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München, dies und das

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  • #16
    Eine Warnung muss ich aussprechen vor dem neu eröffneten Izakaya im Roomers Hotel an der Landsberger Straße.

    Das Restaurant bietet Nikkei-Küche also eine Art Mix aus klassischer japanischer Küche mit südamerikanischen Einflüssen. Das Restaurant ist sexy eingerichtet mit coolem (manchmal gewollt dubiosen) Staff. Ich hatte mir eine Spitzenküche gewünscht und Tripadvisor-Bewertungen die nahezu allesamt 5 Sterne für das Essen vergeben haben Hoffnung gemacht.

    Unter dem Strich wird hier wenig geboten für sehr viel Geld:
    • YELLOWTAIL SASHIMI WITH HUCCAINA SAUCE kommt in 6 kleinen Abschnitten, versalzen, in einer zu sauren Sauce für 25 Euro
    • SALMON & AVOCADO CEVICHE ist eigentlich ein Tatar und lässt die typische Säure vermissen (eine beigelegte Zitronenscheibe reicht da nicht) und für gewürfelten Lachs mit Avocado in einer halben Avocado-Schale, garniert mit ein paar geriffelten Chips, für 17 Euro zu verlangen ist vermessen
    • TORO NIGIRI in 4 Nigiris für 25 Euro enttäuscht da weder Produktqualität noch Menge noch Sushi an sich etwas zu bieten haben. Zudem sind die Abschnitte sehr klein, da bekommt man bei den einschlägigen besternten Sushihäusern dieser Welt mehr und dazu noch eingeflogen am selben Tag vom Tokyo Fischmarkt für "nur" ~20 Euro.
    Nach diesem Start war bei uns die Laune schon im Keller. Das Restaurant erzählt stolz vom "Tapas-Style" und "Sharing Concept" aber das wird hier leider missverstanden in "kleine Portionen von denen man viele bestellen sollte zum viel zu hohen Preis". Wären die Preise halb so hoch hätte ich es als angemessen empfunden aber so ist es Abzocke. Mein Negativ-Highlight war gegarter Pak Choi für 14 Euro (in Berlin eher bei 5 Euro und selbst im Yauatcha London mit 10 Pfund darunter).

    Deutlich besser sind die warmen Gänge, z.B. "SPRING CHICKEN, ENOKI MUSHROOM TEMPURA WITH TRUFFLE TERIYAKI" für 29 Euro und "SOY BRAISED DUCK WITH GREEN APPLE & FOIE GRAS" für 35 Euro bieten endlich auch etwas in Richtung Küchenwitz, Qualitäten und Geschmack. Leider kommt die Ente (sehr schön in einer geschmolzenen Foie Gras Sauce) schon erkaltet und wird nach einem Hinweis schlicht um ein paar Grad aufgewärmt, sodass sie jetzt lauwarm ist. Spring Chicken kommt vom Holzkohlegrill und gefällt mir am besten, sehr knackig-knusprig gegart und in einer schönen Trüffel-Teriyaki-Sauce. Das Tempura war nicht so gelungen und fettig anstatt japanisch-leicht. Die Portionsgrößen sind jetzt eher als Zwischengang denn als Hauptgang zu verstehen aber wie ich finde zumindest besser.

    Hiernach brechen wir dann ab und setzen den Abend woanders fort. Positiv fand ich, dass sich der Service (der zuvor eher oberlehrerhaft daher kam) unsere Kritikpunkte anhört und daraufhin das Sashimi von der Rechnung nimmt und auch Dessert aufs Haus anbietet (letzteres lehnen wir ab).

    Mit 2 Cocktails, einer Flasche Wasser und berechneten 4 Gängen kommen wir dann bei ca. 150 Euro raus.

    In Summe ein weiterer Laden in dem "Sehen und Gesehen Werden" in München zu selbst für München gesalzenen Preisen bedient werden kann.

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    • #17
      Werte München-Kenner, ich bin für den Besuch von Freunden auf der Suche nach einer ansprechenden Adresse mit gutem (bis sehr gutem) Essen unter €80-90 p.P. (exklusive Getränke :-)) aber gleichzeitig einigermaßen lockerer Atmosphäre in denen die Gänge nicht lange annonciert werden - gerne im Segment "Szene-Restaurants", also Szene-Italiener, etc. Ich bin mir bewusst, dass der Wunsch nach "etwas lockerem Ambiente" gemischte Reaktionen hier hervorrufen kann aber ich wollte es abseits von Tripadvisor und Co. lieber zuerst hier probieren.

      Meine Ideen gingen bislang eher zu so etwas wie "Pepe Nero" (lockere Atmosphäre aber sehr durchschnittliche Küche) oder "Les Deux" (sehr gutes Essen aber etwas steifes Ambiente). Im breiten Segment dazwischen kenn ich mich in München leider nicht so aus - ich hätte an sowas wie Xavers oder Weinhaus Neuner oder Der Dantler gedacht aber letzterer hat leider am angedachten Datum geschlossen. Alternativ "Mural"?

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      • #18
        Das Mural ist sicher eine Option, wobei die Preise schon die von einem 1*er sind. Und der Service ist erfrischend jung, wenn auch manchmal etwas unbedarft.
        Am besten passt meiner Meinung nach das Colette zu Ihren Vorstellungen. Kein Geheimtipp, aber sehr gute Bistroküche und sehr angenehmes Ambiente.
        Wenn's ein Italiener sein soll, ist das Vianolo in der Steinstraße auch zu empfehlen. Jedoch sind Italiener immer ein bisschen förmlich. Dort ist es noch recht mäßig formell.
        Im Neuner ist das Essen wirklich gut, das Lokal ist jedoch recht groß und laut.
        Sehr gutes Essen und Service gibt's auch im neu besternten Sparkling Bistro, allerdings auch mit Tischdecken ,-)).

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        • #19
          Das Manu, ehemals Walter und Benjamin, wäre ebenfalls ein Tipp. Habe Gutes davon gehört.

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          • #20
            Zitat von HeikeMünchen Beitrag anzeigen
            Das Mural ist sicher eine Option, wobei die Preise schon die von einem 1*er sind. Und der Service ist erfrischend jung, wenn auch manchmal etwas unbedarft.
            Am besten passt meiner Meinung nach das Colette zu Ihren Vorstellungen. Kein Geheimtipp, aber sehr gute Bistroküche und sehr angenehmes Ambiente.
            Wenn's ein Italiener sein soll, ist das Vianolo in der Steinstraße auch zu empfehlen. Jedoch sind Italiener immer ein bisschen förmlich. Dort ist es noch recht mäßig formell.
            Im Neuner ist das Essen wirklich gut, das Lokal ist jedoch recht groß und laut.
            Sehr gutes Essen und Service gibt's auch im neu besternten Sparkling Bistro, allerdings auch mit Tischdecken ,-)).
            Vielen Dank nochmal für die Tipps - da die Woche darauf Corona zugeschlagen hat, konnte ich ja leider nichts davon mehr verwirklichen ...

            Im Colette bin ich zuvor aber mal gewesen und war etwas zwiegespalten, die Bouillabaisse als Vorspeise war köstlich und alleine für die würde ich wiederkommen, das Steak Frites fand ich etwas uninspirierend für €32, nächstes Mal würde ich wahrscheinlich etwas mehr vom Mainstream abweichen beim Hauptgericht.

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            • #21
              Im Januar musste es in den freien Tagen zu Jahresanfang mal „etwas Gutes“ zu Mittag sein. Im Gault-Millau entdecke ich den „Dantler“ in Giesing, ausgezeichnet mit 14 Punkten und einem Bib Gourmand im Guide Michelin.

              Die Küche wird online als „Bayerisch neu“ bzw. „Bayrisch‘ Deli“ bezeichnet, so gibt es also z.B. eine „Giesing Ramen Suppe“ die sich im Konzept an der japanischen Ramen-Suppe orientiert aber stattdessen mit „bayrischen Produkten und Geschmacksbildern“ serviert wird, u.a. Kalbsbrühe, Schweinebauch als „Wammerl“ und frischen lokalen Gemüsen.

              Hier kurz vorher anzurufen war unter der Woche kein Problem, als wir 13h30 kommen ist der Laden noch voll besetzt aber die ersten gehen schon wieder, das von mir favorisierte „Pastrami“ ist leider schon ausverkauft aber es gibt auch ein „Business Lunch“ für faire €24, bestehend aus Vorspeise, den „Catch of the Day“ und Dessert.



              Die Vorspeise (Suppe oder Salat) ist dann tatsächlich die Giesing Ramen Suppe. Es kommt tatsächlich recht nah an eine Ramen-Suppe ran, die Produkte sind sehr gut und es schmeckt wohltuend nach einer Hausmannsküche „mit Pfiff“.



              Der „Catch of the Day“ ist ein lokaler Saibling, schön gebraten (für meinen Geschmack ginge es einen Tick glasiger), dazu serviert wird ein Risotto in einer sauren Ölvinaigrette – sieht schön aus und schmeckt auch gut, die Vinaigrette ist für meinen Geschmack aber deutlich zu sauer. Meine Begleitung liebt es aber, also ist es wahrscheinlich Geschmackssache.



              Den Abschluss bildet ein Eis mit etwas Crumble und Mangostücken, habe ich keine großen Erinnerungen mehr dran, war aber gut.


              Die Küche hat ein „gewisses Etwas“ was ich schwer in Worte fassen kann, es wirkt als würde sie versuchen die bayrische Küche weiterzuentwickeln und bildet einen Vorgeschmack für das aufwändigere Dinner, insb. Freitagabends wo nur ein Carte-Blanche-Menü angeboten wird (laut Website heißt es „Abends ab 17:30 ist die Küche etwas aufwendiger und raffinierter“). Wir haben es bislang noch nicht geschafft aber sobald die Gastronomie wieder öffnet es fest eingeplant.

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              • #22
                Ehrlich gesagt, irritiert es mich, was man schon rein optisch diesem Saibling (war das überhaupt einer, und nicht eher ein Lachs?) mit der "Braterei" angetan hat. Noch mehr irritiert mich die Vinaigrette zum Risotto. Beides zusammen schließt sich für mich eigentlich aus. Irgendwie wirkt das alles doch recht "zusammengeschustert". Damit hat die Küche vielleicht ein "gewisses Etwas", das Sie nur schwer in Worte fassen konnten.

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                • #23
                  Zitat von merlan Beitrag anzeigen
                  Ehrlich gesagt, irritiert es mich, was man schon rein optisch diesem Saibling (war das überhaupt einer, und nicht eher ein Lachs?) mit der "Braterei" angetan hat.
                  Ihrer Irritation kann ich nur zustimmen, wenngleich ich bereits durch die »Karte« (»Allergisch & Unvertraeglichkeiten – Bitte zum Koch«) irritiert wurde.

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                  • #24
                    Zitat von merlan Beitrag anzeigen
                    Ehrlich gesagt, irritiert es mich, was man schon rein optisch diesem Saibling (war das überhaupt einer, und nicht eher ein Lachs?) mit der "Braterei" angetan hat. Noch mehr irritiert mich die Vinaigrette zum Risotto. Beides zusammen schließt sich für mich eigentlich aus. Irgendwie wirkt das alles doch recht "zusammengeschustert". Damit hat die Küche vielleicht ein "gewisses Etwas", das Sie nur schwer in Worte fassen konnten.
                    Ich war mir da nach Ihrer Nachfrage dann auch nicht mehr so ganz sicher und habe nochmal meine Freundin gefragt, die mit dabei war. Laut ihr war es tatsächlich Lachs.

                    Den Gang fand ich persönlich auch am Schwächsten wegen der handwerklichen Punkte, Braten ist für mich ok wenn das Ergebnis noch glasig ist, das war es nicht mehr. Und ich fand die Vinaigrette zu sauer. Trotzdem konnte man schon eine gute Produktqualität erkennen (wie auch bei den anderen Gängen), die zumindest mir erstmal Lust auf mehr macht. Warten wir mal das Abendmenü ab und ich berichte dann nochmal umfassender ;-)

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                    • #25
                      Und über noch ein Haus in München möchte ich berichten, das Xavers in der Altstadt, welches sich selbst auf der eigenen Website auf die Fahne geschrieben hat eine Evolution der bayerischen Wirtshauskultur zu betreiben mit „individuell und mit viel Herz interpretierten Gerichten, die aber klar auf der altbayerischen Traditionsküche basieren“. Ich bin seit letztem Jahr wieder neu zurück in München und auch vorher wurde mir das Xavers hin und wieder schon einmal ans Herz gelegt. Im Gault Millau 2019 wurde es mit der Pop-Kategorie als „unkonventielles Konzept außerhalb des klassischen Restaurantformats“ ausgezeichnet.

                      Unkonventionell würde ich es persönlich nicht nennen, ich war seit dem Erstbesuch mindestens noch weitere 3-4 Male da, es ist schlicht und einfach ein bayerisches Wirtshaus welches modern eingerichtet an den richtigen Ecken schummrig oder hell beleuchtet ist, eine moderne Weinkarte anbietet aber gleichzeitig auch beliebte bayerische Wirtshausklassiker wie Rinderkraftbrühe, Käsespätzle, Wiener Schnitzel, Backhendl, Kaiserschmarrn und natürlich Schweinsbraten. Aber es findet sich auch ambitionierteres auf der Karte, z.B. Hirschcarpaccio, Ceviche oder Beurre Blanc.

                      Betrieben wird das Xavers von einem jungen Geschwistertrio deren Eltern wiederum das Hotel Alter Wirt in Grünwald betreiben. Der Koch im Trio hat interessanterweise eine kurze Station bei Gaggan in Bangkok vorzuweisen. Den Service möchte ich besonders hervorheben, der stets eine Empfehlung parat hat und auch beim Wein fachkundig beraten kann. Einen in Geschmack und Geruch sehr schwefelhaltigen Weißwein, der sich nach wenigen Minuten im Glas bemerkbar macht, nimmt der Service auch nach dem Öffnen ohne große Diskussion zurück, was ich kulant aber gleichzeitig auch souverän gelöst fand. Generell findet man hier vieles schon ab €25

                      Besonders Spaß macht es hier die verschiedenen Vorspeisen zu probieren die etwas ambitionierter daherkommen als die traditioneller angehauchten Hauptspeisen – ein Rindstatar ist bemerkenswert frisch, dazu gibt es Kapern, Radieschen, saure Gurken, Meerrettich und ein Malzbrot. Alles zusammen auf dem knusprigem Brot ist genau der richtige Start.



                      Der Star in diesem Haus ist ein geräucherter Saibling in einer Beurre Blanc auf Gurken und ich meine Sellerie (?), insbesondere die Beurre Blanc in Verbindung mit dem geräuchertem Saibling. Eine so schöne Kombination habe ich zuletzt im Tantris probiert und dieser Teller ist für mich sterneverdächtig für sensationelle €10,50. „Leider“ wechselt das Menü hin und wieder, daher ist dieser Gang aktuell nicht auf der Karte zu finden aber ich hoffe er kommt im Winter wieder.


                      Bei den Hauptgängen wird es klassisch, z.B. ein Wiener Schnitzel klassisch vom Biokalb mit sehr schönen Röstkartoffeln mit Schnittlauch und Preiselbeeren. Simpel und gut.


                      Hin und wieder habe ich auch Lust auf eine gute Ente – das ist hier auch ohne weiteres möglich, mit Kartoffelknödel und einer guten Jus und à part Rotkohl, leider ist diese an manchen Stellen etwas trocken aber darüber kann ich hinwegsehen.


                      Beim Dessert schwöre ich auf meinen Kindheitstraum, der hier aufgetischt wird, frische Mousse au Chocolat. Der Service bringt dafür eiskalte Teller und einen großen Kupferkessel aus dem ein oder zwei Kellen frisch auf dem Teller landen. Mehr braucht es zum Glück manchmal nicht.


                      Für mich ist das Xavers eins der besten Wirtshäuser der Stadt und eine zielsichere gesellige Anlaufstelle mit Freunden. Zu zweit kam ich hier bisher je nach Getränkekonsum bei €80 bis 110 inkl. Trinkgeld raus.

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                      • #26
                        Schöne Empfehlung! Und bei den wirklich gut aussehenden Röstkartoffeln hat's die Küche ja wirklich mehr als großzügig gemeint...

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                        • #27
                          Zitat von thomashaj Beitrag anzeigen
                          Schöne Empfehlung! Und bei den wirklich gut aussehenden Röstkartoffeln hat's die Küche ja wirklich mehr als großzügig gemeint...
                          Die Portionsgrößen sind hier in der Tat nicht ohne, aber man kann von vielem eine kleine Portion wählen. Die Fotos zeigen meine ich die große Portion beim Schnitzel und beim Mousse und die kleine beim Tatar.

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