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Maximilians Restaurant * (Oberstdorf)

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  • Maximilians Restaurant * (Oberstdorf)

    Die Eindrücke von unserem Besuch im südlichsten Sternerestaurant Deutschlands. Der Bericht mit allen Bildern wie üblich auch kuechenreise.com:
    http://kuechenreise.com/2013/08/08/r...-oberstdorf-d/


    Grüsse aus der Küche

    Beim Hausapero (Ein Sekt mit Grapefruit und Kräuterschnaps - uns gefiel die leicht ins bittere gehende Note) kam auch schon der erste Gruss der Küche von Tobias Eisele & Team: ein Smoothie mit Mango, Orange und Basilikum - erfrischend!

    Die zum Brot gereichten Kleinigkeiten (Kapernbeeren, Chiorzo, Aufstrich etc.) sind ebenfalls ansprechend.

    Als zweiter Gruss erfreut uns dann eine Salzwassergarnele - platziert auf einem Bouillabaisse-Gelee und Ratatouille. Eine sehr ansprechende Kombination, zurückhaltend aber passend gewürzt! Einzig die Dille war für uns schon zu viel des Guten am Teller.


    Das Beste vom Weidekalb, Carpaccio Bries, Kopf: Brokkoli, Wollmispel, Blutampfer

    Wir starten mit dem eigentilchen Menü! Das Thema ist das "Weidekalb" - am Teller ein ausgezeichneter Kalbskopf verpackt in zwei hauchdünnen, gerösteten Scheiben Brot, ein Kalbscarpaccio sowie ein feines Kalbsbries.

    Ergänzt wird dies mit knackigen Brokkoli, einem Sorbet vom Blutampfer und einer eher süsslichen Creme von Wollmispeln. In Summe gelungen.


    Intermezzo: Erbse, Kaffee, Sonnenblumenkerne

    Das folgende 'Intermezzo' ist eine ungewöhnliche, doch spannende Geschmackskombination: Eine Art sehr fluffiges Brot mit intensivem Sonnenblumengeschmack, Erbsencreme sowie knackige Erbsenschoten und dazu kleine Kaffeekörnchen. Ein Ausflug in Richtung Avantgarde - nun sind unsere Sinne wach!


    Saint Pierre vom kleinen Boot aus der Bretagne: Dresdner Rettich, lila Senf, Pfifferlinge, Bremer Scheerkohl

    Der erste Gedanke beim Anblick des Gerichtes, welches nun an unseren Tisch kommt, ist "Schwarz-Weiss". Weiss ist der auf den Punkt gebratene Saint Pierre. Schwarz der knackige Reis. Die lila Senf Sauce - intensiv und mit guter Säure - harmoniert ebenfalls mit schwarz. Welch Überraschung dann, als uns unter dem Fisch plötzlich leuchtende Grün- und Brauntöne erwarten. Leicht nussig ist der Scheerkohl, wohlschmeckend die Pfifferlinge. Ein feiner Gang!


    Schwarzfederhuhn von Mieral, Brust und Praline aus der Keule: Artischocke, Paprika, Spinat, Kräuterpappardelle

    Farblich wirkt der nun folgende Gang bunt wie der Süden. Die Begleiter Artischocke, Paprika und Spinat sowie die Kräuterpapardelle hauchen das ganze auch mediterran an. Das Schwarzfederhuhn finden wir als Roulade gerollt am Spiess (und ein knackiges Stück Hühnerhaut) und für uns einen Hauch zu faserig wirkend in einer "Praline".

    In Summe aber ein ausgezeichneter Sommergang!


    Leicht geliertes Holunderblütensüppchen: Holunderbeeren-Sorbet

    Auf einem leicht geliertem Süppchen vom Holunder finden wir ein Mandelgebäck (nur zurückhaltend gesüsst - sehr passend) sowie ein Sorbet vom Holunder. Die Kühle, die zurückhaltende Süsse und leichte Bitternote sind wieder genau das richtige für einen Sommerabend!


    Zwischengang: Magnum Maximilians

    Als Zwischengang nun Eis - wir haben das ganze mal "Magnum Maximilans" genannt. Schmackhaftes Beerenmark in Joghurteis und eine Glasur mit hochwertiger Schokolade - so gefällt uns das..


    Sainte-Maure (Ziegenrohmilch) von Mâitre affineur fromager Schreier: Radieschen, Kresse, Nüsse

    Auch der Käsegang bereitet uns Freude! Ein schon reiferer Saint-Maure wird hier kombiniert mit klein gewürfelter, roher Staudensellerie, gerösteten Pinienkernen, Kürbiskernen und Salat. Einzig entspricht das nicht ganz dem Namen des Ganges - vielleicht hat sich etwas geändert, vielleicht irren wir uns hier auch in den Details...


    Schwarzwälder Kirsch: eine Interpretation

    Die Süsse der Schokolade mit der Fruchtigkeit und Säure der Kirsche zu kombinieren ist immer ein guter Startpunkt. Nicht zuletzt deshalb hat es die Schwarzwälder Kirschtorte zu Berühmtheit gebracht. Oft wurde diese in den letzten Jahren auch 'dekonstruiert' und 'interpretiert'. Vielleicht schon zu oft...

    Wiewohl die Interpretation heute Abend deutlich über dem Niveau einer solchen Torte in der 'Konditorei ums Eck' ist, so bleibt sie für uns jedoch hinter den anderen Gerichten des Tages zurück; und die Schokoladewürfel sind für uns eher auf der trockenen Seite.


    Süsse Variationen von Topfen und Erdbeeren

    Geschmacklich ansprechend, doch auch eher auf der 'braven Seite' ist das alternative Dessert, die süssen Variationen von Topfen und Erdbeere.


    Petit Fours

    Zum Abschluss werden uns dann noch Pralinen gebracht - verpackt in einer schönen Kartonschachtel. Fast zu schade zum gleich essen, wir haben sie also als köstliche Wegzehrung mitgenommen!



    Unser Resümee:

    Eine akkurate Leistung auf Ein-Sterne-Niveau! Die Küche von Tobias Eisele hat uns mit schön angelegten Kompositionen und einem Schuss Kreativität überzeugt. Gute Produkte, exakte Umsetzung am Teller, das hat uns gefallen. Einzig die Desserts waren uns im Vergleich zu den anderen Gängen etwas zu "brav" an diesem Abend.

    Sabir Achmedsade, der Leiter des Services, lässt sich kurz mit dem perfekten Gastgeber alter Schule (im positivsten Sinne) umschreiben. Wir haben uns sehr wohlgefühlt!

    Die Atmosphäre im Wintergarten war sehr schön! Und wir empfehlen, einen Tisch dort (oder ggfs. im Garten) zu reservieren.

  • #2
    Werte Küchenreise,

    vielen Dank für den schönen Bericht. Scheint neben dem Kulinarischen sowohl preislich, als auch landschaftlich ein Besuch wert zu sein.
    Die Küche vermittelt den Eindruck, auch ungewöhnliche Gemüse-Sorten zu verwenden, die ich manchmal geschmacklich nicht genau einordnen kann. Hatten Sie den Eindruck, dass diese besser als altbekannte Gemüse-Sorten harmonierten ?

    Gruß
    Schink

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    • #3
      Ja, kulinarisch ansprechend, preislich vernünftig und landschaftlich definitiv eine schöne Gegend!

      Die 'ungewöhnlicheren' Gemüsesorten - diese haben gut harmoniert. Haben sie einen Lichtjahre-grossen Unterschied zu konventionellerem gemacht? Nein, das nicht.. Doch ist es schön zu sehen, dass sich jemand auch mit älteren / spezielleren Sorten auseinandersetzt; es hat unsere Neugierde angeregt, uns mit den Gängen auseinanderzusetzen und es hat ein paar interessante Geschmackskombinationen aufgezeigt!

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