Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Otto Koch - 181 first

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Otto Koch - 181 first

    Wertes Forum,

    Jugend kann auch eine Bürde sein. Sie ist es für uns etwa dann, wenn man einen "Altmeister" der großen Küche erstmals erleben darf, dessen Schaffen auch schon vor Jahren ein anerkannter Gradmesser für die Liebe und Passion zu hervorragendem Essen und Lebensart in Deutschland war.

    Zu jung sind wir, als dass wir Otto Kochs Ideen bereits vor Jahren hätten genießen können. Nach unserem Abend in seinem neuen Haus indes stellten wir unseren Verdruss vergnügt zur Seite. Zu deutlich überwog die Freude über eine "neue", ganz andere Adresse in München.

    Hier ist sicherlich nicht alles perfekt, vor allem aus der Sicht des kulinarisch liebevoll agierenden und denkenden Genussmenschen. Zugeständnisse müssen gemacht werden, an den Geschmack der Labelesser, der Touristen und Geschäftsleute. Wir wollen all dies nicht mit Tadel belegen, freuen uns vielmehr für Otto Koch, dass er sein (riesen)großes Haus derart zu füllen im Stande ist. Zumal die genannten Zustände nicht Otto Kochs wahres Genussrefugium betreffen, das 181 first. Lediglich 4 Tischen sind hier kulinarisch kaum Grenzen gesetzt. Die Masse tafelt à part, Trennwände schützen so gut es geht vor neugierigen Blicken.

    Wir wollen allen Interessierten unseren Versuch einer vertieften Analyse des Erlebten ersparen. Unsere Highlights und die wenigen Schwachpunkte sagen genug.

    Lokalität: Wem der Trubel im Zweit-Restaurant nebenan zu groß ist, genieße den Blick auf München und das oberbayerische Umland aus 181 m Höhe; sicherlich eine atmosphärische Referenz. Auf Tische in der "zweiten Reihe" wird wohltuend verzichtet.

    Service: Die intime Atmosphäre erlaubt einen liebenswert persönlichen Service - sofern er gewünscht wird. Selbtredend beherrscht man auch die Regeln der absoluten Distanz. Wir jedenfalls plauderten auf das angenehmste über dies und das, vor allem über Wein und dieses Forum hier mit dem Maitre bis weit nach Mitternacht. Herr Fritz versteht sein Handwerk vortrefflichst, offeriert eine charmante Balance zwischen Nähe und Distanz. Wir erlebten bei ihm eigene, gute Ideen; er belohnte uns mit einem Aperitifhighlight jenseits unseres Horizonts.

    Weine: Die Karte könnte umfangreicher sein, muss es aber nicht. Wir wurden glücklich damit. Die vorgeschlagene Weinreise erschien uns zwar wenig interessant. Selbstredend war dies kein Problem: Wir tranken nach interessanten Gesprächen mit Herrn Fitz und lohnenswerten Probeschlücken zwei schöne Flaschen. Was nicht zum Menue passte, wurde passend gemacht, heißt es wurden mehrfach Einzelgläser gereicht; auf der Rechnung fanden wir keines davon. Schlimm wäre es übrigens nicht gewesen, die Weinkarte ist sehr fair kalkuliert, bietet alle Preislagen.

    Das Essen: Manches verzückte, einiges enttäuschte aber auch; glücksspende, kaum besser zu machende fruchtig wohlige Fluchthelfer schon zu Beginn: Otto Kochs bekannte Gänseleberkirschen als Amuse (**). Alsbald danach und vor weiteren Grüßen zur Einstimmung, die nicht minder legendäre falsche Prinzregentorte: schön und verstörend zugleich, dass es so etwas noch gibt (*). Hernach ein erstes Highlight unter den Vorspeisen: Gänseleberpraline in Guanaja Schokolade mit (dem Zeitgeist huldigenden) gefüllten Chiliperlen - Idee, Produkt, Verarbeitung, Geschmack, Temperierung, Textur als Referenz (**). Idee und Umsetzung dann grandios frech: fünferlei Stein - wir zählen heute noch (**). Für uns dann (sehr) schwierig ob der teils teigigen Textur und der nicht hinreichend herausgearbeiteten geschmacklichen Charakteristika der unterschiedlichen Pilzarten: "Kennen Sie so Waldpilze"; der "Waldboden" indes geschmacklich und optisch von leisem Charme (*--). Hummer und Trüffel auf Kohlrabi Blini kann man schwerlich besser bekommen (**). Das Pouillac Lamm allerdings schon: handwerklich keine Fehler, alle Komponenten im Ausdruck indes erschreckend schwach (*--). Dann Annas Dessertkreationen: optisch beste Convenienceware vermuten lassend, führten die erkannten Ideen, Ihre Umsetzung und der erlebte, wohlig erfrischenden Charakter der Trilogie zum Abschluss zu allseits geweiteten Pupillen (* bis **).

    Danke, wir kommen wieder!

    KG
    Besseresser

    P.S. Otto Koch war an diesem Abend krankheitsbedingt nicht selbst im Haus.
    Zuletzt geändert von besseresser; 28.06.2011, 23:16.

  • #2
    Erstmal ein Danke fürs Schreiben.

    Befindet sich dieser Teil des Restaurants auch im drehenden Bereich?
    Wenn ja, wie empfanden Sie das?

    Ich fand das ehr störend. Insbesondere mit der deutlich hör- und spürbaren Klimaanlage fühlte ich mich ehr wie im Flugzeug. Fand ich nicht genussfördernd.


    Gruß!

    Kommentar


    • #3
      Werter Fragolini,

      ja, auch das 181first befindet sich im drehbaren Teil des Hauses. Weder störten noch ergötzten wir uns an der Dreherei. Wir waren aus anderen Gründen gekommen.

      Die Klimaanlage fiel uns nicht auf; auch Ihr Flugzeugfeeling können wir - bezogen auf das 181first - nicht nachvollziehen. Im Zweitrestaurant mag das so sein, aber doch weniger wegen der Klimatisierung als wegen der engen Bestuhlung, oder? Das hat schon was von Economy-Class.

      Das 181business, insbesondere der Service und das Essen dort, scheint folgerichtig der Grund für nicht wenige kritische Äußerungen zu Otto Kochs neuer Wirkungsstätte zu sein. Man scheint in allen Bereichen den Standard des 181first zu erwarten, freilich ohne den Preis dafür bezahlen zu wollen.

      KG
      Besseresser

      Kommentar


      • #4
        Zitat von besseresser Beitrag anzeigen
        Werter Fragolini,

        ja, auch das 181first befindet sich im drehbaren Teil des Hauses. Weder störten noch ergötzten wir uns an der Dreherei. Wir waren aus anderen Gründen gekommen.

        Die Klimaanlage fiel uns nicht auf; auch Ihr Flugzeugfeeling können wir - bezogen auf das 181first - nicht nachvollziehen. Im Zweitrestaurant mag das so sein, aber doch weniger wegen der Klimatisierung als wegen der engen Bestuhlung, oder? Das hat schon was von Economy-Class.

        Das 181business, insbesondere der Service und das Essen dort, scheint folgerichtig der Grund für nicht wenige kritische Äußerungen zu Otto Kochs neuer Wirkungsstätte zu sein. Man scheint in allen Bereichen den Standard des 181first zu erwarten, freilich ohne den Preis dafür bezahlen zu wollen.

        KG
        Besseresser
        Ich war zu einem Event dort.
        Ich fand die Dreherei und das Rauschen, sowie die Luft der Klimaanlafe sehr störend. Ich würde sogar so weit gehen, dass das den Genuss beeinträchtigt.


        Gruß!

        Kommentar


        • #5
          Ich war jetzt auch zu einem Event da, ich fand weder die Klimaanlage noch das drehen störend, mich hat mehr das mehr als mäßige Essen gestört. Das habe ich auch bei mehr als 100 Personen besser erlebt, insbesondere wenn der Küchenchef bekanntlich kochen kann.

          Kommentar


          • #6
            Otto Koch hat schon 2014 das 181 verlassen.

            siehe hier:

            https://www.restaurant-ranglisten.de...t-181-zurueck/


            Es gibt seitdem kein "first" mehr. Abgesehen davon, fand ich auch davor die Küchenleistung nicht sternewürdig. Das wurde aber unterschiedlich erlebt.
            Zuletzt geändert von HeikeMünchen; 11.06.2016, 11:01.

            Kommentar


            • #7
              Danke für die Info.

              Kommentar

              Lädt...
              X