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Stark, Dillingen (Bib, 7/10)

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  • Stark, Dillingen (Bib, 7/10)

    Wieder mal bei Stark; das ist schon eine besondere Wirtschaft. Über eine Restaurantschließung wegen Nichtauslastung muß man sich hier keine Sorgen machen, das kleine Lokal ist immer ausgebucht. Trotz (oder vielleicht auch gerade) wegen so kleiner Fußangeln, wie wochenlange Reservierungszeiten, dann mehrfaches Vorbeigehen am subtil kaschierten Eingang, nur Barzahlung ...

    Dann gleich die nächste Zumutung, es gibt keine Karte. Es werden drei, vier oder fünf Gänge angeboten, die mit 36, 44 bzw 52 € berechnet werden. Die Weine sind klug ausgewählt und fair kalkuliert.
    Das A.gueule ist ein Teller Suppe, Petersiliensuppe mit sehr frischen und saftigen Einlagen aus dem Meer, Garnelchen und - wer errät den Fisch? falsch - Alfonsino, ein wohlschmeckender und festfleischiger Fisch, der übrigens nichts mit unserem kochenden Tausendsassa zu tun hat, sonst würde er im deutschen ja auch nicht "Nördlicher" Schleimkopf heißen.
    Das vitello tonato ist hier ein carpaccio vom leicht angegarten Kalbstafelspitz, die Thunfischcreme zart und mit feiner Geschmeidigkeit.
    Fisch und Fleisch (Wolfsbarsch und Ochsenrücken) sind von sehr guter Qualität, die Beilagen, sei es Süßkartoffel, sei es Spitzkohl, pfiffig zubereitet, körperreiche unplumpe Soßen, eine richtig gute gutbürgerliche Küche.
    Man fühlt sich in diesem Lokal wie bei einer Einladung von Freunden, die wirklich gut kochen können.

    Wir beginnen mit einem Müller von Stahl, Hasennest, dann kommt ein Weißburgunder aus dem großen Holzfass von Pfannebecker, der Rote ein Lagrein vom Gumphof (den es dort allerdings nicht auf der Karte gibt, den hatten wir mitgebracht), ein wunderbarer Wein mit schöner, jedoch nicht überbetonter Frucht (89/100) und schließlich eine Beerenauslese (Welschriesling, gelber Muskateller und noch was drittes, was ich vergessen habe) Dankbarkeit von Lentsch.

    Dieses Bistrot-Carte-blanche-Konzept auf solidem Bibniveau funktioniert also auch in Deutschland, selbst in den metropolfernen Donauauen. Der Chef arbeitet mit einer Hilfskraft in der Küche, die charmante Chefin gemeinsam mit einer charmanten Bedienung im Service, das Lokal hat an vier Abenden in der Woche geöffnet, und da die Hütte immer voll ist, scheint das Auskommen gesichert.

    Also, einfach sechs Wochen vorher reservieren, Bargeld mitbringen und einem höchstvergnüglichen Abend steht nichts mehr im Wege.

    Gruß
    s.

  • #2
    Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
    Das A.gueule ist ein Teller Suppe, Petersiliensuppe mit sehr frischen und saftigen Einlagen aus dem Meer, Garnelchen und - wer errät den Fisch? falsch - Alfonsino.
    @Schlaraffe:

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    • #3
      Bedrohte Art? Dann lieber Seeforelle mit Pfifferlingen (im Essig)? Trotzdem sicherlich schöner Abend?
      Sternentor

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      • #4
        Klingt stark, werter Schlaraffe. Und dazu diese ausgewählte Auswahl schwäbischer, nicht Württemberger, Weine. Besten Dank! Habe gleich nach dem Gumphof Lagrein gegoogelt - und landete, kleine Netzwelt, prompt auf einer Seite von Monsieur passepartout... Dillingen ist vorgemerkt, wäre für mich ein Abtecher, wenn ich dereinst mal in Heidenheim bin. Wie darf ich mir das Lokal nun allerdings von innen vorstellen, hell und modern oder dunkel und geschichtsbeladen?

        Grüße, mk

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        • #5
          Nix geschichtsbeladen, hell, eher eleganter Landhausstil, stimmig, detailbesessen.
          Gruß
          s.
          PS: wenn Sie nochmals unter
          http://www.forum.restaurant-ranglist...9503#post19503
          nachblättern, schließt sich der Gumphof-Kreis
          PS II: @ alle moralinsauren Biologen: wegen irgendeines aussterbenden Fischleins werd' ich doch nicht auf meine Schleimkopf-Pointe verzichten!

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          • #6
            Noch eine Bemerkung, die gar nicht so sehr das Lokal, sondern die gängigen Führer betrifft.
            Daß das Stark weder im GaultMillau, noch im Feinschmecker erwähnt wird, läßt sich eigentlich nur damit erklären, daß von diesen Führern in den letzten Jahren niemand mehr in Dillingen war. Fast möchte man vermuten, daß auch viele Lokale, die dort regelmäßig erwähnt werden, nicht regelmäßig besucht werden. Dies zuzugeben, hätte womöglich etwas von Harakiri - Charakter; seriös wäre es allemal.
            s.
            PS: Herr Oberhäußer zieht ja mit der Sieben erstaunlich hoch. Er thematisiert dies jedoch selbst, um sich vorbeugend von jedem Placebo-Effekt reinzuwaschen. " ... die hervorragende Qualität der Produkte erkennt, und ... mitunter sogar überraschend finessenreiche und kreative Zubereitung schmeckt, wird uns zustimmen".
            Elegant, nicht wahr, jeder der die Gusto-Bewertung für zu hoch empfindet, hat den Finessenreichtum nicht erschmeckt. Aber keine Sorge, Herr O., wir waren auch in voller Placebo - Stimmung.

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            • #7
              Zitat von Schlaraffenland Beitrag anzeigen
              Noch eine Bemerkung, die gar nicht so sehr das Lokal, sondern die gängigen Führer betrifft.
              Daß das Stark weder im GaultMillau, noch im Feinschmecker erwähnt wird, läßt sich eigentlich nur damit erklären...
              eine Steilvorlage, um Alte und Fette zu diskriminieren aber ich gönn mir heuer schlicht ein politisch korrektes

              Gute Nacht und angenehme Herbstjahre

              Passepartout

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