Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

München, dies und das

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
    Muck
    Gourmet aus Leidenschaft

  • Muck
    antwortet
    Mich hat es letzte Woche nach asiatischer Küche gelüstet, ich war zufällig in München und so probierte ich endlich mal das Jin. Das Restaurant wird mit immerhin 16 Punkten im Gault Millau bewertet. Um es vorweg zu nehmen: ich kann die Bewertung nicht nachvollziehen.

    Das saisonale Menü begann mit Sashimi von Thunfisch und Gelbflossenmakrele mit einer Art Ponzusauce, die mit ihrer Süße den Eigengeschmack des Fischs vollkommen überdeckte. Auch der dazu servierte Algensalat konnte sich kaum gegen die Süße durchsetzen. Ein dazu serviertes "spicy" Tatar vom Thunfisch war dann auch so scharf, dass auch hier der Eigengeschmack des Thunfischs nicht durchkam. Schade!

    Als nächstes erreichte mich ein Teller mit drei kleinen Vorspeisen, nämlich gebratene Garnelen, Dim Sum und geschmorter Entenmagen. Alle drei Vorspeisen fehlte es an Finesse. Die Dim Sum in Gyozaform waren ok aber etwas unterwürzt, die Entemägen ganz ok, aber leicht zäh. Die Garnelen waren einfach gebraten und wurden in der Schale serviert. Das war in Ordnung, aber nicht mehr.

    Der dann folgende Zackenbarsch auf Frühlingsgemüse hätte so gut werden können. Der Barsch war von sehr guter Qualität und perfekt gebraten, die Haut war knusprig. Das Problem war das Frühlingsgemüse, welches wieder in einer sehr süß-fettigen Soße schwamm, die alles überdeckte. Das ganze lechzte nach Säure oder Bitterkeit, ersteres konnte ein Glas Riesling von Bürklin Wolf beisteuern. Ohne den Wein, schmeckte das ganze einfach unvollständig.

    Als Hauptgang erreichte mich dann mit Ibericoschwein und grünem Sargel die erste echte saisonale Zutat. Das war der beste der herzhaften Gänge, weil es tatsächlich herzhaft salzig schmeckte und der Spargel eine grüne Bitterkeit mitbrachte.

    Das Dessert bestand aus Kokosmotchi mit Flugmango und war der klar beste Gang. Die Mango wurde einfach aufgeschnitten, war aber auch eine sehr gute. Der Kokosmotchi war nicht so typisch zäh, wie man ihn in Japan bekommt, überzeigte mich aber durch einen leicht parfümierten, nicht zu aufdringlichen Kokosgeschmack.

    In Summe war das ein nettes, gutes Essen mit ordentlichen bis guten Produkten. Insgesamt fehlte es mir an Ausgewogenheit. Das gesamte Menü war irgendwie 50 shades of sweet. Zum einen könnte hier eine Reduktion gut tun, z.B. beim Sashimi, zum anderen schlicht mehr Säure oder Salz. Warum das Jin so gut bewertet wird, ist mir unklar. Nicht, dass es mir nicht gefallen hätte, aber von 16 GM Punkten erwarte ich mehr.

    M

    Einen Kommentar schreiben:

  • besseresser
    Gourmet aus Leidenschaft

  • besseresser
    antwortet
    Die Ramen sind gut, aber im Münchenvergleich, soweit ich diesen überhaupt ziehen kann, nicht derart herausragend, wie die Brühen. Letztere verdienen daher m.E. ein besonderes Lob. Vielschichtig, dennoch ausbalanciert und mit jedem Schluck animierend. Und nach unserem Besuch stellte sich auch kein Glutamatbrand ein. Das kenne ich aus München leider auch anders. Aber der Rahmen, ja der gefällt uns tatsächlich allenfalls für einen kurzen Stopp.

    KG
    besseresser

    Einen Kommentar schreiben:

  • glauer
    Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession

  • glauer
    antwortet
    Zitat von El Grande Gourmet Beitrag anzeigen
    Um den Kommentar von "besseresser" mal prägnant zusammenzufassen: Ramen top, Rahmen flop
    Ist das so? Er schreibt ja ganz spezifisch nur über die Brühe begeistert. Ich habe mich schon gefragt ob Rahmen und Ramen nix waren.

    Einen Kommentar schreiben:

  • El Grande Gourmet
    Gourmet aus Leidenschaft

  • El Grande Gourmet
    antwortet
    Um den Kommentar von "besseresser" mal prägnant zusammenzufassen: Ramen top, Rahmen flop

    Einen Kommentar schreiben:

  • besseresser
    Gourmet aus Leidenschaft

  • besseresser
    antwortet
    Lieber Muck,

    wir waren neulich im Takumi und letztlich "nur" von den Brühen begeistert. Man sollte in jedem Fall wissen, was dort auf einen zukommt. Vom grundsätzlichen Rahmen / Konzept ist das für uns Fast-Food, der Gästedurchsatz daher auch recht hoch, abends bilden sich regelmäßig Schlangen vor der Türe (wir wohnen ums Eck). Die Einrichtung wirkt recht "spontan", der sehr freundliche Service bei unserem Besuch eher studentisch.

    Unser Fazit: Gut für eine schnelle und sehr gute japanische Suppe, wenn ein wertiger Rahmen nur an zweiter Stelle steht.

    KG
    besseresser

    Einen Kommentar schreiben:

  • Muck
    Gourmet aus Leidenschaft

  • Muck
    antwortet
    Ich traue mich das hier kaum zu schreiben, aber ich empfehle das Takumi, eine Ramen Bar. Es gibt kein Wein und eigentlich keine große Auswahl an Essen. Es hat neben ein paar Kleinigkeiten wie Gyoza oder Karaage 3 verschiedene große Töpfe mit Brühen (Shoyu, Shio und Miso) in die diverse Einlagen kombiniert werden. Das ist unglaublich gut. Ich war oft unter vielen Japanern der einzige Europäer. Manchmal gab es als Dessert-Ersatz eine Flasche Ramune. Vor allem als Katerfrühstück ist es sehr zu empfehlen.

    M

    Einen Kommentar schreiben:

  • HeikeMünchen
    Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession

  • HeikeMünchen
    antwortet
    Werter malbouffe,

    vielen Dank! Das mache ich ganz sicher! Da hat sich der Austausch hier ja schon sehr gelohnt.

    Einen Kommentar schreiben:

  • malbouffe
    Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession

  • malbouffe
    antwortet
    Werte HeikeMünchen,
    gehen Sie ruhig auch mal ins „Kleinschmecker“, die Küche und die Weine sind deutlich besser als der Name...

    Einen Kommentar schreiben:

  • HeikeMünchen
    Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession

  • HeikeMünchen
    antwortet
    Ja, gell, es ist beinahe ein Skandal

    Einen Kommentar schreiben:

  • merlan
    Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession

  • merlan
    antwortet
    Zitat von HeikeMünchen Beitrag anzeigen
    Samstagmittags ist es eher sehr voll und es wird getrunken...
    Nein! Sodom und Gomorrha!
    Und das im altehrwürdigen Tantris!

    Erschüttert, Merlan

    Einen Kommentar schreiben:

  • HeikeMünchen
    Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession

  • HeikeMünchen
    antwortet
    Um den Königshofthread nicht weiter zu belasten, mache ich mal hier weiter. Vielleicht gibt es ja noch von anderen Mitschreibern Tipps...

    Was natürlich mittags auch immer geht und man auf jeden Fall mal machen sollte, ist das Les deux.

    Neuerdings wohl auch das Pageou, nachdem Ali Güngörmus nach München gezogen ist, das ist aber Hörensagen, da ich noch nicht selbst da war.

    Auch das hier (Restaurants ohne Stern, die man besuchen sollte...) schon erwähnte Sparkling Bistro (in der ehemaligen Terrine) habe ich schon mittags besucht, durchaus mit Vergnügen, wenn auch in einer anderen Liga.

    Und auch alles andere, wo man als Münchnerin mal so hingeht, ist natürlich unterhalb der Sterne... Auch keine Überraschung, dass ich hier das Colette wieder ins Spiel bringe ...

    Das Tantris würde ich nicht unbedingt für einen Samstagmittag empfehlen, eher unter der Woche. Samstagmittags ist es eher sehr voll und es wird getrunken... Natürlich auch gegessen ;-))
    HeikeMünchen
    Leidenschaftlicher Gourmet mit Profession
    Zuletzt geändert von HeikeMünchen; 07.03.2017, 23:13.

    Einen Kommentar schreiben:

  • besseresser
    Gourmet aus Leidenschaft

  • besseresser
    antwortet
    Lieber Schlaraffe,

    herzlichen Dank! Ich fahre täglich 2x an der Cantine vorbei, es zieht mich aber nicht wirklich dort hin. Wer weiß, warum? An dem von mir wenig geschätzten Bäcker, der bis vor einigen Wochen in dem Ladenlokal war, kann es jedenfalls nicht liegen.

    Wenn Sie einmal wieder in besagtem Eck Münchens sind, könnte für Sie auch ein Besuch in der Bar dell' Osteria einige Häuser weiter in der Schellingstraße ein Vergnügen sein. Die Stimmung in dem kleinen Raum ist leger bis ausgelassen, das Essen einfach, aber verlässlich gut, die Weinkarte schön und der Service fröhlich und umsichtig. Für uns gab's am Sonntag Abend zunächst gegrillte Carcioffi, danach Spirelli mit Ragout von der Wildsau und frischem Kren, zwei prächtige Wolfsbarsche mit Gemüse (leicht salziger (!)Spinat) und zum Abschluss (für die Damen) ein salzfreies Schokodessert. Zu trinken gab es einen prächtigen Weißburgunder von Girlan.

    KG
    Besseresser

    P.S. Verwechseln Sie die Bar bitte nicht mit der großen Schwester nebenan. Dort stimmt für mich die Küche, Stimmung und Service aber nicht. Und nein, die Informationen zu Speis und Trank der Bar im Internet spiegeln nicht das wieder, was vor Ort geboten wird.

    Einen Kommentar schreiben:

  • Gast
    Gast

  • Gast
    Ein Gast erstellte das Thema München, dies und das.

    München, dies und das

    "Aber die von Herrn malbouffe zitierte Cantine Cantona, also das geht ja nun tatsächlich gar nicht. Du sollst nicht den Namen eines der talentiertesten Fußballgötter mißbrauchen!"
    Von dem von mir dahingeflapsten Satz will ich mich distanzieren; die Kantine benennt sich tatsächlich in aller Ehrfucht und in vollem Respekt nach Éric Cantona. (Bemerkenswerterweise würdigt Javier Marias selbst den von allen verdammten Cantona'schen Kung-Fu-Tritt, der allenfalls noch mit Zidanes Kopfstoß zu vergleichen ist. Da nur nehmen wir dem Meister übel, daß Materazzi nicht umgehend in eine Kieferklinik eingewiesen werden mußte)
    Doch zurück zur Cantine: man sitzt sehr angenehm, kleine, pfiffige Speisekarte; schöne Weinkarte, obwohl nun hier der kundige Weinkellner mit mir böse werden wollte, hatte ich doch ausgerechnet und nacheinander genau die zwei Weine ausgesucht, die er nicht mehr vorrätig hatte. Ich hatte eine etwas augenzwinkernde Warnung erhalten, daß man als Liebhaber eines reichlichen NaCl Gebrauches hier besonders auf seine Kosten käme. Der Kellner zeigte sich dann allerdings überaus erstaunt, als wir den grenzbereichigen Salzeinsatz etwas monierten, womöglich habe der Koch ausgerechnet heute eine kleine Schwächephase. Um so mehr mußte ich kichern, als ich im neuen Feinschmecker den Bericht über die Cantine las, jaja, das Salz ... Ein Schokodessert mußten wir wg Übersalzung tatsächlich nochmals eintauschen.
    Ich will dieses Lokal dennoch empfehlen, insgesamt wird fröhlich/inspiriert gekocht, wir waren gerne dort eingekehrt. Die Stimmung unter den Gästen ist grandios. Der Feinschmecker gibt ein F, das kommt so ganz gut hin.
    Gruß
    s.
Lädt...
X