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Les Deux **, München

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  • #46
    Bei allem Fetz aber genau durch die seitens Herrn Merlan beschriebene, subjektive Wirklichkeit lebt dieses Forum und zumindest ich weiß nun sehr genau, was ich am beschriebenen Ort zu erwarten habe. Goldwerte Kritik, danke dafür bei unserem anstehenden Müchenbesuch werden wir abends Plätze im Upper Eat Side erzwingen und hoffen, dass der Lunch im Tantris uns nicht zu sehr verblendet.

    Gute Nacht

    Passepartout

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    • #47
      Werter Merlan, nochmals ich schätze Ihre Berichte SEHR! Auch dieser Bericht ist sehr gut geschrieben. Und natürlich ist Kritik wünscht. Ich bleibe aber genauso dabei, dass es MIR schwerfallen würde, bei einem inhaltlich und wohl auch preislich reduziertem Mittagsmenü sowie bei einem wohl erstmaligen Besuch eine deutliche Kritik (zumindest verstehe ich Ihre Ausführungen so) zu schreiben.
      KG Chess, der selbst als Moderator eine eigene Meinung vertritt ;-)
      Werter Besseresser, Sie sprechen mir aus der Seele > falls ich mich falsch ausgedrückt habe, ich meinte das Samstagsmittagsmenü inkl. Weinbegletung.
      Werter Spherico, bin auch bei Ihnen. Merlans Betrachtungen sind sehr gut beschrieben und völlig berechtigt. Das ist nicht mein Punkt ;-)
      Werte Alle, am besten ist doch die wunderbar differenzierte Betrachtungsweise eines jeden einzelnen von uns > das gibt es sonst NIRGENDS!

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      • #48
        Lieber Merlan,

        danke für den wunderbaren Bericht. Ich kenne noch die Sendung die Zwei, deren Wiederholungen ich gerne mit meiner Mutter schaue. Ihr Fazit zum Les Deux könnte kaum konträrer zu meinem sein. Ich fand die Gerichte irgendwo zwischen mittelmäßiger Bistroküche (Fischgänge) und ganz, ganz großem Kino (Fleischgänge). Das war allerdings Abends das große Menü. Ich wiederum empfand das drumherum als die Quintessenz dessen, was München so unsympathisch spießig macht. Aber daran war in erster Linie das Publikum schuld (vielleicht auch meine fehlende Krawatte...).

        Lieber Chess,
        Ich kann ihren Einwand mit dem günstigen Mittagsmenü nicht ganz nachvollziehen. Merlan hat ja nicht das 45€ all inclusive Business Menü gewählt, sondern ein 5 gängiges Menü, welches etwa so viel kostet wie am Abend. Dann erwarte ich auch entsprechend gleiche Küche.

        Generell verstehe ich sowieso das Mittagskonzept einiger Restaurants nicht. Warum machen es nicht alle wie das Opus oder Tim Raue? Gibt es dafür betriebswirtschaftliche Gründe? Oder sind da andere Präferenzen der Esser schuld?
        Zuletzt geändert von Muck; 25.06.2015, 13:09.

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        • #49
          merlans Bericht würde bei mir drei Daumen hoch provozieren, hätte ich drei Hände. Das ist meilenweit entfernt von besserwisserischer Kritik oder - noch schlimmer - Schmähkritik ("wie kann ein Restaurant nur..."), die man manchmal liest. Sachlich, begründet, fundiert. Und nochwas dazu: ich kenne das Restaurant nicht, aber ich würde trotzdem auf jeden Fall hingehen. merlans Bericht schreckt nicht ab, er weckt Interesse (jedenfalls bei mir).

          Ganz ehrlich: wo kommen wir denn hin, wenn jedes Wort drei Mal hin und her gewogen werden muss, man mittags und abends gegessen haben muss, bevor man nicht nur Positives schreibt, man lieber noch einen zweiten Besuch abwartet, usw.?

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          • #50
            Ich kenne das Restaurant überhaupt nicht - aber den Bericht von "merlan" habe ich mit großem Vergnügen gelesen.
            Und nachdem immer mehr Kommentare sich ansammelten, habe ich ihn mehrmals gelesen.
            Er gefällt mir immer besser.
            Ich hoffe, dass noch mehr solche "Produkte" hier erscheinen - so kommt "Leben" ins Forum!

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            • #51
              Ich finde auch, dass es kritische Anmerkungen geben muss. Es steht ja auch mein durchweg positiver Bericht über meine Besuche im Les Deux hier.

              Ich war sowohl mittags als auch abends schon dort und kann damit die beiden 5-Gang-Menüs vergleichen. Und ich finde, dass sie sich konzeptionell nicht unterscheiden. Die preisliche Differenz beträgt ja auch nur 10 Euro.

              Ich werde übrigens auch auf jeden Fall wieder hingehen.

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              • #52
                Lieber Merlan, aus meiner Sicht schlägt der Bericht in keinster Weise aus der Art, die wir hier im Forum pflegen, differenziert, wohlwollend, aber kritisch wo es sein muss.

                Und ich finde: ja, es war ein Mittagsmenü. Aber die Gültigkeit der Bewertungen in den Führern ist ja nicht an die Uhrzeit gebunden. Klar, Mittagsmenüs unterliegen anderen Gesetzen. Allein schon, weil die Gäste zu einer bestimmten Zeit das Restaurant wieder verlassen wollen. Und wegen günstigerer Preise gibt es vielleicht einfachere Produkte. Aber repräsentativ für den Küchenstil des Hauses sollten sie schon sein. Außerdem gehen die Kritikpunkte von Merlan ja in eine ganz andere Richtung - wenn zu viel Wasabi-Schärfe für Merlans Zunge dabei war, dann ist das ja unabhängig von der Tageszeit

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                • #53
                  Gelegentlich – leider nicht allzu oft – verursacht mir ein Gericht lang anhaltendes Kopfkino.

                  Ich schwimme in einer Blase – embryonengleich -, gefüllt mit einem wunderbaren Sud. Gelegentlich schlürfe ich ein wenig davon, genieße die wohligen Aromen. Um davon nicht komplett eingelullt zu werden, schnappe ich mir ab und an eine vorbei schwimmende knackige halbe Erbse. Bin ich noch mutiger, probiere ich mich an einer Nuss. Zum wohligen Einschlafen bediene ich mich ein wenig von den perfekt gegarten Ravioli. Und ganz manchmal, sehr sparsam, damit es noch lange reicht, genehmige ich mir ein Häppchen von den wunderbar aromatischen Jakobsmuscheln.

                  Ein Seelenessen.

                  M.

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                  • #54
                    Zu Ihren Eindrücken, liebe Frau Morchel, assoziiere ich folgenden Gesichtsausdruck (spätestens beim Kobe Rind ist es um Mr.Wiens geschehen)
                    https://www.youtube.com/watch?v=XJnqXauvd4c
                    MiuG
                    s.

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                    • #55
                      Ja, das könnte mein jüngerer Bruder sein :-) Ich bin halt beim Essen sehr emotional, zumindest wenn es um diese Art von Essen geht.

                      Ich habe bei meinem München-Aufenthalt noch ein drittes Restaurant erlebt, das meine Leidenschaft sofort begriffen und aufgegriffen hat. Muss noch überlegen, ob und was ich darüber schreibe.
                      Zuletzt geändert von Morchel; 30.05.2016, 21:42. Grund: war missverständlich formuliert

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                      • #56
                        wir würden das sehr begrüßen, werte Morchel. Wir hatten schon sehr viele wundervolle Momente im Les Deux. Leider, leider aber derzeit für kulinarische Genüsse zu wenig Zeit. KG Chess

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                        • #57
                          Auch von mir ganz lieben Dank! Die wunderbare Beschreibung Ihres Kopfkinos kann ich sehr gut nachempfinden. Auch ich freue mich sehr, wenn Sie - in dieser Weise - noch über ein anderes unserer Münchner Restaurants berichten.

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                          • #58
                            Liebe Morchel,

                            vielen Dank für mal wieder eine neue Variente des Erlebnisberichtes.
                            In etwa wie Ihnen ging es uns vor gut einer Woche im ABaC bei Jordi Cruz, großartig...
                            Danke Leben, daß wir so schöne Dinge erleben dürfen !

                            MkG, S.

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                            • #59
                              Vom Les Deux hatte ich vor 2 Jahren erstmalig von einem Arbeitskollegen gehört, der mit verträumten Blick das „Les Deux“ als „das beste Restaurant Europas“ beschrieben hatte. „Da gehen auch unsere Chefs hin“! Ich hatte es damals erst einmal als Spinnerei abgetan aber bei einem Aufenthalt nach München war es dann soweit – wo sollte es mittags hingehen? Tantris? Soll laut Hörensagen etwas von alten Tagen leben. Toshi? Waren wir ja vorher erst zum Abendessen. Nobu Matsuhisa? Schon besser aber Japanisch hatten wir ja schon und mir stand der Sinn nach etwas anderem. Atelier? Mittags leider nicht geöffnet und der Zeitpunkt zum Reservieren bereits verpasst. So haben sich meine Gedanken dann vermehrt um das Les Deux gekreist und ich wollte der Sache auf den Grund fühlen. Auch kurzfristig waren hier noch Plätze für ein Mittagessen zu bekommen.

                              Ich habe vor unserem Besuch auch hier kurz die Eindrücke durchgelesen und mache es kurz: Abgespecktes Businesslunch im Mittagsmenü oder abgespecktes Mittagsmenü versus dem €10 teureren Abendmenü? Ganz und gar nicht! Uns wurden hervorragende Gerichte serviert bei denen auch (sinnvoll eingesetzte!) Edelprodukte nicht zu kurz kamen. Ein Maître, der gerne in höchster Preisregion die Weine empfiehlt? Absolut nicht der Fall! In unserem Fall empfiehlt Herr Kieffer einen preislich im Mittelfeld angesiedelten Weißwein. Zum Fleischgang fragt Herr Kieffer, ob ich ein Glas sehr gut passenden Rotweins hierzu möchte und ich bejahe ohne zu wissen worauf ich mich einlasse. Der Wein war fantastisch. Ich hatte angesichts der Berichte hier eher mit einem Glas jenseits der €30 gerechnet und auf der Rechnung waren es dann faire €18. Überteuerte Weinkarte? Es finden sich mindestens fünf Champagner unter €100 und bei den Weinflaschen jeweils reichlich Auswahl im Segment €30 bis €70. Absolut kein Vergleich zu den überzogenen Preisen im Atelier direkt um die Ecke oder Restaurant Überfahrt. Gerade in diesem Segment sind natürlich mehr Flaschen bereits ausverkauft, aber es gibt genug Auswahl. Zu kleine Portionen? Das kann ich weder für das Businesslunch noch für das größere 5-Gänge-Menü bestätigen. Ganz im Gegenteil. Was ich bestätigen kann ist dass es sich hier um eine klassische französische Küche im besten Sinne handelt: Wer „Gegenpole“, „Überraschungen“ oder Kombinationen mit Sanddorn, roter Bete oder Kopfsalat sucht wird hier enttäuscht. Schwarzer Trüffel, Sot-l’y-laisse, Hummer und Milchkalbsrücken werden hier zelebriert!

                              Das Mittagsessen war in Summe hervorragend, ich würde es von der Küchenleistung her eher schon zwischen 1 und 2 Sternen ansiedeln. Beim Service merkt man von Herrn Kieffer natürlich, dass er die 3-Sterne-Liga gewohnt ist. Solchen Service erhält man meist nur in den allerbesten Häusern und solch einen Charme bin ich auch noch nie ausgesetzt gewesen – der George Clooney der Gastronomie. Schon bei den ersten Wörtern und dem ersten Lächeln ist es nicht schwer zu identifizieren wer hier der erfahrene Maître ist. Man muss sich nur daran gewöhnen, dass er sehr gerne viel Französisch einstreut, da hat sich ein bevorzugter Stil wohl schon lange gefunden, der auch in Deutschland gut ankommt. Und wenn es sein muss, kann er z.B. beim Wein durchaus sehr eindeutige und präzise Empfehlungen abgeben. Der zweite Herr im Service am Mittag fällt dahinter leider etwas ab und gibt sich deutlich bedeckter.

                              Was mir hier besonders gefällt: Meine Freundin wünscht sich das Businesslunch in drei Gängen (€48) – es spricht sie beim Durchlesen noch mehr an als das 5-Gänge-Mittagsmenü, ich will hingegen die volle Schaffenskraft der Küche in 5 Gängen für €85 kennenlernen. Das ist hier überhaupt kein Problem! Meine Freundin muss dadurch 2 Gänge „aussetzen“ wird aber jedes Mal mit einem Löffel versorgt um bei mir mitprobieren zu können. Diese Flexibilität finde ich sehr sympathisch. Inklusive ~10% Trinkgeld, Wasser (es wird nur eine Flasche €7,50 berechnet – die zweite ist ja bei meiner Freundin inklusive), Kaffee (auch hier wird nur einer berechnet), eine Flasche Weißwein für ~€40-50, ein Glas Rotwein zum Hauptgang für €18 sowie ein Glas Süßwein zum Dessert für €15 landen wir mit unseren Menüs bei €260. Das finde ich für das Gebotene auf diesem Level in Deutschland und insbesondere für München absolut angemessen, wenn nicht gar einen Ticken preiswert.

                              Auf eine genaue Beschreibung der Gänge muss ich leider verzichten, da ich von der Menükarte kein Bild gemacht hatte und sich online keine Hinweise auf dieses konkrete Menü mehr finden lassen. Nach einem sehr schmackhaften Gruß bestehend aus einem tiefen und heißen Karotten-mit-Chili-Süppchen mit einer Sommerrolle (* bis **) folgt bei mir ein sommerliches Melonentartar mit Sashimi in einer Basilikumvinaigrette (*). Hierauf dann das Pfaffenstück mit einer beeindruckend klein gearbeiteten Ratatouille (die kleinen Gemüse-Miniwürfel) und einem schmackhaften Sud, der allerdings auch sehr scharf genau an der Grenze gesalzen ist (* bis **). Das kann der ein oder andere als unangenehm empfinden. Herr Kieffer pflichtet mir bei bemerkt aber, dass dies genauso gewollt ist. Danach ein amtliches Stück Fisch (Seeteufel?) in Pommerysenf, der von der Konsistenz auch als Fleischgang getarnt durchkäme bei dem die gefällige Süße im Pommerysenf mit der Zeit aber die Überhand gewinnt (*). Zum Hauptgang folgen zwei sehr schöne Abschnitte Kalbsfilet mit einer herrlichen Beilage aus Kartoffelpüree und wunderschönen Pfifferlingen. Eines der beiden Kalbsfilets ist mit schwarzen Trüffeln bedeckt (nicht die der penetranten Sorte, sondern die saftigen erdigen Abschnitte) und obenauf glänzt ein Jus mit Trüffeln verfeinert. Toll (** bis ***)! Und auch das unscheinbare Dessert Méli Mélo von Pistazie und Erdbeere verwöhnt uns unter einer Schicht aus weißer Schokolade mit einer fabelhaften Pistaziencreme im Austausch mit Erdbeere. So gut, dass ich den Teller nach einiger Zeit hergeben muss (**). Dass Herr Rappenglück in klassischen hochdekorierten deutschen Küchen gelernt hat, ist angesichts vom exzessiven Einsatz an – geschmacklich irrelevanten – Zierblättern wie Blutampfer direkt auch visuell zu erkennen.

                              Anbei die Eindrücke:













                              Das Mittagsmenü wirkt auf mich keinesfalls nach Abstrichen. Es eröffnet mit einem Tartar aus Wagyu Beef mit Wachtelei und Trüffeln (*, sehr schön und cremig). Der Hauptgang besteht sehr ähnlich zu meinem Hauptgang aus saftigen Hähnchenbrustfilets mit einer ähnlich betörenden getrüffelten Sauce (**, leider kein Foto). Und auch das Dessert „Espresso Les Deux“ verwöhnt mit der klassischen Kombination aus einer tollen Schokoladencreme mit einem Himbeereis obenauf (**). Das Méli Mélo im 5-Gänge-Menü ist minimal besser aber über den erzwungenen Tellertausch im Dessert bin ich nicht betrübt.





                              Fans der klassischen Küche kommen um dieses Restaurant nicht drum herum. Ganz im Gegenteil! Und das Businesslunch sucht nicht nur in München sondern für meine Begriffe in ganz Deutschland im Preis-Leistungs-Verhältnis seinesgleichen! Ich kenne die Ambitionen des Hauses nicht aber ich denke, dass wir noch viel von diesem Restaurant hören werden. Ich werde wiederkommen und dann wird es wahrscheinlich wieder Mittags sein!
                              Angehängte Dateien
                              Zuletzt geändert von Frab; 08.08.2017, 12:46. Grund: Präzisierungen in der Beschreibung

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                              • #60
                                Lieber Frab,

                                herzlichen Dank. Länger war ich schon nicht mehr im Les Deux, Sie haben mich animiert, wieder mal dorthin zu gehen. Vielleicht auch nur für einen Businesslunch. Die sehr faire Bepreisung (gerade auch für München) habe ich auch so erlebt. War denn das Restaurant am Mittag auch bei Ihnen so gut besucht? Ich habe es mal an einem Montagabend fast ausgebucht erlebt.

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