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München, dies und das

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    Eine Warnung muss ich aussprechen vor dem neu eröffneten Izakaya im Roomers Hotel an der Landsberger Straße.

    Das Restaurant bietet Nikkei-Küche also eine Art Mix aus klassischer japanischer Küche mit südamerikanischen Einflüssen. Das Restaurant ist sexy eingerichtet mit coolem (manchmal gewollt dubiosen) Staff. Ich hatte mir eine Spitzenküche gewünscht und Tripadvisor-Bewertungen die nahezu allesamt 5 Sterne für das Essen vergeben haben Hoffnung gemacht.

    Unter dem Strich wird hier wenig geboten für sehr viel Geld:
    • YELLOWTAIL SASHIMI WITH HUCCAINA SAUCE kommt in 6 kleinen Abschnitten, versalzen, in einer zu sauren Sauce für 25 Euro
    • SALMON & AVOCADO CEVICHE ist eigentlich ein Tatar und lässt die typische Säure vermissen (eine beigelegte Zitronenscheibe reicht da nicht) und für gewürfelten Lachs mit Avocado in einer halben Avocado-Schale, garniert mit ein paar geriffelten Chips, für 17 Euro zu verlangen ist vermessen
    • TORO NIGIRI in 4 Nigiris für 25 Euro enttäuscht da weder Produktqualität noch Menge noch Sushi an sich etwas zu bieten haben. Zudem sind die Abschnitte sehr klein, da bekommt man bei den einschlägigen besternten Sushihäusern dieser Welt mehr und dazu noch eingeflogen am selben Tag vom Tokyo Fischmarkt für "nur" ~20 Euro.
    Nach diesem Start war bei uns die Laune schon im Keller. Das Restaurant erzählt stolz vom "Tapas-Style" und "Sharing Concept" aber das wird hier leider missverstanden in "kleine Portionen von denen man viele bestellen sollte zum viel zu hohen Preis". Wären die Preise halb so hoch hätte ich es als angemessen empfunden aber so ist es Abzocke. Mein Negativ-Highlight war gegarter Pak Choi für 14 Euro (in Berlin eher bei 5 Euro und selbst im Yauatcha London mit 10 Pfund darunter).

    Deutlich besser sind die warmen Gänge, z.B. "SPRING CHICKEN, ENOKI MUSHROOM TEMPURA WITH TRUFFLE TERIYAKI" für 29 Euro und "SOY BRAISED DUCK WITH GREEN APPLE & FOIE GRAS" für 35 Euro bieten endlich auch etwas in Richtung Küchenwitz, Qualitäten und Geschmack. Leider kommt die Ente (sehr schön in einer geschmolzenen Foie Gras Sauce) schon erkaltet und wird nach einem Hinweis schlicht um ein paar Grad aufgewärmt, sodass sie jetzt lauwarm ist. Spring Chicken kommt vom Holzkohlegrill und gefällt mir am besten, sehr knackig-knusprig gegart und in einer schönen Trüffel-Teriyaki-Sauce. Das Tempura war nicht so gelungen und fettig anstatt japanisch-leicht. Die Portionsgrößen sind jetzt eher als Zwischengang denn als Hauptgang zu verstehen aber wie ich finde zumindest besser.

    Hiernach brechen wir dann ab und setzen den Abend woanders fort. Positiv fand ich, dass sich der Service (der zuvor eher oberlehrerhaft daher kam) unsere Kritikpunkte anhört und daraufhin das Sashimi von der Rechnung nimmt und auch Dessert aufs Haus anbietet (letzteres lehnen wir ab).

    Mit 2 Cocktails, einer Flasche Wasser und berechneten 4 Gängen kommen wir dann bei ca. 150 Euro raus.

    In Summe ein weiterer Laden in dem "Sehen und Gesehen Werden" in München zu selbst für München gesalzenen Preisen bedient werden kann.

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