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  • Tramin

    Nachdem der Feinschmecker das Tramin schon entdeckt hat und mit zwei F-Punkten bewertet hat (was alles und nichts heissen mag, man denke nur an so tolle Restaurants wie das August in Augsburg oder das geschlossene BMW-Welt Club Restaurant), haben wir es nun auch ausprobiert.

    Das Ambiente ist karg (helle nackte Wände, Holztische und Stühle mit Filzlappen), der Service ausgesprochen freundlich. Es gibt Menüs ab vier Gänge aufwärts (4 Gänge kosten 54Euro).

    Der erste Gang war sehr erfreulich: Kaninchenrücken mit Zimt aromatisiert, dazu Schwarzwurzel unter einem Parmesanespuma und ein Scheibchen schwarzer Trüffel. Das Kaninchen war gut gegart, der warme Parmesanespuma sehr gut gelungen, der Trüffel aromatisch, die Schwarzwurzel vielleicht schon etwas zu weich. 15/20.

    Der zweite Gang etwas schwächer: Keta-Lachs garniert mit ganz fein geschnittenen Calamarettistreifen in Honig und grobem Senf. Die Produktqualität von Lachs und Calameretti war ohne Tadel, aber ingesamt ein sehr süssliches Geschmackserlebnis, so ungefähr wie Lachs mit Weisswurstsenf. Dazu ein Blumentöpfchen, gefüllt mit schwarzem Kartoffelpüree (war ok), darin steckte ein Stück Pak-Choi. 13/20.

    Der dritte Gang wiederum echt toll: Ein tolles Stück Ochsenfilet auf marinierten, sehr aromatischen und leicht knackigen Muskatkürbisscheiben und Salicorn, dazu eine gute, luftige Bearnaise und Jus. 16/20.

    Auch der Abschluss war stimmig, ein sehr schöner Akkord von Mousse au Chocolat unter Earl-Grey Espuma und Espelette Chili. 16/20.

    Insgesamt ein interessanter Neuzugang in München, für einen lockeren Abend mit gutem Essen.

  • #2
    Danke für Ihren kurzen Bericht, wir haben zweimal hintereinander keinen Platz bekommen und warten jetzt, ob der Hype sich hält. Ehrlich gesagt fand ich das Ambiente bei vollem Haus eher abschreckend, nämlich ziemlich laut & hallend. Vielleicht ist es anders wenn man mittendrin statt nur dabei sitzt.

    PS: August hat inzwischen 3, Dimant am Ende 2,5 F. Im Schnitt geben Sie selbst 15 GM-Punkte, das sind für mich 2-2,5 F...

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    • #3
      Wenn eines der Gerüchte stimmt, die seit ein paar Tagen zum neuen Gusto im Umlauf sind, dürfte der Hype um das Tramin wohl demnächst eher noch zunehmen :cheers:.

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      • #4
        Tramin im August 2010

        Nicht zuletzt durch dieses Forum animiert, haben meine Frau und ich Anfang August das Tramin besucht - hier unser Bericht.

        Beim Eintreffen zunächst etwas Verwirrung über die doch etwas coole Atmosphäre und dem kühlen Charakter der Räumlichkeiten. Auch lautstark geht es zu, das Publikum ist - wie die
        Betreiber - sehr jung. Auf stylischen Schnickschnack wird jedoch verzichtet. Die Hipness lässt zunächst keinen Focus auf die Küchenleistung erwarten.
        Es zeigt sich aber im Verlauf des Abends, dass dieser erste Eindruck gewaltig täuscht und die Einrichtung auf das lenkt, worauf es letztlich in einem Restaurant ankommt, nämlich das Essen.

        Als Amouse wurde wurden eine gelierte Boulliabaise und eine Karotte mit Frischkäse sowie eine sensationelle Gazpacho gereicht, in welche eine Tomatenmousse eingelegt und die mit einem weißen Tomatenschaum gekrönt war.

        Es folgte ein 7 Gang Menü für 78 €, welches vom Preis-Leistungsverhältnis zum besten gehört, das wir jemals genießen durften.

        Eröffnung mit Wachtel und Gänselebermousse mit Apfel. Moscato, sehr aufwändig präsentiert und leicht trotz der schwer klingenden Zutaten.
        Die Bachforelle war mit einem Zwiebelkonfit belegt und wurde mit einem Wachtelei auf Topinamburschaum begleitet. Hier wäre etwas weniger von den Zwiebeln mehr gewesen, scheinbar hatte man dem natürlichen Aroma der Forelle nicht so recht getraut.
        Der Müritzzander sehr knusprig gebraten, fast ein wenig zu durch mit einem Kerbelsud, der mit seiner schmutziggrünen Anmutung optisch nicht so gelungen war. Geschmacklich vielleicht auch der schwächste Gang des Menüs.
        Dann ein Blutwurstrisotto mit Trauben und Räucheraal, sehr perfekt zubereitet - für mich hätte das Blutwurstaroma ruhig noch etwas kräftiger ausfallen können.
        Geschmorte Schweinebacken finden sich selten auf einer Karte und deswegen konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und die Verführung gelang auf das beste. Zartes Fleisch, mit der Gabel zu zerteilen mit einer kräftigen Jus und säuerlichem Chinakohl.
        Das Poltinger Lamm - in zwei Gängen serviert - erwies als ebenso perfektes Gericht von brillanter Qualität, dem Filet folgte ein Beuscherl mit reichlich frischen Kräutern serviert. Wir finden ohnehin, dass Innereien viel zu selten angeboten werden.
        Auf gleichbleibendem Niveau präsentierten sich die Nachspeisen: Eine Mangocremerolle mit Malzbier und Haselnuss, Herzkirschen auf Pumpernickel"erde" Pfirsich mit Schokolade und geräuchertem Cru de Cacao (wobei man dabei die Schokolade etwas früher aus der Kühlung hätte nehmen können).

        Begleitet wurde das Ganze vom stets lockeren und freundlichem Service.

        Man darf gespannt sein, wohin sich das Tramin entwickeln wird. Das Potential, eine feste kulinarische Größe in München zu werden, besteht allemal.
        Nachträglich erfuhren wir von den 2,5 F des Feinschmeckers, die mehr als berechtigt sind.

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        • #5
          Ein sehr gelungener Bericht, werter Smörebröd! Die Stimmumg im Lokal ist gut eingefangen, vor allem jedoch beschreiben Sie die Speisen sehr genau und unvoreingenommen. Die einzelnen Gänge klingen ja alles andere als langweilig; und dass es hier und da etwas bei der Ausführung hakt, fällt wohl, wenn ich Sie richtig interpretiere, nicht zu sehr ins Gewicht.
          Zwei Fragen hätte ich noch: das Beuscherl, war das nur Lunge oder war da auch Herz dabei? ( Die Vorliebe für Innereien haben wir anscheinend gemeinsam, lassen Sie mich dazu einen Spruch zitieren, den V.Klink zu den schönsten Reimen der abendländischen Kultur zählt, auch wenn er vielleicht etwas zu derb ist: " Herz - Leber - Lung' - Spitz - Fut - Arschloch - Zung")
          Meine zweite Frage: Gab's auch was zum Trinken?
          Gruß s.

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          • #6
            Werter Schlaraffenland,

            meiner Erinnerung nach war Herz dabei, bin mir dessen aber nicht mehr sicher.

            Zu trinken hatten wir eine Weinbegleitung gewählt, deren Schwerpunkt im deutsch/österreichischen Raum war. Auch hier haben wir das PL-Verhältnis ausgesprochen gut gefunden. Welche Weine in Einzelnen ausgeschenkt wurden, ist uns entfallen, die Weinkarte des Restaurants ist jedoch online.

            Viele Grüße

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            • #7
              Guten Morgen,

              wir waren vor ein paar Wochen da und im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Zur eigentlich positiven Kritik des GM lässt sich ergänzen:

              1.) Unser Hauptgang, Taubenbrust mit einer Sauce aus schwarzen Knoblauch und Kaffee, dazu Eidotter-Raviolo auf Spinat, zeigte keine Spur eines Abfallens vom Niveau der Vorspeisen.

              2.) Wir warteten ebenfalls mitunter schmerzlich lang zwischen den Gängen - waren aber auch an einem Samstag bei "voller Hütte" da. Wie schaut es unter der Woche aus?

              3.) Wenn Herr K. das JIN auf 13 Punkte abstufte, verstünde ich die 14 für's Tramin. So allerdings nicht.

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