss aber die Stilrichtung schon mögen und auch bereit sein, die entsprechenden Preise zu zahlen. In Baiersbronn gibt es aber gerade was Hotels angeht, ja eine große Auswahl in allen Kategorien, sodass man sicherlich eine schöne Alternative findet.

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          • #80
            So, nach den letzten Posts muss sich unbedingt mal ein eingefleischter Bareissianer zu Wort melden: Gehen Sie zu Lumpp, lieber Schlaraffe! Sie werden kulinarisch die große Oper auf klassischem Fundament erleben; lassen Sie sich von Herrn Brandt charmant durch den Mittag oder Abend begleiten und fordern Sie Jürgen Fendt heraus, die besonderen Tropfen aus den Keller zu holen. Alle drei sind Charaktere, die man in ein Gespräch verwickeln muss, will heißen, sie drängen sich nicht auf, lassen sich aber gerne auf einen Plausch ein.

            Zum Gesamterlebnis Bareiss: Für uns ist das Bareiss eines der besten Ferienhotels in Deutschland. Die immer dem Gast zugewandte Philosophie der Hauses und die Herzlichkeit der Familie und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sucht seines Gleichen und wird nach meiner Einschätzung von der benachbarten Traube bei weitem nicht erreicht. Was das Ambiente angeht, so passt es in das Umfeld und man muss es mögen, wie das immer so ist. Wir haben da überhaupt keine negativen Assoziationen, so dass ich die Formulierung von Rocco ("schrecklich") wirklich nicht nachvollziehen kann. Der neue Spa-Bereich ist hervorragend gelungen; es gibt wunderbare Ruheräume mit unterschiedlichen komfortablen Liegen bis hin zu Wasserbetten, mehrere Saunen und ein großes Schwimmbecken mit einer ansprechenden Pool-Bar. Von den schönen Außenanlagen gar nicht zu reden. Es fehlt einem im Bareiss an nichts, an gar nichts, ohne dass ich jetzt weitere Aufzählungen machen möchte.

            Wenn Sie mich fragen, lieber Schlaraffe, wählen Sie das Gesamtpaket, es sei denn, der Stil sagt Ihnen nicht zu, aber das kann man ja auf der Homepage des Hauses abchecken.

            Schönen Gruß, Merlan

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            • #81
              Vielen Dank für die raschen Entscheidungshilfen. Wobei es die Formulierung: "große Oper auf klassischem Fundament" war, die meine Planungen für den Herbst hauptsächlich beeinflußt hat. Allerdings, aus verschiedenen Gründen, ohne Gesamtpaket; um Herrn Vespasian zu zitieren: penuntia non adest

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              • #82
                Verstehe, lieber Schlaraffe! Wenn man nicht ein paar Tage bleiben will, würde ich dort auch nicht "nur" übernachten; Sie haben dann nichts von dem Haus; das erschließt sich erst richtig bei einem Kurzurlaub.

                Schönen Gruß, Merlan

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                • #83
                  Werter Merlan,
                  ich kann mich Ihrer Meinung zum Hause Bareiss nur anschließen, einfach ein Haus zum Wohlfühlen, dass aber einen entsprechenden und gerechtfertigten Preis hat. Dies allein war der Grund, diese Tage nur die "große Oper" von Claus-Peter Lumpp zu genießen, aber den verschneiten Schwarzwald von einem anderen Hause zu beobachten.
                  Nach den hervorragenden Grüßen aus der Küche begann die Oper
                  1. Variation von der Gänsestopfleber mit Topas-Apfel und Berg-Salbei: sehr fein mit leicht süßlicher Note und fruchtigen Akzenten
                  2. Sautierter Gambas Carabinero mit Chicoree-Risotto, Krustentiercreme und Orangenblütensauce: ein richtiges Gericht zum Schwelgen, der Risotto von einer fantastisch cremigen Konsistenz, nochmals leicht fruchtigen Noten und eine prächtige Gamba
                  3. Kross gebratener Loup de Mer mit marinierter Rote Bete und Meerrettich-Schaum: hervorragend schmackige Kruste, geerdet durch die leicht süßliche Rote Bete, ein weiterer separat gereichter Meerrettich-Schaum sorgte für Schärfe
                  4. Geschmortes vom Milchkalb mit Sellerie, Cremespinat, Bio Eigelb und schwarzem Trüffel aus dem Perigord: zum "Reinliegen", alles in einem Glasschälchen angerichtet, einmal mit dem Löffel durch und man fühlt sich im Himmel
                  5. Gebratene Taube aus dem Elsass mit emulgierter Taubenglace, karamellisiertem Wirsing, Hagebutte und Briocheknödel: ein Gericht für die Jahreszeit, die Taube sehr zart, der Wirsing sorgte für winterliche Akzente
                  6. Vanille Macaron mit Bananen, Pralinennougat und Kokos-Curry-Eis: sehr schöne Kombination
                  Traumhafte Pralinen und "Süsses" vom Wagen, werter Schlaraffe, hier unbedingt die Schokoladentorte probieren.

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                  • #84
                    Dies allein war der Grund, diese Tage nur die "große Oper" von Claus-Peter Lumpp zu genießen, aber den verschneiten Schwarzwald von einem anderen Hause zu beobachten.
                    Die werte Frau hat es also genau richtig gemacht. Eines ist nämlich gewiss: Lumpp, Fendt, Brandt bilden das Genusstriumvirat schlechthin. Be there or be square!

                    KG

                    Tobler
                    Zuletzt geändert von Tobler; 03.02.2015, 10:14.

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                    • #85
                      Lieber Schlaraffe,

                      ...non olet, n´est-ce pas ? Die damals von ihm initierte Latrinensteuer heißt ja jetzt Kurtaxe. Dafür bin ich aber auch ein großer Baiersbronnfan, hier wie da.

                      Auf die Gefahr hin mit Gespött an diesem virtuellen Hort der Kulinarik überzogen zu werden, gestehe ich, gern in die beiden Hotels zu fahren, ohne dabei in einem der Dreisterner Horizont und Bauchumfang zu erweitern. Beide Hotels haben alles, was man sich wünschen kann, einschließlich des besten Services im Land.

                      Für mich, die Geschmäcker mögen verschieden sein, hat das Bareiss das beste Frühstück in schöner Atmosphäre im ganzen Land (wer z.B. die neue Kantinenatmosphäre im Frankfurter Hof nicht mag, weiß, was ich meine). Und es hat zweifelsohne eines der zwei, drei besten Spas (neuer und moderner als in der Traube). Ich bin kein großer Anhänger Schloß Ellmauer Selbstgefälligkeit samt affektiertem Service zu absurden Preisen, Friedrichsruhe ist gediegene Langeweile und das Kranzbach mag keine kleinen Kinder. Daher meine Schwarzwaldaffinität.
                      Wer (wie eigentlich auch wir) moderne Zimmer präferiert, dem seien die renovierten Wohnstätten im Haus Kohlwald in der Traube empfohlen.
                      Ansonsten gibt es auch im Bareiss erträgliche Schlafplätze.

                      Wenn man nur eine Übernachtungsmöglichkeit braucht, gibt es sicher viele günstigere Alternativen. Wenn man den Hotelaufenthalt mit Spa usw. usf. genießen will, gibt es nichts Besseres. Wir werden wohl Ende des Monats auf der Durchreise nach München eine Nacht im Bareiss sein und können übrigens auch bei unseren zweitägigen Aufenthalten das Haus sehr genießen.

                      Mit besten Grüßen,
                      S.

                      P.S. Fürs Kolosseum hatte V. ja noch genug Knatter übrig.
                      Zuletzt geändert von Sphérico; 03.02.2015, 12:58. Grund: Änderung

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                      • #86
                        Kürzlich war ich für zwei Übernachtungen in Baiersbronn. An einem Abend habe ich das Restaurant Bareiss besucht und drei Gänge (+Zwischengang) à la carte gegessen:

                        Terrine von marmorierter Gänseleber mit gesalzenem Karamell und Portwein
                        Crème Brulée mit Gänseleberschnee
                        Gänseleberschaum mit Kakaobohnen Streusel und Eis
                        Gebratene Leber mit Gänselebermacaron und altem Balsamicoessig

                        Versunkene Viertelstunde im Schlaraffenland... Gänseleber in allen Variationen. Herrrlich die Crème Brulée mit Gänseleberschnee; tief und cremig. Die Terrine dazu von allerhöchster Qualität, ganz klassisch von einem Portweingelee begleitet, das ein weiteres Stück Gänsestopfleber umhüllt. Der Macaron bringt Erdbeeraroma und etwas Süße herbei, die gebratene Leber Röstnoten, der Schaum mit knusprigen Streuseln und Eis weitere Abwechslung. Und alles keine kleinen Portionen! In diesem Gang, serviert auf vier Tellern, die jeder für sich ein Menü-Höhepunkt sein könnten, versinkt man förmlich, Geist und Gabel wandern stetig zwischen den vier Gerichten hin und her. Zwischendurch ein Schlückchen Sauternes, ein Bissen Brioche - fantastisch. Wer nach diesem Gang nicht weiß, welche Offenbarung Gänsestopfleber sein kann, bleibt am besten bei der bewährten TK-Pizza.

                        Leicht geräuchertes Kalbsbries mit braisiertem Romanasalat, Kapern, Parmesancrème und eingelegten Zedra Zitronen

                        Ein kleiner Zwischengang. Säure, Rauch, Salzigkeit und Umami helfen dem Bries auf die Beine. Und wie. Der Koch schreckt nicht vor Knalleffekten und starken Kontrasten zurück. Es herrscht grundsätzlich Sorglosigkeit vor Schnörkeln, es gibt keine Angst vor dem Fortissimo und dann ertönt neun Mal schmetternd hintereinander der Grundakkord C-Dur...tam-ta-ta-ta-tam-ta-ta-ta-taaa!... das Bries und die Kapern vibrieren auf der Zunge. Kennen Sie Bruckner? (Herr Wohlfahrt wäre in diesem Vergleichsfeld dann Mozart.)

                        Seezunge in Croutons gebraten mit glaciertem Kürbis und Kürbisvinaigrette
                        Seezungenfilet in brauner Butter gebraten mit Kürbisrisotto und Verveinesauce
                        Seezungenstreifen in Olivenöl pochiert mit Kürbispüree und roh mariniertem Kürbis

                        Zum Niederknien! Die Seezunge unendlich zart, eingehüllt in krosse Croutons, die Vinaigrette ist ordentlich sauer, dagegen steht die Süße des Kürbis. Auf einem zweiten Teller gibt es einen schlotzigen Salat von Seezungenstreifen. Sehr lecker ist auch der dritte Teller, ein aromatisch tiefes Kürbisrisotto mit Verveinesauce, getoppt von einem köstlichen Stück Seezunge, das in brauner Butter gebratenen wurde. Hier wird nicht nur ein Produkt, sondern gleich eine Produktkombination (Seezunge-Kürbis) variiert, was dem Gang gefühlt eine große Geschlossenheit verleiht.

                        Nougatpraline mit Zwetschgen und Haselnusscrumble
                        Mandelcrème mit Dörrzwetschgen und karamellisiertem Brioche
                        Milchreis mit Zwetschgenragoût und Zimt


                        Am hohen Stil ist auch hier für keine Sekunde Zweifel. Die Zwetschge in drei harmonischen Zusammenhängen. Mit Haselnuss und Nougat, mit leichten Bittertönen der Mandelcrème, schließlich mit Zimt im umwerfend sahnigen Milchreis. Ein würdiges Finale.

                        Trotz der Begeisterung für die geschilderten Gerichte könnte das "Gesamterlebnis Bareiss" aus meiner Sicht noch besser sein. Denn im Restaurant sitzt man zwar nicht eng aufeinander, aber doch irgendwie auf dem Präsentierteller. Und der freundliche Service dürfte ruhig noch etwas lockerer auftreten. Bedauerlich fand ich zudem die durchwachsene Qualität der Vorab-Häppchen und des Brotes. Aber das sind im Ganzen betrachtet nur Kleinigkeiten. (Faire Getränkepreise übrigens!)

                        Fazit: Die Küche im Bareiss hat eine ganz eigene Handschrift und ist grosse Klasse. Drei üppige Lumpp-Gänge à la carte machten mich glücklich - und übrigens wirklich pappsatt.

                        Grüße, mk

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                        • #87
                          Wertes Mohnkalb,

                          genauso haben wir die Küche und insbesondere den Gänselebergang auch erlebt. Danke für den Bericht, der Begehrlichkeiten nach einem a la carte Wiedersehen macht.

                          Für mich die besten a la carte Gerichte in Deutschland!

                          KG
                          Chess

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                          • #88
                            Sehr interessanter Bericht, liebes mk, zumal ich in baldiger Bälde dort auch mal einkehren wollte. Das Große, hätte ich bestellt, nun komm ich doch ein wenig ins Schleudern.

                            " ... ein Schlückchen Sauternes ... .tam-ta-ta-ta-tam-ta-ta-ta-taaa! " oder warns doch zwei Schlückchen? By the way, haben Sie den Sauternes durchgetrunken, oder gabs zum Bries und zum Fisch noch was anderes?
                            " ... Bruckner ... Mozart ..." Ich wußte bisher nur, daß die lieben Engelein Bach musizieren, wenn der HerrGott zuhört; und Mozart, wenn sie alleine spielen.

                            Grüße
                            s.
                            PS: "Trotz der Begeisterung ... könnte ... noch besser sein"
                            Huh, wie mich diese Worte beruhigen. Ich war schon in Sorge, Ihnen hätte es dort einfach nur gut gefallen.

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                            • #89
                              Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                              haben Sie den Sauternes durchgetrunken, oder gabs zum Bries und zum Fisch noch was anderes?
                              Ja, den Sau habe ich durchgetrunken. Nein, im Ernst: zur Seezunge gab es einen 2007 Domaine Roulot Meursault 'Les Tillets', zum Bries einen Weißen aus dem Italienisch-Slowenischen Grenzgebiet, zwischendurch noch einen 2009 Chardonnay Coche-Dury und zum Dessert einen Dessertwein, an den ich mich gerade leider nicht erinnere.

                              Gruß, mk

                              P.S. Ich bin mal so frei, lieber Schlaraffe, und nehme Ihren Kommentar vorweg: "Huh, wie mich diese Worte beruhigen. Ich war schon in Sorge, Sie hätten im Schwarzwald einfach mal was aus der Ortenau oder vom Kaiserstuhl getrunken."
                              Zuletzt geändert von Mohnkalb; 01.10.2015, 15:43. Grund: Länder verwechselt!

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                              • #90
                                Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
                                in baldiger Bälde
                                Mich würde, lieber S., interessieren, ob Sie dabei Menü oder doch ALC gegessen haben?!

                                Grüße, mk

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