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Storstad, Regensburg

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  • #16
    Liebe Schink,

    lieben Dank. In diesem Fall finde ich tatsächlich die Bewertungen der Guides absolut passend: 1 *, 17 GMP, 7 Gusto pans. Da ist die Kreativität der Küche von Anton Schmaus m. E. genau gewürdigt.

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    • #17
      Anton Schmaus hat offenbar Pläne für ein weiteres Lokal in Regensburg - nur was er vorhat, will er noch nicht verraten.

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      • #19
        Danke für den Tipp. Besonders mochte ich den niederbayrischen Dialekt ...

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        • #20
          Die Sendung lief ja auch auf dem Digitalprogramm BR Heimat, deswegen darf da mehr als im BR sowieso üblich Dialekt gesprochen werden...

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          • #21
            Danke für den Hinweis – aber das einstündige Schmaus-Radio-Interview hat mich eher geärgert (wahrscheinlich gehöre ich auch nicht zur "BR-Heimat" Zielgruppe).
            Dabei finde ich die Küche von Schmaus ausgezeichnet - wir waren kürzlich zum dritten Mal dort.
            Schmaus Lieblingsspeise ist also "Schweinerts". Wie präzise - und wie originell. Ich muss nach vielen ähnlichen Äußerungen anderer Sterneköche annehmen, dass die Leibgerichte 95% (deutschsprachiger?) Spitzenköche völlig identisch sind mit den Vorlieben der Gäste von 0815-Gaststätten: Schweinebraten, Wiener Schnitzel und Currywurst. Ist das Anbiederung an die Zielgruppe? Ich fürchte: Wahrheit. Das klingt nur leider so vertrauenserweckend als würde eine Anne Sophie Mutter äußern "Am liebsten höre ich die Herzbuam. (Mei, das verrückte Zeug für die Bühne, das macht man halt fürs Publikum.)"

            Und ein Straßen-Interview mit dem Volk – das Übliche ("war noch nie in einen Sternerestaurant, bin aber sicher, das taugt nichts.")

            (Dann wäre ich über einen Hinweis dankbar gewesen, dass die angekündigte Information, die in den letzten zwanzig Sekunden nach über einer Stunde "griabigen" Gesülzes kommt, keinerlei Vertiefung bietet – letztlich eine Stunde vergeudete Zeit.)

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            • #22
              Pünktlich zum Ende unseres Urlaubs ist einige Tage zuvor der Sommer in voller Schönheit zurück gekehrt und auch in Regensburg, unserer letzten Station, möchte man sich angesichts der Außentemperaturen lieber an einen kühlen Ort wünschen. Unklimatisiertes Hotelzimmer scheidet aus, ein Bier an der Donau ist als Übergangsoption eine akzeptable Lösung. Also gilt: langsam bewegen und freuen auf ein Abendessen im Freien mit Logenblick.

              Und den haben wir auf der Terrasse im Dachgeschoss, in dem das Storstad untergebracht tatsächlich. Direkte Sicht auf den Regensburger Dom, entspannte Atmosphäre und ebensolches Publikum, das sich auch in kurzen Hosen (die Herren!) am Nachbartisch wunderbar einfügt in dieses großstädtische Ambiente. Und dafür steht ja bereits der Name.

              Kurz nach dem Apéritif steht die erste Knabberei auf dem Tisch, ein sehr junges Radieschen samt Grün und einer leichten Mayonnaise. Eine nette Spielerei, aber mehr noch nicht.



              Prägnanter und für die Außentemperaturen wunderbar dann eine Erdbeer-Gazpacho - natürlich fruchtig, aber mit einer deutlich würzigen Note. Sehr schön.



              Wie auch der nächste Teller als weiterer Gruß aus der Küche. Indes - ich erinnere mich nicht mehr. Und auch wenn ich mir das Bild länger anschaue, wollen sich einfach keine Details einstellen. Ich erkenne Fenchel, Oktopus, eventuell auch Rote Bete. Wie auch immer: ich habe es als schmackhaft in Erinnerung. Vielleicht sollte ich doch langsam anfangen, mir Notizen zu machen - oder meine Berichte zeitnaher zu schreiben...



              Es folgt ein noch sehr warmes Brot und das ist wirklich fabelhaft. Denn der Kranz enthält sechs verschiedene Sorten, allesamt sehr gut.



              Mit dem ersten Gang gibt Anton Schmaus die Richtung des weiteren Menüs klar vor und wer, wie wir, seine Küche bisher nicht kannte, bekommt hier alle Elemente geliefert. Der Kaisergranat erhält mit Pfirsich einen prägnanten fruchtigen Begleiter, der aber nur dezente süßliche Noten beisteuert. Ansonsten ist hier eine Süffigkeit vorherrschend, wie sie auch die weiteren Gerichte begleiten wird.



              Bei den Meeresfrüchten vereinen sich gegrillter Pulpo und Muscheln mit Tomaten, Estragon und Oliven zu einem relativ bekannten mediterranen Geschmacksbild, das aber wiederum durch eine leichte Säure der Stachelbeere konterkariert wird. Aromatisch legt das jetzt durch die Röstnoten des Pulpos schon deutlich zu. Zusammengehalten wird das alles durch eine leichte schaumige Sauce, die erneut dazu verleitet, die Einzelkomponenten nicht auseinander zu dividieren, sondern sich entspannt durch den Teller zu löffeln und das harmonische Geschmacksbild als Ganzes aufzunehmen.



              Das genau Gleiche gilt auch für den folgenden Gang, in dem sich erneut mit Rochen, Fenchel und Sobrassada ein kräftiger Mittelmeertouch einstellt. Säurespitzen setzen erneut Früchte, diesmal weiße und rote Johannisbeeren.



              Im Hauptgang wird es dann verhältnismäßig klassisch. Kalbsfilet und Steinpilze mit einer Jus und schaumigen Sauce sind sehr solide, aber eben auch nicht mehr. Die Melonenkügelchen fügen sich nahtlos ein und können (und sollen) nicht verstören.



              Durch und durch harmonisch bleibt es auch beim Dessert. Valrhona-Schokolade in unterschiedlichen Texturen, Minze als Creme, Baiser und in Natur mit einigen Brombeeren sind ein schöner Abschluss ohne großen Überraschungseffekt, aber technisch gut ausgeführt und auf solidem Sterneniveau.



              Beim finalen Gruß aus der Küche wird es noch mal richtig originell, denn es wird britisch. Eine Tea-Time à la Schmaus mit Do-it-yourself-Charakter bietet eisgekühlten Tee, Shortbread, Clotted Cream und Konfitüre. Das schmeckt alles so, wie es schmecken muss, ist lecker und ein schöner Gag zum Abschluss.



              Anton Schmaus hat in Regensburg mit seiner Küche, die auf Süffigkeit setzt und stark mit Früchten spielt, eine eigene Handschrift kreiiert, die offenbar sehr erfolgreich ist. Und in der Tat fällt es schwer, die Gerichte, die handwerklich makellos und mit zahlreichen Details ausgestattet sind, ohne jedoch überkonstruiert zu wirken, nicht zu mögen. Wir würden jedenfalls gerne wiederkommen, auch wegen der Weinkarte, die ausgesprochen moderat kalkuliert ist. Oder auch, um mal eines der drei angebotenen Mittagsmenüs auszuprobieren, die mit 35 Euro für drei Gänge fast schon an der Grenze zum Preisdumping kratzen.

              Der Service agiert aufmerksam und effizient, bleibt aber ansonsten eher unauffällig. Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn er noch etwas kommunikativer auf den Gast zuginge. Aber das ist, wie so vieles, Geschmackssache und zweitrangig. Denn was zählt, ist der Geschmack auf dem Teller - und der passt.

              Bericht und alle Bilder auch unter: http://tischnotizen.de/storstad-regensburg/ oder https://www.facebook.com/thomas.west...6705751&type=3
              Angehängte Dateien
              Zuletzt geändert von thomashaj; 02.02.2017, 09:43.

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              • #23
                Lieber Thomas Haj,

                vielen Dank für den Bericht. Auch ich finde, dass das Storstad in Regensburg, aber auch in Bayern ein herausragende Rolle spielt. Und ich werde auch wieder hingehen ...

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                • #24
                  Vielen Dank für den wie immer tollen Bericht. Ich selbst war auch mit viel Vorfreude Ende August endlich im Storstad und habe dort fast ein identisches Menü gegessen.

                  Leider konnte es mich nicht in selbem Maße begeistern. Beim Kaisergranat war ich noch sehr angetan von dem spannenden Zusammenspiel mit den fruchtigen Komponenten. In den folgenden Gängen und gerade über die Länge des Menüs hinweg war mir der Einsatz der Frucht dann aber zu dogmatisch. Natürlich auch hier Kritik auf hohem Niveau.

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                  • #25
                    Ich kann das schon nachvollziehen, denn es war auch meine Befürchtung, ob der durchgehende Einsatz von Früchten nicht doch ermüdend wirken könnte. Unterm Strich habe ich es nicht so empfunden, zumal ich es nicht als dominierend erlebt habe und die Frucht mitunter, wie z.B. die Johannisbeeren beim Rochen tatsächlich nur punktuelle Spitzen setzten.

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                    • #26



                      Anton Schmaus ist mit dem Storstad das Kunststück gelungen, im kulinarisch lange Zeit eher biederen Regensburg ein Sternelokal als feste gastronomische Konstante zu etablieren, ja, es gibt schon ein Zweitlokal (das „Sticky Fingers“) und in Kürze ist wohl die Eröffnung eines Cafés geplant.

                      Für uns war der Besuch eine Premiere, das Lokal findet sich mitten in der Altstadt im 5. Stock eines historischen Gebäudes. Ein Lift führt direkt ins Restaurant, das puristisch - in der abendlich Beleuchtung eher asiatisch, denn schwedisch wirkend - eingerichtet ist. Tagsüber darf man wohl über die Terrasse einen sensationellen Blick auf den Dom erhaschen.

                      Das Menü umfasst wahlweise 4, 6 oder 8 Gänge, es ist auch eine a’la carte Auswahl möglich. Wir entschlossen für die 6 Gänge

                      Als Gruß der Küche erreichten uns in einer großen Schale geröstete Kartoffeln (wir sind in der Oberpfalz!) unterschiedlicher Sorten mit mehreren begleitenden Dips (geräucherte Majo, eine Frischkäsezubereitung, etc.). Sehr simpel, aber sehr schmackhaft und für den Tisch sehr kommunikativ.

                      Der Starter war ein marinierter Waller mit einer Chimichurri-Soße, der als Frischeelement Apfelstückchen beigemischt waren. Das war schon sehr scharf, sehr gut, aber was soll man sagen: Es hat schon seinen Grund, weshalb Chimichurri vorwiegend zu Gegrilltem serviert wird. Der Waller war allenfalls durch die Textur, nicht aber durch den Geschmack herauszufinden. Auch der dazu ausgeschenkte Chablis vermochte der Schärfe kaum etwas entgegenzusetzen.

                      Harmonischer war dann der anschließende Lachs mit Fingerlimes, Indianerbanane und Rettich. Die süßsäuerlichen Komponenten von den Limes und der Banane haben uns dabei besonders gefallen, der Rettich trat eher in den Hintergrund. Es hatte insgesamt etwas von einem milden Ceviche.

                      Die folgende Softshellcrab war in Tempurateig gehüllt, was unserer Meinung nach gar nicht notwendig gewesen wäre. Geschadet hat es aber auch nicht! Wirklich schön fruchtig und mit angenehmer Schärfe dazu waren Pflaume, Ingwer und Hoisin-Sauce.

                      Das Wagyu-Beef war um eine Art Sprossen gewickelt, darauf ein Auberginen-Chip, auf den etwas Tatar gegeben wurde. Umgossen wurde das Ganze mit einen Tom-Yum-Sud und Mangowürfelchen. Für mich war das der schönste und ausgewogenste Gang des Abends. Ein kleines bisschen hatte das was von Tim Raue, auch wenn dieses Niveau nicht ganz erreicht wurde.

                      Beim Ibericoschwein auf gelbem Curry, Jackfruit und Spitzkohl erging es uns wie beim Waller. Die wirklich butterzarten Ibericoscheiben hatten keine Chance gegen das kräftige Curry, das ohne Fleisch ohne weiteres als solider, indisch angehauchter Gemüsegang durchgangen wäre.

                      Herbstlich-klassisch dann das Dessert mit Variationen vom Kürbis, süß, etwas säuerlich mit reichlich Crunch und etwas Kardamon.

                      Fazit: Wir verlebten einen schönen Abend, sind uns aber noch im Moment nicht wirklich sicher, ob das Essen im Sorstad zu unseren Favoriten gehören wird. Der Service jedoch ist über jeden Zweifel erhaben, lässig und sympathisch, passend zu dem erfreulich jungen Publikum im ausgebuchten Lokal.

                      Im Sommer werden wir gewiss einmal die Terrasse ausprobieren.

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