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Gourmetrestaurant Überfahrt ***, Rottach-Egern

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  • #31
    Bevor Sie dreimal lesen (auch wenn ich mich zugegebenermassen geschmeichelt fühle) schicke ich Ihnen den nächsten Bericht dann besser als PDF mit Volltextsuche ...... melden Sie sich einfach

    Ich bin jedenfalls schon gespannt, wie Michelin, Gusto und GM die Überfahrt in den nächsten Monaten bewerten. Noch gespannter bin ich auf die Reaktion des Hotels und der Küche, sollte der Dritte Stern erneut ausbleiben. Nach der dann eigentlich notwendigen Preisreduktion um 30% würde ich gerne wiederkommen (wenn ich denn Einlass erhalten würde)

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    • #32
      Auch von mir besten Dank für die souveränen worte zur "Überfahrt". Gerade nach den allgegenwärtigen lobeshymnen war es erhellend, auch mal eine kritischere sichtweise zu lesen.

      Ich glaube übrigens nicht, dass Sie sich sorgen über künftigen einlass ins restaurant machen müssen – ein souveräner chef wie ich ihn in herrn jürgens vermute, kann auch mit kritischen worten umgehen, zumal, wenn sie so sachlich formuliert sind, wie hier.

      Grüße
      b.

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      • #33
        In meinem Bericht zur "Überfahrt" (#11) habe ich mich auch über das neue Geschirr mokiert. Für all die, die noch nicht in den Genuss dieses "Design-Meisterstückes" gekommen sind, hier der Hinweis auf FS 8/S.14, wo das Geschirr unter der Überschrift "MUST HAVE" vorgestellt und gleich auf die Verwendung bei Christian Jürgens hingewiesen wird (wer wird denn gleich Böses denken?).

        Wenn Sie den FS vorliegen haben, schauen Sie sich doch nur einmal links die Schale an, die in der Überfahrt nur durch Unterlegen von Jutesäckchen halbwegs stabil gehalten werden kann. Und darin hat Jürgens einen Glattbutt an der Gräte nebst Gemüse und Sauce serviert. Es bedurfte schon einer gewissen sportlichen Leistung, den Fisch von oben in der Schüssel, pardon Schale, zu filetieren.

        Aber wie schreibt der FS so schön: "Das Geschirr... verdankt seinen Zauber der unfertigen Anmutung - keine Rundung ist perfekt ausgewogen, kein Rand gerade, selbst Tassen stehen nicht unbedingt im Lot auf ihrem Untersatz."

        Na, bravo! Darauf haben wir gewartet! Um mit dem FS zu sprechen: MUST HAVE!

        Zwei Seiten vorher kürt der FS die "Pflaume des Monats". Vielleicht hat die Redaktion ja auch nur die Rubrik verwechselt!

        Beste Grüße, Merlan

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        • #34
          Zitat von merlan Beitrag anzeigen
          Zwei Seiten vorher kürt der FS die "Pflaume des Monats". Vielleicht hat die Redaktion ja auch nur die Rubrik verwechselt!

          Beste Grüße, Merlan
          Jaja ich finde auch, dass diese Ipod Docking Station völlig zu unrecht in besagter Rubrik gelistet wird


          Tja, Essen ist halt immer mehr Kunst geworten. Dazu trägt Porzellan das seine bei. Nicht nur in so mancher Hotel-Innenarchitekt - pardon, Designer - hat vor lauter Übereifer über so Nebensächliches wie die profane Funktionalität vergessen...

          Aber wie vortrefflich unser werter Merlan es schon auf den Punkt gebracht hat: nehmen wir es sportlich :hungry:
          bon appetit...
          twitter.com/cisfotografie

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          • #35
            Übrigens verwendet Peter Goossens im Hof van Cleve dieses Porzellan seit über einem jahr, jedoch ohne die wirklich schlecht gelagerten großen Schalen...

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            • #36
              Da sieht man einmal, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sein können bzw. dass PR und Handwerk nicht immer synchron laufen müssen.

              Die Überfahrt ist Restaurant des Jahres

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              • #37
                Zitat von Max.Vanderveer Beitrag anzeigen
                Da sieht man einmal, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sein können bzw. dass PR und Handwerk nicht immer synchron laufen müssen.

                Die Überfahrt ist Restaurant des Jahres
                Ich kann es nachvollziehen.
                Wobei mich aber auch weder die Tische ohne Tischdecke gestört haben (ganz im Gegenteil) noch das verwendete Porzellan.

                Sollte allerdings die Küche in der Qualität Schwankungen zeigen oder mit vollbesetztem Haus Probleme haben (wir waren Mittags mit 4 besetzten Tischen), und das muss ich fast vermuten, dann ist eine solch hohe Bewertung sicher nicht angebracht.

                Ein Restaurant mit 3* oder eins, das 3* haben will, muss immer eine überzeugende Vorstellung abliefern. Sollte das nicht gelingen, spielt man eben nicht im Konzert der ganz Großen.


                Gruß!

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                • #38
                  Zitat von fragolini Beitrag anzeigen
                  Ein Restaurant mit 3* oder eins, das 3* haben will, muss immer eine überzeugende Vorstellung abliefern. Sollte das nicht gelingen, spielt man eben nicht im Konzert der ganz Großen. Gruß!
                  So ist es! In diesem Sterne-Bereich muss alles stimmen. Dem ist nichts hinzuzufügen.

                  Gruß Garnelchen

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                  • #39
                    Es ist ja nun hinlänglich bekannt, dass ich kein großer Freund des Hauses und der Jürgens-Kreationen bin; deshalb sei mir diese Bemerkung noch erlaubt:

                    Wer sich ob der Ernennung des Restaurants Überfahrt zum "Restaurant des Jahres" durch den FS und des Tischfotos auf S.59 (Heft 9) trotz des Mangels an feiner Tischwäsche verführt fühlen sollte, das Lokal aufzusuchen, der sei der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen, dass das "Rehrücken-Gericht" (O-Ton FS) auf dem schüsselartigen Designer-Teller nur nach Unterlegen eines der Stabilität dienenden Jute-Sandsäckchens (muss nicht mitgebracht werden, sondern wird vom Service gereicht! ) verzehrt werden kann!

                    Beste Grüße, Merlan

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                    • #40
                      werter merlan.
                      bin war auch etwas überrascht von der bewertung von jürgens ,aber ob auf dem tisch nun eine tischdecke liegt oder nicht ist mir persönlich vollkommen egal,auch bei redzepi fand ich die schlichten holztische sehr schön und habe mich dort sehr wohl gefühlt.
                      allgemein finde ich wird die philosophie eines hauses mir aber zu hoch gehandelt,als Bsp.wieder das noma ,nur nordische produkte keinen espresso aber teure weine aus aller welt,soviel zur philosophie.
                      entscheidend ist für mich immer noch,daß was auf den teller kommt und wie es zubereitet wird,den rest ist waz nicht zu vernachläsigen .aber erst an zweiter stelle.
                      wo es für mich in allen belangen gelungen ist ,z.b. bei bau (ist aber auch ein offenes geheimnis ,daß ich dieses restaurant so schätze ).
                      kg knurrhahn

                      eine höherwertung von bühner hätte ich eher verstanden.

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                      • #41
                        @Knurrhahn
                        Zu Bühner habe ich aktuell ja schon etwas geschrieben, wenn dort nicht im Herbst *** stehen, wäre ich schon sehr verwundert angesichts der Küchenleistung.

                        Die Kleinigkeiten rundherum sind sicher gemessen an der Küchenleistung eher sekundär, wenn man aber Mühe hat, die Gänge aufgrund des Porzellans überhaupt essen zu können, ist das aus meiner Sicht nicht ganz irrelevant.

                        @Merlan
                        Dei "Sandsäckchen" sind auch für die Petit Four notwendig, wie man schon in meinem Bericht sehen konnte

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                        • #42
                          Zitat von knurrhahn Beitrag anzeigen
                          allgemein finde ich wird die philosophie eines hauses mir aber zu hoch gehandelt,als Bsp.wieder das noma ,nur nordische produkte keinen espresso aber teure weine aus aller welt,soviel zur philosophie.
                          Sehr schön gesagt (gerade wo wir gleichzeitig allenthalben die rückkehr der fusion-küche erleben, wenn auch nicht unter diesem label).

                          beste grüße
                          b.

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                          • #43
                            Zitat von Max.Vanderveer;4849
                            Die Kleinigkeiten rundherum sind sicher gemessen an der Küchenleistung eher sekundär, wenn man aber Mühe hat, die Gänge aufgrund des Porzellans überhaupt essen zu können, ist das aus meiner Sicht nicht ganz irrelevant.
                            @Merlan
                            Dei "Sandsäckchen" sind auch für die Petit Four notwendig, [URL="http://www.highendfood.org/wp-content/reports/DE/Ueberfahrt%200510/Web/16%20-%20PetitFours.jpg"
                            wie man schon in meinem Bericht sehen konnte [/URL]
                            Im FS heißt es, dass Jürgens seinen Stil noch weiter verdichtet habe "(auch durch das Weglassen von Tischdecken)". Das verstehe, wer will! Ich glaube vielmehr, dass die fehlenden Tischdecken den für das Geschirr erforderlichen "Sandsäckchen" geschuldet sind, die doch nach einer gewissen Rustikalität verlangen. Was doch manchmal für ein Unfug geschrieben wird!

                            Gruß Garnelchen

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                            • #44
                              Nun mein zweiter Besuch bei Herrn Jürgens in der Überfahrt; der erste Besuch im September 2009 war noch in den alten "Räumlichkeiten". Auf dem ersten Blick erschien mir der Umbau sehr gelungen, warme Farben, die Tisch stehen weiter auseinander, jedoch sind die Bänke so konzipiert, dass ein Anlehen vollkommen unmöglich ist. Ein weiteres Manko die Tischdeko: 2 Teelichter und 2 Kastanien.

                              Grund meines Besuches war das Angebot über "Der Feinschmecker" wegen Aufsteiger des Jahres. 8-Gänge-Menü + korrespondierende Weine + Wasser + Kaffee für 219,00 Euro. Wenn man bedenkt, dass allein das grosse Menü 184,00 Euro kostet, ein echtes Schnäppchen.

                              Das Menü:
                              1. "Schmankerl von der Gans" Gänselebermousse, Ziegenfrischkäse, Pfeffer: sehr cremig, da sowohl die Gänseleber als auch der Ziegenfrischkäse geschmacklich sehr dominat sind, wurden die Aromen fast gegenseitig erschlagen, ein "leichterer" Begleiter hätte der Gänseleber gut getan
                              2. "Fluss & Feld": Krebse, Sauternes, Erbse, Kalbskopf: geniale Sauce, aber 2 der Krebse ganz ganz leicht zäh
                              3. "Der böse Wolf" roher Loup de mer, Escabeche, Meeresfrüche
                              4. "Lardo Raviolo": Lardo, Kräuterpüree, Wachtelei mit Alba-Trüffel: geschmacklich perfekt; wie man jedoch mit dem gereichte Fischmesser den Lardo zerteilen sollte, ist mir ein Rätsel
                              5. "Waidmann`s Heil": Rehrücken, Preiselbeer-Pfeffersauce, Belgische Endivie: wieder eine geniale Sauce mit einer fruchtigen Nuance, die Endivie war leicht geschmort, mit kleinen Speck-Würfelchen garniert, der Rehrücken zart rosa
                              6. "Golden-Eye: Fourme d`Ambert-Schaum, Apfel-Gelee: mein Highligt, die Süssigkeit des Gelees hat den sahnig aufgeschlagenen Blauschimmelkäse geschmacklich abgerundet, garniert war das ganze mit karamellisierten Haselnuss-Stückchen - ein Traum
                              7. Zitrone "Edition 2008": Amalfi Zitrone, kandiert, gefüllt: muss man mögen oder nicht
                              8. Sacher "Edition 2009": Manjari, geeiste Melange: Wo hier Sacher drin steckt, weiss ich nicht

                              Fazit: Wie bei meinem ersten Besuch gibt es bei Herrn Jürgens ein paar absolute Highlights (hier neben Gang 6 noch 2 der 3 Amuse Bouche und zwar mit einer Quark-Masse gefüllte Kartoffeln sowie gefüllte Morcheln), auf der anderen Seite aber auch Schwächen. Hervorheben muss ich noch das gereichte Brot, insbesondere das Kartoffelbrot, sehr saftig und fluffig und anfangs noch leicht warm - einfach herrlich (wird selbst gemacht). Zum Kaffee wird einem noch eine Auswahl von 7 verschiedenen Törtchen (Blaubeere, Birne, Kokos, Kirsch-Schoko-Mousse, Tiramisu, Kaffeebohne und nun doch noch eine "echte" Sacher) gestellt.

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                              • #45
                                Jürgens hat aus unserer Sicht mit dem aktuellen Menue nochmals einen erkennbaren Schritt nach vorne getan.

                                Problematisches Geschirr und Sandsäckchen fanden wir nicht.

                                Tischdecken aber in der Tat auch nicht.

                                Dafür im aktuellen großen Menue die Grundlage für einen mehrstündigen Genussreigen auf nahezu ausnahmslos allerhöchstem Niveau. Das Reh, das die Taube auf unseren Wunsch im Hauptgang verdrängte, war bereits jetzt eines unserer Jahreshighlights. Die nelkengeschwängerte Jus mit ihrem pfeffrigen Aroma und den Preiselbeeranklängen lies gemeinsam mit dem herrlichen, opulent großen Stück Rehfilet und der strahlenden Ananas sämtliche Rezeptoren auf das schönste explodieren.

                                Die übrigen Gänge aus unserer Sicht zwischen **- (Käsegang) über ** (Olé und Steingarten), **+ (Des Anglers fette Beute) und ***+(Wald &Wiese und Waidmanns Heil).

                                Den Tortenwagen zum Schluss gibt's nicht mehr. Was kommt, ist um einiges kreativer (in unserem Fall eine Art Oktoberfestreigen mit "Bier", "Liebesapfel", "Auszogene" etc.) als die Torten, nicht weniger opulent und vielfältig, bereitet optisch eine unvergleichliche Freude, kann aber geschmacklich nicht bis auf das allerletzte überzeugen (z.B. leicht ledrige und kalte "Auszogene")

                                Der Service aus unserer Sicht im Vergleich zu der Münchner Konkurrenz und den übrigen ***Häusern in Deutschland nach wie vor bemerkenswert blutleer. Kein wirklicher, als primus inter pares wahrnehmbarer Maître; die Weinberatung sehr defensiv, aber kompetent. Bereits vor 24 Uhr sind nur noch der stellvertretende Restaurantleiter und 1 bis 2 Commis anwesend. Der Restaurantleiter säße bereits "über den Unterlagen für morgen". Nunja, die mögen wichtiger sein, als eine freundliche Verabschiedung von genussfreundlichen Gästen.

                                Es bleibt somit nach wie vor Luft nach oben, wenn auch nur an einigen wenigen Stellen.

                                KG
                                Besseresser

                                P.S.

                                Bei seinen Honneurs an unserem Tisch wirkte der gute Herr Jürgens einmal mehr derart angespannt und verkrampft, als hätte er gerade eine 5-stündige Examensklausur in Rechtswissenschaften geschrieben. Der Druck von allen Seiten und von innen heraus muss grenzenlos sein.

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